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i
/
LAURIN
UND
DER KLEINE ROSENÖARTEN
HERAUSGEGEBEN
VON
GEORG HOLZ.
HALLE A. S.
MAX NIEMETER
1897.
7~ 7-/^2-i^
EDUARD SIEVERS
zugeeignet.
INHALT.
EINLEITUNG.
Überlieferung s. I. — Verwandtschaft der handschrifben s. IV.
Texte A, (B,) C, D s. VII. — Echtheit und unechtheit ver-
einzelt überlieferter verse s. VIII. — Correcturen zum texte
A s. X. — Beimtechnik in A s. XI. — MüUenhoffs än-
derungen s. XII. — Der archetypus ist um 1250 im süd-
östlichen Deutschland entstanden s. XV. — Die Fortsetzung
in der hs. K s. XV. — Die bearbeitung C und der aus-
zug der hs. f s. XVIII. — Beimtechnik in C s. XXVII.
— Die bearbeitung D s. XXVIII. — Sie ist in Aleman-
nien um 1300 entstanden s. XXX. — Der modernisierte
Nürnberger druck und die angebliche Freiburger hs. s. XXXI.
— Ettmüllers text s. XXXII. — Zeit und ort der ent-
stehung von A s. XXXV. — Weitere geschichte der Laurin-
dichtung s. XXXVII. — Älteste Zeugnisse s. XXXIX. —
Der name Laurin s. XXXXI. — Sagengehalt s. XXXXII.
— Kunst des Verfassers und der bearbeiter s. XXXXIV.
— Schlafswort s. XXXXV. — Noch einmal der Bosen-
garten F s. XXXXVI.
LAUBIN A s. 1
FOBTSETZUNQ in K s. 51
LAUBIN D . . . s. 96
ANMEBKUNGEN
zum Laurin A s. 183
zur Fortsetzung s. 198
zum Laurin D s. 204
Den alten text des gedichtes von Laarin hat zuletzt Müllen-
hoff im 1. bände des Deutschen Heldenbuches herausgegeben (1866;
Sonderabdruck des Laurins Berlin 1874). liegt es mir nun auch
fem, das verdienst, das sich Müllenhoff durch die kritische behand-
lung des sehr verderbt überlieferten gedichtes erworben hat, irgend-
^vie schmälern zu wollen, so muis ich doch jetzt behaupten, dafs sein
handschriftenschema sowohl wie seine textconstitution in einigen
wesentlichen punkten der correctur bedürfen, wenn das richtig ist,
was ich, auf Müllenhoffs beobachtungen fufsend, über die geschichte
unseres textes in meiner ausgäbe der ^Gedichte vom Rosengarten'
s. LXXXVIIIff. aufgestellt habe. Müllenhoffs ausgäbe verwertet den
von Franz Roth vollständig gesammelten kritischen apparat, den
gegenwärtig die Königliche Bibliothek zu Berlin besitzt; durch das
freundliche entgegenkommen der bibliotheksverwaltung, für das ich
hier aufrichtig dank sage, war ich in der läge, ihn zu benutzen,
auf grund dieser nachprüf ung ist der text A constituiert; eine aus-
gäbe des textes D füge ich hinzu, da dieser bisher einer kriti-
schen bearbeitung überhaupt entbehrte, die in der handschrift K
überlieferte Fortsetzung gebe ich mehr der Vollständigkeit wegen
bei, doch hoffe ich, damit für die erkenntnis und das Verständnis
auch dieses textes einiges beigetragen zu haben.
Das gedieht von Laurin ist in folgenden, hier auf vier gruppen
A — D verteilten handschrift en und drucken ganz oder teilweise
überliefert:
K^ die Kopenhagener hs. (Universitätsbibliothek mss. Magnaean.
nr. 32), perg. 14. jh., enthält den Laurin A mit sammt der Fort-
setzung; ursprünglich umfafste sie 60 blL, deren letztes jetzt ver-
loren ist; abgesehen von diesem Verluste ist sie äufserlich voll-
ständig, doch fehlen die verse 1,778 — 821, da der Schreiber von 777
auf den gleichen vers 821 übersprang, sie ist abgedruckt durch
Nyerup in Suhms ^Symbolae ad literaturam Teutonicam antiquiorem'
spalte 1 — 82 (Havniae 1787) und danach benutzt.
Jf, perg. 14. Jh., ein in München gefundenes doppelblatt, von
Holz, Laarin. A ^ ! -'
n Die Überlieferung.
Karl Roth abgedruckt in den 'Dichtungen des deutschen mittel-
alters' s. 112ff. (Stadtamhof 1845) und danach benutzt, es bietet
Laurin A 1328—1381 und vom IL buche der Fortsetzung 61 — 112.
K und M gehören so nahe zusammen, dafs sie kaum in ortho-
graphischen kleinigkeiten von einander abweichen, auch die äufsere
einrichtung ist dieselbe: zwischen den beiden, je 52 zeilen bieten-
den blättern von M stehen in Ä" 458 verse des I. und 60 des II.
buches, aufserdem die beide bücher trennende notiz, also genau so-
viel, als nötig ist, um zehn blätter des formates von M zu füllen,
das erhaltene doppelblatt ist also wohl das äufsere einer läge von
12 blättern mit 624 Zeilen, vor dem ersten blatte bietet K 120O,
nach dem zweiten 1131 zeilen, d. h. unter berücksichtigung des
umstandes, dafs das letzte blatt von K verloren ist, in beiden
partien etwa gleichviel und soviel, als nötig ist, um je 2 solcher
lagen zu füllen, wie sie durch das erhaltene doppelblatt erwiesen
werden, demnach bestand M ursprünglich aus fünf lagen zu zwölf
blättern, also aus 60 blättern, hatte also ganz denselben umfang,
wie K, die sich danach aufdrängende Vermutung, dafs M vielleicht
gar keine andre hs. als K repräsentiere, und das doppelblatt aus
der letzteren ausgerissen und zufällig nach München verschlagen
worden sei, erweist sich jedoch als irrig: ihr widerspricht die von
K. Roth a. a. o. s. XV mitgeteilte Vorgeschichte des bruchstückes ;
auch ist K noch vollständig, wie mir herr dr. Kälund auf meine
an&age freundlichst bestätigte, aus dieser Sachlage ergiebt sich
aber, dafs der Nyerup'sche abdruck so zuverlässig ist, dafs auf eine
einsieht der Kopenhagener hs. verzichtet werden darf; sonst könnte
die Übereinstimmung der Orthographie zwischen ihm und M nicht
so grofs sein; auch hat eine von MüUenhoff benutzte collation
der hs. nichts wesentliches ergeben.
V, die 1. Wiener hs. der hofbibliothek, pap. 15. jh., vollständig,
giebt den text A bis mit 1424 und schliefst daran D 2381 bis
zum Schlüsse.
r, die Regensburger hs. der stadtbibliothek, pap. 16, jh. (an-
fang). es fehlen ohne äufsere lücke 1403 — 1513; mit 1578 bricht
der text ab.
m, 14 blätter einer paphs. des 15. jh., von welchen 13 auf der
kgl. bibliothek zu München, 1 auf der zu Berlin aufbewahrt werden,
die hs. umfafste ursprünglich 30 bll., von denen die erhaltenen
das 16. — 23. und 25. — 30. sind; sie geben A 798 — 1263 und 1311
bis zum Schlüsse.
w^ die 2. Wiener hs. der hofbibliothek, pap. vom jähre 1472,
Die Überlieferung. III
äufserlich vollständig, doch hat der Schreiber die verse 1250 — 99
durch abirren von einem gleichen verse auf den andern ausgelassen
und dann die lücke durch vierzehn verse eigener fabrik hinter 1302
zu ersetzen gesucht, der text bricht ab mit 1574.
B.
H^ vdHagens bruchsttick, jetzt der kgl. bibliothek zu Berlin
gehörig, perg. 14. jh., 4 bll. mit 160 versen A 488 — 652; es fehlen
565f. 639. 643f.
j>, die Pommersfelder hs., pap. 1 4. jh., giebt das gedieht unter
dem titel IHt mer heyzet der laurin mit 1500 versen. unmittelbar
auf dasselbe folgt unter dem titel Hie liebet sich am der rosen garte
der text P des grofsen Rosengartens.
z, die Zeizer hs. des domcapitels, pap. 15. jh., publiciert von
ZacKer in HZ. XI, 501flF., hat das gedieht auf 1190 verse gekürzt.
C.
/, die Frankfurter hs. der stadtbibliothek, pap. 14. jh., giebt
das gedieht unter dem titel Hie hebet sich der kleine rosen garte
auf 838 verse gekürzt, die hs. enthält auch den text G des grofsen
Rosengartens, der den letzten teil des bandes bildet, vom Laurin
aber durch einige kleinere stücke getrennt ist.
Z>.
8, die Stralsburger hs. des Heldenbuches, pap. 15. jh., umfassend
Vorrede, Ortnid, Wolfdietrich, Rosengarten D und Laurin, geschrieben
von Diebolt von Hagenau c. 1450 (angebunden Sigenot und Pfaffe
Amis), die hs. ist 1870 verbrannt, doch befindet sich eine abschrift
des Laurins im Roth'schen apparate, die meiner textconstitution
zu gründe liegt.
cf, der älteste druck des Heldenbuches, ohne ort und jähr
(vermutlich Strafsburg um 1480); neudruck besorgt durch A.
V.Keller (bibliothek des Stuttgarter literarischen Vereins nr. LXXXVH,
1867), danach von mir benutzt.
Jüngere bearbeitungen finden sich handschriftlich zwei:
a, der anfang einer solchen, 112 verse umfassend, im 15. jh.
auf fünf freie Seiten einer brevierhs. des Prefsburger domcapitels
eingetragen, mitgeteilt von Schröer (Jahresprogramm der Prefs-
burger Oberrealschule 1857) und danach im DHE I, 295f.
/?, die Dresdener hs. des sogenannten Heldenbuches Kaspars
von der Ron, pap. vom j. 1472, enthält eine vollständig neue be-
arbeitung des Laurins in 326 strophen der Heunenweise.
Von einer verlorenen, angeblich sehr alten pergamenths., in
welcher aufser dem Laurin auch das Nibelungenlied enthalten war,
A*
IV Die Überlieferung.
gkbt uns Wolfgang Lazius künde in seiner schritt 'De gentium
aliquot migrationibus/ aus seinen dürftigen citaten Laurin A 1303£.
1307f. 1538 — 40 läfst sich wenig schliefsen; wichtig ist nur, dalk
der allen übrigen hss. gemeinsame rührende reim 1303f. hier augeai-
scheinlich beseitigt war, denn A 1303 lautet bei Lazius er was gar
ein küener man* demnach dürfte hier die spur einer für uns ver-
lorenen Überarbeitung vorliegen.
Eine weitere alte pergamenths. soll einst in Freiburg im Breis-
gau vorhanden gewesen sein; auf einer angeblich von ihr 1753
genommenen abschrift beruht Ettmüllers unter dem titel 'Kunech.
Luarin^ 1829 erschienene ausgäbe, wie es um diese Freiburger hs*.
bestellt ist, darüber s. u. s. XXXV.
Müllenhoff entwickelt seine ansieht von der Verwandtschaft
der hss. unter einander DHB I, XXXVIff. in folgender weise: die^
textgestalt, auf die sie sämmtlich zurückweisen (von ihm mit A
bezeichnet), kann frühestens in das ende oder die 2. halfbe de»
13. Jh., vielleicht auch in den anfang des 14. jh. gesetzt werden,,
wenn das gedieht auch älter sein mufs (1195 — 1215 entstanden^
a. a. 0. s. XLVI). die hss. zerfallen nach herkunft und mundart in
eine bairisch-österreischische (Kmrv) und eine mitteldeutsche {wpHzfy
gruppe, wozu der jüngere text sd kommt, der eingang ist in
beiden gruppen verschieden: die bairischen beginnen Ez was ze
Beme gesezzen^ die mitteldeutschen Ze Beme wa^ gesezzen, im
übrigen geht nur K in directer Knie auf A zurück; alle übrigen
hss. stammen von einem exemplare mit verstümmeltem Schlüsse
(Mh. B). dieser verstümmelte text gelangte in zwei exemplaren
nach Mitteldeutschland (Mh. C): das eine wird durch pzHw
repräsentiert, das andere durch fsd.
Im grofsen und ganzen bestätigt sich diese anschauung Müllen-^
hoflfs. zu modificieren ist sie in folgenden punkten:
1. Von dem von Müllenhoff mit C bezeichneten Stadium der
entwickelung an geht diese der des grofsen Rosengartens voll-
kommen parallel: in einem bände vereinigt, gelangten beide gedichte
nach Mitteldeutschland und waren hier zunächst in einer gestalt
geläufig, die uns im wesentlichen in der beide enthaltenden Pommers-
felder hs. vorliegt, die gedichte haben hier noch ihre alten separaten
titel (s. o. s. III). die nächste stufe der entwickelung wird
durch die Frankfurter hs. bezeichnet; der hier überlieferte grofse
Rosengarten setzt den zustand des Pommersf eider textes voraus;
dasselbe hat nach läge der sache auch vom Laurin zu gelten.
Verwandtschaft der handschriften. V
beide gedichte sind hier durch ihre titel zu einander in beziehung
gesetzt: beide 'Rosengarten^ genannt, werden sie als der 'grofse'
und der 'kleine' (dieser der bisherige Laurin) von einander unter-
schieden, dafs die in der Strafsburger hs. vorliegende bearbeitung
beider gedichte ihrerseits auf eine der Frankfurter nahe verwandte
vorläge zurückgeht, wird auch von MüUenhoff a. a. o., den Laurin
betreflfend, angenommen.
Trifft nun die hier gegebene ansieht das richtige, und ist auch
die datierung der Rosengartentexte, wie ich sie in meiner einleitung
zu deren ausgäbe s. XCV versucht habe, im wesentlichen ge-
lungen, so mufs der mitteldeutsche zweig der Laurinüber-
lieferung sich wohl früher vom stamme gelöst haben, als
Müllenhoff annimmt, nämlich etwa 1260 — 70. dann kann aber der
archetypus aller hss. nicht so jung sein, wie ihn Mh. ansetzt, sondern
dürfte um 1250 vorhanden gewesen sein.
2. Die hs. K steht nicht so isoliert da, wie Müllenhoff an-
genommen hat, vielmehr verteilen sich die vier bairischen hss. auf
zwei gruppen Ülv und rm\ dafs die beiden letzteren zusammen
gehören, hat auch Mh. erkannt; es genügt hier, auf die ihnen
eigenen plusverse und die anmm. zu A 919f. 1203f.^) zu verweisen,
aber auch Kv sind eng verwandt, vgl. anm. zu A 277f. 323ff.;
letztere stelle ist entscheidend, dazu kommt, dafs sowohl K wie
V gelegentlich vom jüngsten texte beeinflufst sind: A 44. 340. 347.
833, allerdings nie übereinstimmend; aber da sie durch die Um-
stellung innerhalb der partie A 323 — 30 als zusammengehörig er-
wiesen sind, so darf man annehmen, dafs ihre gemeinsame vorläge
gelegentlich nachtrage aus dem jüngeren texte aufwies, die von
den abschreibern willkürlich bald verwendet, bald übergangen
wurden, da v bereits mit A 1424 abbricht (was folgt, ist aus
einem exemplare des gedruckten textes nachgetragen), so kann sie
sehr wohl auf eine vorläge zurückgehen, die wie K die Fortsetzung
enthielt, es dürfte gerade des Schreibers beobachtung, dafs der
schlufs seiner vorläge von dem bereits gedruckt vorliegenden texte
D gänzlich abwich, die Ursache gewesen sein, dafs er sie aufgab
und nunmehr dem letzteren folgte, wie dem auch sei: dafs die
bairischen hss. in zwei gruppen Kv und rm zu verteilen sind, ist
unzweifelhaft.
3. Die hs. w rechnet Mh. zur mitteldeutschen classe, ihres
^) An dieser stelle findet sich ein störender druckfehler: statt Kr ist
zu lesen Kv,
f.
VI YerWaiidtscliafb der handschriften.
einganges und ihres dialectes wegen; sie unterscheidet sich indefs
in einem hauptpunkte völlig von jener classe: die den garten
umgebenden borten hat der Schreiber der vorläge der hss. Hpzfsd^
durch die bairische Orthographie porten veranlafst, für porten
(= pforten) genommen; an diesem irrtume ist w nicht beteiligt^
vielmehr stellt sie sich an einer kritisch wichtigen stelle (vgl.
anm. zu A 197fF.) zu den bairischen hss., wo diese augenscheinlich
jüngeres bieten, sie ist demnach selbst der bairischen classe zu-
zuzählen, und zwar ist sie von den beiden vorhin festgestellten
gruppen unabhängig, da sie deren specielle eigentümlichkeiten nicht
teilt, ihr dialect beweist nichts: er ist schlesisch, d. h. die hs.
ist in einer gegend geschrieben, die von Thüringen (der eigentlichen
heimat der mitteldeutschen classe) wie von Baiem oder Österreich
in gleicher weise entfernt ist, die aber im jähre 1472 gewifs mehr
von Österreich, als von Thüringen beeinflufst war. gehört aber
10 näher zu Kvrm, als zu den übrigen hss., so ist damit der sichere
beweis erbracht, dafs der in K allein vorliegende schlufs des
1. buches nicht der ursprünglichen fassung des gedichtes angehört»
denn es ergiebt sich folgendes Schema der verwandtechaft der hss.
archetypus
bair. classe. md. classe.
Kv rm w
da rmw mit der md. classe im Schlüsse des gedichtes übereinstimmen»
so mufs dieser schlufs aus dem archetypus stammen, dafs w sich
in den eingangsworten zur mitteldeutschen gruppe stellt, verschlägt
bei der geringfügigkeit der abweichung nicht viel, umso weniger,
als auch das Prefsburger fragment, das doch selbst österreichisch
ist und nicht wohl auf eine nicht-österreichische vorläge zurück-
gehen kann, hierin mit wB geht, es dürfte dieser eingang wohl
der ursprüngliche sein.
4. Was das Verhältnis der md. hss. Hpzf unter einander betriflft»
so stellt zunächst /*, wie schon bemerkt, den andern gegenüber eine
vorgeschrittenere stufe dar. z schliefst sich durchweg eng an p an,
ist aber systematisch durchgekürzt, sodafs sie für die herstellung
des textes nur geringen wert haben kann; interessant ist, dafs
diese hs. die dem md. dialecte nicht angemessenen reime durchweg
beseitigt (z. b. 131 D^ hoffart dy an dem garün lyt : zit\ 318 Daz
der dy crone treyd : geleit] 131 9f. Alzo hub sich der siryt Von
den forstin in der cyt)^ und dafs nur in ihr das gelegentlich von
Verwandtschaft der handschriften. VII
Mh. (a. a. o. s. XLII) in den text gesetzte san, ein md. wort, er-
scheint. H mit Sicherheit einzuordnen, erlaubt der geringe umfang
des bruchstückes nicht, da nun die pz gemeinsamen fehler in der
regel auch von f geteilt, bez. vorausgesetzt werden (s. u. die be-
sprechung dieses textes), so ergiebt sich daraus, dafs die md. Über-
lieferung einheitlich ist und für uns in der hauptsache durch
die alte und sorgföltige hs. p dargestellt wird.
Für den archetypus aller hss. gebrauche ich das zeichen -4, für
die nach Mitteldeutschland (speciell wohl Thüringen) gelangte hs.
das zeichen B, in dieser waren Rg. und Laurin bereits vereinigt.
Auf grund von B sind beide gedichte um das jähr 1290
(vgl. verf. Rosengarten s. XCV) von einem Rheinfranken einer
neubearbeitung unterworfen worden: text C. dieser ist uns in
seiner ursprünglichen form nicht mehr erhalten, sondern mufs
erschlossen werden aus dem jüngeren texte D einer- und dem der
hs. f andrerseits, wie in letzterer der grofse Rosengarten mit
Rg. A contaminiert ist, so ist der nunmehrige kleine Rosengarten
systematisch gekürzt; doch reicht, was erhalten ist, aus, um mit
Sicherheit zu erkennen, dafs die vorläge bereits dem texte D an-
genähert war, s. u. nach läge der dinge sind der contaminator
des grofsen und der kürzer des kleinen Rg. für dieselbe person
zu halten.
Auf grund von C ist die alemannische, von mir mit D be-
zeichnete neubearbeitung entstanden, sie liegt uns vor in der
Strafsburger hs. s und dem ältesten drucke des Heldenbuches d.
da s nicht selten kleine lücken hat, die in d richtig, d. h. in Über-
einstimmung mit dem älteren texte, ausgefüllt sind (vgl. die Varianten),
so kann d nicht auf s beruhen, sondern beide Überlieferungen sind
coordiniert (dafs s von d abhängig wäre, ist durch sein höheres
alter ausgeschlossen).*) die ebenfalls zu D gehörige schlufspartie
der hs. v dagegen ist für die kritik wertlos, da sie offenbar erst
aus d abgeschrieben ist, denn sie stimmt in allen kleinigkeiten
mit dem drucke überein.
^) Die yermutuDg, die ich Rosengarten s. XGVIII anm. aufgestellt habe,
bestätigt sich also nicht; damit ist auch die annähme, dafs Diebolt von
Hagenau, der schreiber von s, das Heldenbuch durch Vereinigung von Ortnid-
Wolfdietrich und den Rosengärten hergestellt und die Vorrede verfafst habe,
hinföUig; beides ist vor ihm geschehen.
Vm Verwandtschaft der handtchriften.
Somit erhalten wir folgenden Stammbaum der hss.:
A
^
B
w
Hpz C
r m D y
8 d
Für die herstellung des textes ergiebt sich die regel, dafs die
alte und sorgfaltige hs. p zu gründe zu legen ist. zur Verbesserung
ihrer fehler sind in erster linie w und K heranzuziehen, gering*
ist der wert der jungen hss. vrmz. der kritische apparat würde
bei angäbe aller Varianten ins ungeheure angeschwollen sein; da
ein grofser teil von ihnen gänzlich wertlos ist, habe ich vollständig-keit
nur für p (und H) angestrebt und die übrigen nur im falle gruppen-
weiser Übereinstimmung angeführt, wichtige diflferenzen sind in
den anmerkungen besonders besprochen.
Hauptsächlich infolge der abweichenden anschauung vom werte
der hss. ist mein text im versbestande von dem MüUenhofiFs nicht
unwesentlich verschieden: innerhalb der partie A 1 — 1566 (nach
dieser stelle beginnt die von Mh. für echt gehaltene Fortsetzung)
zählt er 1600 verse. diese diflferenz von 34 versen ist auf ver-
schiedene weise zu stände gekommen: zunächst hat Mh. fast alle
der gruppe rm eigentümlichen verse, die ich als junge Zusätze in
die Varianten verwiesen habe, in seinen text aufgenommen, je zwei
nach V. 764. 820. 924. 932. 972. 1102. 1444 -), sowie vier nach
1202 meiner Zählung, im ganzen 18 verse. vereinzelt sind ferner
von ihm aufgenommen 2 verse nach 300 aus v, 2 nach 340 aus K
und /*, 2 nach 1204 (vor den an dieser stelle aus rm aufgenommenen)
aus w, endlich 6 an stelle von 1477f. aus K\ sie werden sämmt-
lich durch die übrigen hss. als unecht erwiesen, wie in den an-
merkungen im einzelnen ausgeführt ist. — An einer stelle handelt
es sich um eine Umstellung, nicht um ein plus oder minus von
versen: Mh. folgt in der anordnung der verse 769 — 82 den hss.
rvK gegen die autorität von lopzfD^ offenbar mit unrecht, denn die
Übereinstimmung von rvK ist nur scheinbar, vgl. anm.
An folgenden stellen beruht die diflferenz darauf, dafs Mh.
^) Im variantenverzeichnis bedeutet x nicht diese gruppe, sondern in
jedem einzelnen falle die gesammtheit der nicht speciell angeführten hss.
^) Zu dieser stelle vgl. die anmerkung.
MüUenhoffs versbestand. IX
teils alte fehler, teils die saloppe metrik za bessern versucht: statt
409f. vier verse, statt 1051 — 56 nur vier verse, statt 1297f. vier
verse, statt 1369f. vier verse. weshalb ich an diesen punkten seiner
textconstitution nicht folgen kann, habe ich in den anmerkungen
im einzelnen begründet.
Es verbleiben noch drei stellen, in denen ich von Mh. ab-
weiche, ohne behaupten zu wollen, dafs er sich hier falsch ent-
schieden habe: 383—86 (bei Mh. 2 v.), 1337f. (bei Mh. 4 v.),
1495 — 98 (bei Mh. 6 v.). auch hier ist das für und wider in
den anmm. ausgeführt, ich bemerke nur noch, dafs mir MüUenhoffs
versbestand (nicht seine lesarten) an diesen stellen jetzt richtiger
scheint, als der meine, ich würde also 383 jetzt lieber lesen Laxmn
(statt man) und die lücke 384f. nicht ansetzen; über die herstellung
der beiden andern partien vgl. die anm.
Im übrigen ist über die echtheit der überlieferten verse
folgendes zu bemerken: die im ganzen sorgfältige hs. j> leidet
an dem fehler, dafs sie nicht selten unzweifelhaft echte verspare
ausläfst; im allgemeinen genügt die controle durch die hs. w^ deren
versbestand (abgesehen von einem gröfseren versehen, s. o. s. lü)
annähernd vollständig ist, zur entscheidung der echtheit, bez. aus-
füllung der lücken von />. doch sind zwei besondere umstände zu
beachten: 1) von mir aufgenommene, in p fehlende verse werden
durch w nicht bestätigt; 2) sie werden zwar bestätigt, fehlen aber
nicht nur in p, sondern in der ganzen gruppe B, ich zähle im
folgenden sämmtliche in p fehlende verspare meines textes auf
und bezeichne die in w ebenfalls fehlenden mit *, die in der ganzen
gruppe fehlenden, aber in t^ vorhandenen mit !: 27f 85f.* 209f., statt
251—8 nur 4*v. 277f.* 279f. 323—30. 361f. [384f. ist keine lücke]
582—7. 669f. 713f.! 791f. 819f. 831f.! nach 898 vier v. mehr!
[statt 985—8 nur 2 v., vgl. anm.] statt 1017—40 nur 12 v.! [die
lücke 1054f. ist verkleistert] 1063f.! 1097f. 1225f.! 1373f. 1388f.
1457f. 1495—8. 1527—30. 1543f.! [in der lücke 1549f. steht ein
vers, vgl. var.].
Was die auch in w fehlenden verse angeht, so sind 85f. nur
inüTr, 277f. nur in Kv belegt, und mindestens letztere sicher unecht;
ich habe daher beide verspare eingeklammert, über die aufser-
ordentlich schwer zu beurteilende stelle 251 — 8 vgl. anm.; es scheint
mir jetzt geraten, hier durchweg der lesart von p den vorzug zu
geben und die abweichung von w einfach als einen versuch auf-
zufassen, die assonanz spannen : anger zu beseitigen.
X Vereinzelt überlieferte verse.
Die verspare 831f. 1063f. 1225f. fehlen der ganzen gruppe £
und könnten immerhin Zusätze sein, die der bairischen classe ge-
meinsam wären; doch sind solche gemeinsame Zusätze dieser classe
sonst nicht zu erweisen.
Ob das verspar 713f. der ganzen gruppe B fehlt, ist nicht
zu erkennen, da es innerhalb der partie 707 — 22 steht, die in C
durch abirren von verborgen 706 auf unveriorgen 722 ausgefallen
ist. ebenso ist über 1543f. keine Sicherheit zu erlangen, da die
stelle verderbt und deshalb in f gestrichen, in D stark umge-
arbeitet ist.
Zu den vier nach 898 von p zugesetzten versen vgl. anm. zu
dieser stelle und die besprechung der correspondierenden von f
(u. s. XXIII); in B war an stelle von 7nac 899 getreten kan^ daher
hinter 900 eingeschoben worden beidiu naht unde tac (: smac), wie
f und z übereinstimmend lesen, es handelt sich also um eine Ver-
derbnis von J5, die in p weiter gewuchert ist.
Ahnlich liegt die sache in der um 12 verse gekürzten partie
1017 — 40, vgl. anm. zu D 1621flF. zunächst wurden 1033 — 6 ganz
oder teilweise hinter 1018 versetzt und fielen an ihrer alten stelle
aus (sie fehlen hier übereinstimmend in z und D), dann gingen
die unentbehrlichen verse 1023 — 6 durch abirren von lant auf lanc
verloren, wie es scheint, bereits in B. dagegen liegen 1031f.
1037 — 40 in z und D noch vor, sind also erst von p gestrichen.
Ich stelle hier die fölle zusammen, in welchen ich jetzt von
meiner eigenen textconstitution abgehen möchte: wie 8 5 f., so sind
auch 251f. 255f. einzuklammern, als nur den gruppen K{v) und
r(m) eigen, dagegen in wB nicht vorliegend; 27 7f sind ganz zu
streichen, da nur in Kv belegt; die lücke 384f. ist nicht anzusetzen,
dafür 383 zu lesen Laurtn für man; das verspar 413f. darf nicht
eingeklammert werden, da es durch wB genügend bezeugt ist; die
lücke 1338 ist als zwei verse anzusetzen, nach ihr ein vers der
selbe degen junge einzufügen, vgl. anm.; 1477f. darf wohl die in
der anm. gegebene conjectur in den text gesetzt werden; an stelle
der lücke 1496 — 8 sind die 5 in der anm. angeführten verse ein-
zusetzen, es würden also vier verse 277f. 384f. gestrichen, dafür
vier, je zwei nach 1338. 1498, aufgenommen werden, und somit
der gesammtbestand der gleiche bleiben.
Der Zeitpunkt der abzweigung der gruppe B und damit das alter
des archetypus aller hss. ist oben auf ungefähr 1260 — 70 gesetzt
worden, dieser archetypus unterschied sich vom originale mindestens
Reimteclmik in A. XI
durch eine reihe von fehlem, die sich in allen hss. wiederfinden (die
wichtigsten an den stellen 296. 635. 724. 920. 1054f. 1338. 1549f.),
wir müssen also den Ursprung des gedichtes noch um einige zeit
über jenen punkt zurückschieben, wenn also MüUenhoflF (nach
Lachmanns Vorgänge, DHB I, XLIII) den Ursprung des gedichtes
um die wende des 12. und 13. jhs. setzt, so könnte er damit das
richtige getroffen haben, zur entscheidung der frage ist zunächst
die im gedichte herschende reimtechnik zu betrachten.
Yocalische ungenauigkeiten finden sich folgende:
a : d wird, wie überall, häufig gebunden vor schlielsendem n
(?/i), was als erlaubte freiheit anzusehen ist.
a : o vor folgendem r, garten : borten 103, 137. 289. 405. 1143,
orten : harte 1545 (in mp; wr reimen orten : sparten)^ danach von
mir vermutet vor : dar anm. zu 1477,
ä : 6 einmal erldzen : stözen 699.
e : e einmal snelle : geselle 93. — e : oß einmal hoere : ere 325.
i : ei dreimal geleit : ztt 131. 317, leit : strtt 1319.
u statt ü einmal histen : brüste acc. plur. 1076.
An consonantischen ungenauigkeiten sind anzumerken:
Schliefsendes n wird im zweisilbigen reime häufig vernach-
lässigt, auch 1075 kusten : brüste^ wo es in in der enklise darstellt.
Ausstofsung des h mit contraction einmal slän : vreissam^ vergl.
anm. zu 1495ff.
Mediae verschiedener reihen mit einander gebunden:
b : g neunmal stuben : vlugen 367, degen : ergeben 595, degen:
leben 769. 1175. 1297. 1326. 1369. 1375, erhöhen : sagen 1127.
b : d einmal, Jiaben : geladen 987.
Ebenso tenues verschiedener reihen:
p : t siebenmal, Up : strtt 197, : ztt 1393, DieÜeip : arbeit 421,
: unverzeit 671, : breit 1433, reit 1575, liep : undiet 1097.
t : c dreimal, swert : getwerc 1266 und mit vorausgehendem
(also verschiedenem) nasal hant : underdranc 626, bant : spranc 1489.
Femer n : m, 1) im auslaute reimen sehr häufig adjectiva auf
'Sam : an (: an), aufserdem nam : dan 611. 1559, sun : vrum 21. 297.
1499. 2) inlautend vor t dreimal, samt : Hildebrant 685. 1481,
gezemt : gewent 911, verdoppelt dreimal getwerginne : gimme 756. 827,
grimme : gewinnen 1441.
Vereinzelte assonanzen sind obene : vögele 219, spannen : anger
253, biderbe : widere 643, gevangen : dannen 1201.
s : spirantisches z wird dreimal gebunden, vergaz : gras 149,
: um 479. 723.
Xn BeimtecliDik in A.
Apokope des auslautenden e ist sehr häufig, besonders auf-
fallig in den schwachen praeteritis verspart 420, rant 639, kleit 1080,
sant 1 1 67, spilt 1284, leit 1319, sowie im nom.plur.masc. die wtgant 1 109.
Der nom. neutr. plur. der o-stämme hat bereits die endung -e
angenommen: geiwerge : berge{n) 31. 1569, beine : reinen 527. an-
nähme von apokope beim andern reimworte hilft nicht, da dies in
zweien der drei beispiele auf -en ausgeht.
Als besondere form ist anzumerken niet (= niJu): diet 1269.
Rührende reime finden sich zwei, sin : sin 409 und vernam :
nam 1303, ersterer vielleicht folge eines alten fehlers; der andere
ist erlaubter art^).
Der typus, den die reime zeigen, ist der eines ungenau
reimenden bairischen gedichtes aus der mitte des 13. jh. für den
dialect sind entscheidend bindungen wie ar : or^ i : ^*, für die zeit
die zahlreichen apokopen, die neutralen plurale auf -e und die
bindung s : z. was die assonanzen betrifft, so sind sie fast durch-
weg von der art, wie sie in gedichten dieser classe häufig sind;
von den auffalligeren sind obene '\ vögele und biderbe : vndere durch
den gleitenden reim erklärt, der gröfsere freiheit gestattet; die
erstere hat übrigens ein analogon im Rg. D 135 vogel : loben^
während biderbe : imdere schon als bider : wider aufgefafst werden
könnte, so bleibt der einzige fall spannen : anger als mehr als
gewöhnliche freiheit übrig.
MüUenhoffs text freilich trägt einen anderen Charakter; in
ihm finden sich keine reime ^ : ^*, dagegen eine beträchtlich gröfsere
zahl von (zum teil um 1250 unerhörten) assonanzen. ich bespreche
seine besonderheiten im einzelnen.
131 geleit : zit^ gleichmäfsig bezeugt durch Kvrwpf, ist damit
für den archetypus gesichert; die stelle giebt zu kritischen be-
denken keinerlei anlafs, umso weniger, als der mafsstab classischer
metrik nicht an das gedieht gelegt werden darf. Mh. conjiciert
für 130—2
ich muoz im minner mxichen
der hochvart an dem garten,
erbeizet von dem marke,
317 geleit : zit bezeugt durch wprv (Kf fehlen hier), also eben-
falls sicher dem archetypus angehörig. Mh. ändert 317 in an
dem gotes ere lit.
^) Die von Lazius benutzte hs. hatte ihn beseitigt, s. o. s. IV.
-i
MüUenhoffs änderoDgeii. XIII
1319 leit \ 8tnt bezeugt durch pKv^ indirect auch durch rm^
ivelche zwar das apokopierte praeteritum durch eine passive wendung
beseitigen, aber damit den reim nicht ändern {geleit wird reim wort);
f fehlt hier; w hat den vers 1319 geändert Dy do wom gelegit an
der getwerge leip, danach Mh. die si leiten an ir lip. indefs liegt auf
der hand, dafs w gegen eine Übereinstimmung von p mit Kv{rm)
nichts bewiBisen kann, dafs vielmehr durch eine solche die lesart
des archetypus wiedergegeben wird.
Weiter hat Mh. beseitigt 325 hcere : ere^ indem er 326 liest
swaz sin gemüete stosre, in anlehnung an r, aber gegen Kvwz^ vgl.
anm.; ebenso die mit endung versehenen neutra pluralis: getwerge
81 ist als masc. gefafst (1569 fällt es in den von ihm nicht an-
erkannten schlufs); der reim reinem diu heine 527 ist überein-
stimmend in vrwHpf überliefert {z fehlt hier), nur K ist ver-
derbt: 527 lautet hier Do viel ez an den selben risen, 528 ist im
wesentlichen richtig, also beine auch hier versschlufs; Mh. macht
daraus
den selben risen ez gevie
so krefUclichen umb diu knie,
was nur unter der von ihm aufgestellten Voraussetzung, dafs K
gegenüber allen übrigen texten eine besondere Stellung innehabe^
denkbar ist; wirmufsten diese Sonderstellung von iC jedoch ablehnen.
Der apokopierte nom. plur. masc. wigant (: gewant) 1109 ist
gleichmäfsig in vmwpf überliefert, also vollkommen sicher; auch
in K steht er, doch ist vers 1110 weggelassen, die apokope alsa
nicht zu erkennen, geändert haben r (zehant : gewant) und z {wi-
gande : geicande als dativ), beide selbständig und ohne gewähr»
gegen die autorität aller hss. also liest Mh.
dö zugen si abe ir sarwdt
und leiten ane phelline wät
Umgekehrt finden sich bei Mh. ungenauigkeiten gegenüber
reinen reimen meines textes. 415 d. getw, wolde er stozen : vazzen
nach f gegen alle übrigen hss. (aufser K^ in welcher das reim-
wort von 415 in aussehen verderbt, also un verwendbar ist); es liegt
hier wohl insofern ein alter fehler vor, als der archetypus gewifs
415 statt begunde las wolde \ diesen fehler haben rwd (und ab-
weichend s) durch einsetzung eines andern hilfsverbs berichtigt;
ihre Übereinstimmung erklärt sich aus der leichtigkeit der con-
jectur. nur f hat umgekehrt den infinitiv geändert und damit einen
unreinen reim geschaffen; da D wieder zum alten texte stimmt»
kann die conjectur von f nicht den geringsten wert beanspruchen.
XIV Müllenhoffs änderuogen.
— 745 ist statt tröne bei Mh. das reim wort mäne (: schone)^ vgl.
die anm. — Innerhalb des an stelle von 147 7f. stehenden Stückes
conjiciert Mh. den reim hdten : genöte^ vgl. anm. — Auch i : i ist
bei Mh. einigemal gebunden: statt 1433f. liest er
des fronte sich her Dietrich.
er machte ein wite umbe sich,
vgl. zu dieser stelle meinen Variantenapparat; belegt ist das vers-
par nur in Kwpz, und zwar bieten pz die von mir aufgenommene
lesart; Ül, das die assonanz beseitigt, ist offenbar aus jener hervor-
gegangen; w ist die einzige hs., welche statt DieÜeip liest Dietrich^
der dazu gehörige vers ist verderbt, da nun DieÜeip durch K
einer- und pz andrerseits bestätigt wird, kommt die lesart von iv
gar nicht in betracht, kann also Müllenhoffs conjectur nicht richtig
sein. — 1609 hat Mh. under in ersetzt durch in (isin), aus metrischen
gründen, aber gegen die Überlieferung.
Auffallend häufig erscheinen bei Mh. altertümliche assonanzen:
65f. manne : in üroleschen landen nach K\ was ich aufgenommen
habe, wird durch vrwp als echt erwiesen. 305f. beruht mein text
auf der Übereinstimmung von rwpzf; in K ist lediglich vers 305
ausgefallen (wohl in der vorläge, da v die stelle ändert), 306 ist
im allgemeinen richtig überliefert in der fassung
Pey den fuessen ich ez vmb die mawer slugt
diese lesart legt Mh. zu gründe: er zerdehnt den vers in zwei
entriuwen bt den füezen
ich ez umb die want slüege,
und gewinnt damit eine assonanz. — 577 und 607 liest Mh. im
reime liezilief; diese lesart ist 577 durch KvHp {und ziliezirief)^
607 durch Hp (und vielleicht K, wo 608—10 fehlen) bestätigt; das
von mir aufgenommene lie : ffie liegt 577 in r2>, 607 in vD vor;
andern reim bieten w hll lief-, rief^ rw übereinstimmend 607 rief: lief.
es liegt danach auf der hand^ dafs der archetypus in der tat liez :
lief geboten haben mufs, denn die übrigen lesarten erklären sich
leicht als conjecturen, bestimmt, diese assonanz zu beseitigen ; trotz-
dem dürfte letztere nicht alt, sondern nur änderung eines Schreibers
sein, dem die formen lie und gie nicht mehr geläufig waren; ich
habe deshalb in den text gesetzt, was 577 rD^ 601 vD darbieten.
— • 1053ff. lande : enphangen Mh. ist in der anmerkung besprochen;
die assonanz ist nirgends überliefert. — 1065f. schände : landen ist
in mwp überliefert, vergl. var.; K hat das verspar auf eine zeile
zusammengezogen, so dafs der reim verloren ist; auf grund dieser
Verderbnis conjiciert Mh. v. 1066 hast allez her begangen (: schände);
Müllenhoffe änderungen. XV
auch diese assonanz ist nirgends tiberliefert. — Nach 1202 findet
sich bei Mh. die assonanz versunnen : gebunden, in w überliefert, aber
unzweifelhaft interpoliert, vergl. var. und anm. — Die assonanz ge-
welbe : gesellen 1299f. 1307f. ist von Mh. construiert; die Über-
lieferung bietet einstimmig, was ich in den text gesetzt habe. —
1439f. beruht die von mir aufgenommene lesart auf der Überein-
stimmung von m und p; K liest:
Herr dieireich ser prunt
Daz waz der twerg wunt,
während inw y, 1440 lautet Das machte der getwerg menimge; beide
lesarten sind offenbar nichts als Verderbnisse, die sich aus dem rich-
tigen Wortlaute von mp leicht ableiten lassen. Mh. nimmt jedoch
die lesart von w auf und gewinnt damit die assonanz brünege : menege;
auch sie hat keinen anspruch, für echt gehalten zu werden.
Somit erweisen sich die meisten altertümlichen assonanzen des
MüUenhoff'schen textes als Verderbnisse oder als über den arche-
typus aller hss. zurückgreifende conjecturen. da nun der archetypus,
wie wir erkannt haben, bereits fehler aufwies, so ist es immerhin
möglich, dafs die conjecturen MüUenhoffs die ursprüngliche lesart
darstellten, indefs mufs es zunächst für unerlaubt angesehen werden,
glatt überlieferte lesarten des archetypus durch conjecturen zu er-
setzen; vielmehr ist zunächst nur^ die darstellung des archetypus anzu-
streben; ob der so gewonnene text bereits eine längere ent Wicke-
lung durchgemacht hat^ ist eine frage, die auf grund der lesarten
allein nicht zu beantworten ist. sicher ist^ dafs der aus unserer
Überlieferung sich ergebende text nicht früher als ungefähr 1250
entstanden ist, und zwar im Südosten Deutschlands, wie sich aus
dem dialecte ergiebt. specieller läfst sich die heimat erst bestimmen,
wenn die frage gelöst ist, ob wir in dem gewonnenen texte im
wesentlichen das werk des ersten dichters oder eine Überarbeitung
eines älteren gedichtes zu erblicken haben.
In den hss. K und M bricht der alte text unseres gedichtes
kurz vor dem Schlüsse ab, und ist das weggelassene stück durch
eine lange Fortsetzung ersetzt, in welcher die Schicksale des ge-
fangenen Laurin, insbesondere seine taufe und der versuch seines
oheims Walberan, ihn zu befreien und zu rächen, ausführlich ge-
schildert werden, das so entstandene neue ganze ist dann, ein
wenig nach der mitte, in zwei bücher geteilt. MüUenhoff ist nun
der ansieht, dafs dieser in K vorliegende einschnitt die stelle sei,
mit welcher der alte text geschlossen, also die Fortsetzung (der
XVI Die ForUetzung in K.
^Walberan*) erst begonnen habe; der in den übrigen hss. vorliegende
kurze schlufs soll ein jüngerer ersatz fiir den in K vor dem ende
des I. buches vorliegenden teil sein, es ist zwar zuzugeben, dafs
die letzte partie des alten textes, wie ich sie aufgenommen habe,
den eindruck macht, als ob sie verkürzt wäre; indefs scheint mir
das weniger die folge eines einmaligen abkürzenden eingriffes zu
sein, als vielmehr die der schlechten Überlieferung: aufser in /"und
m haben die faulen Schreiber sich hier die sache möglichst bequem
gemacht, also in der tat gekürzt, aber jeder auf eigene faust. da
nun nach A 1574 in der gekürzten hs. z vier sonst unbestätigte
verse mehr erscheinen, so wird die Vermutung nahe gelegt, dafs
diese verse kein zusatz sind, sondern dafs auch f und m nach be-
lieben weggelassen haben, damit aber die möglichkeit eröffnet, dafs
die schlufspartie im archetypus in der tat umfangreicher war, als
sie uns überliefert ist.
Dafs aber der schlufs des I. buches in K den schlufs des alten
textes darstelle, der sonst zerstört sei, ist höchst unwahrscheinlich,
zunächst haben wir vorhin gesehen, dafs der von uns aufgestellte
Stammbaum der hss. jener annähme direct widerspricht, femer
erregt der inhalt schwere bedenken: der ton des alten gedichtes
bis mit vers 1566 läfst in keiner weise vermuten, dafs das ende
der erzählung Laurins taufe sein werde; im gegenteil: bei aller
freude, die der dichter an der von Laurin entwickelten übernatür-
lichen pracht hat, huldigt er doch unzweifelhaft der (gewifs volks-
tümlichen) anschauung, dafs dieser zwerg ein böses wesen ist, gegen
das die beiden so rücksichtslos handeln dürfen und müssen, wie sie
es tun; wie soll er sich da die möglichkeit der taufe auch nur
vorgestellt haben? der zwerg ist ebenso wenig tauf bar wie der
teufel selbst, dem entsprechend verkehrt sich der im gedichte
herschende flotte ton mit dem momente, da die Fortsetzung ein-
setzt, in einen salbungsvollen, der zum vorausgehenden gar nicht,
wohl aber zum halbgelehrten stile des IL buches stimmt.
Auch formelle kriterien lassen sich für meine ansieht, dafs
die Fortsetzung bereits bei I, 1567, nicht erst mit dem IL buche
beginnt, geltend, machen: während in A die quantität des a nur
vor nasal vernachlässigt wird, finden sich im Schlüsse des I. buches
der Ftsg. die bindungen fürwängar 1669. 1745, ganjdr 1715, ebenso
wie im IL buche gar : war 41, scJiar : offenbar 943, var : klär 949,
klär : dar 957. die dehnung kurzer vocale in offener silbe ist be-
reits eingetreten, wären : scharen II, 149. 139. 147, komen : warnen 153,
sage : frage 275, ivägen : laben 393, enphälien : sldlien 1117; ebenso
Die Fortsetzung in K. XVII
im I. buche gewere : ere 1597, eine glatt überlieferte stelle, die
Mh. ohne not geändert hat : er streicht 1595, stellt 1597 um gewer
mich (: Dietrich) und schiebt danach ein des bite ich dich vil sere
(: ere). auffallende formen im Schlüsse des I. buches sind femer
1611 nit i pit (von Mh. geändert, so dafs v. 1611 bei ihm lautet
Idz mich niht ungewert hiemite)^ 1689 enpfdch : darnach^ 1827 tote :
tete (tote ist vielleicht aufzufassen als töte, so dafs der reim im alten
texte 325 ein analogon hätte; vgl. dazu roßt : get II, 855), und be-
sonders 1725 varen (Mh. zogen) : sagen, wohl aufzufassen als varn
: sän, so dafs der reim in eine kategorie gehörte mit den zahlreichen
des IL buches, die ein verklingen von r beweisen: wort : hat 409,
Stare : mac 795 (danach 581 ff. einzusetzen), sen (< sehen) : gewem
637, : wem 733, dar : Indid 881, erhört : gepot 939.^)
Nach alledem kann es wohl nicht zweifelhaft sein, dafs der
schlufs des I. buches, wie er in K vorliegt, von dem Verfasser des
IL buches herrührt, mit andern worten, dafs die Fortsetzung be-
reits mit I, 1567 beginnt, ihren Ursprung zu bestimmen, sind
nunmehr auch die übrigen reime des IL buches heranzuziehen.
Hier finden sich zahlreiche apokopen, sowie Synkopen von
stumpfem e nach r (251. 253. 277. 689. 1227), auch schat{<^ schadet)
: stcU 471, ferner die üblichen assonanzen; ungewöhnlich sind nur
kraft : pracht 891, traf \ stach 1107, sowie die wohl auf Verderbnis
beruhende bindung wirt : pehielt 265 (vgl. anm.). dafs s : z ge-
bunden wird (1. 841), ist natürlich, ebenso dafs die nasale durch
einander gehen; schliefsendes -n wird jedoch nur selten vernach-
lässigt (17. 29. 83. 1123. 1169?). die quantität der vocale wird
nicht mehr berücksichtigt, ebensowenig die qualität der ^-laute.
a und gehen völlig durch einander: rat : not 73, gepot : drdt 91,
komen : ndmen 153, geofenbdrt : dort 267, von : gegdn 327, : an 791,
Mdn : schön 905. — i ist diphthong ei, lait : streit 103. 799, : seit
805. — An besonderen formen merke ich an pider : nider 617,
pete : hete 671, kumen : fnimen 647, Hecht : nicht 871.
^) Oh freuntschaft : wart 1, 1851 richtig überliefert ist, bezweifelt Müllen-
hoff wohl mit recht; er corrigiert mit hilfe von II, 1173f., doch so, dafs an die
stelle eines überlieferten reimpares zwei treten:
do stvuoren si die friuntschaftj
diu Sit hete groze kraft
und niemer frier zehrochen ivart
unz an ir beider hinvart.
der zweite dieser verse ist aus der parallelstelle entnommen, der vierte
blofse conjectur. ich würde vorschlagen, I, 1852 einfach durch II, 1174 zu
ersetzen.
Holz, Laurin. B
XVIII Die Fortsetzung in K.
Aus dem angeführten ergiebt sich, dafs die Fortsetzung aus
dem bairisch-österreichischen dialectgebiete stammt und schwerlich
älter ist als der anfang des 14. jhs. viel später darf sie auch,
nicht gesetzt werden, da K noch aus dem 14. jh. stammen soll^
der text aber, nach seiner starken Verderbnis zu schliefsen, bis zu
dieser niederschrift schon eine längere geschichte durchgemacht
haben dürfte.
Bei dieser verhältnismäfsig späten entstehung der Fort-
setzung in einem vom classischen mhd. stark abweichenden dialecte
habe ich bedenken getragen, die landläufige Umschreibung anzu-
wenden, vielmehr versucht, die der mundart angemessene überlieferte
Schreibweise von roheiten und inconsequenzen gereinigt wiederzu-
geben, dafs es dabei nicht ohne einige wiUkür abgegangen ist^
wird man hoffentlich für natürlich und somit verzeihlich ansehen;
wäre es doch eine viel gröfsere willkür gewesen, die für erzeugnisse
des beginnenden 18. jhs. übliche rechtschreibung anzuwenden.
Während die gruppe B nur insofern als eine neue stufe der
entwickelung zu betrachten ist, als sie das nach Mitteldeutschland
gelangte exemplar von A darstellt, ist C in der tat eine neu-
bearbeitung, welche den alten text sowohl zu glätten versucht al»
auch erweitert hat. sie liegt uns freilich nicht mehr direct vor:
wir können sie nur erschliefsen aus dem jüngeren texte D und aus-
dem auszuge von 838 versen, welchen die hs. f von ihr bietet, bei
der grofsen Wichtigkeit, von welcher diese bearbeitung als mittel-
glied zwischen dem älteren und dem jüngeren Laurin für die ge-
schichte des gedichtes ist, wird es nötig, f im einzelnen durchzu-
sprechen.
Innerhalb A 1 — 196 weicht f von dem älteren texte wesent-
Hch nur infolge kürzung ab: es fehlen 9—12. 17 — 20. 33 — 36.
47f. 59f. 97—100. 141—46. 149f. 163f. 183—88. 195f.; alle
diese verse sind erst von f gestrichen, denn sie stehen in D. aufser-
dem fehlt natürlich das unechte verspar 85f. — An stelle der vier
verse 175 — 78 stehen nur zwei
der satel üf dem rosse sin
gap von golde liehien schin.
wie die vergleichung mit D 407 — 10 lehrt, war in der vorläge
nur 176 ausgefallen, und hat f den vers 178 gestrichen, um zu
glätten. — Im einzelnen ist zu bemerken: v. 8 hat den Wortlaut
von 12 (wie in p); 23f. ist der reim gebessert {in allen landen er-
setzt durch in dem lande : schände^ ebenso D); 44 ist arte durch
Die handschrift f. XIX
Garten ersetzt; 49 — 52 spricht Hiltebrand in der zweiten person
zu Dietrich, wie in D: 49 weit ir sin] 50 dise rede siilt ir verldn^
51 hiz ir vemement, icd ich ez hin kere; 52 ir für er; 63 und 64
sind umgestellt wie in D; 91 f. daz eine was der eüentrich \ von
Beme her Dieterich; 107 vervangen (statt behangen); 120 groz leii
(statt arbeit); 126 der uns lange dnnne lieze ( : verdriezen); 137flF.
der vil schcene garte \ und diu gvldine porte \ wart usw.; 180 darinne
stuont ez ritterlich, vgl. D; 189f. sind beide si durch ez ersetzt, weil
die bemerkung sich infolge der kürzung nunmehr auf beingewant
181 bezieht.
Nach A 196 hat / zwölf verse mehr, die aus der bearbeitung
C stammen, wie D 431 ff. lehrt:
ez was käene unde starc,
beidiu witzec unde karc,
ez was listec und hochgeborn,
swenne ez begreif sin zom,
so inuoste ez käene wesen:
vor im man käme künde genesen,
ez hete vil guot gesteine.
swenn ez ivolde, so wart ez kleine.
ez machte sich underwilen groz,
ez wolde sin vürsten genöz,
bi stner grözen nfumlmt
ez reit an alle za^eheiL
A 197f.: die assonanz ist durch erweiterung des verspares
auf vier verse beseitigt:
ez vuorte ein swert in stner hant,
daz loas bezzer denne ein lant,
ddmite vaJit ez manegen strtt
liberal in dem lande wit,
{denne'] loan f). ebenso D 445 — 48, es liegt also eine neuerung
von C vor.
Im folgenden sind gestrichen, aber in D belegt 203f. 207f.
A 211 ist wie in D 465fiF. (also seit C) durch drei verse ersetzt
sin heim, was veste unde guot,
er gaj) im m,anegen hohen muot,
ican er was rot gvldin,
A 217 — 24 sind gestrichen (stehen in D). — Durch abirren des
Schreibers von nähen 233 auf dasselbe wort 247 ist die dazwischen
stehende partie verloren: auch sie findet sich in D noch.
B*
XX Die handflchrift f.
A 251 — 64 finden sich in f in folgender form:
^wer hiez mch toren spannen
iuwer gurren in minen anger?
(folgen 259—62)
257 ich hän si gevriet vor manegem man.
ir müezent mir stcaeriu pfant län,
263 den rehten vuoz, die linke hant,
die müezent ir mir Idn ze pfant
(257 mun fehlt. 264 lazze). diese Umstellung wird auch von D
vorausgesetzt, stammt also aus C.
275ff. /"springt von vil 275 auf dasselbe wort 279 und ändert
daher 280 der pfände ich dir niht setzen wU, von den ausgelassenen
vier versen stehen zwei noch in D, die beiden andern sind unecht.
294: die lücke ist verkleistert durch Streichung von 295 und
Umstellung in 293 widersaget hdn, sodafs 293. 96 ein verspar bilden,
in D liegt die Umstellung auch vor, dagegen wird v. 295 notwendig
vorausgesetzt; C bot demnach fünf gleich reimende verse (ent-
sprechend A 291—96).
Im folgenden sind 309f 313 — 30. 333f. gestrichen (stehen in D).
837f. f reimt den kleinen : üf den steinen^ wie D 647fF. zeigt,
stand in C den kleinen : vor dem steine.
Nach 340 hat f einen vers (in zwei zeilen geschrieben) mehr:
ich oder ir [aber iV] wcem im ein [ganzez] her,
das verspar findet sich in D 653f. vollständig und stammt aus C.
Im folgenden sind gestrichen 34 If 351 — 60 (fehlen zum teil
auch D, vgl. anm. zu D 661ff.) und 363f.; das verspar 347f. ist
von C umgearbeitet (vgl. D 663f):
ich trüwe wol vor iu genesen:
ich wü iu sunder gram, wesen.
{pruwe f. beide m] wcA f).
369 — 72 liegen in eigentümlich verderbter fassung vor: 369
fehlt ganz, dafür ist nach 372 ein neuer vers zugesetzt:
370 Laurin der was unreine.
Witege wolde starker sin,
372 iedoch traf in dö Laurin.
[daz m,ohte wol von sterke sm.]
die hs. schreibt 370 sein, nimmt also einen reim unrein : sein an;
das ist sehr auffallend, umso mehr, da p mit w die echte lesart
noch hat, die Verderbnis also nicht aus einer bairischen vorläge
stammen kann, viel weniger die vorKegende scheinbesserung. in
Die handschrifb f. XXI
C lag die Verderbnis wohl schon vor, denn D weicht ohne ersicht-
lichen grund von A ab.
Innerhalb A 375—422 sind gestrichen 379f. 383—90 (fehlen
auch in D), 397—404. 41 3f. (standen wohl in C, vgl. D 741).
aufserdem ist zu bemerken: A 39 3f. haben bereits (seit C) die in
D 705 vorliegende fassung
von zwein werden vürsten seit
daz wcere uns beiden cd ze leit f.
auch A 406 ist bereits = D 718, und ebenso findet sich schon
die Umarbeitung von A 409f.
balde setze dich üf ze wer!
min kleine wirt iu ein her. f.
dagegen ist die lesart A 415 daz getwerc wolde er stozen ( : vazzen)
f eigentümlich und offenbar eine von dem fehler wolde (für begunde)
ausgehende unglückliche conjectur dieser hs. — In der Umstellung
der verse 419.420 und der beseitigung der 421f. vorliegenden asso-
nanz stimmt f ganz zu D (dafs 422 arbeit AD in f durch groz leit
ersetzt ist, bedeutet nichts; dieselbe änderung fanden wir v. 120).
Innerhalb A 423—72 fehlen 42 7f. (fehlen auch D), 441—50,
461 — 64 (fehlen auch D), 467 — 72. das verspar 431f. ist gereimt
sidn : plan, 435f. lobesam igestdn, beide wie in D. die alte (von D 760
bestätigte) fassung von A 426 ist auffälliger weise ersetzt durch
nu hoere mine lere (iBemcere); der so entstandene reim hat weder im
kleinen noch im grofsen Rosengarten der hs. f parallelen; hätte er
sich in der vorläge von D gefunden, so hätte dies ihn gewifs
stehen lassen, denn alemannisch fallen e und ae vor r zusammen,
demnach kann, was in f vorliegt, nur ein versehen sein.
A 473f. sind in D auf sechs verse erweitert, von denen das
erste und dritte par auch in f stehen:
do sluoc er den kleinen Launn,
daz im [daz iriur^ vor den ougen sin
*
mit dem knoufe umb diu oren,
er machte ez ze einte toren,
offenbar sind in der lücke die verse D 823f. ausgefallen; die er-
weiterung von A stammt also vom bearbeiter C.
A 475 — 78 und 481f. sind gestrichen, infolge dessen 483f.
verderbt Launn der kleine recke
mit nebelkappen sich bedeckete, f.
A 501 — 6 fehlen wie in D, daher hat auch 507 bereits die
in D vorliegende fassung.
XXII Die handscfarift f.
A 509 — 16 sind gestrichen, ebenso 537 — 42 und 555f. die
assonanz 525f. ist beseitigt (vgl. Varianten), das reimpar 545f. ver-
derbt: werde ersetzt durch here^ daher am Schlüsse des folgenden
Verses zugesetzt sere*^ die vergleichung mit D 899f. lehrt, dafs in
C die ausgänge waren here : erde.
Innerhalb A 657 — 700 ist / sehr stark gekürzt: es sind ge-
strichen 559f. (stehen in D um zwei verse später), 567f., 576 — 94
(fehlen zum teil auch in D, vgl. anm. zu D 959flF.), 607 — 14,
617—20, 625—30, 633—38, 657—70, 675f, 679—84, 689f.,
693^=^700. der gröfste teil dieser kürzungen rührt erst von f her,
doch ist im einzelnen nichts sicheres aufzustellen, da D hier stark
überarbeitet ist; nur scheint C hier äufserlich in ziemlicher Un-
ordnung gewesen zu sein (vgl. anm. zu D 953fif). — Ferner ist zu
bemerken: 571f. ist die assonanz bereits wie in D beseitigt; 603 — 6
sind, wie in D 973f, auf zwei verse gekürzt:
Laurin wü ich nieman gehen,
ez muoz mir Idzen sin leben,
statt 615f. stehen in f vier verse
Diedeip sprach: ^gebent mir Laurin,
80 liep iu alle ritter sin.
ir m,üezent mir Laurtn geben,
oder ich wü Verliesen mtn leben.^
die beiden verspare sind inhaltlich offenbar identisch, und sollte
wohl eins an die stelle des anderen treten. — Statt 647 — 52 =
D 1059—64 stehen nur zwei verse:
er hiez im Laurin ander geben.
dö wolde her Dietrich iciderstreben.
dies reimpar weist darauf hin, dafs A 649f in C bereits die
fassung von D 1061f. erhalten hatte; damit hilft es das dasein
des unreinen reimes an letzterer stelle {geben : ich lebe) erklären:
er ist aus der vorläge C stehen geblieben, deren rheinfränkischer
dialect die form ich leben besafs. — 674 lautet in f: daz ez die
viirsten verdröz] f trifft darin (gegen pKr) mit lo zusammen, ohne
deshalb mit dieser hs. in näheren beziehungen zu stehen; beide
konnten diese lesart selbständig aus A 538 entnehmen.
Statt A 707 — 30 stehen in f nur zwei neue verse:
do sa^gete ez den herren zart,
wie im DieÜeibes swester icaH.
wie D 1142ff. zeigt, war der schreiber C von verborgen 706 auf
dasselbe wort 722 gesprungen; der dadurch gestörte Zusammen-
hang der erzählung ist durch die neuen, an die stelle von 723 — 30
Die handschrift f. XXill
getretenen verse wiederhergestellt. — Gestrichen sind 737 — 42,
745f., 751f., 755f. (dies verspar fehlt auch in D; es scheint, dafs
C es der vorliegenden assonanz wegen gestrichen hat), 761 — 68.
— In vers 753 ist der name des berges Degenberc eingeführt.
775 — 78: der in B und K vorliegende fehler do sprach 111
hat C veranlafst, den vers 776 zu streichen; dafür ist in f vor
775 eingefügt also sprach der küene man\ dadurch ist ein rührendet
reim entstanden, die fassung von D 1199f. macht es wahrschein-
lich, dals f im wesentlichen = C, und D eine besserung davon ist.
779 — 82 sind auf zwei verse gekürzt, und zwar erst vom
Schreiber f: 780 steht noch da, ist aber rot ausgestrichen; 781f.
sind in einen vers des vröiite sich der degen unverzeit zusammen ge-
zogen.
783 — 94 sind gestrichen.
798 lautet bereits vernim mine lere^ vgl. D 1224.
810: statt arte schrieb f zunächst Garten und radierte dann
G aus, sodafs arten dasteht; Müllenhoff schlofs daraus (anm. zu
Laurin 44), dafs Garte älter und richtiger sei als arte\ mir scheint
allein der umgekehrte schlufs logisch: wenn jemand jene rasur
vornimmt, so mufs er arte für richtiger, und Garten für eine neuerung
gehalten haben.
813 — 20 sind gestrichen.
825 bringt f den namen Degenherc an.
827f. die assonanz ist ähnlich wie D 1253f., aber weniger
geschickt beseitigt:
und ouch diu schcenen megetin,
künec unde künegin. f.
möglich, dafs f hier = C ist, und D gebessert hat.
831 — 34 fehlen, und zwar fehlen 831f. in der ganzen gruppe B,
während 833f. wohl von f gestrichen sind wegen des viermal
gleichen reimes (D hat diesen kunstfehler auf andere weise beseitigt).
841 — 64 sind gestrichen.
867f.: die Stellung der reimworte ist bereits die von D.
885 — 88 sind gestrichen, daher die folgenden verse umgestellt:
si quchnen unverboi^gen
vruo an einem morgen.
Statt 895 — 900 stehen vier verse, bestimmt, eine Verderbnis
der vorläge (vgl. anm. zu A 897ff.) zu beseitigen:
vürwdr ich daz sagen ivil:
üf dem plan stuont obez vil,
XXIV Die hAndselirift f.
daz gap gäezen gesmac
beidiii naht unde tac.
903f., 907f., 911f., 91öf., 921—24, 929—32 sind gestrichen;
987 — 48 feUen wie in D, sind also schon in ausgefallen.
951 — 54 und 959 — 62 sind gestrichen, auch die zwei gleich-
reimenden verspare 963 — 66 durch Streichung von 964 und 966
auf eins zusammengezogen.
971f. liegt eine Verderbnis vor, vgl. anm. zu D 1609JGF.
985f. fehlen, wie vermutlich schon in der vorläge; 987f. ist
die assonanz von C beseitigt (vgl. D 1629f.)
allez, daz diu werlt Iiaben sol,
des tcas der herc da vil voL
(987 daz] des f).
989 — 1016 sind auf zehn verse verkürzt; wie D 1631 — 42
zeigt, bot die vorläge C nur zwei verse (A 989f.) mehr als/, die
fassung von f lautet
1003 81 tanzten unde riten vil
und triben mit einander spil,
1009 darnach würfen si den siein
{also gienc daz spü gemein),
darnach vmrfen si den schaft:
swie kleine si wären, si heten kraft
von tumeien und von stechen,
sper üf einander brechen
des wart vü von in getan.
1014 man hörte manegen spilman.
(1003 reiten f).
1017 — 40: die in der gruppe B in Unordnung geratene partie
ist weggelassen.
1041f., in D 1709f. noch wesentlich in alter form erhalten,
sind auf vier verse ausgedehnt:
Darnach quam vrou Zymhüt diu meit
(daz st iu vürwdr geseit)
mit manegem kurzen vrouwelin,
si was ein schoenez megettn.
1043 — 49 sind gestrichen; wahrscheinlich hatte bereits C die
verse 104 7 f. auf einen =: D 1716 zusammen gezogen, denn in
dem nun in f folgenden stücke wird die Verbesserung des fehlers
wol (in p für schöne 1049) bereits vorausgesetzt.
Statt 1050—58 stehen in f acht verse = D 1717—20 und
Die handschrift f. XXV
1751 — 54: eine nche kröne giddtn
truoc diu edel kunegin:
edels gesteines lac vil daran,
daz mökte ein lant mkt vergolden hdn.
si truoc roeselehte wangen.
do wurden schone enpfangen
her Dietrich und die gesellen sin
von der edeln künegtn.
C hat also nicht nur den erwähnten, in p 1049 vorliegenden fehler,
sondern auch die lücke 1053f. beseitigt.
1059 — 72, die in D mit ausnähme des der ganzen gruppe B
fehlenden verspares 1063f. stehen, sind in f auf zwei verse gekürzt:
si enpfienc schone hem Dieterich
und sine gesellen alle geltch.
1075—80, 1091f., 1097—1100 sind gestrichen, 1093fr. stark
verändert (vgl. D 1787ff.):
min lip ist ganzer vröuden vol,
wan daz ich dm enberen sol
und alle die mine indge sint:
davon ist min vröude blint.
1103 — 6 sind durch Streichung von 1104 und 1106 und ersetzung
von man 1105 durch Laurin auf zwei verse zusammen gezogen,
1111 — 24 (inD ISOlff. nur teilweise erkennbar) sind gestrichen,
ebenso 1131—34, 1137f., 1145f., 1153—58, 1161—82.
Statt 1189 — 92 stehen nur zwei offenbar verderbte verse;
es ist nämlich 1189 ausgefallen, 1191f. zusammen gezogen:
trinken hiez er dar trafen,
mete, moraz unde ticalm
[moratvnde twalieln f). dafs 1189 schon in C fehlte, zeigt deutUch
die versfolge von D 197 5ff.; dagegen ist die zusammenzieh ung von
1191f. wohl ein verunglückter besserungsversuch von f.
1201f., 1209—22, 1225—30, 1235f., 1239f. sind gestrichen,
1247f. wesentlich verändert:
ich löste si,^ sprach der degen,
^oder ich müeste Verliesen min lebend
die neuerung von D 2127f. macht wahrscheinlich, dafs dies verspar
aus C stammt; hier dürfte es entstanden sein infolge ausfalles von
A 1247, um diese lücke auszufüllen.
1249 — 90 sind bis auf zwei, A 1283f. entsprechende verse
gestrichen: si bräJite im hamesch unde schilt,
daran daz merwunder spüt
XXYI Die handflchrift 1
Der abschnitt 1291 — 1364 ist auf 28 verse reduciert; es
stehen noch 1291—94, 1303f., 1307—16, 1323f., 1329—32, 1335f.,
1347f., 1361f. — An besonderheiten sind anzumerken: 1293f. lauten
ich loese dich und die gesellen min
von dem Meinen Laurin.
{losen f). diese fassung, bestätigt durch D 2145f., stammt aus C
und ist hier offenbar entstanden durch ausfall Ton A 1293 und
besserung der nunmehr vorliegenden lücke. — 1307 und truoc ez
ze dem gewelhe hin (: sin) könnte aus G stammen und durch seinen
unreinen reim die neuerung von D 2165ff. veranlagt haben. —
1324 beginnt mit dem wegen der kürzung notwendig gewordenen
verbum qaämen. — 1347f. lauten
do sLuoc si dei* junge man,
daz in daz bluot durch die ringe ran.
demnach stammt die Umwandlung des gedankens, wie sie D 2275fF.
vorliegt, aus C; da sie wahrscheinlich eine folge des ausfalles von
A 1341 — 44 ist, so dürfte auch dieser auf C zurückgehen.
Der abschnitt 1365 — 1458 ist auf 22 verse eingekürzt; in
f stehen noch 1365—68, 1385—88, vier verse statt 1391 — 96,
1415—18, 1421f., 1455—58. die 1391ff. entsprechenden verse
lauten
nu nim hin daz gürtelltn
und lege ez umb den lip di7i,
so wirt dtn herze vröuden vol:
so gesihst du diu getwerge icoL
es sind also A 1392f. zu einem reimpare vereinigt, eine neuerung,
die nach ausweis von D 2343ff. erst m f zu stände kam, doch
wohl als folge der Streichung von A 1389 — 91. ferner ist der
dritte der in f vorhegenden verse dieser hs. eigentümlich; ver-
gleichung mit D 2347f. macht wahrscheinlich, dafs A 1396 in C
ausgefallen war; diese lücke veranlafste selbständige besserungen
in f und D. — 1416 arte ist durch Garten ersetzt, dann aber Gar
ausgeschabt. — Die den abschnitt in f schliefsenden vier verse sind
aus A 1455f. herausgearbeitet, und ihr anfang zwecks anschlusses
geändert, wie folgt:
er sluoc im den vinger von der hant
und gap in dem alten Hütehrant
darauf folgen unmittelbar 145 7f
Der letzte abschnitt der kampfschilderung 1459 — 1574 ist
etwas schonender behandelt: es sind gestrichen 1465 — 74, 1477 bis
_ I « . _
Die handschrift f. XXVII
98, 1507—20, 1525—32, 1541—50. ebenso ist der schlufs des
gedichtes vollständig erhalten; nach 1578 findet sich sogar ein
verspar mehr (bestätigt durch D 2715f.):
Lawnn der vil kleine man
rnuoste oiich mit in riten dan,
bei der mangelhaftigkeit der Überlieferung im Schlüsse des gedichtes
wäre es möglich, dafs dies verspar überhaupt echt wäre, allein m,
die einzige hs., welche den schlufs aufser /D vollständig giebt,
bestätigt es nicht.
Der text C war also A gegenüber an einigen stellen erweitert,
an andern gekürzt, der zustand von f erlaubt nicht, die kürzungen
vollständig zusammenzustellen; die erweiterungen, welche f und D
gemeinsam sind, bestehen in folgendem: 12 verse nach A 196, je
2 nach A 340 und 1578; die verspare A 197f. und 211f. sind auf
je vier, 47 3f. auf sechs verse erweitert.
Was die ungenauen reime von A angeht, so hat C keinen
anstofs genommen an den bindungen s : z^ mm im auslaute und
vor <, -e : -en^ den apokopen; von den assonanzen wird h : g bei-
behalten (an drei stellen liegt sie noch vor, A 367. 769. 1127),
ebenso die beiden vereinzelten fölle spannen : atiger^ biderbe : widere;
von vocalischen freiheiten erscheinen snelle : geselle (vereinzelt A 93),
garten : porten viermal (A 103. 137. 289. 1143), während es an einer
fünften stelle (A 405) in Übereinstimmung mit D, also von C be-
seitigt ist; femer i : ei in geleit : zit 131 (die beiden andern stellen
sind der kürzung zum opfer gefallen).
Andere assonanzen sind beseitigt:
A 197 lip : stnt in C durch erweiterung.
A 421 Dieäeip : arbeit gemeit : arbeit C
A 525 hant : underdranc hant : underrant f (fehlt D)
A 571 Dietleip : unverzeit gemeit : unverzeit C
A 827 getwerginne : gimme megeän : künegin f (vgl. D 1253)
A 987 haben : geladen sol : vol C
A 1393 lip : zit in f undD verschieden geändert, s. o.
A 1575 Dietleip : reit unverzeit : reit C.
Von den in / allein auftretenden ungenauigkeiten sind die
meisten offenbare fehler der hs., nicht des textes C; so unrein : sin 370,
stozen : vazzen 415, Bemcere : lere 425 (über diese drei fälle s. o.),
mögen : sagen 1587 (vgl. var.). dagegen sind als für C richtig
anzusehen vielleicht hin: sin 1307 (s. o.) und sicher degen: leben 1247.
hier hat also der bearbeiter eine assonanz neu eingeführt, aller-
XXVIII Die bearbeitung G.
dings eine von der sorte, die er nicht beanstandet, sondern ruhig
aus der vorläge übernommen hat.
Wir erkennen also in C eine erweiternde und glättende tendenz,
den ersten anfang zu dem stark interpolierten, aber rein reimenden
jüngeren texte D.
Der jüngere text des Laurin, von mir mit D bezeichnet, ist
überliefert in «, der Strafsburger hs. des Heldenbuches, und in dy
dem ältesten (wahrscheinlich ebenfalls Strafsburger) drucke desselben,
beide Urkunden weichen nur unbedeutend von einander ab, haupt-
sächlich insofern, als der druck natürlich viel sorgföltiger her-
gestellt ist als die hs., also im allgemeinen keine oder doch nur
verkleisterte fehler bietet, er ist von s unabhängig, da er in sehr
vielen fallen, wo dies fehlerhaft ist, die lesart des alten textes be-
wahrt, überarbeitet ist er nur insoweit, als es der druck verlangte;
es ist also der in kurzen reimparen abgefafste Laurin anders be-
handelt als die übrigen, strophischen gedichte des Heldenbuches,
die bekanntlich durchweg erneuert sind, die neuerungen bestehen
im wesentlichen in folgenden kleinigkeiten: gegenüber meinem
texte hat d einerseits 4 verse weniger (es fehlen 21 7f. 1163f.),
andrerseits 8 mehr (je 2 nach 306. 478. 1284. 2626); geändert
sind 559f. (um den viermal gleichen reim wegzuschaflFen), 745f.,
1261f., 1801f., 2691f., 2735—8 (an allen diesen stellen sind lücken
der vorläge ergänzt worden), 2107 — 10 (der viermal gleiche reim
ist weggeschafft, vielleicht auch eine lücke ausgefüllt, vgl. var.),
1061f., 2627f. (reimbesserungen), endlich 1673f. und 1943f. wohl,
weil der bearbeiter den text nicht verstand.
Die innere Überarbeitung, die das gedieht in D erfahren hat,
ist in den anmerkungen besprochen; es erübrigt hier, den äufseren
eigentümlichkeiten des bearbeiters nachzugehen, dabei ßlllt vor
allem auf, dafs assonanzen consequent beseitigt, bez. mit einer aus-
nähme vermieden sind, diese einzige assonanz ist stitben : vlugen 2627
(nur s, von d weggeschafft, s. o.); sie steht an einer stelle, wo der
alte text stark verderbt, und / daher gekürzt ist (etwa A 1543ff.
entsprechend), man darf wohl annehmen, dafs der bearbeiter D
sie nicht geschaffen, sondern nur vorgefunden hat; sie gehört zu
jener kategorie, die C sich gestattet, s. o.
Sonstige besonderheiten sind: a) vocalische. a : d wird, wie
überall, vor schliefsendem n (m) gebunden, aufserdem vor r: dar
• zewdr 1749, : här 1999, : klär 2609; vor nt : hänt : laut 1181, er-
Die bearbeitung D. XXIX
kant : gdnt 1341; vor ht : noM : gedaM 1423. es sind samtlich
fölle, die im dialecte des autors rein gewesen sein dürften.
a : nur in dem aus A überlieferten garten : pai^n 337. 371.
569. 1881; es sind dieselben stellen, welche C unverändert belassen
hatte, d. h. D hat offenbar an dieser bindung keinen anstofs ge-
nommen, umso weniger, als er auch d : 6 reimt: schone : mdne
1169, vro : dd 1335. 2537.
e : e findet sich einmal m§Ue : geselle 327, aus A übernommen.
e : ce wird vor folgendem r anstandslos gebunden: here : mcere
15. 1809. 2387. 2483, : Sttrcere 153. 1147. 1941. 2645, : wcere 1401,
: videkere 1703, : karkcere 2015, : Bemcere 2421, mere : Sttrcere 119.
2309, sere : Berncere 899, danach conjiciert 2089.
i : % vor cA, sich : rieh 1987. 2355. 2593, einmal auch vor
n, din : bin 1953 (nur s; vielleicht ist besser mit d zu lesen daz ich
dir wü genoedec sin), die composita auf -lieh und -rieh können mit
kurzem i gebraucht werden: sich : herlich 167, : zomeclich 1023,
tugentlich 1267, dich ikrefteclich 1585, : sicherlich 2345, : Dietrich 26hl.
i : ie kommt einmal in auffallender weise vor, viel : spil 2175.
u : o vor nasalen : sun : gewon 259, vrumen : komen 711. 1607,
: genomen 2409. es genügt hier nicht die annähme der häufigen
form kamen (statt komen)\ vielmehr dürfte u vor nasal bereits (wie
im nhd.) zu o geworden sein, anders liegt die sache bei dem ver-
einzelten falle gurren : verworren 515; da sowohl s wie d hier ver-
wurren schreiben, so dürfte diese form dem dialecte gemäfs sein.
u : ü \ der einzige fall bnisie : kuste 1771 ist aus A überkommen,
in D aber vielleicht abweichend aufzufassen als brüste : käste ^ da
in veste : ergleste 419 das praeteritum ebenfalls den umlaut an-
genommen hat.
Die A eigentümlichen bindungen i : ei, e : ce sind durchweg
beseitigt.
b) Consonantische freiheiten. n : in wird im auslaute nur ge-
bunden, wenn ein adjectiv auf -sam vorliegt, aufserdem vor t in dem
Worte samtiwigant 369,:Hiltebrant 1125, : zehant 1991 (letzteres con-
jectur). alle übrigen in A vorliegenden falle sind gebessert, es ist demnach
offenbar gesprochen worden -san und sant — Schliefsendes -n wird nicht
gern vernachlässigt; aus der vorläge sind stehen geblieben die beiden
einzelfälle bergen : getwerge 269 und geben : lebe 1061; über letzteren
vgl. oben s. XXII; er ist von d beseitigt worden.
s : Spirans z wird natürlich anstandslos gebunden, gras : vei^gaz
381, wasivergaz 831. 1143, : daz 1491. 1826, : saz 1579, : laz
2031, : baz 2447, genas : laz 2425, lös : gi^öz 929.
XXX Die bearbeitung D.
An besonderen formen sind anzumerken diet : niet (= niht)
1791 und besonders Iiar (= her): war 871. der n. pl. n. hat -e
wie in der vorläge, diu getwerge : berge(n) 53. 269. 2197. 2689.
Apokopen sind ungefähr in dem gleichen umfange üblich wie
in A; ich merke nur an die gekürzten feminina heid (: leit) 787
und ruo{}vruo) 2027. der apokopierte n. pl. m. wigant A 1109
ist dagegen in D 1811 ff. deutlich mit absieht beseitigt.
Eine synkope im reime ist vint (< vindet) : sint 3. 199.
Aus dem angeführten geht mit voller klarheit hervor, dafs
der bearbeiter ganz rein zu reimen beabsichtigte und dies ziel im
wesentlichen erreichte, besonders gegenüber den zahlreichen un-
genauigkeiten seiner vorläge.^) was übrig bleibt, ist als dialectische
eigenart zu fassen, und zwar ist die mundart sicher alemannisch;
das zeigt die form fiar^ die zahlreichen bindungen er : cer^ die ver-
mengung der a- und o-laute. Alemannien, speciell Elsafs ist auch
die heimat der hs., bez. des druckes.
Die zeit der bearbeitung D bestimmt sich nach den in meiner
einleitung zum Rg. gegebenen gesichtspunkten; ich habe dort
s. XCVI den gleichaltrigen Rg. D, 'um eine ziffer zu gebend auf
etwa 1325 gesetzt; ich bin jetzt der meinung, dafs dies etwas zu
spät ist: die bearbeitung kann sehr wohl bereits um 1300 ent-
standen sein, viel früher freilich nicht, da die vorausgehende stufe
C wahrscheinlich zwischen 1282 und 1290 entstanden ist.
Es gehört die von dem angeblichen Heinrich von Ofterdingen
(Laurin D 2822) herrührende bearbeitung der beiden Rosengärten
in den kreis von gedichten, welche unter dem einflusse der tätig-
keit Konrads von Würzburg entstanden sind (vgl. darüber zuletzt
Schröder, Zwei altdeutsche Rittermären, s. L). unser Laurin zeigt
einen deutlichen hinweis auf diese beziehungen in der interpolation
687ff. aus dem angeblich Konradschen, jedenfalls aber in seinen
kreis gehörigen ^Turnier von Nantes^ 215ff. (nachgewiesen von
Müllenhoff, DHB I, s. XXXVIII). die glatte technik, die D gegen-
über A vorteilhaft auszeichnet in metrik und reim, ist eine frucht
von Konrads Wirksamkeit.
^) Vergleicht man die arbeit desselben mannes am grofsen Rosengarten D,
so ergiebt sich der auffallende umstand, dafs er in letzterem gedichte lange
nicht denselben grad von reinheit der reime erreichte, s. meine einleitung
zum Rg. s. LXXIXff.; für einen grofsen teil der assonanzen des Rg. D ist
dort der nachweis geführt, dafs sie aus der vorläge unseres bearbeiters (D^)
stammen, von diesem also beibehalten sind; einige andre mögen eine folge
der schlechten Überlieferung des Rg. sein.
Der Nürnberger druck. . XXXI
Der umstand, dafs der Laurin im wesentKchen miveränderfc in
das gedruckte Heldenbuch überging, hatte die natürliche folge, dafs
sich bald ein bearbeiter fand, der ihn sprachlich und besonders
metrischmodemisierte. diese, als besonderes buch erschienene j üngste
bearbeitung liegt uns vor in einem Nürnberger drucke Friedrich
Gutknechts ohne jähr (der mitte des 16. jhs. angehörig), wieder
abgedruckt durch 0. Schade (Leipzig 1854). die hauptsächlichste
neuerung ist die, dafs die dreihebig klingenden verse durchweg auf
vier hebungen gebracht sind, und diesilben gezählt werden; es ergab
sich daraus als notwendig die einführung einer grofsen anzahl flick-
worte, und so lautet nunmehr der erste vers Ir lieben herren hie besunder^
Ein ausläufer dieser jüngsten bearbeitung ist die im jähre
1829 von EttmüUer unter dem titel Kunech Luarin veranstaltete
ausgäbe, sie beruht zunächst auf einer jetzt verschollenen hs. des
18. jhs., in welcher sich auf dem 1. blatte folgende notiz vorfand:
Co'pia einer alten Membran zu Freyburg im BreisgaUy welche beneben
einer Abhandlung geistlichen Inlialts, so vorstehet, eine gereimte Be-
schreibung der wunderbaren Begebenheiten eines uralten Deutschen Helden
Dieterid Veronensis enthält
Geschrieben anno Xsti 1753
mens, Februar.
Danach würde also EttmüUers text indirect eine pergamenths.
des Laurins wiedergeben, d. h. auf ein vergleichsweise recht hohes
alter zurückblicken und somit für die textkritik von ganz besonderem
werte sein, leider hat nun EttmüUer seinen text in einer weise
willkürlich hergestellt, ohne Varianten anzuführen, dafs sich einzel-
heiten aus ihm nicht mehr erkennen lassen; wohl aber läfst sich
noch zeigen, welcher art seine mittelbare vorläge war.
Die vorhin erwähnte neubearbeitung des 16. jhs., die ich im
folgenden mit d^ bezeichne, beruht natürlich auf d^ dem damals
längst vorliegenden drucke, das ergiebt sich zur genüge daraus,
dafs die in d ausgelassenen verse 217f. 1163f. hier ebenfalls fehlen,
die dort nach 306. 478. 1284. 2626 zugesetzten hier ebenfalls vor-
handen sind, d^ eigentümlich sind folgende versdiflferenzen : es
fehlen 547 — 90 (durch abirren von v. 546 auf den gleichen 590),
1479f., 2549—54, 2815f., 2819—30, im ganzen 66 v.; geändert
sind: 359f. auf vier verse erweitert
Ich hob gantz kein verdriefs dran
Die Rosen wollen wir lassen stan
Sie sind gezieret als billich sol
Vnd t/iun mir an meim hertzen woL
XXXII Der Nürnberger druck.
statt 899 — 902 bietet d} nur 2 verse:
Vnd warff jn do von jm Miidan
Gar vnrnütterUch auff den plan.
zugesetzt sind je zwei verse
nach 2274: (Damit wurd mancher Zwerg gepfend)
Des seines lebens zu der frist
König Laurin wurd des sehr entrüst
nach 2284: Mit zavber was er wol verwardt
Darumb facht er auch oho hart
nach 2390: Vnd bringt dasselbig her zu mir
So komm ich euch zu Miff vü schier,
Ettmüllers text verhält sich in den angezogenen fällen wie
folgt: die bereits aus d stammenden Zusätze und Streichungen,
sowie die von d^ vorgenommenen änderungen und zusätze finden
sich sämmtlich auch bei ihm (auch statt 899 — 902 hat er nur
2 verse, die allerdings von d^ abweichen, s. u.), dagegen sind die
Q^ von d^ gestrichenen verse bei ihm vorhanden.
In der einleitung s. 6 führt Ettmüller zwei fragmente an,
welche die verse 210 — 382 und 844 — 1070 (meiner Zählung von
D) umfassen sollen, mit dem zweiten derselben meint er offenbar
unser bruchstück H, das er an der angegebenen stelle in seinen
text hineingearbeitet hat; daher erscheinen bei ihm hier plötzlich
lesarten des textes A, z. b. nach D 848 sind A 489f. aufgenommen;
an stelle von D 85 7f., welche in d^ lauten
Gar nach einer Ein tieff vnd weit
So groß was da sein zorn vnd neid,
giebt Ettmüller folgende sechs verse
nach einer ele üef,
der Meine man in do lief
aber an durch starken zorn,
den edelen fursten hocherbom,
unde sluok nitlichen
uf herre Dieterichen,
offenbar aus A 499 — 504 herausgearbeitet. D 863f. sind gestrichen,
weil sie in // nicht stehen, nach D 880 sind A 525f. aufgenommen,
an stelle der oben erwähnten zwei verse, welche d^ für D 899 bis
902 bietet, erscheinen A 545f. — Die verse D 917 — 20 haben bei
Ettmüller wieder die alte reihenfolge 919f. 91 7f. (wie A 559—62).
D 953f. lauten in d^
DieÜiebes mut der was gering
Hin zu Herr Dieterich er do gieng.
EttmüUers tekt. XXXITI
bei EttmüUer wieder wie A 577f. — Nach D 958 hat er acht
verse mehr:
do was sin bete ein iviht;
der degen ahte niht
dez Wortes as umb ein har;
do sprach aber dar
Dietliep der itmge man,
imt rief Dietrichen an:
*^gebent mir den Mnech Lnarin,
as liep iu alle frouwen sin.'
es sind offenbar die sechs verse A 583—88, nach EttmüUers art
zerdehnt. — Statt D 973f. erscheinen A 603 — 6 wieder, nach D
982 giebt er sechs verse, die aus A 609f. herausgearbeitet sind. —
An stelle von D 1029—32 (die hinter D 1020 versetzt sind), er-
scheinen A 633 — 38, und darauf folgen, mit einigen frei erfundenen
Verbindungsversen, A 639 — 52, soweit sie in H vorliegen; dadurch
sind die teils aus Wiederholungen bestehenden, teils in A vorliegenden
verse D 1033—70 verdrängt. vonD 1071 ab folgt EttmüUer wieder
getreulich d^.
Kann es so keinem zweifei unterUegen, dafs EttmüUer H in
seinen text hineingearbeitet hat, so vermag ich andrerseits über
das erste von ihm angeführte fragment leider keine ganz befriedigende
auskunft zu geben, nach den angeführten Ziffern könnte man ver-
muten, dafs es sich um ein anfangsblatt einer hs. des alten textes
gehandelt habe (vor D 239 =A 1 finden sich bei EttmüUer keine
von d^ auffaUig abweichenden lesarten), indefs widerspricht dem,
dafs sich von den in D gestrichenen versen A 77f. 85f. 147f. bei
EttmüUer keine spur findet; er hätte sie gewifs aufgenommen, wenn
sie ihm durch das fragment geboten worden wären, an besonderen
lesarten, die sich nicht ohne weiteres durch EttmüUers verszer-
dehnende manier erklären, lassen sich anführen: an stelle von
D 242 — 46 stehen neun verse
dekein fiirste lobelich
* enwas im glich ze sinen tagen,
* as iz noch die Hute sagen,
4. er was ein frumer man,
3. nieman torste in bestan
1. do bi den sineti ziten
2. mit stürmen ode mit striten,
* mit spere ode mit schilde;
* er was kuon umle nfiilde,
Holz, Laurin. G
XXXIV Ettmüllers text.
die mit * bezeichneten verse sind neu, die Ziffern geben die alte
folge der verse an. von den neuen versparen macht besonders das
letzte den eindruck der echtheit, während das erste schon wegen
des Sprachfehlers im reime für Ettmüllers fabrikat zu gelten hat.
doch ist mir am wahrscheinlichsten, dafs dieser zusatz zunächst die
Umstellung, und diese wieder den zweiten zusatz mit sich gebracht
hat, dafs also nichts für Ettmüllers text auffälliges vorliegt. —
Ahnlich dürfte die sache an folgender stelle liegen: die drei verse
D 264 — 6 sind durch sieben ersetzt:
• nieman enist ime gelich
in stürmen und in striten;
unde zaUen ziten
prisent in zware sa von rehte
riter iinde ouch knehte
für ein den tiuristen man,
der ie ze werlde lip geican,
die Preiburger copie mag hier nach v. 264 (= v. 242) das vers-
par 243f. irrtümlich wiederholt, dadurch den Zusammenhang zer-
stört und Ettmüllers neudichtung veranlafst haben.
Dürfen die beiden besprochenen stellen so erklärt werden, wie
hier geschehen ist, so bleibt nichts übrig, was innerhalb D 210 bis
382 bei Ettmüller benutzung eines besonderen textes voraussetzen
liefse. sein angebliches fragment scheint ein phantom zu sein;
vielleicht ist die annähme gestattet, dafs ihm eine oberflächliche
künde von der existenz des Prefsburger bruchstückes zugekommen
war; sein umfang deckt sich notdürftig mit dem von Ettmüller
angegebenen, benutzt kann er es natürlich nicht haben, auch findet
sich keinerlei anklang.
Ettmüller giebt ferner an, dafs die vorläge der Preiburger
copie eine lücke gehabt habe, durch welche D 1435 — 1548 ver-
loren gewesen seien; diese angäbe ist so klar, dafs sie nicht be-
zweifelt werden kann, trotzdem bietet Ettmüllers text die lücke
nicht, sie mufs also aus einer andern quelle ausgefüllt worden sein,
diese nicht ausdrücklich erwähnte, zur ausfüUung von lücken ver-
wendete quelle kann nun nicht wohl eine andere gewesen sein als
das gedruckte Heldenbuch.
Oben ward ausgeführt, dafs Ettmüllers text die nächste Ver-
wandtschaft mit d^ zeigt, nur teilt er nicht die Streichungen, die
dieser text vorgenommen hat. wir dürfen jetzt ruhig annehmen,
dafs Ettmüller die in d^ fehlenden partien^) aus d wieder eingesetzt
*) Eine von ihnen, D 1479f., fällt in die lücke der copie, ihr wieder-
Ettmüllers text. XXXV
hat, so gut wie er dies zur ausfuUung jener lücke verwendete,
dann ergiebt sich aber, dafs der ^Kunech Luarin^ nichts weiter ist
als eine verschlechterte aufläge von d^; er beginnt denn auch
dementsprechend mit Ir lieben herren alhemnder. die Freiburger
copie beruht also nicht, wie sie behauptet, auf einer alten membran,
sondern auf dem Gutknecht'schen (oder einem verwandten) drucke,
stellt also keinen alten, sondern den allerjüngsten text dar. jene
behauptung ist eine vom copisten begangene Verwechselung.
Es war nötig, vorstehende auseinandersetzung einmal anzu-
stellen, da Ettmüllers text noch eine besonderheit aufweist, auf die
bisher einiger wert gelegt wurde, nämlich die namensform Luarin;
auf sie wird später noch einmal zurückzukommen sein, sicher ist
jedenfalls, dafs der ganze text für die kritik ohne jeden wert ist,
da wir seine wichtigste vorläge in Gutknechts drucke noch besitzen.
Vorhin s. V habe ich die zeit der abzweigung der md. Über-
lieferung (B) auf etwa 1260 — 70 bestimmt, damit ist ein terminus
ante quem für die entstehung des archetypus, bez, des gedieh tes
gegeben, dafs letzteres noch um einige zeit älter ist, ergiebt sich
daraus, dafs der archetypus bereits mehrere Verderbnisse aufweist,
also schon eine, wenn auch vielleicht nur kurze, periode der ent-
wickelung hinter sich hat. deshalb ist die Lachmann-MüUenhofTsche
ansieht, dafs das gedieht um 1200 entstanden sei, nicht a limine
abzuweisen, indefs ist es mir sehr unwahrscheinlich, dafs es in
der form, wie es uns vorliegt, eine Überarbeitung eines älteren
textes sei; eine solche müfste ja angenommen werden, da nur durch
sie einerseits die jüngeren, um 1200 unmöglichen sprachformen,
andrerseits der höfische einflufs, der sich in dem abenteuersuchenden
ausreiten der beiden sowie in ausdrücken wie A 943 roten mündeltn
verrät, erklärlich würde, eine Überarbeitung aber würde dem ge-
dichte schwerlich die lose innere form belassen haben, in der wir
es noch besitzen, es sind nämlich zwei motive recht äufserlich,
ja ungeschickt mit einander verbunden: 1) Laurins wunderbarer
rosengarten wird von Dietrich aufgesucht und zerstört, 2) Laurin
hat Dietleibs Schwester geraubt, sie wird ihm wieder entrissen,
die Verbindung ist dadurch hergestellt, dafs Dietleib, der sich unter
Dietrichs beiden befindet, von Laurin als schwager um hilfe gegen
Dietrich angesprochen wird. Dietleib weifs (sonderbarer weise)
von dieser schwagerschaft noch nichts, geht aber trotzdem sofort
erscheinen ist danach zu beurteilen, an der Sachlage wird dadurch nichts
geändert.
C*
XXXYI Zeit der abfassung.
auf Laurins wünsch ein und wendet sich gegen Dietrich, später aber
betreibt er die befreiung seiner Schwester aus des zwerges bänden
um so eifriger, sein verhalten ist meines erachtens unerklärlich:
wäre der stofiF dem dichter einheitlich überkommen, so würde ge-
wifs Dietleib in dem augenblicke, da er von Künhilts entführung
erfuhr, vielmehr auf Dietrichs seite eingetreten sein, um sie dem
zwerge zu entreifsen. auch ein Überarbeiter hätte die erzählung,
wie sie in A vorliegt, nicht stehen lassen können, vielmehr hätte
er die vorliegenden Sprünge nach möglichkeit gemildert; besonders
belehrend ist in dieser beziehung die bearbeitung D: in ihr ist
viel mühe und Sorgfalt auf bessere motivier ung verwendet (vgl.
anm. zu D), wenn es auch nicht möglich gewesen ist, den haupt-
fehler der ganzen anläge zu beseitigen, wo aber findet sich in A
auch nur eine spur eines Versuches, zu motivieren oder zu glätten?
nein, Überarbeitung eines älteren Lauringedichtes ist A nicht, denn
nur derjenige, der die Vereinigung der beiden grundmotive eben
erst zuwege brachte, konnte einen solchen text schaffen, damit
aber wird die möglichkeit, dafs der Laurin um 1200 entstanden
sei, vollkommen abgeschnitten; er liegt uns vielmehr (in A) in
seiner ältesten gestalt noch vor, diese aber ist schwerlich älter als
etwa 1250.
Noch von einer andern seite her läfst sich die hier gegebene
datierung wahrscheinlich machen: ich habe bereits im 'Rosengarten'
s. CIV darauf hingewiesen, dafs das eine der im Laurin verwen-
deten motive, das vom mädchenraubenden elben, selbständig, d. h.
ohne rosengartenfabel, aber unter dem einflusse der Dietrichsage,
in dem gedichte von Goldemar vorliegt, wir besitzen von diesem
den anfang und einen von der Vorrede des Heldenbuches bewahr-
ten auszug (vgl. DHB V). Dietrich jagt dem zwergkönige Golde-
mar ein von diesem geraubtes mädchen ab und gewinnt sie zu
seiner gattin. es kann nun nicht wohl bestritten werden, dafs,
wenn wir ein und dieselbe fabel einmal selbständig, ein andermal
in Verbindung mit einer andern bearbeitet vorfinden, im erstem
falle ein vergleichsweise älterer zustand vorliegt, deshalb brauchte
zwar der 'Goldemar' als solcher nicht älter zu sein, als der 'Laurin' ;
allein auch dies läfst sich wahrscheinlich machen durch folgende
Überlegung: im 'Goldemar' ehelicht Dietrich die befreite Jungfrau
— ein abschlufs, der durch die anläge der sage geboten erscheint
— im 'Laurin' verschwindet am Schlüsse Künhilt mit einem 'biedern
manne' spurlos vom schauplatze, es wäre aber auch hier ihre hoch-
zeit mit Dietrich ein recht hübscher passender schlufs gewesen;
Zeit der abfassung. XXXVII
warum verschmäht ihn der Verfasser? die antwort ist: weil ihm
und seinem puhlikum der ^Goldemar' bekannt, also Dietrich in der
recipierten sage bereits mit einer frau versehen war. nun erwähnt
das gedieht von Goldemar in seiner zweiten strophe den aus Ru-
dolf von Ems wohlbekannten Albrecht von Kemenaten in einer
weise, die die Vermutung aufnötigt, damit sei der Verfasser des
Goldemar (eventuell in ursprünglicherer gestalt, als er vorliegt)
gemeint, dieser Albrecht wird, als Zeitgenosse Rudolfs von Ems,
im zweiten viertel des 13. jhs. festgehalten, sein ^Goldemar^ dürfte
also etwa 1230 — 40 zu setzen sein.^) somit gelangen wir auch
auf diesem wege zu der Wahrscheinlichkeit, dafs unser Laurin um
1250 entstanden ist.
Über die heimat von A ist oben s. XV das allgemeinste bei-
gebracht; wir können jetzt mit gröfster bestimmtheit sagen, dafs
das gedieht in den deutschen alpenländern entstanden ist, und zwar
im heutigen Tirol, denn dieser name tritt im gedichte einigemal
auf zur bestimmung der läge von Laurins rosengarten; er be-
zeichnet aber um 1250 noch nicht die grofse provinz wie heute,
war also schwerlich in gröfserer entfern ung noch geläufig, andrer-
seits wird Steier v. 731 in einer weise erwähnt, die zeigt, dafs es
von der heimat des Verfassers etwas abseits liegt, ich schliefse
mich also ganz der von MüUenhofiF a. a. o. s. XLIV gegebenen heimats-
bestimmung an. der Verfasser war somit ein nachbar des Thur-
gauers Albrecht von Kemenaten; die beziehung zum ^Goldemar'
wird dadurch noch um einen grad enger.
Die weitere geschichte des gedichtes braucht, da sie sich im
laufe der Untersuchung von selbst ergeben hat, hier nur recapituliert
und ergänzt zu werden: zusammen mit dem ^Rosengarten^ gelangte
das gedieht um 1260 — 70 nach Mitteldeutschland (Thüringen), auf
grund der hier verbreiteten version B (die sich nur als eine ab-
schrift, nicht als eine bearbeitung von A darstellt) entstand gegen
1290 in Rheinfranken der text C (daraus im 14. jh. der auszug /*),
^) Der ^Goldemar' ist in der sogen. Berner weise abgefafst, und zwar
in der in den beiden schlufsversen auf je vier hebungen verlängerten abart;
dafd diese jünger ist als die im Eckenliede herschende, und zwar erst aus
dieser herausgearbeitet, liegt auf der band, das Eckenlied aber ist, in seiner
ursprünglichen gestalt, das älteste aller jene form zeigenden gedichte, denn
es ist bereits in der ältesten gestalt der ^iSrikssaga benutzt, gehört also wohl
noch der besten zeit der mhd. dichtung an (vgl. besonders Vogt, ZfdPh.
XXY, Iff.). ich fähre dies hier an, um eu zeigen, wie gut meine datierung
des Laurins in die ganze entwickelung des volksepos' hineinpafst.
XXXVIII Weitere entwickelung.
der wiederum die grundlage für die völlig neue alemannische be-
arbeitung D war. diese, um 1300 entstanden^), ging im 15. jh. in
das 'Heldenbuch^ über und wurde mit diesem, im wesentlichen noch
unverändert, um 1480 gedruckt, erst im 16. jh. wurde sie der
zeit entsprechend umgearbeitet und erschien so als einzelausgabe
zu Nürnberg, um schliefslich in dieser form in das *Heldenbuch\
druck von 1590, wieder aufgenommen zu werden (Mh. s. XXXV).
auch ins niederdeutsche wurde die erneuung umgesetzt; so erschien
sie, vereinigt mit Sigenot und Hürnen Seifrid, bei Jochim Low zu
Hamburg unter dem gesammttitel Dre kortwüige Historien und dem
speciellen Van dem köninge der Dwerge Lorin (vgl. Schade,
Laurin s. VIH).
Dies die hauptlinie der entwickelung; seitenzweige sind ihr
folgende entsprossen: 1) im anfange des 14. jhs. wurde der bai-
rische Laurin mit einer langen Fortsetzung versehen und demnächst
in 2 bücher geteilt; er liegt uns in dieser form vor in Ä' (und 3/).
der Fortsetzer fällt vollkommen aus dem tone des alten gedieh tes,
wird salbungsvoll und bringt gelehrten krimskrams (vgl. H, 777ff.).
— Hier ist wohl anzuschliefsen 2) die dänische kong Laurins krönike
aus dem 15. jh.; sie war mir nicht zugänglich, konnte aber auch
nach läge der sache völlig entbehrt werden, ich berufe mich auf
Müllenhoff s. XL. nach ihm geht diese chronik direct auf die hoch-
deutsche Überlieferung zurück (weil der name Lcmrin lautet, nicht
Lorin)\ sie steht also wohl in nächsten beziehungen zur Kopen-
hagener hs. aus ihr ist hervorgegangen 3) das faröische lied
iJmrgakongur. — 4) Von einer bairischen bearbeitung des 15. jh.
giebt das Prefsburger fragment a den anfang, s. o. s. HI; hier
ist der Imrneijn Seyfiid unter die beiden Dietrichs aufgenommen,
das bestreben, die Unebenheiten des alten textes zu beseitigen, ist
bei aller roheit deutlich: Dietrich wird auf seinem ausritte sofort
von allen beiden aufser Hiltebrand begleitet, letzterer folgt ihnen
nach, um sie zu behüten — offenbar ein versuch, die plötzliche
an Wesenheit der geführten A 41 8fF. zu motivieren. — 5) Im Dresdener
Heldenbuche findet sich die oben mit ß bezeichnete, durchweg ver-
^) Sie mit MüUenhoiF s. XXXIX bis in die zweite hälfte des 14. jh.
herabzurücken, liegt gar keine veranlassung vor. — Wenn ich D in mhd.
Schreibweise wiedergebe, während ich für das ungefähr gleich alte, bez. junge
E eine der Überlieferung sich nahe anschliefsende Orthographie anwende, so
bin ich hoffentlich durch das ergebnis gerechtfertigt, der spätere aleman-
nische dialect weicht eben im lautstande viel weniger vom classischen mhd.
ab, als der spätere bairische.
Weitere entwickelung. XXXIX
breiterte strophische bearbeitung, und zwar gehört sie zu dem den
grundstock der Sammlung bildenden teile (vgl. Zamcke, Germ.
1, 53flF.; verf. Rosengarten s. XCVI). von ihren besonderheiten brau-
chen wir nur folgende anzumerken: sie kennt die gidden pfarden
str. 13, die in B aus den borten geworden sind, beruht also auf
einer mitteldeutschen vorläge (nicht auf einer bairischen, wie
MüllenhoflF s. 295 meint ^); unter die beiden Dietrichs ist Wolf-
dietrich aufgenommen, was vielleicht zur datierung der bearbeitung
verwendet werden darf, vgl. MüUenhoff s. 293, verf. Rg. s. XCVI.
unzweifelhaft gehört sie dem 15. jh. an.
El^e Zeugnisse für das bekanntsein des gedichtes treten im
allgemeinen erst so spät auf, dafs sie für die bestimmung des alters
der sage und ihrer bearbeitungen wertlos sind, nur zwei reichen
in oder über die zeit der entstehung des Laurins hinauf, das eine,
ältere ist freilich bei näherer betrachtung nicht stichhaltig: in einer
um 1050 ausgestellten Salzburger Urkunde hat MüllenhoflF (HZ
VII, 531) den namen Luaran nachgewiesen; dieser weicht aber in
seinen vocalen von der sonst überlieferten namensform des zwerges so
stark ab, dafs er nicht ohne weiteres als Zeugnis für das Vorhanden-
sein der sage verwendet werden kann, wäre EttmüUers Luann
eine gut beglaubigte form, so möchte man die giltigkeit des
Zeugnisses nicht ohne weiteres bestreiten; allein da oben s. XXXV
nachgewiesen wurde, dafs die Freiburger membran nie existiert hat,
und der ^Kunech Luarin^ auf den jüngsten druck zurückgeht, so
liegt auf der band, dafs Liiann hier keinen anspruch hat, für richtig
oder altertümlich gehalten zu werden, sondern nur folge von Ver-
derbnis oder mifsverständnis sein kann, nun tritt im 16. jh. die
namensform Larein auf, z. b. bei Aventin (DHS*, 340); sie erklärt
sich wohl daraus, dafs der schwäbische dialect damals zwischen a
und au schwankt, demnach ist es wohl möglich, dafs die vorläge
der 1753 geschriebenen ^copia^ ursprünglich Larein geboten hat;
ein leser vermifste das n in dieser form und trug es über dem
Worte nach, der unkundige copist von 1753 aber rückte es falsch
ein und schuf so die (übrigens auch im 13. jh. völlig unbegreifliche)
form Luartn^ ist diese aber in der geschilderten weise zu stände
^) Rosengarten s. XL VI bin ich ihm darin noch gefolgt; da der Rosen-
garten derselben hs. unzweifelhaft auf bairischer vorläge beruht, so ist nun-
mehr um so sicherer, was ich früher bereits annahm, dafs nämlich die Ver-
einigung von Rg. und Laurin in ß zui^llig ist und nichts mit der alten
Vereinigung beider gedichte in B zu tun hat.
XXXX Zeugnisse.
gekommen — und nach der geschichte des textes, der sie enthält,
ist es schwerlich anders denkbar — so hat sie nicht die geringste
gewähr, und fällt damit die möglichkeit, jenes um 1050 belegte
Jjuaran mit Laiinn zu vereinigen.
Anders liegt die sache bei dem andern zeugnis, welches im
sogen. Wartburgkriege vorliegt, dies gedieht ist uns hauptsächlich
in den drei liederhss. C, I und K überliefert, und zwar in folgender
weise: C bietet zunächst das Fürstenlob (im 'Thüringer-herren-ton"*)
str. 1 — 25, dann das Rätselspiel (im ^schwarzen ton') str. 26 — 66,
hierauf einen der form nach zum I. teile gehörigen nachtrag
str. 67 — 84, und endlich einen nachtrag in der form des IL teiles
str. 85 — 91; / läfst ebenfalls auf das Fürstenlob (str. 1 — 26) das
Rätselspiel (str. 27 — 119) folgen, in welchem sich teile des 2. nach-
trages von C wiederfinden, dagegen fehlt der 1. nachtrag von C
gänzlich; ÜT, die relativ späte Kolmarer hs., endlich giebt das ge-
dieht nach den zwei in ihm herschenden metren getrennt an zwei
verschiedenen stellen, den 1. nachtrag von C dabei unmittelbar an
das Fürstenlob anschliefsend. dieser in C und K überlieferte nach-
trag (das buch Zabulons) bietet nun unter andern eine erzählung
von Laurin und Dietrich.
König Laurin besitzt hier gebirge in deutschen und welschen
landen (also dort, wo beide gebiete zusammenstofsen, in den alpen).
sein bruder Sinneis herscht zu Palakers am lebermer. er verliert
viel Volkes durch krokodile und wendet sich deshalb um hilfe an
Laurin. dieser sendet ihm zwei greifeneier; ein straufs brütet sie
aus. nunmehr ist Sinneis' volk durch die greifen vor den kroko-
dilen geschützt und lebt in freuden. (hier bricht die erzählung
in C ab ; was folgt, ist nur in K überliefert), auf rat des fürsten
von Bern sind sie zum Christentum übergetreten. Laurin hat näm-
lich den Berner überredet, sein reich zu verlassen und ihm zu
Sinneis zu folgen, wo er noch tausend jähre leben werde, den
menschen wurde vorgespiegelt, sie hätten sich in einen feurigen
berg gestürzt. — Hier finden sich offenbare anklänge an die in der
Kopenhagener hs. überlieferte Fortsetzung: Laurin lebt bei Dietrich
und steht in verwandtschaftlichen beziehungen zu den zwergen des
Orients, der Verfasser des stückes hat ihn in die erzählung von
Dietrichs ende verflochten; er stellt dies dar auf grund der kirch-
lichen Version, nach welcher Dietrich vom teufel geholt worden
sein soll, wendet sie jedoch in einem sinne, der der Verehrung der
Süddeutschen für ihren nationalhelden angemessen ist. das ganze
beruht offenbar auf combination.
Zeugnisse. XXXXI
Wenn es nun auch als sicher angesehen werden darf, dafs
der Verfasser dieser partie des Wartburgkrieges einige (vermutlich
mittelbare) kenntnis von der Fortsetzung hatte, so ist damit doch
für uns nicht viel gewonnen, denn das in rede stehende stück ist
seiner Überlieferung nach offenbar kein alter teil des Wartburg-
krieges, sondern ein späterer anhang; das ergiebt sich daraus, dafs
es in C erst am ende steht, nicht hinter dem teile, in dessen
metrum es abgefafst ist, und dafs es in I ganz fehlt, dazu kommt,
dafs gerade die für uns wichtigste partie, in welcher von Dietrich
erzählt wird, überhaupt nur in der späten und überarbeiteten
Kolmarer hs. steht; nun bricht zwar C den abschnitt mit seiner
str. 84 in einer weise ab, die keinen zweifei obwalten läfst, dafs
der schlufs hier zufallig weggelassen ist; immerhin ist, was in der
Kolmarer hs. folgt, ohne gewähr der echtheit. unter diesen um-
ständen kann' nicht sowohl der Wartburgkrieg einen terminus ante
quem für die abfassungszeit der Fortsetzung abgeben, als vielmehr
letztere einen solchen post quem für den Ursprung des dem Wartburg-
kriege angehängten abschnittes. das zeugnis geht allem anscheine
nach nicht über die ersten Jahrzehnte des 14. jhs. zurück.
Vorhin s. XXXV habe ich wahrscheinlich zu machen gesucht,
dafs unser gedieht im wesentlichen durch Verknüpfung zweier
motive zu stände gekommen ist: 1) des motivs vom rosengarten
und 2) des motivs vom zwerg als mädchenräuber. beide waren
wahrscheinlich schon vor iiirer Vereinigung an Dietrich angeknüpft,
denn das 1. findet sich ohne das 2. im grofsen Rosengarten, das
2. ohne das 1. im Goldemar mit seiner person verbunden, lieide
sind ferner unzweifelhaft mythischer natur, d. h. sie handeln von
dingen, die nicht in der Wirklichkeit, sondern nur in der Vorstellung
der an sie glaubenden menschen bestehen, dafs derartige mythische
motive an die beiden der sage angeknüpft werden, ist ebenso natür-
lich, wie dafs ein mythengläubiger mensch davon überzeugt sein
kann, mit übernatürlichen wesen in berührung gekommen zu sein.
Der zwergkönig unseres gedichtes führt den bis jetzt noch
nicht genügend aufgeklärten namen Laurtn mit ständigem au;
seine form ist unter der Voraussetzung, dafs das gedieht bis in's
ende des 12. jhs. hinaufreiche, im deutschen grammatisch unmöglich,
denn ein alter diphthong au kann vor r nicht stehen. MüUenhoff
hält ihn (DHE I, XLVI) seiner bildung nach für romanischer herkunft,
erinnert aber gleichzeitig an keltische vom stamme laur gebildete
Ortsnamen, indefs kommen wir damit nicht weiter, denn entweder
XXXXII Der name Laurin.
ist die keltische wurzel in vorhistorischer zeit von den Deutschen
übernommen worden: dann mufste sie die deutsche lautgeschichte
mitmachen und zu lor- werden — oder sie ist durch das romanische
vermittelt worden: dann mufste sie ebenfalls als lor- erscheinen,
denn das romanische kennt kein au mehr, damit aber fallt die
möglichkeit von Müllenhoffs erklärung. die form des namens ist
grammatisch nur fafsbar als Lürtn^ in spätbairischer vocalisation
als Laiirein. da unser text A zweifellos bairisch ist, müssen wir
letztere form als für ihn giltig annehmen, in Mitteldeutschland,
wohin der text demnächst gelangte, war die figur Laurins gänzlich
unbekannt; man konnte daher wohl die endung dem dialecte ent-
sprechend umsetzen, nicht aber die wurzel, denn es handelte sich
gewissermafsen um ein fremdwort. daher scheint mir richtiger,
was Laistner, Rätsel der Sphinx I, s. 78, andeutet (wenn ich gleich
seinen dort gegebenen sprachlichen bemerkungen nicht durchweg
beipflichte): danach ist lur eine alte bezeichnung für elben oder
Zwerge, das wort ist wohl identisch mit bairisch laur schw. masc.
^schlauer, hinterlistiger mensch' (Schmeller, Bair. Wörterbuch
I, 1499) und schweizerisch liir schw. masc. ^Schlaukopf, schelm, spitz-
bube' (Schweiz. Idiotikon IlT, 1376). das wäre mhd. der Iure;
auf Zwerge angewendet, würde der ausdruck sie als neckische und
heimtückische wesen bezeichnen, ganz dem charakter entsprechend,
den sie im allgemeinen im mythus zeigen, als deminutiv des Wortes
ist denkbar daz lürin (gebildet wie megedin)\ so dürfte der zwerg
unseres mythus zunächst (mit allgemeinem ausdrucke) bezeichnet
worden sein, wahrscheinlich hat erst der dichter A daraus einen
eigennamen gemacht*): so würde sich am leichtesten erklären, dafs
der name nicht selten durch das neutrale pronomen aufgenommen
wird, wenn auch die möglichkeit oflfen bleibt, dafs in solchen fallen
'/.arcL avveaiv nach daz getwerc construiert wäre.
Von den übrigen auftretenden personen stammen sämmtliche
beiden aus der sage: Dietrich (der fürst von Beme^ der Berncere)^
noch in seiner heimat gedacht, und seine mannen meister Hüdebrant^
Witege ( Wielandes söhn) und WolfJmrt. die Zeichnung der Charaktere
widerspricht nirgend dem, was sonst geläufig ist. etwas seitab
steht Dieäeip (von Stire)^ wie überall als von Dietrich unabhängig
und nur mit ihm befreundet gedacht, sein Wappentier ist ein
^) Dem widerspricht nicht die stelle E I, 182 Iff., welche Müllenhoff
als beweis fär die Verbreitung des namens herbeizieht, denn sie rührt erst
vom Fortsetzer her; als dieser arbeitete, war Laurin allerdings bereits überall
wohlbekannt.
SagengehaU. XXXXIII
merwunder A 1284, in oflFenbarer anspielung auf eine nur Rosen-
garten A 119 und im gedichte vom Übeln weihe erwähnte sage,
im gegensatze zu diesen, aus der geläufigen sage ühernommenen
personen ist das einzige auftretende weih augenscheinlich vom
dichter erfunden (wenigstens nach namen und Stellung, denn als
object des räuberischen zwerges war sie natürlich gegeben): Kün-
hllt^ Dietleibs Schwester; über ihren namen vgl. anm. zu A 747.
von Ortsnamen erscheint aufser Berne und Stire nur lirol zur be-
zeichnung der läge von Laurins rosengarten. endlich werden ein-
mal die Schwerter Witigs und Wolfharts Nagelrinc und Mhmnc
genannt (jedoch nur in A, nicht mehr in B); da letzteres das
Witigs ist, so bleibt Nagelrinc für Wolfhart übrig; gewöhnlich
gehört es Witigs gesellen Heime; die Übertragung auf Wolfhart
ist gewifs nur die folge des umstandes, dafs dieser hier neben Witig
steht, wie es sonst Heimes aufgäbe ist.
Diese dürftigen angaben werden auch durch die bearbeiter
nur unbedeutend vermehrt: in C findet sich über sie hinaus nur
Garten als Hiltebrands sitz und Degenberc als name des berges
Laurins (belegt A 753. 825 in f). die geraubte Jungfrau heifst
hier Cimhüt (durch lesefehler aus Canhilt entstanden).
Wenig mehr hat D hinzugefügt, zunächst ein par unbenannte
personen: den waldmann 175fi^., den zwerg, bei dem unterwegs
eingekehrt wird, 1383ff., den zauberer 1579flF. — Dietleibs land
heifst Stirmarke, er selbst der Stinjere, sein vater Biterolf 2322.
2729, sein schwert Welsmic 2272 (wie im gedichte von Biterolf).
Hiltebrands gattin Uote wird 125 erwähnt, Dietrichs heim Ilüiegrm
1091. der bearbeiter ist in der sage offenbar genügend bewandert.
— Den führer der fünf riesen Laurins nennt er Risenhint 2007.
2447. 2534; den verderbten namen der geraubten Jungfrau hat er in
Shnüt umgedeutet; aus dem Degenberc ist ein Tugentberc geworden
1177 (in 5) und 1568 (in^Z). — Endlich schmückt sich der bearbeiter
2822 mit dem namen Heinrich von Ofterdingen^ den er natürlich
dem Wartburgkriege entlehnt hat.
Etwas reichlicher sind die zutaten des Fortsetzers in K:
Dietrichs gefolge vermehrt er um Ilsunc (zuerst I, 1779) und Wie-
lant II, 688; letzterer ist wohl einfach aus Witigs in A gegebenem
Vatersnamen erwachsen; Ilmnc^ der sich, nachdem er im 1. buche
Laurin im christentume unterwiesen, II, 753ff. als kampflustiger
held zeigt, ist wohl niemand anders als der im Rosengarten wohl-
bekannte streitbare mönch Ilsan, der sich durch sein mönchtum
vortrefflich zum bekehrer Laurins eignete, dafs die überein-
XXXXIV Sagengehalt.
Stimmung in namen und Verhältnissen dieser beiden figuren nicht
gröfser ist, liegt wohl in der geringen sagenkenntnis des Fortsetzers :
ihm ist Ilsan nur noch dunkel in der erinnerung.^) — Das einzige
gedieht, das er wirklich gekannt hat, ist der Ortnid: er erwähnt
könig Ortneit von Lamparten^ sowie den zwerg Albereich und schildert
die besitznahme der schiflFe durch Lindung ganz nach dem muster
jenes gedichtes 291ff.; aber gerade durch diese aus Ortnid ange-
brachten reminiscenzen verrät er im übrigen seine Unkenntnis, denn
er nimmt Ortnid als Zeitgenossen Dietrichs an, ohne zu merken, dafs
diese beiden herscher desselben landes einander ausschliefsen, und
ohne zu wissen, dafs die sage Ortnid stets für einen Vorgänger Diet-
richs ansieht. — Sonst führt er an neuen personen nur zwerge ein:
den Sintram I, 1643 und II, 3, der als Statthalter über Laurins berg
gesetzt wird, den könig der orientalischen zwerge Walharan (oder
Walberan)^ Laurins oheim, und seine mannen Lindunc, Polias und
Schiltunc. im Orient nennt er eine menge geographischer namen
(meist der bibel entnommen): die länder Armenia^ Judea und
Kananea (Chanachaz)^ femer India, die berge Sion^ Tahoi' und Num-
parier^ den Kmikasas, das tal Mamhre, den flufs Eufrates und das
Wasser Trimomjn, in Europa erwähnt er neu nur Isj)ania seiner
pferde wegen und Venedige als landungsplatz Walbarans.
Es erübrigt noch, einige worte zu sagen über die kunst der
verschiedenen am Laurin tätigen dichter. A, der eigentliche Ver-
fasser, der sich die fabel durch Verknüpfung zweier motive neu
schuf, ist auch dann für einen fahrenden spielmann zu halten, wenn
die nach 1202 nur in nn überlieferten verse ein später zusatz sind:
seine ganze höchst saloppe art, die sich sowohl in der mangelhaften
motivierung, wie in der lose gefügten metrik zeigt-), verrät ihn
deutlich, ein flottes erzählertalent kann ihm nicht abgesprochen
werden, doch so hoch, wie ihn MüUenhoif a. a. o. s. LIII preist
(er nennt den Laurin 'die glücklichste Schöpfung der freieren
^) Auch Müllenhoff ist DHB I, Lllf. im wesentlichen dieser ansieht,
nur dreht er das Verhältnis um: der Ilsan des Rg. soll aus der figur Ilsungs
erwachsen sein, nach dem, was oben s. XVI ausgeführt wurde, kann davon
nicht mehr die rede sein.
^) Im gegensatze zu Müllenhoff habe ich mich vor metrischen conjec-
turen peinlich gehütet; dem leser meines textes wird es hoffentlich nicht
entgehen, dafs ich daran recht getan habe: die bewahrung des überlieferten
ergiebt auch eine metrische technik, nämlich die eines spielmannes aus der
mitte des 13. jhs. dafs eine solche technik von der Hartmanns oder Gott-
frieds aufs stäi'kste abweicht, darf nicht wunder nehmen.
Verfasser und bearbeiter. XXXXV
Spielmannsdichtung^), vermag ich ihn nicht zu schätzen: die flottie
erzählung muls zu viele mängel der composition verdecken. A ist
in dieser beziehung das vollständige gegenteil seines coUegen und
Zeitgenossen, des ersten Rosengartendichters, der zwar recht hölzern
erzählt, aber doch stets bemüht ist, über den innern Zusammenhang
seiner geschichte klarheit walten zu lassen.
Wie der dichter A bisher zu gut, so wurde der Pseudo-Ofter-
dinger (über den zwischen beiden liegenden C ist ein urteil nicht
zu gewinnen) bisher zu schlecht beurteilt: er ist zwar gewifs keine
kraft ersten ranges, aber ein guter erzähler und aufmerksamer
motivierer; dabei verfährt er allerdings zu conservativ, sodafs es ihm
nicht überall gelingt, die von A verschuldeten härten der compo-
sition auszugleichen, mehr geschick konnte er in seiner bearbei-
tung des grofsen Rosengartens entwickeln; er ist von allen Rosen-
gartendichtern unfraglich der vergleichsweise bedeutendste (vgl.
verf. Rg. s. C). sprachlich und metrisch glatt, verrät er den grofsen
einflufs, den Konrad von Würzburg auf die schwäbische dichtung
des ausgehenden 13. jhs. gehabt hat.
Dichterisch am tiefsten steht der Verfasser der in K über-
lieferten Fortsetzung; er ist dem volkstümlichen geiste des stoflFes
in keiner weise gerecht geworden, denn er verbrämt die erzählung
mit theologischer Salbung und abstruser gelehrsamkeit. seine kennt-
nis der heldensage ist gering, dafür zeigt er II, 829. 884, dafs er
latein versteht; im übrigen vgl. MüUenhoflF a. a. o. s. LIV. seine
technik ist roh, was allerdings zum teil schuld der damals im süd-
östlichen Deutschland herschenden geschmacklosigkeit ist, zum
teil vielleicht auf rechnung der schlechten Überlieferung gesetzt
werden darf.
Die vorliegende ausgäbe der La urintexte ist gewissermafsen
eine ergänzung der 1893 erschienenen Rosengartenausgabe: die
nahen beziehungen, in denen der Rosengarten zum Laurin steht,
veranlafsten zunächst die nachprüfung des MüUenhofiTschen Laurins
auf grund desselben apparates, der von ihm benutzt worden war.
das ergebnis war das ausgeführte: Müllenhoffs text ist an über
den archetypus hinausreichenden conjecturen so reich, dafs eine
lectüre ein ganz falsches bild giebt von dem zustande, in dem der
Laurin wirklich überliefert ist. es wäre vielleicht nun genug ge-
wesen, die für notwendig befundenen abweichungen von MüUenhoflfs
texte allein in einer abhandlung zu publicieren; indefs würde da-
mit ein klares bild immer noch nicht erreicht worden sein, und
XXXXVI Schlufswort.
da eine ausgäbe des textes D bisher noch postulat war, so habe
ich es vorgezogen, mit diesem zusammen den alten text noch ein-
mal vollständig vorzulegen, ich bin mir übrigens, bei aller nötigen
Opposition gegen MüUenhoffs constructionen, wohl bewufst, dafs
mir durch seine und Franz Roths vorarbeiten meine arbeit aufser-
ordentlich erleichtert worden ist.
Soweit die entwickelung des Laurins der des Rosengartens
parallel geht, hat die hier geführte Untersuchung meine aufstel-
lungen von dem Verhältnisse der Rosengartentexte unter einander
nur bestätigen können, leider ist nun aus der geschichte des
Laurins zwar die richtigkeit der folge Rg. A, P, C, D deutlich zu
erkennen, aber nichts zu entnehmen für die einordnung des Rg. F
in jene reihe; das ist umso bedauerlicher, als meine einordnung
von F der einzige punkt meiner ausführungen ist, der mir ernsthaft
bestritten worden ist (AnzfdA. XXI, 73f.). ich kann hier nur erklären,
dafs ich bei meiner früheren meinung, nach welcher F sich vom
mitteldeutschen aste der Rg.-dichtung noch früher als P abgezweigt
bat, beharren mufs; meine beobachtungen, dafs in F noch keine spur
der einfuhrung Etzels vorliegt, und dafs allein in F die strophe
F III, 13 = D 63, nach welcher Eckehart den zug nach Worms
mitmacht, an ihrem platze ist (also in D nur aus einer älteren
Schicht der Überlieferung stehen geblieben, keinesfalls aber in F
aus D übernommen sein kann), sind in keiner weise entkräftet
worden, einige stützen für meine ansieht will ich hier noch an-
führen: die reimpare F III, 4,lf. und III, 6,lf. entsprechen den
abweichenden D 60,lf. und 62,1 f.; beide liegen auch in C, der
Vorstufe von D, vor und stimmen dort zu F, nicht zu D; F kann
also nicht auf D zurückgehen; ähnlich ist der reim F III, 8,3f.
offenbar altertümlicher als der, den D an der entsprechenden stelle
65,3f. bietet, es mufs also bei meiner einordnung von F in die
reihe der Rosengartenepen sein bewenden haben, dafs die entwicke-
lung des Laurins keine parallele zum Rg. F zeigt, bedeutet um so
weniger, als ja auch eine solche zum Rg. P eigentlich fehlt, denn
der Pommersfelder Laurin ist im wesentlichen noch der alte text,
Leipzig, im mai 1897.
6. Holz.
LAUßlN A.
Ze Berne was gesezzen
ein degen so vermezzen,
der was geheizen Dietrich.
niender vant man sin gelich
5 bi den selben zlten.
in stürmen und in striten
torste in nieman bestän.
er was ein wunderküene man,
er lebete an alle schände.
10 die besten in dem lande
die waren im alle undertän.
er was ein vürste lobesam.
die sines landes pflägen,
wie seiden si verlägen
15 ere unde vrümekeit!
schände und laster was in leit,
und swä si gesäzen,
wie seiden si vergäzen,
si prlsten in vür alle man,
20 den edeln ßernaer lobesam.
Dö sprach Witege Wielandes sun,
ein ritter biderbe unde vrum:
1 So pzfw; Ez was zv pem ges. Kvr. 4 Nirgen pzfw. vint pzv
sinen glich px. nach 4 hat w 2 v, mehr (s= 27f.). 5 gecziten p
6 beide in] an p. 8 so z%ov; pKr geben v. 8 wörtlich gleich v» 12
9— 12 «Ni (i. t. fehlt) tvf. 9 er] Yü p. 10 besten pzv^ fursten Kr
landes fKvr] dinstes pzw. 16 Laster vn schände p. 17 und ro p
18 wie] Gar p, 21 Witege tozf] sich p, c^ Kvr, 22 ritter] recke p
Hols, Laorin. 1
LAÜRIN A 23.
^ich weiz in niht in allen landen,
der s6 gar lebe an alle schände
25 also der edel Dietrich.
niender vint man sin gelich,
der s6 gröziu dinc habe getan.
man sol in prisen vtir alle man.^
Dö sprach meister Hildebrant:
30 ^[der getwerge] äventiure ist im unbekant
in den holn bergen,
der da pflegent diu getwerge.
des muoz man in von schulden jehen:
swer ir äventiur wil sehen,
35 der kumt in angest und in not.
si slahent manegen helt tot.
da hat er seiden mite gestriten
oder keinen kumber da erliten.
böte er den gesiget an,
40 ich wolde in prisen vür alle man.'
Die wile was der Bernaer komen
und hete ir beider rede vemomen.
er sprach: ^meister Hildebrant,
von arte ein wlser wigant,
45 und waere diu rede ein wärheit,
du betest mir's lange vor geseit.'
Hildebrande tete diu rede zorn,
er strafte den vürsten höchgeborn.
er sprach: ^swer wil sin ein biderman,
50 der sol sin rede verborgen hän,
unz er gehoeret, wie man'z k^re:
s6 hat er tugent und ere.
ich weiz einen kleinen man,
dem ist vil Wunders undertän.
23 in niht p, niemä fy kainen v{r), oo Kw. 24 so gar zfr{v),
da pK, c\D w. 25 edel harr D. Kvr. 26 Nirge pzf(w), sine glich p.
27f. oo pv. dinc Krf] wüder w. 29 spr. sich m. p, 30 der getwerge piVj
Reht f. ist pwj sint f. in rvz ist der v. verderbt, in K durch die auf
Hildebrant gewöhnlich folgende fonnel verdrängt, die audi in r vor 30 zugesetzt
ist 32 so fy der oo |). 35 oo p, dafür setzt p nach 36 zu Vrl brenge
sy gar i grose not. 38 da, pß dar in r, oo x. 43f. f>o io,
45 und Krvz{w\ ro pf. rede y ein p. 51 unz Krü, Biz p/Vü. gehört p,
weifs w(z)y v'nement /", derfertÄ^ mirck r, war nymt f. man ez Kr, man
sye p, 52 so pfr, Dez Kv»
LAURIN A 55.
55 der ist küme drier spannen lanc.
er hat manegem äne sinen danc
hant und yuoz abe geslagen,
daz wil ich iu vürwär sagen,
der groezer was dan sin dri,
60 den machte er aller eren vri.
er ist Laurin genant,
im dienent alliu wildiu lant,
alliu getwerge sint im undertän:
er ist ein künec lobesam,
65 küenest aller manne,
in dem Tiroldes tanne
hat er im erzogen zarten
einen rosengarten.
daz diu müre solde sin,
70 daz ist ein vadem sidin:
swer ime den zerbrseche,
wie balde er daz rsBche!
der müeste im läzen swaeriu pfant,
den rehten vuoz, die linken hant/
75 D6 sprach von Berne her Dietrich:
'ist ez ein degen herlich,
ich habe dan niender einen gesellen,
der ez mit mir wägen welle,
ich wil suochen die rösen röt,
80 solde ich komen in groze not/
Dö sprach Witege der degen:
'ich muoz der reise mich erwegen
mit iu, vil Ueber herre min.
ich wil iuwer geselle sin
85 [dort hin ze dem garten:
da sül wir äventiure warten].
56 manchen p. 57 Hende vnd fuez Kvr. 58 iu oo p. 59 dan
sin Kvr, wan einer pzw, 60 eren 'pv(z)f sorgen Krw. 61f. in w be-
reits fuich 54. 68 alliu zwKr, Dy jpv. 65 Eune pwr, Ein künig v;
Kz zerstört; in f lautet der vers Vnd ist auch vö konst ein man. 67 er a?,
GzpK. erzogen fKrv{w\ geheyt|). so zarte jj, vil zarten K. 72 balde fKrv^
schire pw. er a?, ez p, 73 muz p. 76 ist ez Kw{r), Ez \%ip{f). 11 niender
einen Er] keyne w;, niht den f. Han ich nu irgen eynö gesellen p. 79 wil pK(z)y
müz fivrv. suochen pzr, sehen fwv, prechen K. 82 muoz pwKv, wil fr.
erwegen pto, verbogen Krvf. 83 vil uj, wil ich pKv, c>^ fr. 85f. stehen
nur Kr. 86 äventiure r, an einander K
1*
LAURIN A 87.
wird ich den garten sihtec an,
den trite ich nider in den plan/
Uz riten die birssere
90 durch hovelichiu maere:
daz ein was her Dietrich,
von Berne ein vürste lobellch,
daz ander was der snelle
her Witege sin geselle.
95 dö riten die zwirne recken balde
birsen ze Tiroldes walde.
dö die zwene küenen man
kämen in den grüenen tan,
dö riten si bi einer wile
100 des Waldes wol siben mlle.
dö kämen die beide küene
üf einen anger griiene
vor einen rösengarten.
mit guldinen borten,
105 mit golde mid mit gesteine
[dämite] bete Laurin der kleine
die rösen schöne behangen.
in mohte niht belangen,
der in solde sehen an,
110 der muoste al sin trüren län.
vil wünne an dem garten lac:
die rösen gäben süezen smac
und darzuo liebten schin.
des kämen si in gröze pin.
115 Dö sprach von Berne her Dietrich
daz wort gar gezogenlich:
^Witege, lieber geselle min,
daz mac wol der garte sin.
89 birsaere fv, ^nsere pKz. 91 eyne px. 92 von Berne ftor^cx^pzEv.
95 recken p, degen wKv, fursttl r^ c^ f. 96 biraen fv(K), oo x. zv tyroUez
wald Kj zfi tyrolf de walde f, Zcu tyrolde vor dem walde pw, Für tirol
in den waldt rv. 97f. und 99f. in lo vertauscht 98 so Kr{v), vf den
grüne plan pw. 102 anger fKrv] plan p. 4 mit MÜUenho/jt] Dy pr^
Do dy w, Für dy v, Vnd für die K, Dar ane ein /*, Mit eyner z. 7 schöne Kvr]
stocke pfw, wol z, 8 belangen Krvf] erlangen pzw. 10 al rv) p.
13 so Kv{z); Dar zcu gabin sy lichten schin p. 14 sy beyde I p.
L AURIN A 119.
davon uns Hildebrant hat geseit.
120 ich vürhte, wir komen in arbeit.
als ich mich rehte kan verstän,
des garten pflit ein biderman.
die rösen gebent süezen smac:
beidiu naht unde tac
125 möhte mich ir niht verdriezen.
daz si uns iht in liezen!^
Do sprach Witege der degen:
^sin welle dan der tiuvel pflegen
mit seltsaenen Sachen,
130 ich muoz im der höchvart minner machen,
die ez an den garten hat geleit.
erbeizet von dem rosse, des ist zit/
Do erbeizten die helde küene
nider üf die grüene.
135 Witege der wlgant
sluoc die rösen abe zehant
in dem rösengarten.
die guldinen borten
wurden getreten in den plan.
140 daz gesteine muost sin schinen län.
also wir'z hän gehoeret,
diu wünne wart zerstoeret,
swaz vröuden an dem garten lac.
die rösen liezen iren smac
145 und darzuo im liebten schin:
des kämen si in gröze pin.
der vadem wart zerbrochen:
daz wart aü in gerochen,
si säzen nider üf daz gras.
150 ieglicher sines leides vergaz.
123 geben fw, gaben Kvpz, 25 mich rwf\ mir K^ vns p. ir wK\
sin /V*, oo|). 26 icht en lizzen pw, nicht verliessen K. Der mich mit gmach
liesse r, Der vns lange drynne liezze /". 29 selczsamen p. 36 abe rv,
al w, oo Kpzf. " 37 dem Kr\ den pzw, 38 Vnd die Kwzf, 41 wirs
vor han p. 44 liezen x\ vorlom p. 45 und no p. irn liebten
schin KrD] leyte sy sich dar in pu>{z). 46 sy sint i p. nach 48 hat v
allein 2 v. mehr:
Her diettreich ein fürst fein
Vnd her wittich der gesel sein.
1
6 LAUMN A 151.
Seht, dö kam dort her geriten
ein getwerc mit swinden siten,
daz was Laurin genant.
ein sper vuort ez in stner hant
155 be wunden wol mit golde,
als ez ein vürste vüeren solde.
vorne an dem sper sin
da swebete ein banier sidin,
darane zwene winde,
160 sam si liefen swinde
in einem wilden walde
nach einem wilde balde.
si stuonden, sam si lebeten,
dö si an dem banier swebeten.
165 sin ros was ze der siten vech
und in der groeze als ein rech,
darüf ein decke guldin,
diu gap in dem walde liebten schin
von gesteine also der liebte tac.
170 der zoum, der an dem rosse lac,
der was röt guldin,
als in der kleine Laurin
bete in der linken hant,
dö er die zwene vürsten vant.
175 der satel üf dem rosse sin
der was helfenbeinin.
der satelboge gap liebten schin:
darane lac manec rubin.
sine stegereife wären von golde rieh:
180 darinne stuonden im sine vüeze ritterlich.
sin beingewant was röt als ein bluot
kein swert anwart nie so guot,
daz ie so wol getöhte,
daz darüf gehaften möhte.
151 Seht Krzß Sich p, dort her c>op. 54 in x] an p, 56 vürste a;]
konig pw. 61 wilden Knvfz] witö pv. 168 sie stuonden Kz] Also
st. sy v(w), Staden sy p, 65 der wr{f)] einer Kv, de pz. wech p,
weich Zf weys w. 66 r§ch x] geyls ziv. 69 Von deme gest. pK
liehte Krw, oo pzf. 77 Die satel böge gaben p. 81 als x] sam p.
82 wart x. 84 gehaftin Wj gehefte pv^ gehelfen K,
LAGRIN A 185.
186 sin brünne was üzer mäzen guot:
si was gehertet in trachenbluot,
von golde gap si liebten schin.
kein swert mobt nie s6 guot gesin,
daz si möbte gewinnen.
190 si was geworbt mit sinnen. •
darumbe lac ein gürtellin,
daz mobte wol von zouber sin:
davon bet ez zwelf manne kraft:
des wart ez aUes sigebaft.
195 des gesigete ez ze allen ziten
in stürmen und in striten.
ez vuorte ein swert umb sinen lip,
dämite huop ez manegen strit.
daz was einer spanne breit.
200 stabel stein isen ez sneit.
sin gebilze was guldin.
der knöpf der gap liebten scbin:
darüz scbein der jächant.
daz swert was bezzer dan ein lant.
205 sin wäpenroc was sidin:
von gesteine gap er liebten scbin,
von maneger bände sacben,
mit zwein und sibenzec vacben.
den vuorte ez ze allen ziten
210 in stürmen und in striten.
sin beim was röt guldin,
darane lac manec rubin
und däbi der karfunkel.
diu nabt wart nie so tunkel,
215 er lübte sam der liebte tac
von dem gesteine, daz an dem belme lac.
darüf ein kröne von golde,
sam si got selbe vüeren solde.
186 in Krz] vz p, mit vw. 90 sinne ( : gewinne) p, 98 iz hatte p.
95 geseyget p. zu 197—200 vgl, anmerkung. 2 das zweite der p, c>o x.
203 — 8 oo ti7. 4 was Kvr\ ist p, 6 von gesteine a;] Mit golde p.
7 Sache p, 8 zwein Kvr\ sebin p. vti mit s. v. p. 209f. ro p.
9 den rvf\ Die Kw. 18 däbi wfz] euch p, dar zw v, auch dar zv K,
15 er x\ Ez p. lichte rvwz^ oo Kpf. 16 steynep. 18 got selber pz,
ein künig vw, ein engel K, ein mensch v. vüeren Krwz] wuschen pvD,
8 L^ÜBIN A 219.
üf der krönen obene
220 sangen wol die vögele
in allen den gebaBren,
sam si lebende waeren.
mit listen wart si erdaht
#^ und mit zoaber dar braht.
225 ez Yuorte ein goltyarwen schilt,
der wart mit spem nie yerzüt,
darane Ton golde ein lebart,
sam er wolde an die yart:
also stuont er, sam er lebete
230 und nach anderm wilde strebete.
Laurin kam yür den garten geriten.
die vürsten heten sin gebiten.
dö ez in kam so nähen,
daz si ez beide ane sahen,
235 d6 sprach Witege der degen:
'got müeze unsers heiles pflegen!
Dietrich, lieber geselle min,
daz mac yil wol ein engel sin,
sant Michael der wise,
240 und ritet üz dem paradise.^
Dö sprach der von Beme:
^den engel sihe ich gerne.
den heim solt du binden baz:
ich vürhte, ez trage uns beiden haz.
245 und ist sin eigen dirre plan,
so hat ez guot reht daran/
Dö ez in kam so nähen,
si begunden ez enpfähen:
si gruozten z, die vürsten höchgebom.
250 dö sprach Laurin üz grözem zom:
*wer hat iuch tören geheizen
_ hemider üf den plan beizen
221 geberden p. 23 si z] ir rv, ez K, c>kj pw. 26 nie wKvr] gar f, oo p,
verzilt Krwf\ durch zcilt pv. 29 also Kvr, c^ pzfw. Her stüt wz, Vfl
stfint f. 82 gebiten Kr{w)\ er beyten p(f). 84 ane oo p. 39 Sente
michel p. 42 se ich p, 43 binden pzrv] verpinten Kw. 44 vns' p.
beiden K, oo x. 45 und aj, oo p. eygö sin p, 46 guot K\ auch v, oo jxr.
daran x\ getan p. 49 si gruozten'z io[Kvr)'\ Iz gruzte p{z), 50 dö
spr. L. Kvr(w)'\ Laurin spr. p. zu 51 — 8 vgl. anmerkung; die partie steht so
in Kr, auf vier v. (53f. 57f.) verkürzt in pfw, verderbt in v, fehlt z.
LAURIN A 253. 9
und iuwer gurren spannen
üf mtnen grüenen anger,
255 den ich hän geheien
vor manegem toereschen leien
und beschirmet vor manegem man?
ir müezet mir swseriu pfant län!
wer hat iuch esel des gebeten,
260 daz ir mir hat zertreten
die mine lieben rösen röt?
des komet ir in gröze not:
iuwer iegllch gebe mir ein pfant,
den rehten vuoz, die linken haut/
265 Des antwurte ime her Dietrich
harte wol gezogenllch:
^neinä, du vil kleiner man,
du solt dinen zorn län:
man sol niht vürsten pfenden
270 bi vüezen und bi henden,
die wol gaeben riehen solt,
beidiu silber unde golt.
hin gein des meien zit,
s6 got die sumerwünne git,
275 so koment uns aber rösen vil.
vürwär ich daz sprechen wil.
[man sol niht vürsten pfenden
bi vüezen und bi henden.]
ich hän guotes also vil,
280 daz ich dir pfant niht geben wil/
Daz getwerc was Sprüche vri:
^ich hän m^r goldes dan iuwer dri,'
also sprach der kleine Laurin,
Vaz vürsten müget ir gesin?
255 f. 80 nur r; Den i. h, behalten Vor m. twergt starken K.
W hat vch geheyzen spannen
Vwer gurren vf mynen anger
Den ich han geheit vor manchem man
Jr muzzet mir sw'e phant hy lan p.
59 deapfr] her wKz{v). hat nach des p. 60 mir x, o^ p. 61 diex<^p.
m. vil 1. p. 63 iclich z, ichlicher pvw, yeslicher r, yeder K. 66 harte w]
Recht V, gar x. 6? neinä rvfz] Neyn pKw. vil 00 prv. 71 Dy do
wol p. 77f. stehen nur Kv, 79f. osjip. guotes w] silber vnd gold Kr{v).
10 LAÜRIN A 285.
285 und sit ir zwöne edel man,
s6 hat ir unedelliche getan.
waz hat ir gerochen,
daz ir mir hat zerbrochen
den mlnen rösengarten?
290 und die guldinen borten
hat ir getreten in den plan,
und hete ich iu kein leit getan,
s6 soldet ir mir hän widerseit
295 und hetet mich darumbe bestän:
daz waere vürstenliche getän.^
Dö sprach Wielandes sun,
ein ritter biderbe unde vrum:
*daz hoert ir wol, her Dietrich,
300 ir tuot im aber niender glich.
der kleine ist so tumber site
und redet uns sinen willen mite
und sinen grözen übermuot.
ob ez iuch herre, dünket guot,
305 und diuhte ez iuch gevüege,
bi dem beine ich z umb die want slüege."*
Dö sprach der Bemaere:
^got ist ein wundersere.
ob got sin wunder hat getan
310 und geleit an disen kleinen man?
wist ez an ime niht manheit,
ez hete uns s6 vil niht geseit
so üppiger maere,'
also sprach der Bernsere,
315 Vürwär ich daz sprechen sol:
in öret ouch diu werlt wol.
285 und Kvrfz, oj ^w. 88 mir oo pK. 89 den Kvrf, ro pzw.
90 und Xy no p. 92 und Krzf, o<i pwv. zu 293—6 vgl. anmerkung;
93 sult p. 94 f. Vnde hettet eyne sfcrit Nu geleit vffe eynö plan p.
97 sprach sich w. p. 98 ritter x] recke p^ forste z. 99 ir oo p.
300 niender] keyn p. nach 300 hat v allein 2 v. mehr:
Das ir sey[t] ein künig lobsam
Vnd lasset solich red für orn gan.
301 deine d' ist j?. tümesp. 4 dünket pzfrv] deuchte tvK. 5 und oojp.
6 want fw, mawer Kr, erde pz, stain v. 12 niht ro p. 13 So wil opiger p.
14 also wzvr, So p, Do K.
LAÜRIN A 317, Müllenhoff 319. 1 1
an den got ere hat geleit,
den eret man billich ze aller zit
mit triuwen und mit 6ren.
320 nu volge miner lere:
hie üf dirre grüene
wis küene und niht ze köene.
swer wil sin ein biderman,
der sol vil vür ören läzen gän
325 und tuo, als er es niht enhoere
(so hat er's vrum und ^re),
unz in diu rehte not gät an,
s6 bewlse er denne, waz er kan:
s6 lebet er äne schände
330 in eim ieglichen lande.'
Witegen tete diu rede zorn,
er strafte den vürsten hochgebom:
*swer gibt, daz ir sit ein biderman,
zewäre der muoz liegen dran,
335 swer gibt, daz ir sit ein recke:
nu törstet ir niht ein müs erschrecken,
vürhtet ir nu daz kleine,
daz dort habet vor dem steine:
da tröwet ir niht vor genesen,
340 der unser ein möhte tüsent verv^-^esen.
wan daz got wol weiz:
ez ritet ein ros als ein geiz,'
also sprach Witege der starke man,
*ich törste sin tüsent bestän.'
345 Dö sprach der kleine Laurin:
^her Witege, ir weit gar übel sin.
322 Biz p, 23—30 oo y. Wer do w, Der da z, Wer x. 24 vil
vür ören] vil vor sene ere w, vor syn owgin z, für orfi r, red für herm K^ vii
red r. 25 als wr] al ab z, sam v. es v\ sin wr, f>o z. enhoere wv\ höre z,
hab gehört r, Vncz er merck wie man ez keer K. 26 so oo z. hat
or sein K, Dez hath he z, gewynnet her w, foligt im v, vrum K\ gut w,
lobt V, oo z. So wirt sein gmüt zerstört r. 27 unz r] Vnd wen w,
Wan daz z. Als K^ So v, in ar] dich Ä", mich v. diu lor, cx^ x. rehte ivKr]
erhafPt v, grofse z. 28 bewise tov] ertzaig r, werbe z, lasz her für K,
denne torz, ckj Kv. 29 So geseget her w, Vnd der lebit z^ Vnd peleibt v,
So gelingt im r, oo K. 34 zewäre K, oc> x, 35 W' daz iet p.
36 müs xl hüt j?, man K. 38 dort Kvrf] da pzw. habet fr] helt x.
zu 40 vgl. anmerkung. 41 wan] Waz p. 44t siner px.
12
LAURIN A 347, Mh. 851.
ir weit gar der tiuvel wesen.
mac aber iemau Tor ia genesen,
und Sit ir ein biderman,
350 so sült ir mich alrerste bestän.
ich wil iu selbe raten daz:
gürtet iuwerm rosse baz,
und diuhte z iuch gevüege,
so gürtet iur vürbüege.
355 ez muoz ein just von uns geschehen,
ez möhte ein keiser ane sehen/
Witege der vil küene man
der erbeizte üf den grüenen plan.
vürwär sült ir wizzen daz,
360 er gurte sinem rosse baz,
ez dühte ouch in gevüege,
er gurte sin vürbüege.
an stegereif er in den satel spranc,
des Seite im Laurtn guoten danc.
365 bi den selben stunden
die helme si verbunden,
gein einander si dö stuben
sam zwene valken, die da vlugen,
der ein gröz, der ander kleine,
370 wan Laurin der was kurzer beine.
her Witege der vselte sin:
dö traf in der kleine Laurin,
er stach in nider in den kl6.
hem Witegen tete diu schände we.
375 Dö erbeizte Laurin der küene
nider üf die grüene.
dö wolde ez nemen swaeriu pfant,
den rehten vuoz, die linken haut.
848 ymant pzicv, niemant Kr. 49 und wzKtj oo pfv. 50 alrest p, vö
erst fzKr, am ersten v, Czum ersten w. 52 Ir gurt A vr. 53f. nur pK.
und oo p. dunck K, 54 sd p] Ir K. gurtz p. 56 keiser x]
keyserynne p. 57 vil j?, po x. 58 der j?, oo x. nid' auff rv.
grüenen j?, oo x. 60 er gurte a:] Do gurt er p. 61f. stehen nur wf.
62 gurte] gorte ouch w, spante f. 66 verbunden x\ beyde bunden pz.
67 stuben rf] zvgen Kvw, sluge p, geczogin z, 68 sam pf\ Als x.
69 eyne px. 70 der p, o<> x. 71 der pr, ro Kvwz. velte pzw,
verfeit Kv, helt r. 72 kleine a;, oj |?. 77 sweeriu Kvr'l eyn pz^ sine /", oo w.
L AURIN A 879, Mh. 383. 18
waere der Bemaer niht komen,
380 ez waem Witegen swaeriu pfant genomen.
Des gewaldes den Bemsere verdroz,
daz swert er über Witegen schöz.
er sprach: ^neinä, du vil kleiner man,
385
lä den helt geniezen min:
ja ist er min geselle,
daz wizze, swer da welle,
und ist mit mir üz komen.
390 würden im solhiu pfant genomen,
des h^te ich iemer schände,
swä man ez in dem lande
Seite von dem Bemaere.
daz waeren mir hertiu maere/
395 Dö sprach der kleine Laurin:
Vaz ahte ich üf den namen din?
du sagest mir ein maere
von dem Bemaere:
davon ich hän vil vemomen.
400 mir ist liep, daz du bist her komen.
des muost du mir läzen swaeriu pfant,
den rehten vuoz, die linken haut.
ich wil dich bringen inne
miner kraft und miner sinne.
405 du zerbraßche mir minen garten,
mine rösen und mine borten
die hat ir mir getreten in den plan:
des wil ich iuch enkelden län.
ich dünke iuch nie so kleine sin,
410 waeren iuwer hundert, der wolde ich gewaltec sin.'
Her Dietrich von der rede lie,
ze sinem rosse er dö gie.
[an stegereif er in den satel spranc,
des Seite im Laurin guoten danc]
382 daz x] Eyn p, 83 ff. vgl. anmerkung. du x, oo p. kleiner man x]
cleyne laurin pz. 87 und 88 in p vertauscht, ja ist er Kvr{w)\ Her ist yz.
90 phant by mir g. p. 400 her x^ oo pr. 7 die und mir x,oo p.
10 Vnd wer Kr; vgl, anmerkung. 11 liz p. 12 dö x, oo|). gie fr{K)'\
lif pwv (z). 13f. stehen nur in pzw.
14 LAÜRm A 415, Mh. 419.
415 daz getwerc begunde er hazzen,
daz sper begunde er yazzen
ritterlichen in die hant.
dö kam sin meister Hildebrant
und der wüetende Wolfhart,
420 der sich an strlte nie yerspart,
und von Stire her Dietleip,
die brähte ez alle in arbeit.
Hildebrant der wlse man
rief dö sinen herren an:
426 *vil lieber Bemaere,
nu hoerä disiu maere:
vemimest du niht mine lere,
so verliusest du llp und ere.
du kennest des getwerges niht.
430 din riten ist gein ime ein wiht.
solde al diu werlt zuo gän,
ez stichet dich nider üf den plan:
so verliusest du din ere,
so kanst du niemer mere,
435 du vil tugenthafter man,
an keines vürsten stat gestän.
ich rate dir, ritter küene,
erheize nider üf die grüene:
ze vuoze solt du ez bestän
440 (niht baz ich dir geraten kan)
und nim in dine sinne,
du mäht sin niht gewinnen
durch sin vil guotez gesmide
mit keiner hande snide.
445 helt, du solt tuon daz,
und versuoche din sterke deste baz:
slach ez mit dem knöpfe umb diu ören
und mache ez ze einem tören.
415 begunde rw] wolde px. 18 meister x] man her p. 24 dö fr,
oo px, sime h'ren von dan p. 28 lip pz] gut w, preis rv, ro K, 29 Kenes
du p. . 30 yme gar eyn p. 31 zuo gän pw{zv)] an dir stan fK{r).
32 üf fzrv] in Kpw. 34 kanst j?2:u;] getarst frv. 35 vil rv{f), c>opzKw,
36 an fr, o^ pw. gestan ftvr] vor stan p. 38 wedir p. 42 Do p.
47 umb diu ören x] vf sin ore p.
LAURIN A 449, Mh. 453. 15
dir welle dan got nihf bi stän,
450 so gesigest du im an/
Her Dietrich des niht enliez,
er tete, daz in sin meister hiez,
er erbeizte nider üf den plan.
dö sprach der mortgrimmege man:
455 ^Laurin, dir si widerseit,
nu rieh din gröz herzeleit.'
dö sprach der kleine Laurin:
Vil edeler herre, daz sol sin.'
den schilt ez vazzen dö began,
460 den Bemsere lief ez an,
ez sluoc im einen swinden slac,
daz ime der schilt üf der erden lac.
her Dietrich zürnen dö began:
daz kleine getwerc lief er an,
465 er sluoc ez üf sines Schildes rant,
daz er im viel üz der hant.
er mohte mit sinen sinnen
Laurines niht gewinnen.
her Dietrich von Beme
470 het ez betoubet gerne,
als er von Hildebrande hete gehört:
er wolde ez haben betört,
er sluoc den kleinen Laurin
mit dem knöpfe umb diu ören sin,
475 daz ez also lüte erklanc
einer halben mile lanc
von des helmes döne
und von der guldinen kröne.
Laurin der kuonheit vergaz:
480 ez wiste niht, wä ez was.
ez greif in die taschen sin
und nam ein helkeppelin.
449 bye be atan p. 53 beyzte pf, 59 vazze iz p. dö /", no x.
63 dö r, oj pK, 66 so Kvf(wr); Daz h* yme vz d' hant sprang pz,
74 umb diu ören rvf\ vf de heim pK^ vmb das gehöre w, vmb daz bubt z.
81 in die taschen v(Kr)\ cu der taschin z, zcu den sytö p(w). 82 und
nam Kr\ Do iz weste pwiz), Es zukt dar aus v. helkeppelin p, helis k. z,
heim k. K^ heren k. w, darn k. vr.
16 LATJRm A 483, Mh. 487.
der vü kleine recke,
dämite er sich bedecke,
485 daz sin der Bernser niht ensach.
des kam er in gröz ungemach.
ez sluoc im an den stunden
vil tiefe verchwunden,
daz dem getriuwen man
490 daz bluot durch die ringe ran.
dö sprach der von Beme:
^nu slüege ich dich vil gerne,
nu enweiz ich, war du mir bist komen,
oder wer dich mir hat genomen:
495 du bist in kurzen stunden
vor minen ougen verswunden.'
her Dietrich der wigant
sluoc nach im in ein steinwant
mit grözem zome unde nit
500 einer eilen tief und wit.
Laurin der kleine man
lief aber hem Dietrichen an:
dö sluoc ez nitliche
üf den vürsten riebe.
505 her Dietrich dran sich wol verstuont,
also die wisen aUe tuont
(des betwanc in gröziu not):
sin swert er ime ze schirme bot.
Hildebrant der wise man
510 rief aber sinen herren an:
^wirst du von dem getwerge erslagen,
ich kan dich niemer mer verklagen,
und wolde ez mit dir ringen,
so möhte dir baz gelingen.
484 80 Kvr. sich wol bed. Kr. Daz her sich da myte bedecke p. Mit
488 setzt H ein; Jm vil H. verch oo H. 91 der x] h' diterich H.
92 vil Hf] vö schulde pKv, also wzr. 93 nu EfWf r<ipK{vr). Ich weyz pK.
en oo oj. nicht wo du bist hine pwKvr (text nach Hf). mir H, rs3 x. 94 dich
hat vö mir p. benume H. 99 vfi mit n. p. 504 so pwK{v); Vf h*n
diteriche H. 5 Dietrich ro H. dran Hp^ cx^ x. 7 twanc in di gr. H.
8 ime ro Hw. schirm! Hp, 10 sime hern hin dan p. 12 kan] mag p.
mer oo H. 13 und oo p.
LAÜRIN A 515, Mh. 519. 17,
515 helt, so laz ez von dir niht:
s6 Wirt ime sin helkeppelln ein wiht/
Dö sprach von Berne der küene man:
^kseme ich ez mit ringen an,
lihte gelünge mir baz/
520 dem getwerge truoc er alr^rste haz.
Laurin sich des schiere versan,
daz der tugenthafte man
ringen an ez gerte.
vil schiere ez in gewerte.
525 sin swert warf ez üz der hant,
hern Dietriches swert ez underdranc.
dö viel ez dem reinen
nider umb diu beine:
dö vielen si beide in den klö.
530 hern Dietriche tete diu schände we.
Dö sprach meister Hüdebrant,
gar ein wlser wlgant:
^Dietrich, lieber herre min,
zerbrich ime sin gürtellin;
535 so mäht du werden sigehaft:
davon hat ez zwelf manne kraft.'
ir ringen was michel und gröz,
daz es die vürsten s§re verdröz.
her Dietrich wart ein zomec man:
540 man sach im von dem munde gän
sam von der esse tuot daz viur.
allez guot was im tiur.
er greif im in daz gürtellin,
üf huop er den kleinen Laurin,
515 helt v] Nu Hi h r (nach ez) ti;, oo a;. 16 helcap zu wicht S.
17 D. spr. der mortgrümege m. p. 18 raugin JET. 20 alrSrste Hw, oopx.
21 des x] dar an p, oo H. schiere x\ wol p. 22 d. mortgrümege m. p.
23 Rangin H, ez Hf] yme pwK, in rv, 24 vil Hrv] Wy pfK^ os^ w.
26 diterich Hp. ez oo H. underdranc Hpw] vntersprank Kv, vnder rant fr,
27 so pfwfvr) ; Do vil d' vil deine H, Do viel ez an den selben risen K.
28 nider fr\ Jm fl", Krefftigleich v(K), c\^pw. diu HKr] Bmepfwv. 31 meister x]
sich meyst' p, h' Ä 32 so HwKr; Von art eyn w. w. pzv^ Ein vil
w. w. f, 33 vil lieber p. 34 Nu zubrich H. sin HfK] daz px.
35 mäht du x] muztu Hr. 37 rangin fl". 38 s§re wzD] gar Kv,
also r, rvj J3p. 39 wart -H] was px. 40 imooj). dem] sime p.
41 vor H, 42 gut daz w. JET. 43 begreyf p. in ro p. 44 kleinen oo H.
Hols, Laurin. 2
18 L AURIN A 545, Mh. 549.
545 von Beme der vil werde,
und stiez ez wider die erde,
daz ime sin gürtellin zerbrach,
des kam ez in gröz ungemach.
daz gürtellin viel tS daz lant:
550 üf zucte'z der aide Hildebrant.
zwelf manne sterke böte ez verlorn,
hem Dietriche was vil zom:
er sluoc ez nider tlf den plan,
dö erschrei daz getwerc wünnesam,
555 daz ez also lüte erhal
über berc und über tal.
Laurin der vil kleine man
rief hem Dietrichen an,
ez sprach: * würde du ie ein edel man,
560 des solt du mich geniezen län.
helt, nu vriste mir min leben,
ich wil mich dir vür eigen geben
und wil dir wesen undertän
und darzuo allez daz ich hän/
565 Laurlnes bete was ein wiht,
der Bemaer bete der güete niht.
er sluoc ez nider üf die grüene,
daz erbarmte die beide küene.
Laurin der kleine man
570 rief hem Dietleiben an:
^nu hilf mir, werder Dietleip,
von Stire ein ritter unverzeit!
du solt mich des geniezen län,
daz ich dlne rehten swester hän.
575 nu hilf mir, degen höre, .
durch aller vrouwen 6re.'
545 Her dytherich von b'ne p. 46 und] Er Kv, oo p. ez] mp. 48 Iz
qua sint in gr. u. H. 50 Hildebrant sc] wigant p. 51 sterke]
craft pfv. 52 vil j?, ro Er, 53 sluoc x] stiz M. 57 vil ro p.
59 H' sp. jBT. wurdistu Hp. ie pw, ro Ex, edel Er] kune p, pyder Kvtv,
61 nu] 80 jff. 62 mich ro p. vür] zu H. 63 wesen] ouch sin Ä
64 und ro H. darzuo oj p. 65f. c>o E, 67 sluoc] stiz E, nider ro ff.
68 beide] ritt' H. 70 D' rif E. hern] da pf, oo E. ditlip H, dytherichen p.
71 mioopK, 72 stiem E, steyri p, unverzeit] gemeit p(tD). 73 Des
saltu mich E, 75 nu] So H, oo p. degen] swester p.
LAURm A 577, Mh. 581. 19
Her Dietleip des niht enlie,
ze hem Dietriche er dö gie.
er sprach: 'edeler herre Dietrich,
580 von Beme ein vürste lobelich,
gebet' mir den kleinen Laurin,
als Kep iu alle ritter sin/
Dietleibes bete was ein wiht,
der von Beme hete keine güete niht.
585 Dietleip der junge man
rief aber hem Dietrichen an:
'gebet mir den kleinen Laurin,
als liep iu alle vrouwen sin.^
Dö sprach von Beme her Dietrich
590 daz wort gar zomeclich:
*din bete ist gein mir ein wiht,
Laurines engibe ich dir niht.
ez hat mir leides vil getan,
des wil ich ez enkelden län/
595 'Nein,' sprach Dietleip der degen,
*ir stilt mir den zom ergeben,
vil edeler vürste von Berne,
s6 wü ich iu dienen gerne
und wü iu wesen undertan,
600 die wile ich daz leben hau.'
Dietleibes bete was verlorn,
daz machte hem Dietriches zorn.
'niemannes ez geniezen kan,
ez muoz im an daz leben gan,
606 sold ich din dienest hän verlorn.'
daz was Dietleibe zom.
577 Her d. her dez j?. 78 h'n b'ner he H, dö oo p. gie r] lif x.
79 vil edeler p. herre oo p. 81 Gib p, 582—7 oo pzv. 83 H' ditlip
b. w. zu wicht H. 84 hete k. güete Kr\ achte kein rede H. statt
583f. steht in w
Her dittelips bete was vorlom
Das machte her ditterichs czo[r]n.
dasselbe auch in r, jedoch neben 583f. und vor dies verspar geschoben.
86 aber r, oo HKw. 88 Also lib also p. 90 zomeclich H] gezcogentlich px.
92 Laurin geb S". 96 ergeben K] geben x. 97 vürste] h're H.
601 und 2inH vertauscht. H* ditlip b. H. bete] rede p. 2 so pwK (hem (>^p) ;
H* diterich sp'ch mit zom H(frvz), 5 din Hr] myn pw: 6 was H]
wart p, tete wr. vil zcom p.
2*
20 LAÜRIN A 607, Mb. 611.
Her Dietleip des niht enlie,
ze sineiu rosse er dö gie,
an stegereif er in den satel spranc,
610 des Seiten ime die herren danc.
er was ein mortgrimmeger man,
daz ros ze beiden sporn er nam,
dö reit er ritterliche
ze hem Dietriche.
615 [er sprach:] ^noch gebet mir den kleinen Laurln,
als liep iu mlne hulde sin.'
Der Bernser von zome niht ensprach.
Dietleip daz an im wol sach,
daz er erzürnet wsere,
620 der edel Bemsere.
er gevienc den kleinen Laurin
bi der lichten brünne sin,
er vuorte ez über die beide,
ez waere dem BernsBr liep oder leide.
625 Von Berne der vil küene man
der rief Hildebranden an:
*heiz mir min ros her ziehen!
ja wil er mir enpfliehen,
der mir gröz laster hat getan
630 und mich sin niht ergetzen kan.'
Sin ros zöch man im üf den plan,
darüf saz der küene man.
im was leit unde zom,
sine güete h^te er verlorn,
635 vor zome began er wüeten.
er sprach: *iuch welle behüeten
der tiuvel üz der helle,
ich riebe mich und minen geseUen.'
Her Dietrich über die beide rant.
640 dö volgete im meister Hildebrant,
608 gie v\ lif a: (: rief rw). 10 h. gute dang jp. 12 er ruich ros piov,
13 h' so r. H. kleinen wKv, o^ Hp. 16 Also lib alz p, 17 Der] ff K von]
vor Htw. 18 Her d. daz wol an i. s. p. 19 zcornig pwK. 21 er
gevienc Kw] Do vinc he fl", Dyteleyb myt p, demp. 23 ez p] in Hx. 26 der
rief H] Rif hern p, Rief x. 28 er] ez Kw. 29 der] Dy p, Das w. gröz oo JB".
30 mich] ich H. 31 im oo p, 32 küene] mortgrümege pw. 35 began]
ginc X. 36 iueh H] dich tvr, in p, 639 oo H. 40 meister] sin man h' p.
LAURIN A 641, Mh. 645. 21
Witege unde Wolfhart
die riten ouch an die vart.
her Dietleip was vil biderbe,
er reit gein ime her widere.
645 Laurin den kleinen man
h^t er verborgen in den tan.
als er den Bemser ane sach,
daz wort er gezogenllche sprach:
^noch gebet mir den kleinen Laurin,
650 als liep iu alle tagende sin.'
Hern Dietleibes bete was verlorn,
daz machte hem Dietriches zom.
daz sper begunde er senken.
Dietleip wold ime niht wenken.
655 seht, die zwene edeln man
riten gein einander an.
üf einander si dö stächen,
diu sper si beide zerbrächen.
dö erbeizten die helde küene
660 nider üf die grüene.
under die schüde si sich bugen,
zwei scharfiu swert si dö zugen.
die zwene vürsten lobesam
liefen beide einander an.
665 si huoben den allergroesten strlt,
den man ie vor oder slt
sach gestrlten zwene man:
also wart er von in getan.
von ir beider strlte daz geschach,
670 des kämen si in gröz ungemach.
in was üf einander zom,
si träten in die erde unz über die sporn.
ir siege wären michel und gröz,
daz ez durch die helme döz.
42 riten] hüben sich p, an] vf p, 43f. oo H, biderbe] drehe p.
44 wede p. 45 d' deine Sp. 46 dem p. 47 gesach Hw.
49 noch oj H, Geb jff. 50 Also lib also p. tugendo Hp] frawen Kvr.
51 ditlip H. bete] rede p. mit 652 bricht H ah. 55 seht w^ c>o x.
edel px» 58 brachen pzr. 62 scharfiu] straffe p. 64 einander x\
widir in p, 66 man ie w{x\ o^p. 67 sach r, Ie jp, oo x. ges treitti r, gestritten x.
69f. oo j?. ir beider strite Kr\ erem streyten w. 72 unz Kv] biz pw.
22 LAURIN A 675, Mh. 679.
675 man hörte ir beider s werte klanc
einer halben mile lanc.
Dietleip was ein grimmec man,
er lief hem Dietrichen an,
er sluoc den küenen wtgant^
680 daz ime der schilt viel üz der hant.
her Dietrich muoste entwichen
vor dem degene riehen,
daz muoste er tuon durch die not.
sin swert er ime ze schirme bot.
685 D6 sprach meister Hildebrant:
'nu dar, ir degene beide samt!
loufet Dietleiben an.
wir süln si niht langer striten län/
Witege unde Wolfhart
690 die huoben sich beide üf die vart
(daz wären zw^ne starke man),
si liefen Dietleiben an.
wol werte sich der junge,
unz si ime sin swert underdrungen.
695 däbl si in niht enliezen,
unz si ime sin swert In stiezen.
Hildebrant der wise man
nam slnen herren hin dan.
er wolde in niht erläzen,
700 er müeste sin swert In stözen.
Hildebrant der wlse man
machte einen vride daran,
und der kleine Laurln
muoste ouch in dem vride sin.
705 dö kam ez üz den sorgen,
dö ez Dietleip böte verborgen.
die zwene vürsten höchgeborn
liezen beide iren zorn.
Dietleip der degen unverzeit
710 nach sinem swäger er dö reit.
676 Wol einer Kvr. 84 schirme ^^Ä^ 85 spr. eich m. p. 87 lionf p,
88 lenger px. 90 sich oo p. 94 unz] Biz daz p. 95 däbi JK, f>o p*
vorlizzen p. 96 unz] Biz p, 99 und 700 vertauscht p, 704 Der
muste p, 5 den rf] grozzen pw. 8 Dy lizze p.
LAURIN A 711, Mh. 716. 23
• er brälite in wider üf den plan.
si sähen in zomeclichen an:
her Witege und her Dietrich
die wären im gram sicherlich.
715 Dö sprach Dietleip ze Laurin:
^sagä, hast du die swester min?
daz solt du mich wizzen län:
so wil ich dich ze eim swäger hän.'
Dö sprach der kleine Laurin:
720 'ja hän ich die swester din
genomen gestern morgen
vü gar unverborgen.
wie seiden ich ir vergaz,
die wüe ich in den sorgen was,
725 der vil lieben vrouwen min!
si ist ein edeUu künegin.
alliu getwerge sint ir undertän,
vürwär ich daz sprechen kan.
wie si mir wart, daz sage ich dir,
730 daz solt du gelouben mir.
Stire ein burc ist genant,
da ich die reinen kiuschen vant
(daz merke, degen küene)
under einer Hnden grüene.
735 dar was si kurze wilen gegän
mit maneger juncvroun lobesam,
dannoch huoten ir zwene man.
mit listen ich si in ane gewan.
dö kam ich hinzuo geriten
740 gar nach ritterlichen siten.
712 in oo I?. 13f. cxj jp. 14 so K; Sahn es gar heslich r, Der
czweer frütschafft hatte h* nicht w, Dy waren paid hofflich v, nach 714
hat r allein 2 verse:
Den zbain hrrtl lobsam
Het es vil laid gethann.
21 genomen tor, ro p, 22 gar wr, oo p, 24 den sorgen MüUenhoff] deme
berge px» 28 kan] sal pw. 33 merke ti^^Z/")] wizze p. 35 po p. dar
Do fKvz^ <>^ w. sy hin Kz. kurzewilen fKv] vmb schawen w, :^ z, 36 mächer
schonen pwK. lobesam z] wolgetan /*, vnd manen t;, oo pwK. danach
setzt p zu Dy man wol mochte schouwen. 87 zwene p] zwenczig KD,
czweliff vz. 40 nach wKrD] mit pv.
24 LAURIN A 741, Mh. 747.
daz nieman da ze mir sprach
und mich da nieman ensach.
under die linden ich dö reit:
da vant ich die schoenen meit.
745 dö lühte's üz den andern schöne
aJsö diu sunne üz dem tröne.
vrou Künhilt ist si genant.
ich gevienc si bl der wlzen hant,
üf satzte ich ir ein helkeppelin,
750 Yür mich swanc ich daz megetin,
ich Yuorte si mit gewalde von dan.
uns sach weder vrouwe noch man.
ich vuorte si mit mir in den berc:
da dienet ir vil manec getwerc
755 und manec schoeniu getwerginne
mit golde und mit gimme.
vürwär ich daz sprechen wil:
ich hän guotes also vil,
mör dan aUe künege hän:
760 daz ist ir allez undertän,'
also sprach der kleine,
^mit golde und mit gesteine
vergülde ich wol aUiu lant.
dannoch wolde ich haben pfant,
765 daz wizze sicherllche,
vür driu künecriche,
daz ich dannoch niht hieze ein arm man
daz ist ir allez undertän.^
Dö sprach Dietleip der degen:
770 ^mir ist liep, daz ich min leben
hän gewäget durch den willen din.
läz mich sehen die swester min,
und ist diu rede ein wärheit,
die du mir hast geseit.
741 daz oo jp. 42 und] Do p. da w?, oj j?. 44 schone gemeit p.
46 diu sunne Kvr] der mane pw. üz dem tröne ptur] aufs dem mon K, vor
dem man v. 47 zu Künhilt vgl. anmerkung. 48 gevienc w] ving pJTr,
nam vf, 52 weder oop. 54 vil w^cxapx. 55 manche |7. 56 so wvr\
Mit liste vfi mit synne p. 59 dan Kvf] wene pzwr» hän pzwf, in Kvr ge-
ändert. 68 wol zKvy oopwr. 64 h. eyn phantjp. 73 und oo jp.
LAURIN A 775, Mh. 785. 25
775 ich wil dir ir günnen vür alle man/
*diu wärheit wirt dir kunt getan/
sprach der kleine Laurin,
^Künhilt diu swester dln
diu ist noch ein reiniu meit,
780 daz wizze vür eine wärheit/
des vröute sich tugentliche
Dietleip der degen riche.
Hildebrant der wise man
nam sinen herren hin dan.
785 er sprach: 'lieber herre min,
ir sült Dietleibes geselle sin,
der ist gar ein starker man:
wil er iu mit triuwen bl bestan,
er hilfet iu wider aller manne gellch.
790 ich rate iu'z, edeler vtirste rieh/
Des antwurte ime her Dietrich
harte wol gezogenllch,
er sprach: 'vil lieber meister min,
swaz du mir raetest, daz sol sin/
795 Hildebrant gienc dö zehant,
da er Dietleiben vant.
er sprach: 'nu hcerä, degen h^re,
du hast sin iemer ^re,
daz wizze gar an argen list,
800 swenne er dln geselle ist,
dem alle recken sint undertän,
des muost du iemer ere hän/
Dö sprach Dietleip der degen:
'des muoz ich mich erwegen.
80Ö ich hän diu msere wol vernomen.
lät er ze hulden komen
mlnen swäger Laurin,
so wil ich sin geselle sin/
Dö sprach meister Hildebrant,
810 von arte ein wlser wlgant:
775 ir oo j). 77 sprach w, Do sprach pK. zu 777ff. vgl. anmerkung,
111 — 821 oo K, 83 der zweimal p. 89 Der p. iuch] dir p, a. menlich p,
90 eüchs r, diz p, euch w. edeler w, <^ p. 91f. oop; text nach w.
95 dd rWf f>o p. Mit 798 er on alles layd beginnt m, 99 argen rmv] falsche pw.
801 recken fw] degen p, 2 iemer oo p. 4 irwegen pw, verwegen a?.
26 LAURIN A 811, Mh. 817.
'daz habe üf die triuwe min,
wir müezen alle gesellen sin/
Her Dietleip und her Dietrich
wider aller manne gellch
815 swuoren dö geselleschaft
(si h^ten beide gröze kraft)
und der kleine Laurin
muost ouch in der geselleschaft sin,
als er wsere lanc und gröz.
820 hem Dietleibes er dö genöz.
Dö sprach der kleine Laurin:
^nu wir alle gesellen sin,
so wil ich uns machen undertan
mit triuwen allez, daz ich hän.
825 komet mit mir in den berc:
da dienet iu yil manec getwerc
und manec schoeniu getwerginne
mit golde und mit gimme.
ir hoeret da kurzewile vil
830 von gesange und seitenspU.
daz sl iu vürwär geseit,
ir seht da manege Schönheit,
vürwär ich daz sprechen wil:
ein jä.r ist iu ein kurzez zil.
886 darane sült ir niht verzagen.
ich enkan z iu halbez niht gesagen,
daz merket gar du valschen list,
waz wünne in dem berge ist
die wil ich iu machen undertan,
840 türret ir iuch an mich lan.'
Die vier vürsten lobesam
nämen Hildebranden hin dan.
814 menlich p. 15 Si swure pv, 16 si] Dy hem p. gröze cxjp.
18 Der muste p, 19f. fehlen p. als mv] Alz ap w, Alsam r. 20 hem rm,
Wen Vy oo w. dö wr^ ro mv. danach nur in r 3 v.:
Witigen war die g eselschaff laid
Er wircht er kain in aribaitt.
26 vil w, c\y px, 27 manche p. schoeniu p{f)] adele Kv, ro w. 2S scuw;
Mit liste vnd mit synne p. 81 von wrm] Vnd Ä, oo pfz. 31f. ro p.
32 seht] hört w. da £r, auch v, oj wm. 34 ist x^ dunket pw, iu pzw, o^ x.
42 N. meystern hild. pKv,
LAURIN A 843, Mh. 851. 27
si vragten den ritter lobesam,
ob si sich an daz getwerc torsten län:
845 ^daz muoz an dinem rate stan/
des antwurte in der wlse man:
*wiste ich, waz uns töhte,
daz ich uns daz beste geraten möhte,
daz taste ich also gerne.
850 vil edeler vürste von Beme,
und wolde wir*z durch vorhte lan,
zeware daz stüende uns übel an,
des h^te wir michel schände,
swä man ez in dem lande
855 Seite vür yürsten zageheit:
daz waere uns ein gröz leii'
Des antwurte im her Dietrich
mit zühten harte vürsteclich:
^der uns den Itp hat gegeben^
860 der vriste uns wol unser leben:
an den sül wir uns län,
wan er uns wol gehelfen kan.
ich muoz die äyentiure sehen,
und solde mir aber leit geschehen.'
865 D6 sprach Witege der degen:
^nu müeze stn der tiuvel pflegen,
daz ez uns mit liegen
alle wil betriegen.'
Dö sprach der wüetende Wolfhart:
870 'wir süln billich an die vart.
wir müezen sehen die Schönheit,
davon ez uns vil hat geseit.'
Dö sprach meister Hildebrant:
*nu hoerä, kleiner wigant,
875 wir wellen uns an dln triuwe län.
da solt du staete beliben an.'
Dö sprach der kleine Laurin:
Mie wile ich hän daz leben min,
846 yme jp. 51 und oj p. 55 vür Mull.'\ von x. vürsten x\
recken p, 56 ein gröz wK\ michel f. 58 harte w\ gar px. vürsteclich p]
frolich M?, tugentleich K, 60 uns oo p. wol unser pv\ auch daz Kw,
64 und oo pK. aber wK\ groz p. 67 ez] her p, 68 alle] Sus p,
72 vil wK, CO p, 76 staete beliben Kv\ degen sten p.
28 LAÜRIN A 879, Mh. 887.
so wil ich iu mit triuwen bl bestan.
880 ir sült iuch genzllche an mich län/
Dö volgeten si dem getwerge
gein einem holn berge.
Witegen was diu reise leit,
wan ez brähte si alle in arbeit.
885 Dö si den berc ane sähen,
si wänden, er wsere nähen:
an dem andern morgen vruo
kämen si alr^rste darzuo.
an dem selben morgen
890 kämen si unverborgen
Yür den berc lobesam
üf einen wünneclichen plan
under eine linden grüene.
da erbeizten die beide küene,
895 ir rosse sluogen si üf den plan,
der was so rehte wünnesam.
üf dem plan stuont obezes yil,
maneger leie, swaz man erdenken wil
oder iemer erdenken mac:
900 daz gap allez süezen smac.
swaz vogelstimme man haben sol,
seht, des was der plan vol.
daz was ein michel wunder:
iegllcher vogel sanc besunder.
905 man hörte si wol singen,
ir kel suoze erklingen,
daz ez under einander hal
üf dem plane liberal,
man sach maneger bände tiere vil,
910 diu triben mit einander ir spil.
879 80 wil ich Kvmz] Ich wil p. 80 ir aült Kvrm] la ault ir p,
an mich Kvrm, oo p, 85 Dö] Also pK. 91 den] eynen pK. 95 üf]
in p. 97 abeyz p, 98 swaz] wen p, nach 898 hat p allein 4 v.:
Odir ümer erdenken kan
Dez stüt gar yil vf dem plan
Vf de plan stüt worcze vil
Mer wen man ir denken wil.
900 daz gap wr] Dy gaben pK. allez tur] alle K, ck3 p, 901 vogelin styme p.
4 Eyn ichlicher p. 5 si wol tor] wol im gesang p, 10 ir wK, ro p.
LAÜRIN A 911, Mh. 919. 29
si wären heimliche gezemt
und üf den selben plan gewent.
vürwär ich daz sprechen wil:
der plan h^te vröuden vil.
915 der in solde sehen an,
der muoste al sin trüren län.
Dö sprach der Bernsßre:
'zergangen ist al min swsere.
mich triegen dan alle mine sinne,
920 wir sin in dem paradise hinne^
Dö sprach Wolfhart zehant:
'uns hat got her gesant,
daz wir da heime miigen jehen,
daz uns aventiure si geschehen/
925 Dö sprach Hildebrant der degen:
'ir sült iuwer sinne pflegen,
daz gevellet mir gar wol:
guoten tac man ze äbende loben sol/
Dö sprach Witege der degen:
930 Voldet ir mines rätes pflegen
und volget mir aleine,
so betrüge uns niemer der kleine/
Dö sprach der kleine Laurin:
'ir sült ä,n alle sorge sin
935 mit vröuden hie üf disem plan,
der ist so rehte wünnesam.
aber diu vroude ist gar ein wint
wider die in dem berge sint.
swenn wir an den luffc wellen gän,
940 so trete wir herüz üf disen plan:
912 selben K,(>^px, 13 wil] sol p. 14 D. pl. waz froude vol p,
16 al Kvmz, o^ pw, 18 min] vnse p. 19 myne sine vft myne
wise pv{Kwf); in Kwfdann myne sine vtl beseitigt. 20 hinne MüUenhoff, oo x,
nach 24 hat r allein 2 t;.:
Ich sprich das für war wol
Der plan ist aller freuden yoI.
(freuden undeutlich; Müll, seelden). 27 mir] vns p. 32 so Kv] Ja p.
betrüge wv] betraget p{Kin). nach 32 haben rm noch 2 v,\
Er ist der [pösen cnj r] list also vol
Bas im niemant getrawen schol.
(D. man im nit getr. w). 35 hie] gar p. 37 aber oo p, 39 den K\
dy px, luft w\ lust pK^ freud w.
30 LAURIN A 941,' Mb. 958.
ieglicher machet im einen kränz,
darnach trete wir einen tanz
mit manegem röten mündelln.
so ziehe wir alle wider hintn,
945 swaz unser vor dem berge sl.
also wonet mis diu lust bt,'
also sprach der kleine man,
*ich wil mit iu teilen disen plan,
ir herren und lieben gesellen mtn:
950 er sol unser aller sin.*
Des dankete ime der Bemaere.
er dähte, ez waere an swaere.
des enwas ez weiz got niht:
ir kurzewüe wart gar ein wiht.
955 Dö zugen si mit einander dan.
diu rosse liezen^s üf dem plan,
dö vuorte si Laurln daz getwerc
mit im in den hohi berc.
dö si kämen zem örsten tiirlln,
960 da stuonden zwelf juncvrouwelln,
diu wären schoene und wolgetän.
si gruozten die vürsten lobesam.
dö si kämen alle hinin,
zuo slöz man daz türlln.
965 ir keiner mohte so wlse gesln,
der da wiste, wä si wseren komen In,
oder dem sine sinne iht tobten,
daz er sine gesellen sehen mohte.
Dö sprach Witege der starke man:
970 'zewäre ich liuge niht daran:
941 Ir ichlich p. im oo p. eyne rosen kr. p, 44 So stie p, alle]
dene p. her wedir in p, 45 vnser wonit vor p. berge si] Vgy« p.
46 also K] Do, V, Dem p. uns oo p. diu p] der v, diser K, 1. amer bye p.
48 Ich teyle mit vch pr. 49 und ro p, 50 alle pw, 52 an alle sw. p.
54 ir kurze wile wart wK] Ir rite waz denoch p, 55 dan wvr] von
dan pK. nach 56 hat w 2 v mehr;
Itczlicher macbte ym eyne crantcz
Vnd treten do mit enäder eyne tätcz.
59 quome sy p. 60 zwelf Kvz] elf kurcze p. 65 wyse nye g. p{Km).
66 Daz ber woste p, 67f. no Kvrmz. oder dem w] Addir p, Dz yme f.
sine wf] ir p. iht p] y so wol w, oo f. tocbte pfw, 68 so f (sine), f>op;
Der do gebrawcbin mocbte w, 70 lige vcb n. p.
LAURm A 971, Mh. 983. 31
und wsere ich dtlze aleine,
mich betrüge niemer der kleine/
Dö sprach der kleine Laurtn:
^ir sült an alle sorge sin.
975 kein leit iu von mir geschiht,
ich briche miner triuwe an iu niht/
Dö sach man vür die vürsten gän
manegen ritter lobesam,
die truogen an daz beste gewant,
980 so man*z in allen landen vant:
Ton golde gap ez lichten schin.
her Dietrich und die gesellen stn
die wurden wol enpfangen.
si sähen über in hangen
985 maneger hande kleinät,
des h^ten si alles rät.
allez daz diu werlt sol haben,
des was der berc vol geladen.
Laurin pflac schoener ritterschaft.
990 von gesteine hfete er gröze kraft^
daz wizzet sicherllche:
kein künec wart nie so riche,
si h^ten im strites genuoc gegeben.
nach kuonheit stuont ir aller leben.
995 die werden recken imverzeit
sähen manege Schönheit:
die benke wären guldln,
von gesteine gäben^s lichten schin.
drüf hiez man sitzen die geste.
1000 man tete in daz aller beste,
man schancte in mete und küelen win,
so er aller beste mohte gesln.
si sähen kurze wile vil:
diu getwerge triben maneger leie spil,
971 und oj |). ich noch d. p, nach 72 haben rm 2 v» mehr:
Ir h'rm das ist nit gelogfi
Ich wen wir sindt all petrogü r,
85 nur Kp, in p am sMtisse zugesetzt vfl vaden. 86 nur K. 87 rop;
text nach r{wf). 88 berc oj p. vol geladen p, wol beladen w, überladen rm.
90 gröze oo p. 94 ir aller K^ alliz ir p. 97 benke] decke p.
1001 küelen tum, oo px. 4 maneger leie m{K)] mit eynand' p.
32 LAURIN A 1005, Mh. 1019.
1005 einhalp si suDgen,
anderhalp si sprangen,
si versuochten beides kraft,
darnach schuzzen si den schaft,
darnach würfen si den stein.
1010 also gienc daz spil überein.
tumieren unde stechen,
sper üf einander brechen,
des wart dö vil vor in get&n.
man hörte manegen künsterichen man,
1015 spilman und gtgsere,
harpffiere mid pfifsere.
Dö sach man Tür die vürsten gän
zwei getwerge lobesam,
zwöne kurze videlsere.
1020 ir gewant was rieh und swsere.
die truogen zwo yideln in der hant,
die wären bezzer dan ein lant:
si wären röt guldin,
von gesteine gäben's liebten schin.
1025 die videbi gäben süezen klanc.
den vürsten was diu wll niht lanc,
si hörten daz videln gerne.
dö sprach der von Beme:
*diu kurzewile gevellt mir wol.
1030 der berc ist aller vröuden vol/
Darnach sach man vür die vürsten gän
zwene wol singende man,
zwene singsere.
hovellcher maere
1011 turnieren] Hurdiren p. 12 üf Kf] vnder p. 13 dd K,
7,0 w^cK^p. 16 pfifer |?, pusawner K. 18 lobesam mt, wunnesam K.
statt 18 hat jp 3 t;. :
Zcwene singende man
Zcwene singere
Durch houeliche mere.
1019 kurze lomv, klain r, oo pK, 1023—26 o<>p. 23 so Km{v\ <>^ wr.
24 Von dem g. Kv, 25 yideln wrm] sayten K. 30 aller rm] wannen
vnd K, oo pw. 1031—40 oo p {vgl, 1018 in p). 32 wol singende JKr,
singendige w. 33 oo K. sengere xc, edel gut Sprech' r. 34 Hofleiche
schone m. r, Sye sungen höffliche m. K^ Mit hofelicher m. w.
LAURIN A 1035, Mh. 1049. 38
1035 sungen si vor den vürsten vil.
daz was ir kurzwil und ir spil.
si huoben an so süezen gesanc,
daz ez in dem berge erklanc.
swer ir stimme künde verstän,
1040 der muoste al sin trüren län.
Dö kam vrou Künhilt diu künegin
mit maneger kurzen getwergin,
die wären schoene und wolgetän
und truogen richiu kleider an
1045 von perlin und von siden.
daran was daz beste gesmide,
daz man von silber und von golde
und von gesteine haben solde.
daz stuont in üzermäzen schöne.
1050 eine guldinen kröne
truoc üf diu edel küneginne.
edels gesteines lac vil darinne.
si mohte niht ein laut vergelden.
1055
her Dietrich und die gesellen sin
die wurden enpfangen minneclich
von der edeln künegin rieh:
^wis willekomen, her Dietrich,
1060 von Beme ein vürste lobelich!
mir ist liep, daz ich dich sol sehen:
ich hoere dir grözer tugende jehen
und darzuo grözer manheit,
der ist mir vil von dir geseit,
1065 die du äne schände
begast in allen landen.
1035 sungen si] Das treben sy w, Sagtn sy r, All K. 36 kurzwil Kr]
frewde w. 37 so r, oc x, 42.kurczer p^oow. 44 und Km] Dy per.
45 perlin wK] phellel p. 46 daran x] Do jp. 47 von silber und wrvrif c>op.
48 und wx] Addir pK. haben] trage p. 49 in no p. schöne ivr] wol pK.
51 edel fKv, oo px. bS so w{v); Sie mochte nicht mit eyme lande
vorgoldin syn p(rm), o^ K 54f. oo überall, vgl. anmerkung. 59 Bis pw.
her wK] vil edeJer p. 63f. oo p. grosse Kw. 64 der] Dy t<w, Daz K vil c^ v,
von dir] von euch wv, wol K. 66 Peget w», begangen hast K^ Phlegest p,
Gewint w. in allen landen w, in eyme itczlichen lande w, in deme lande p, oo K.
HoIb, Laurln. 3
34 LAURIN A 1067, Mh. 1079.
kein lasier hast du nie getan:
man sol dich prisen vür alle man/
Des dankete ir her Dietrich.
1070 si enpfienc die gesellen alle gelich,
so si aller beste mohte
und als im 6ren wol tohte.
im bruoder si besunder enpfienc:
mit armen si in umbevienc,
1075 si halste in unde kuste'n
und dructe in an ir brüste,
si umbslöz in mit den armen,
daz ez in muoste erbarmen,
dö ime diu schoene meit
1080 so sere daz eilende kleit.
Er sprach: 'vil liebiu swester min,
wilt du niht langer hinne sin
in disem holn berge
bi dem kleinen getwerge,
1085 oder wilt du dich von im scheiden län?
dir wirt noch wol ein ander man/
Si sprach: ^vil lieber bruoder min,
swaz du wilt, daz sol sin.
ich hän keines gebrestes niht,
1090 also din ouge selbe wol siht:
swes min herze eines gert,
der bin ich viere gewert.
min herze ist aller vröuden vol,
swenn ich den berc an sehen sol
1096 und alle, die mlne meide sint.
dannoch ist min herze blint:
diz leben wart mir nie liep,
wan ez ist ein undiet:
1069 her wK] der edel p. 70 gesellen pf] andern iütw, gesst Kv.
72 und no p. Also ez irn p. 75 helsten vn p. 77 den K, po pto.
82 lenger px. 84 bi] Mit p. 86 noch oo pw. 88 du wilt wKv]
du mir retes pf. 89 gebrechen pw 90 din ouge rmf] dMpwKv. Bolherpx.
aihtrmf] sejBtpwKv. 91 swes] Dez p. 93 aller Ziym, gantz' /", oo jwo.
94 an Kvy man p, oo w, 96 dannoch türm] Do von pf. ist doch m. p.
97f. nur tvrm(Kv). diz K] Das wrm. 98 so w; sind rm; vnc'stenlichu tier m,
all vnkristen dieht r.
LAURIN A 1099, Mh. 1111. 35
iriu werke sint mir ein wiht,
1100 wan si gloubent an got niht/
also sprach diu schcene meit,
^ich wser gerne bi der kristenheit/
Er sprach: Ml liebiu swester min,
daz du iemer saelec müezest sin!
1105 ich nime dich dem kleinen man,
sold ez mir an daz leben gän/
Laurtn der kleine man
hiez die herren ze tische gän.
dö entwäpenden sich die wtgant.
1110 si täten ane pfellergewant
mit golde und mit gesteine.
also erte si Laurin der kleine.
die splse man vür die vürsten truoc.
man gap in alles des genuoc,
1115 daz irme libe tohte,
als ez der kleine wol vermohte
baz dan alle künege her.
dannoch bete er alles mer:
sine schtizzeln wären silberin,
1120 diu giezvaz gäben liebten schin
mit golde und mit gesteine.
sin tisch was von helfenbeine,
guldin an den slozzen,
sam si wseren gegozzen.
1125 Also si da gesäzen,
getrunken unde gäzen,
und die tische wurden erhaben,
beidiu singen unde sagen
huop sich vor den vürsten vil,
1130 darnach manec seitenspil.
1099 werg tvnn, gloube jp. sint] ist pKv, togin w, gefallen in(r).
mir 00 p. nach 1102 haben rm 2 v. mehr:
Ich peuilch mich den treuen dein
Was du mir retzt das sol sein r.
4 iemer Kv, oj pw, 6 Vn solde miz p. 7 L. d. degon lobesam 'pfn(r),
8 herren wrm] degö p. ze tische] zcu same p. 10 phellel p. 12 erte wKm]
zcirte pv. 18 er] ez p. 22 waz helfenpeinein K{to). 26 Trunken pto.
27 und] Vme p. 30 manec Krmf] mancher hande pw, m. lay v.
3*
36 LAURIN A 1131, Mh. 1145.
daz ez under einander hal
in dem berge liberal.
diu kurzwll huop sich wider an
von manegem getwerge wünnesam.
1135 Laurin gienc sä zehant,
da er vroun Künhilde vant.
ez sprach: Vil liebiu vrouwe min,
daz du iemer saelec müezest sin!
gip mir dinen getriuwen rät.
1140 min dinc mir kumberliche stät.
waz mir die recken hänt getan,
daz wil ich dich wizzen län:
si zerbrächen mir minen garten,
und die guldinen borten
1145 träten si mir nider in den plan,
und h§te ich in kein leit getan,
daz böte ich allez wol gerochen,
wser mir min gürtel niht zerbrochen:
von hem Dietriches zom
1150 hän ich al min ere verlorn.
wolde sichs Dietleip niht nemen an,
ez müeste in an daz leben gän\
Dö sprach diu küneginne her:
Maz verwundest du niemer mer.
1155 sich an, helt, din ere
und volge miner lere:
lege in sus ein pin an,
daz si dich vürbaz mit gemache län.
du solt mir des din triuwe geben,
1160 daz du ir keinem tuost an dem leben.^
Daz gelobete ir dö Laurin.
mit gesteine ein guldin vingerlin
stiez ez an sine rehten haut, •
dö wart im gröziu kraft bekant:
1165 davon ez zwelf manne kraft gewan.
daz was wunderliche getan.
1135 säj so Kf, do tor^o^px. 38 iemer Kvm,<>^pzwr, 41 waz]
Daz yzw. 43 zcubrechen n. 44 und oo p. 45 mir oo p. nider pmv, oo x.
46 Hetten sy mir k. 1. g. p, 50 hän] Hatte jp. 51 Vnd wolt Kn\
sich's] ßiz p, sich Kw. D. üme sy iz nicht p. 58 vürbaz] fort p.
60 ir wv, ro p. dem x] sin p. 61 dö wz] der jp, der klein K,
LAURIN A 1167, Mh. 1181. 37
Nach sinem swäger er dö sant.
der degen kam dar al zehant
ze ime also dräte
1170 in eine kemenäte.
Dö sprach der kleine Laurin:
Vil herzenlieber swäger min,
nim dich umb dine gesellen niht an,
s6 teile ich mit dir, swaz ich hän/
1175 Dö sprach Dietleip der degen:
^e wolde ich Verliesen min leben.
swaz in geschehe, daz geschehe ouch mir.
diner helfe ich wol enpir.^
Dö sprach der kleine Laurin:
1180 ^sö muost du die wile hinne sin,
unz du gewinnest ein andern muot
und mine helfe nimest vür guot.^
Laurines liste wären gröz:
sinen swäger er verslöz
1185 in der kemenäte.
dö ilte ez vil dräte,
der vil kleine wlgant,
da ez die vier vürsten vant.
also wir ez hoeren sagen,
1190 trinken hiez ez dar tragen,
beide mete und küelen win:
twalm hiez ez tuon darin.
dö si daz getrunken,
wie balde si üf die benke sunken!
1195 Laurin der wigant
alliu vieriu er in zesamene bant,
er warf si tiefe in einen karkaere,
da liten si inne gröze swaere.
1168 Do kam beginnt K. degen wK^ 00 p. dar al p] so K, 00 w.
72 herzenlieber rv] lieber herczen K, lieber pm, lieber trawter w. 74 swaz]
allez daz p. 76 ö 00 p. Solde p. 11 swaz in geschehe ro p. ouch]
an jp. 81 unz] Biz p. 84 besloz p. 85 der] eyner 'pzfv.
91 küelen wzv] auch den K^ c>o px. 92 twalm Kr] Den twalin wv, Tolmtrang z^
Den cholen trang p. hiesz er tun Kvr, lyfs her w, tet iz p(z). 93 daz rm]
den z, da Kf, nw w, cx^ p. 94 üf die benke px\ nyder wK, becke p.
96 80 mv(Kr); Alle vier zcu s. b. p(wf).
38 LAURIN A 1199, Mh. 1213.
si wären alle samt verlorn,
1200 wan hem Dietriches zom.
Nu lägen die vürsten gevangen:
wie kämen si von dannen?
Dö si daz getwerc mit untriuwen gevienc,
ein dunst von Dietriches munde gienc,
1205 der verbrande im slniu bant.
dö löste er vuoz unde hant,
darnach löste er die gesellen sin
gar üz einer grözen pin.
dö lägen si mit rseten,
1210 wie si irn dingen tasten,
daz si gewünnen ir hamesch guot,
daz da was vor in wol behuot
und verslozzen in dem berge
von dem wilden getwerge.
1215 dö lägen si mit sorgen
unz an den vierden morgen.
Vrou Künhilt diu künegin
diu verdacte in dem berge den schin:
1199 samt rm] gar /", o^ piv. 1200 wan f] Von tcr{m), Daz machte p.
1 Nu Kvrm] Da yio. die vürsten wm] dy helde p, dy hern r, sy Kt\
2 kume p. nach 1202 haben rm noch 2 v.:
Das mag nyer ergan
Der lesör müs ain drünck han r.
(mag r am Schlüsse des verses. D. loser m. ain löser h. m, han ro r).
3f. 80 p und wenig abweichend zfKv] rm haben dafür 4 v.:
Do si das [ciain r, oo m] zwerg
Mit listn hett gepracht 1 den perck
Her dietrich sein zom guie
£in tust uö seinem müdt gie m{r).
w dagegen 6 v.:
Dj h'm sich vorsonnen
Das sy worn gebunden
Her ditterich vor czorne bran
Im begüde aw[s] dem müde gan
Als aws der esse tut das fewir
Alle gute was ym tewer.
5 im Kxj oo j). 9 Do lagin dy forstin mit retin z, Do gingen sy zv
raten K, Do enwosten dy recken p, Do wustin sy nicht dy fursten gut ic(v),
Do westii nicht dy stäten r. 10 so K(z); Wy sy geteten p, Wie sy dar
üb thetfi r, Wy sy gesetczten erin mut w{y). 11 daz Kvr] Vnd wy ir,
Wy p. 12 vor in Kvr, oo p. 13 so Kv; verslozzen] behalden w. In
den holn bergen p{z). 14 den w. gefcwergen p. 16 unz] Biz pzw. vierden px\
andern K, dritten w. 18 diu pv, o^ x. verdacte vK, derdachte p{r).
LAURIN A 1219, Mh. 1239. 39
daz tete si durch die recken,
1220 daz si daz gesteine hiez bedecken,
daz man in dem berge niht ensach.
diu getwerge giengen an ir gemach.
Vrou Künhilt gienc dö zehant,
da si im bruoder Dietleiben vant
1225 in einer kemenäte.
dar Ilte si vil drate,
üf slöz si der kemenäte tür.
dö spranc Dietleip hervür
gar in grinmiegem muote.
1230 dö sprach diu künegin guote:
'vil herzenlieber bruoder min,
daz du iemer saslec müezest sin!
volgest du niht miner lere,
so verliusest du llp und ere/
1235 Er sprach: 'vil liebiu s wester min,
swaz du mir rsetest, daz sol sin.
nu sage mir üf die triuwe dln,
wie gehabent sich die gesellen min?
sint si lebende oder tot
1240 oder in keiner hande not?*
Si sprach: 'si sint gevangen,
des niich muoz sere erlangen,
tiefe in einem karkaere,
dannne lident si gröze swsere.^
1245 Dö sprach der degen höchgemuot:
'hete ich nu min hamesch guot
und min swert in miner haut,
ich löste si,^ sprach der wigant.
Si sprach: 'vil lieber bruoder min,
1250 daz du iemer saslec müezest sin!
1220 daz gesteine nach rm\ den schin j>, den perig v. hiez be-
decken nach rvmj] mochte bedecken w, bedecte p. 22 diu getwerge wKx\
Sy p. gingen slaffe an p. 23 dö tor] al K, o<:> px. 25f. 00 p (text
nojch w). 26 dar IßWi.] Do hyn w. 27 der z\ dy w. Hindir eyner
k. t. p. 28 sprach p. 31 herzen Kvrm, 00 p, 32 iemer Kvm, o^pztcr.
40 Adir sint sy yn w. hande K, 00 pio. 42 mich sein m. Kv.
sere wzm, cxy pKv, 43 kerkere p. 44 darinne wv] Do pK. sy Ine gr. p.
46 nu Kf, c><^ px. h. also g. p. 1250 — 99 no «?. 50 00 p. daz zv] So K.
iemer K, 00 zv.
40 LAÜRIN A 1251, Mh. 1271.
und waerst du sterker dan diu viere,
si erslüegen dich vü schiere,
daz du in siges müezest jehen,
wan du enmaht ir niht gesehen.
1255 nim hin daz guldin vingerlin,
vil herzenlieber bruoder min,
daz solt du stözen an die hant,
so wirt dir äventiure bekant:
vürwär ich daz sprechen sol,
1260 du sihst diu getwerge alliu woV
si stiez im daz yingerlln an die hant,
des vröute sich der wigant,
sin herze daz wart vröuden vol:
er sach diu getwerge alliu woL
1265 *het ich min harnesch und min swert,
des enkülde manec getwerc,
ez waeren vrouwen oder man,
ez müeste in an daz leben gän.
ich lieze ir kein genesen niet,
1270 ez ist ein untriuwiu diet.^
Si nam in bi der wizen hant,
dö volgete ir der wigant,
si vuorte in also dräte
in eine kemenäte:
1275 da vunden's ir aller harnesch guot,
swie wol ez was vor in behuot.
von golde gap ez liebten schin.
dö wäpende in diu künegin
mit listen, den küenen wigant,
1280 den heim si im üf daz houbet bant,
daz swert gap si im in die hant,
daz was bezzer dan ein lant,
und sinen goltvarwen schilt,
darane daz merwunder spilt
1251 und pojp. diner j). viere x] dri p. nach 52 hat p We er ist raer
wen vire. 53 segest p. 55 guldin zK, oo p, 57 die Kx] dine p.
63 daz zm, oo px. 69 genesen Kr] geleben p. nicht p. 70 so p;
Venn ir vnrein pilt K, Sy habent ein vngetreies wessen (: genessen) r.
75 aller ir p. 76 ez was] was iz p, er was Vj der waz K. vor in Kx, <^p.
79 küenen Kv, oo p. 81 die x] sine p. 83 goltvarwen Kv] guldin
woppen p, lichtin z, gold gemalten r.
LAÜRIN A 1285, Mh. 1305. 41
1285 in allen den gebseren,
sam ez lebende wsere.
si sprach: ^Keber bruoder min,
hüete dich vor Laurin:
ist daz er dir gesiget an,
1290 ez muoz uns allen an*z leben gän/
Do sprach Dietleip der degen:
^sin welle dan der tiuvel pflegen
üz der bittern helle,
ich loese mich und mine gesellen/
1295 Von der küneginne lobesam
wart guoter segene vil getan
ze helfe Dietleibe dem degen,
daz im got vriste sin leben.
si sprach: Vil lieber bruoder min,
1300 in ein gewelbe truoc man die gesellen din
und warf si in einen karkaere:
da lident si inne groze swsere/
Do er die rede also vernam,
ir aller hamesch er dö nam
1305 und darzuo iriu guoten swert,
diu wären eins künecriches wert:
er truoc si in daz gewelbe hinin
und warf si vür die gesellen sin,
daz ez also lüte erhal
1310 in dem berge liberal.
Laurin der kleine man
rief alle die sine an.
im was leit unde zorn.
ez erschalte ein lütez hörn,
1315 daz ez in dem berge erhal.
daz erhörten diu getwerge überal.
darnach gienc ez an ein klingen
von herten riehen ringen,
1285 geberden p. 87 si sprach Kvr{z)] Hora p. 89 er dir zvr]
dich der p, er dich K. 94 mich und zv] dich vnd K, haut r, oo p.
97 Dietleibe Z, oo p. 99 vil p, oo x. 1301 und r{w)] Man j?, Er v.
3 also nach rede lovy nach er p, o<^ Kzr. 10 so wf(K)\ Daz dirhorte dy
getwerge vbir al pzrv {aus 1316 entlehnt). 12 alle K, c>opm, 13 im]
Dem p. 18 von] Mit p. herte riehen p, lichten herczen K, reichin
woppin w.
42 LAURIN A 1319, Mh. 1341.
die man an diu getwerge leit,
1320 dö si wolden an den strit.
also wir ez hän vemomen,
wie schiere wären diu getwerge komen,
driu tüsent oder mer,
vür Laurln den künec hör.
1325 Dö sprach Laurin der degen:
*ir sült ir keinen läzen leben,
ir geloube ist ein wiht,
wan si getrüwent uns niht."*
Darnach huop sich ein gedranc
1330 beidiu breit unde lanc
vaste an daz gewelbe hin dan:
da sach man Dietleiben stan.
sin herze daz was manheit vol.
er sach diu getwerge alliu wol.
1335 er böte eines recken sin:
er spranc under diu getwerge hin,
üz z6ch er daz swert vil swinde,
er sluoc ir üzermäzen vil,
1340 daz was im ein kurzwil und ein spil.
Dö Laurin daz gesach,
daz im grözer schade geschach,
dö erzornete der kleine man:
er lief Dietleiben an.
1345 er sluoc im an den stunden
vil tiefe verch wunden,
daz Dietleibe dem jungen man
daz bluot durch die ringe ran.
Dietleibes swert was guot,
1350 als ez der degen höchgemuot
in striten bete vil getragen
und durch harte helme geslagen.
iedoch was ez gar ein wiht,
wan ez ensneit Laurines niht.
1320 dö wt] Als pvwiy Sam K 26 ir oo p. 27 gel. d* ist p.
35 eynes w'de r. p. 36 sprach p. 37f. oo Kv. 37 so %vr\ daz
swert öo m;; vil oo r. 38 alte Verderbnis , vgl, anmerkung. 39 D' slug
her V. m. v. p. 42 groze p. 47 jungen] getruwen p. 53 gar ein
wiht wm{rKvz)] so gut nicht p. 54 wan oo p.
LAURIN A 1355, Mh. 1379. 43
1355 vürwär ich daz sprechen wil,
der berc hete getwerge vil,
diu sluogen hinden üf den man.
aller erste er striten began:
er sluoc hinder sich einen slac,
1360 davon der getwerge vil erlac.
daz enhalf im allez niht:
sin striten was gar ein wiht.
dö drungen si den jungen man
an daz gewelbe wider hinan.
1365 Die wile was meister Hildebrant,
von arte ein wlser wigant,
mit listen Hz dem karkser komen
und hete sine . gesellen mit im genomen.
d6 wäpenden sich die vier degen.
1370 diu getwerge heten in daz leben
äne schaden wol genomen,
w8Br Dietleip vür daz gewelbe niht komen.
dö wolden si den jungen
von dem gewelbe hän gedrungen.
1375 wol werte sich der junge degen:
des verlos manec getwerc sin leben.
die wile wäpenden sich an
die vier recken lobesam.
Dö sprach der von Berne:
1380 'nu strite ich von herzen gerne
(dirre berc ist strites vpl):
ich weiz niht, wen ich slahen sol
oder wen ich sol bestän:
nieman ich gesehen kan.^
1385 Dö sprach meister Hildebrant:
^ez ist bezzer dan ein lant,
daz ich dir, herre, geben wil.
davon gewinnest du vröuden vil.
1357 hinden I?, swinde «;, 00 K. 61 hvMpio. im 00 p. 62 gar o^^p.
64 an wvm] In pKr, wider hinan Km] hen dan w, hin vnd' an p. 67 vf
den k. p. 70 in wol daz p. 72 Vn w*e p. 73f. 00 p {text = w).
76 des Kr] Do von «;, Von im m, Do piv. 77 an Krm] dy vir man p^
die man vw. 78 vier Kvrm] werden w, alle nach recken p. 79 der
b'nere p. 81 dirre Krz] Der px. 84 Nymanden p, 87 wil] sol p.
88f. 00 p.
44 LAURIN A 1389, Mh. 1415.
vorwär ich daz sprechen sol.
1390 ich gan dir der 6re wol
baz dan dem libe min.
nu nim hin daz gürtellin:
daz solt du gürten umb dinen lip,
so sihst du an der selben zit
1395 diu getwerge alliu wol,
vürwär ich daz sprechen sol/
Er gap im den gürtel in die hant.
umbe gurte in der wigant.
sin herze daz wart vröuden vol:
1400 er sach diu getwerge alliu wol,
und Dietleiben den jungen man
sach er in grözen noeten stän:
sin harnesch was von bluote röt,
sin swert er ime ze schirme bot.
1405 Er sprach: Wil lieben gesellen min,
ir sült under dem gewelbe sin,
ir müget der getwerge niht gesehen,
davon möhte iu leit geschehen,
vürwär ich daz sprechen wil,
1410 ich sihe der getwerge also vil,
daz ich groezer her nie gesach:
diu tuont Dietleibe gröz ungemach,
sin harnesch ist von bluote röt.
ich rauoz im helfen, oder er ist tot/
1415 Dö sprach meister Hilde brant,
von arte ein wiser wigant:
^Laurin hat ein vingerlin
an der rehten hant sin
(helt, vemim minen rät),
1420 davon ez sine sterke hat:
slach im den vinger üz der hant
und brinc mir in,^ sprach Hildebrant.
91 dan] wenne pw. 92 nu wzf, oo pK. 95 alliu wK] in deme
bergo p. 97 den gürtel pziv] das gurttelein Kx. 98 in pziv] ez Kx.
99 wart pv] was toKx. 1402 dytheleib der iüge p. 4 schirme v]
schirme pKm, 6 dem Kvm] dysen p. 11 ich oo p. nie nach her wKvm,
vor groezer p. 12 gröz pw^ oo Kvm. 14 oder er ist tot Kj adir ich
bin tot p, addir sterbe tot z, adir sloen en tod w^ aus der nott v{m),
22 und wKy no p. brinc wK] Gib p. Hildebrant Wj meyst' H. p^ der wegant K,
LATJRIN A 1423, Mli. 1449. 46
Des antwurte im her Dietrich
rehte wol gezogenlich:
1425 ^jä, und ist daz daz geschiht,
daz ez min ouge ane gesiht,
ich slahe im den vinger üz der hant
und bringe dir in, getriuwe Hildebrant/
Her Dietrich vür daz gewelbe spranc.
1430 do gienc üf in ein gröz gedranc
von manegem getwerge vreissam.
Laurln lief in ouch selbe an.
des vröute sich her Dietleip:
er machte im rüm wlt und breit,
1435 er sluoc diu getwerge alliu hin daij,
er enwolde ir keinez hinzuo län.
also wir z beeren von in sagen,
wunden wurden im vü geslagen,
hern Dietriche, durch sine brünne:
1440 daz was der getwerge wünne.
mit Sterke und mit grimme
moht er Laurlnes niht gewinnen.
her Dietrich wart ein zornec man:
man sach von sinem munde gän
1445 einen dunst, der was heiz,
davon Laurlne der sweiz
vaste durch die ringe ran,
dö der starke küene man
her Dietrich truoc dem getwerge haz:
1450 eines schirmslages er niht vergaz,
den lerte in meister Hildebrant:
er sluoc im den vinger üz der hant,
darane ez böte daz vingerlin.
dö vlöch der kleine Laurln.
1423f. nur pzmv. 24 rehte m] gar pv. 25 ja p, o<^ x. 26 myne
onge p. 28 und bringe wK, Ich brenge z, Ich gebe p. 30 gröz (^^ p.
31 freysam p, lobesam w, man K, 32 selb' w, zv hant Am, ro pz. 33 so pz
(her oo^?); Wol werte sich her ditterich w, Dez waz dietlaub gemeitf.
34 im wK, oo pz. eynen rün lang vnd breyt z, eyne wite vn eyne breit p, preit
vnd weit K, ouch eyne weich w. 35 er wK] Vtl pz. 36 ir keins K{m\
keynes w, im kayn p. 37 von in Km, (><^ pw. 38 wurden Äw, wart p,
wom w. im ivK, oo pm. 41 sterke Kj siegen w, liste p. 45 Eyn d.
dy p. 48 dö m] Daz p. 49 her Dietrich wEm, no j?. 50 schirmes slages p.
46 LAÜRIN A 1455, Mh. 1483.
1455 üf hnop in der wigant,
er gap in meister Hüdebrant.
sin herze wart vröuden toI,
wan er sach diu getwerge alliu woL
Die wlle was ein kleinez getwerc
1460 geloufen yür den holn berc,
dem was leit unde zom.
ez erschalte ein lütez hom.
daz erhörten in dem walde
Yünf risen also balde.
1465 si sümten sich niht lange:
mit stehellnen stangen
kämen si geloufen vür den berc.
darnach yrageten si daz getwerc,
daz ez in sagete diu msere.
1470 ez sprach: 'diu sint uns gar ze swaere,
daz ich'z iu niht halp kan gesagen:
mim herren ist sin gesinde erslagen,
im selben hat man gesiget an.
helfet dem vürsten lobesam'/
1476 Die risen drungen in den berc,
des vröute sich vil manec getwerc.
f diu vor heten gevlohen,
diu Sprüngen alle her wider vür.
die risen wären vreissam,
1480 si bestuonden die zwene man.
Do sprach meister Hildebrant:
'ich rate iu, ir herren beide samt,
daz ir imder disem gewelbe sit.
sich hebet noch ein grozer strit:
1485 ich sihe vünf risen vreissam,
die wellen den getwergen bi bestän.
si hänt unser gesellen vür sich genomen:
den muoz ich ze helfe komen.^
1456 gap in Km] warf in zcu p, brachte z, eylte czu w. meister z(K)]
dem alden p, her tv, oo m. 57f. oo p. sin herze w] des hercz -K, Hilte-
prät m. wart Kx] was w. 58 wan Kz, oo tmn. 60 vür] vorne i p,
62 erschalte pf] plyes Kx. 70 diu iüK{in)] aj p. 71 so toK (ich euch n. w,
ich ez n. K), Ich kans vch halb nicht gesagen p. 73 selber px, 75 demp.
76 vil wKy oop. 77 überall verderbt, vgl. anmerkung. 78 her wider
vür wK] do er vor p. 80 si wK, Dy p. 81 sprach sich m. p.
LAURIN A 1489, Mh. 1521. 47
Den heim er üf daz houbet baut,
1490 vür daz gewelbe er dö spranc.
des vröute sich der von Beme.
si sähen in vil gerne.
die risen wären vreissam:
die sach man an die vürsten gän
1495 mit stehellnen stangen
Dö sprach Wielandes sun,
1500 ein ritter biderbe unde vrum:
^Wolfhart, lieber geselle min,
sül wir nu die boesten sin?
wir verzageten nie an striten
bi allen unsem ziten.^
1505 Dö sprach der wtietende Wolfhart:
'wir süln billich an die vart.
da wir den strit beeren gän,
da dringe wir mit einander an
und loufen mit siegen under in,
1510 daz ist min rät und min sin.'
bi den selben stunden
ir helme si verbunden,
ieglicher vazzete sinen schilt
seht, dö kam vrou Künhilt.
1515 si sprach: 'ir sit zwene biderman,
wie wol ich daz gehoeret hän!
ich muoz iu grözer manheit jehen:
ir müget der vinde niht gesehen
und weit si doch mit strite bestän.
1520 des wil ich iuch geniezen län.'
Vrou Künhilt diu künegin
gap ieglichem ein vingerlin.
1495 — 98 PO pwy in Km verderbt, vgl, anmerkung. 1500 ritter] recke p.
3 verzageten] worn vorzcait p. an pKf] in ztom. strit p. 4 Bye aller
vneer zeit p. 5 spr. sich der p. 7 gän m] an p(x). 8 an p]
daran Km, dar w. 10 ytl ist m. s. p. 12 verbunden wKm] beyde
banden pz. 14 seht p, oo a^ 17 manheit Krm] kunheit p, togüt w.
18 yinde] getwerge p. 19 mit streyte w(z), in streit r, oo pKm.
22 Gab ir i. p.
18 LAURIN A 1623, Mh. 1567.
si sprach: *diu stözet an iuwer hant,
so wirt iu äventiure bekant:
1525 vürwär ich daz sprechen sol,
ir seht diu getwerge alliu wol.'
Si stiezen diu vingerltn an die hant.
dö wart in äventiure bekant.
ir herze daz wart vröuden vol:
1530 si sähen diu getwerge alliu wol.
Witege und der geselle sin
nigen der edeln künegln.
die zwene degene milde
griffen ze den Schilden,
1535 si Sprüngen hervür in den berc.
des enkalt vil manec getwerc
und die risen vreissam,
dö die zwöne küenen man
ze dem strite gesprungen.
1640 ir halsperge erklungen,
ir Sprünge wären wite,
in was gäch zem strite.
Nagelrinc und Mlmiuc
die täten vreissamiu dinc.
1545 mit ir beider orten
si wunden die risen vil harte.
allez guot was in tiure,
rehte sam in dem viure
1550
swer daz nu beeren welle,
dö die vünf gesellen
nach 1526 hat K 2 v. mehr:
Herr dietreich vnd die gesellen sein
Die möchten nicht fröleicher gesein.
27 — 80 oo p. 29 wart r] was w. 31 Her witich pm. 82 Dy nygen p.
34 Dy griffen p. 36 vil w, oo x. 43f. oo p. Natinck vnd münick m,
Mit nagel vnd mit minich r, Andencklich vnd munigtlich Ä, Mittenandir
totin sy sint w. 44 die täten Km\ Thetn sy r, Vil w. 45 Mit irs
beydes erte p, Mit der zbayr schbert ortnn r, Mit den swertin czartin %l\
Nach ir bayder art m, oo K. 46 si wunden Zw] Sy wagentez p, oo tw.
die risen wKr^ manigen m, no p. vil harte 'gm\ angever K^ sy nicht spartin wr,
48 nur wr\ Recht sam r, Alz w. 49f. oo überall, vor 51 schiebt p ein Süder
vngeuelle. 51 so pfK-, nu nach swer K, oo p. beeren] hazze p. 52 dö oop.
LAURIN A 1553, Mh. 1587. 49
ze einander kämen^
die risen si dö vür sich nämen.
1555 si sluogen an den stunden
vil tiefe verch wanden,
daz si in dem bluote
unz über die sporn wuoten.
die risen wolden gerne von dan:
1560 ieglicher einen vür sich nam.
si mohten mit iren sinnen
den recken niht entrinnen.
also wir ez hoeren sagen,
die risen wurden erslagen,
1565 Laurin wart gevangen.
dö was der strlt zergangen.
Witege unde Wolfhart
die huoben sich alrerste an die vart.
si wolden in dem berge
1570 niht läzen leben diu getwerge,
ez muoste in gän an daz leben.
also wart in der berc gegeben,
und der vil kleine Laurin
der muoste ze Berne ein goukelaer sin.
1575 Der edel junge Dietleip
mit siner swester heim reit.
er gap si einem biderman,
davon si ere und lop gewan.
1554 dö p] doch K, 00 w. nach 54 hat m 2 v. mehr:
Zu ain ander si da tratten
Da schlügen si vil tratte
1555 An den selbü stunden vsw.
58 unz 00 p. 59 gerne fK, 00 pw. 62 so fKr; Der r. n. gewinnen pm.
mit 1566 bricht K ab und folgt die Fortsetzung. 69f. so t(?(r); Do wolden
sy der getwerge Keynes lazzen lebe p{z). 72 also fzr] Do pm.
73 und no p. mit 1574 bricht w ab. no/ch 1574 hat z 4 v. weÄr;
Do namen sy silber und golt
Dem waren sy von herczen holt
Vnd vil mannig reynes gewant
Sso mans do allerbest vant.
75 so rp{z); edel r, no p. Dietleib der degen vnu'zeit fm. mit 1578
brechen p und r ab; z hat nur noch 4 v,:
Do reyt von berne er ditterich
Vnd dy forstin alle glich
Wedir heym czu lande
Gar an alle schände.
Hols, Laurin. 4
50 LAURIN A 1679.
Hildebrant und her Dietrich
1580 kämen heim vroelich.
Witege unde Wolfhart
die wären mit in an der vart.
si wären heim vroelich komen.
allez ir trüren was in genomen.
1585 si wurden schöne enpfangen
von röten münden und [von] liehten wangen,
von vriunden und von mägen:
wcen si begunden vrägen,
wie in gelungen waere.
1590 ein ende hat diz msere
von hern Dietriche und den gesellen sin,
von vroun Künhilde imd von Laurin.
[Hie hat daz buoch ein ende.
got uns sin gnäde sende
1595 in der drier persönen namen!
nu sprechet alle amen.]
1679ff. nur fm. her vor Hildebrant f. 82 die oj m. mit in f] auch m.
83 8. w. all frölich haim k. m. 84 oo m. 85 w. gar seh. m.
86 müdelein m. liehten oo f. 87 Vö kinden vü uö frawen m. 88 so w;
W8en] Wie m. Wan sie würde wund' sagen f. nach 88 Vnd fragten sy der mer m.
90 dise f. statt 1590 gieht m bereits 1593.4. 1591 und 92 in m ver-
tauscht. 92 Vö V* zymhilt f, Von könen helden m. statt der früher ge-
gebenen 1593f. schreibt m In dem himel w'dii wir enpfögti. 93 dicz m.
94 vns allen sein m. 95 der drier] der trey m, den f, 96 Nu sprechet /",
So Sprech wir m.
Fortsetzung in K.
Da Laurein daz twerc sach
den schaden und daz ungemach,
daz Witige und Wolfhart die degen
1570 [in dem perge] nieman wolten lazen leben,
da viel er nider für den Pemsere
in also grozer sweere.
er sprach: 'edler ftirste reiche,
tu an mir tugentleiche
1575 (ich meinen leip und mein leben
auf deine genade han ergeben):
nicht laz erslahen daz volc gar,
nim deiner tugent an mir war,
darumbe muezen si alle samt
1580 dienen deiner edlen hant.
edler fürste, nun wer den streit
und tu daz pei der zeit,
e daz der kleinen her
verderbe gar an wer/
1585 Her Dietreich sprach mit zorn:
'du must sein gar verlorn,
du und waz dich gehoeret an,
den müz ez an daz leben gan.
du hast an mir dein trewe zeprochen,
1590 daz peleibet nicht ungerochen/
Da daz erhört die schoene mait,
frau Künhilt, die was perait,
si hup sich zuhant dan,
da si sach den Pemaer stan.
Die Fortsetzung schliesst unmittelbar an vers 1566 des textes Ä an
1570 nyemant. 76 dergeben (das präfix lautet immer der-).
4*
52 LAURIN K 1, 1595, Mh. (1629).
1595 81 sprach gar wol gezogenleich:
'ich pite euch, edler [her] Dietreich,
ainer pete mich gewere
dur aller frawen ere:
gebet mir den klainen Laurein
1600 und daz getwercgesinde sein,
daz du in frist wellest geben
und in nicht nemen daz leben/
Des antwurte ir her Dietreich
und redte gar wol gezogenleich,
1605 er sprach: Maz mac nicht wol gewesen,
daz wir die twerge lan genesen,
umb die swaere, die mir ist getan,
darumb mac ez nicht wol erganj"
""Nain, edler forste reich,
1610 tu deiner tugent an mir geleich,
laz mich ungewert nit
und tu noch, wes ich dich pit,
wan man vil tugent von dir sait,
die laz auch mir sein perait/
1615 Da sprach maister Hilteprant:
*ir schult wol sein gemant,
daz ir die juncfrawen gewert,
wes si an euch pegert,
und lat [ir] den klainen Laurein
1620 zu Peme ewem gegangen sein,
und lazet swem die twerge,
daz si euch dienen mit dem perge/
Da sprach Dietlaip der degen:
*ir schult wol ewerer zucht pflegen
1625 und gewert die swester mein.*
da sprach her Dietreich: 'daz schol sein.
juncfrawe, ir schult sein gewert,
des ir an mir habet pegert/
er rufte Witig und Wolfhart an:
1630 'ir schult von dem streite lan
und lat daz volc leben:
ich han in meinen fride ^^egeben.*
1597 Ein gepett. 1601 wolst. 3 antwört. 7 Vmb diese
8 wer. 8 mag er n. w. bestan. 11 nicht. 13 Wenn. 29 wittich. 32 geben.
LAURIN K 1, 1633, Mh. 1667. 53
Da liezen si von dem streit.
daz was an der zeit,
1635 si pedachten sich umb ain schaiden dan^
die ftirsten edel und lobesam.
si namen Laurein mit in,
darzu vil guten gewin
von golde und von gestain,
1640 und wurden des tiberain,
si enpfulhen den holen pere
ainem edlen getwerc,
daz was gehaizen Sintram
(ez was ain künic lobesam,
1645 ez was der hoechste nach Laurein)
[si enpfulhen im] auf die aittrewe sein.
des swur ez hem Dietreich ainen ait,
ez wolt mit dienste im sein perait.
Da füren si mit freuden dan
1650 und die juncfrawe wolgetan.
si füren dahin gen Peme:
da sach man si vil gerne
und enpfienc si schone und guetleiche,
die edlen fürsten reiche.
1655 da bieten si kurze weile vil
und maniger laie bände spil.
Dietlaip und die swester sein,
frau Künhilt die künigein,
vierzehen tage si da peliben,
1660 mit kurzweil si die zeit vertriben.
da wolte Dietlaip schaiden dan
und die juncfrawe wolgetan.
si gerten urlaub«« da
von hern Dietreiche sa.
1665 frau Künhilt die reiche
pegert an hem Dietreiche,
er schölte si des geniezen lan,
daz si durch sein willen biete getan:
1685 dan Müll.j 00 K. 43 Sintram Müll.] smoran. 45 höst.
46 sein steht an stelle von die, welches fehlt 48 wölt. 50 die juncfrawe Müll]
etleich schün junckfrawen. 52 vil 00 K. 62 die Müll., 00 K.
68 vrlaub. 64 sa Müll] ja.
54 LAÜRIN K 1, 1669, Mh. 1703.
*wizzet, edler f&rst, fftrwar,
1670 ir waeret alle tot gar
gelegen an Laureines schaden:
des pin ich mit rewen überladen,
wan er mir treoleichen tete
und gewert mich aller meiner pete:
1675 er macht mir al daz undertan,
daz er auf der erden ie gewan.
davon, edler ffirste reich,
so pite ich dich tugentleich,
daz du mich wellest gewem,
1680 des ich an dir wil pegem/
Da sprach von Peme her Dietreich
*wes ir, juncfrawe^ an mir p^ert,
des schult ir sein genzleich gewert.'
1685 ^So mute ich, edler fürste, an dich
(des scholt du gewem mich):
laz dir Laurein pevolhen sein
auf die trewe und die genade dein,
versuche, daz er die taufe enpfach,
1690 und tu im guetleich darnach,
und tu daz durch den willen mein
und princ ez wider an die ere sein,
wan du in des wol hast erzogen,
daz er umb sus dich hat petrogen.'
1695 Des antwurte ir her Dietreich
harte wol gezogenleich :
^juncfrawe, vil gerne tun ich,
des ir habet pegert an mich.'
Damite si urlaup von im nam,
1700 als iren züchten wol ^ezam.
da gienc si al zuhaut,
da si Laureinen vant.
si sprach: ^lieber h«rre mein,
gote scholt du enpfolhen sein!
1672 rewen Mull.] trewen. 73 Wenn. 74 gepet. 75 alz
daz. 76 ie steht nach er. 79 wolst. 82 fehlt. 83 juncfrawe/eÄ/^, von Müll,
als anfang des verses ergänzt 93 Wenn. 94 umb sua fehlt. 95 antwort.
96 harte] Mit züchten gar. ^ 97 tue. 98 Daz. 1700 gezam Müll.] zam.
1 al CO iT. 2 lawrein.
LAÜRIN K 1, 1705, Mh. 1738. 55
1705 ich muz mit meinem prüder vam,
daz mac ich langer nicht pewam/
Da sprach Laurein zuhant:
^awe, daz du mir ie würde pekant!
wie han ich mein trewe an dir verlorn!
1710 awe, daz ich ie wart gepom!
ich hiet mir dich zu trost erweit:
nun sein mein froeleich tage gezelt.
allez daz ich ie gewan,
möcht ich daz noch mit gwalte han,
1715 daz wolte ich geben darumbe gar,
daz ich pei dir schölte slafen ain jar/
er schrai und klagt so pitterleich,
daz die küniginne reich
so sere wainen da pegan.
1720 Dietlaip ir prüder si da nam '
und fürte si mü ime von dan.
er gap ir ainen piderman,
dapei biete si freuden vil
unz an ir tage lestez zil.
1725 Nun laz wir si mit freuden varen.
wir schüln von Laureine sagen,
wie dem sein dinc ergienc,
und wie sich sein leben an vienc.
Hilprant der weise man
1730 rüfke hem Dietreichew am
'[herre,] ir schult tun als ain weise man,
und greifet die sache weisleich an,
daz man Laurein in hüte habe,
und daz man'z niemanne sage,
1735 daz die frau Künhilt hat gepeten:
daz schol man gar undertreten.
man schol in halten in rechter hüt,
unz man versuchet seinen müt,
ob er zu kristen leben ste:
1740 daz schol man versuchen e.
1705 mein. 6 langer oo JT. 8 würde Müll] warst. 14 möcht Mull]
Wen. 19 da ro Äl 21 mit ime oo K, 24 tage oo K. letztez.
26 BcbuUen. 30 dietreich. an] vmb den klein man. 38 Vnd daz.
34 nyemant. 40 suchen. %
56 LAüRm K 1, 1741, Mh. 1774.
man schol in enpfelhen . .
der sein pflege,
daz er im den rat gebe,
1745 daz er kristen werde forwar:
80 gebe im der fttrst sein hulde gar/
Des volgete im der werde degen
und hiez sein mit hüte pflegen.
er enpfalch ez dem weisen man,
1750 daz er vaste hebete an
und sagete im von kristen leben.
da wolde er sich nicht ein geben,
unz im vil smachait wart erpoten:
die knechte sein vil sere spotten
1755 und triben auz im ir gaukel so,
daz werte wol zwelf wochen,
daz im vil gespoettes wart gesprochen.
Er gedachte ains nachtes in seim mut:
1760 *und wsere ez mir so rechte gut,
so schölte ich kristen werden.
ich sich wol, auf der erden
ist sein name gewaltic gar,
und diene* im der engel schar,
1765 so meine gceter gar erplint
und mir auch zu nichte sint.
der mac wol gewaltic sein,
daz ist an mir worden schein.
si mochten mir gehelfen nicht,
1770 ir hilfe die was gar enwicht:
da ich s an rufte in meiner not,
da was ir hilfe al an mir tot.
darumb wü ich euch vam lan.
ich wil mich an ain got Verlan,
1775 der himel und erden gewaltic ist,
den man da nennet Jesu Krist.^
1741 — 43 in K nur Hne zeile. 49 enpfoch. 53 smaheit. der-
poten da. 54 in K 2 verse Die ebnecht triben ausz im ir gaukel so
Vil gespocz legen sy in an. 55 im gaukel man. 56 fehlt. 60 so recbte fehlt.
62 Sieb ieb wol. 64 dienen. 65 So sein mein, enplint. 66 auch] eueb.
70 die oj K. entwiebt. 72 alle. 73 und 74 stehen in K in umgekehrter folge.
LAÜRIN K 1, 1777, Mh. 1810. 57
Ains morgens, was ain suntac
zu Osunge er da gienc,
1780 die rede er slms an vienc,
er sprach: 'Ilsunc, edler degen,
du scholt mir deinen rat geben
3
1785
^den rat wil ich dir geben,
der dir wol mac gut sein
gegen gote und gegen dem herren dein.
ich wil dir ganzen urlaup gwinnen
1790 an allen deinen dingen.'
Da gienc Ilsunc zuhant,
da er seinen herren vant.
er sagete im die maere,
waz Laurein zu sinne wsere.
1795 des freute sich her Dietrich,
er hiez in pringen für sich,
er sprach: ^[Laurein,] sage mir die warhait,
wil du enpfahen die kristenhait?
daz scholt du vil guetleich tun
1800 an allen valschen rum,
so geit dir got zu lone
die ewigen kröne.'
Da sprach der klaine Laurein:
^herre, ich wil perait sein,
1805 enpfahen willicleich den segen,
den got der kristenhait hat geben/
Da sante her Dietreich zuhant,
da man Hiltepranden vant
und ander seine dienestman.
1810 die kamen alle für in gegan.
da sante man zuhant,
da man seinen kaplan vant.
er hiez in segen da die tauf.
da wart ain grozer zülauf
1780 alsus Müll.] alle. 89 gancz. 95 froet. dietreich. 1801 geibt.
13 da 00 K
58 LAÜRIN K 1, 1815, Mh. 1847.
1815 von dem gesinde allem da:
die wurden alle des gar fro.
Her Dietreich sprach dem gesinde zu
*nun ratet, wie ich drumbe tu,
daz wir im ainen namen geben,
1820 der im wol zeme zu kristen leben/
ai sprachen: ^seine« namen
darf er sich nicht schämen:
dapei ist er wol erkant
tiberal in dem laut/
1825 des volgete er in da.
er wart getaufet sa,
her Dietreich wart da sein tote.
Ilsunc ez auch gerne tete:
Ilsunc der kuene degen
1830 der half im zu dem kristen leben.
Da ez da die taufe enpfienc,
her Dietreich da mit im gienc
in seinen palast weit,
da hiez er an der zeit
1835 sein herren alle für in gan,
er sprach: Ves ich gedacht han,
ich wil heute meime toten geben,
daz er dester froer müge leben:
ich wil im sweren ainen ait
1840 ganzer freuntschaft und sicherhait,
mein gut ich mit im tailen wil
piz an seines endes zil. ,
aucn müz er mir her wider swern,
er welle mich des selben gwern.'
1845 Laurein im auf die fueze naic.
vor freuden er lange stille swaic.
her Dietreich zoch in von der erde,
da sprach Laurein der werde:
^herre, ich wil leip und leben
1850 allez auf ewer gnade geben.'
1815 allen. 16 des t>o K, 18 drumbe] im. 19 daz] Wie.
21 si sprachen nach Miül] Er sprach, sein. 22 Schemen. 23f. derkante:
lante. 26 sa Müll.] ja. 29 kune man vnd degen. 30 zu no K.
dez kristens. 41 mein] Leib vnd. 44 wol.
LAURIN K 1, 1851, Mh. 1883. 69
da swüren si die freuntschaft,
die seit niemer mer zeprochen wart,
man biete in fürpaz erleich
und lerte in den glauben genzleich,
1855 wie ez scbolte dienen got.
daz lernte ez an allen spot.
EXPLICIT LIBER PRIMUS.
INCIPIT SECÜNDUS.
Nun scbült ir beeren furpaz:
die weile ez zu Peme was,
da biete Sintram da2 getwerc
gesant in manigen bolen perc.
K
ez klagete den twergen überal
seines lieben herren not
und aucb des gesindes tot,
wie si alle ir leben bieten verlorn
10 von bem Dietreicbes zorn.
dise potscbaft wart gesant
zu Lamparten in daz laut
zu ainem twere, biez Albereicb.
ez was ain meebtiger künic reicb,
15 ez klagete gote seine not^
daz im sein berre wcere tot,
der edel und der zarte
künic Ortneit von Lamparten:
^awe, scbolt er mir leben nocb!
20 ja bülfe er mir rechen doch
1852 zvbrochen. 56 alle.
11,3 flindron. b in K 3 verse Ez klag seine herin not Ez wesst
nicht ob er wer lebendig oder todt. 7 feMt (steht in K nach 4). 8 tot]
not für wäre. 10 diettreichen. 11 dise] die. 13 Albereich MiUL]
allnech. 16 wsere Müll.] waz. 18 lamparte. 20 rechen doch Müll.]
dez rechten noch.
60 LAÜRIN K 11,21, Mh. 23.
mein freunt an dem Pem»re,
daz ez im würde gar zu swaere/
Albreich des doch nicht enliez,
den poten er doch für sich hiez.
25 ez nam den poten^ den ez vant,
den sante ez in der twerge lant
hin über mer verren
zu ainem grozen herren,
[zu ainem,] der gewaltic was aller twerge,
30 die enhalp mer« warn in den pergen.
Ain perc was gehaizen Armenia:
in dem selben perge wonte ez da.
auch biete ez in seiner pflege
Sion den perc alle wege.
35 darzü diente seiner haut
ain perc Tabor ist genant,
[alle] die in dem perge warn zu Judeä,
die mästen ime dienen da,
und daz ^^pirge zu Eaukasas
40 im allez undertsenic was.
im was undertsenic gar
daz edel ^«pirge (daz ist war),
dardurch rinnt der Eufrates.
nun sei wir gewis des,
45 daz allez edel gestaine gut
auz dem perge rinnet in die flüt,
wan auz dem paradeise
daz selbe wazzer fleuzet leise.
Auch biet daz twerc mit seiner kraft
50 gewunnen vil der haidenschaft:
ez biete [auch] mit gewaltiger hant
petwungen Chanachaz daz lant,
von dem die grozen leut sein komen.
den biete ez den sie genomen.
21 Pernaere Müll] von pern. 27 Ferren beginnt den vers in K, umgestellt
von Müll. 29 twergen. 30 mer. 31 armonia. 32 want.
34 Synon. 35 dienten. 36 thabor. 37 indea. 39 pirg. 42 pirg.
45 edelz. 46 die Müll.] der. flutz. 47 Wenn ez ausz. 48 fleusz. 49 hat.
51 hat. 53f. kumen: genumen. 54 sie Mull.] sin.
LAURIN K II, 55, Mh. 57. 61
b5 ez was nie so reich ain herre,
ez biete gewaltes dennoch mere.
ez was Laureines ohaim,
daz schult ir wizzen al gemain.
Walberan hiez der künic reich.
60 man vant niender sein geleich.
Da er disen prief gelas,
und waz daran geschriben was,
und im der pote sagte die maere,
wie ez dort ergangen waere,
65 mit klage hup er an ain schal,
daz ez in dem perge erhal.
^awe/ sprach er, 'meiner not!
waist du, ob er sei iezuo tot,
oder ist er noch pei dem leben?
70 ich wil dir groz gut geben.^
*Nain herre, er ist lebendic noch.
in grozer hut helt man in doch.^
Er sprach: 'so wirt sein gut rat:
ich ledige in von diser not,
75 daz er ungevangen ist:
des ich hoffe in kurzer frist.
wer halt der von Ferne sei,
er muz mir in lazen frei,
oder er müz mir sein leben lan:
80 ich fuer in zu aime pfände dan,
und allen, die in gehoeren an,
den müz ez an daz leben gan.
si wsem denn tiefe in der helle,
ich riebe meinen gesellen.^
8ö Zuhant er [ain] poten auz sant
in daz gepirge und auf daz laut
hiez er in klagen seine lait
und enpot in, daz si wsern perait
zu rechen seine swaßre,
90 als liep in sein hulde waere.
55 ez MiUl] Er. reich no K. 58 al oo K 60 man vant MülL]
An reichtum fand man. nyndert. 68 iezuo] lebentig oder. 74 diser]
der K, dirre MiUl. 84 meinen MülL] mich an meim M{K). geselle.
87 und 89 seinev M{K). 88 si Jtf, oo K,
62 LAÜRIN K II, 91, Mh. 93.
er ^^ot daz gepot,
daz si alle ksemen drat
zu Numparier für den perc.
da samt sich manic stolz ^diwerc,
95 die waren schoene und wolgetan.
dar kam manic ritter lobesam^
da also in vier wochen
wart daz zil gesprochen,
si samten sich da auf dem plan,
100 als ich euch gesaget han:
zu Mambre in daz schoßne tal
samten si sich überal,
da sich Walbaran zu velde lait.
ich sage euch ane widerstreit,
106 er biet die menschait ane wer
Überriten mit seinem her.
er biete hundert tausent man
und fünfzehen tausent auf dem plan,
die alle mit guter wer waren,
110 mit manigön herleichen scharen,
sechzic tausent er drauz nam
(die andern liez er da pßstan),
die waren auzerwelte degen:
si torsten Streitens wol pflegen.
116 er fürte von Kananean
der starken leute hundert man,
die warn die pesten recken,
in allen streiten die , kecken:
si pegerten zu allen zeiten
120 nicht anders denne streiten.
Da er biete genomen gar,
die er wolte haben an der schar,
und er nun wolte varen dan,
ie tausent gap er ain haubetman
91 Er pot. 92 komen. 94 twergt. 95 wolgetan] weidenleich gestalt.
96 lobesam] vnd chnecht. 97 da oo MK. 99 da no MK. 101 schoene oo MK.
3 warbaran K. 5 menschait] kleinfheit (aitö mensheit verlesen'^). 10 maniger
herlicher schar. 12 stan. 15 Kananean Mull.] kamenan. 18 kecken Müll.]
stercksten. 21 genumen. 23 und] Da Ky und d6 Müll. 24 ie MiUl.]
yetieichen XX. haupman.
LAURIN K n, 125, Mh. 127. 63
125 auz den grozen leuten.
er hiez in rechte pedeuten,
daz si im wsem gehorsam,
ie die schar irm haubetman.
daz was ain wunderleich geschieht:
130 des hers «nsach nieman nicht,
daz er mit listen fürte,
daz in nieman an rarte.
si fürten alle ir leipnar
auf olbenden und auf kemeln dar
135 hin zu abent zu der habe:
da sazen all marncßr auf und abe.
Da schicte er Lindungen dan^
ainen recken fraissam,
mit im seiner recken scharen,
140 die im enpfolhen waren,
daz er nseme in der habe
die kiele alle herabe
und prsechte die galein,
waz ir da moechte gesein.
145 Der degen tet, als man im gepot.
da kamen si in engste und [in] not,
die auf den kielen waren,
von Lindunges scharen.
die der kiele schölten pflegen,
150 den wart ain poeser segen geben:
si wurden geworfen in daz mer.
si Wanten, der teufel waer mit her
an die kiele komen.
die flucht si alle namen
155 gegen der stat gemaine,
paide groze und [auch] klaine.
si konden nieman gesehen,
fiirwar wil ich daz jehen.
126 rechten. 28 Jede schar im h. 30 ensach Müü.] sach. nyemant.
32 nyemant. 33 ir leipnar MÜU.] in leibt naher. 34 olbenden Müll.]
abent. kemeln Müll.] kemerley. 35 Hincz abencz. 36 sassens. marnser Müll.]
morgen. 37 Lindungen] lingun. 39 seins. 43 prechten. 48 Lindunges]
lingbundes. 52 wonten. 53 chvmen. 56 paide] Pey. 57 nyemancz.
58 fehlt, ergänzt nach einem hinter 164 interpolierten verse {vgl. var, zu 164.)
64 LAÜRIN K II, 159, Mh. 160.
wer die kiele biete auz erhaben
160 und so palde enwec getragen.
die ertrunken in dem mer.
bin für Lindunc und sein ber.
165 er biete genomen in der babe
funfzeben kiele abe
und bundert galein guot,
die pracbt der bocbgemut
• ■••••••
170 dabin, da daz ber lac.
Als Walbaran die kiele an sacb,
zu seime ratman er da spracb:
'nun rat, edler fiirste reicb,
wie wir teilen geleicb
175 an die scbifiFung daz ber,
so wir varen über mer,
[und] daz wir froeleicben varn
und die kiele also pewarn,
[und] daz wir ane scbaden
180 komen zu den staden.^
Da spracb ain ffirst, biez Polias:
daz ber scbül wir tailen wol,
als man ain ber von recbte [tailen] scbol.
185 aucb gedenket, edler fürst, daran:
micb zimt, ez sei nicbt wol getan,
daz ir dem Pemaere
kumt mit solcber swsere
an widerpot, daz ist nicbt gut.
190 enpietet im ewem müt,
e wir kumen in daz laut,
daz im werde e pekant
160 enwech. getragen] Aussen. 61f. fehlen. 64 Lindunc] lingbunk.
nach 164 stehen in K 2 v. mehr (vgl. dazu 157f.):
Für war will ich daz yehen
Sein mocht nymant gesehen.
65 genumen. 66f. Funfzehen kiel vnd hundert galein ab, umgestellt und
ergänzt von MÜU, 69 fehlt. 80 staden Müll.] stecken. 82 Geet do
ir seit aller passt. 87 ir] im. 92 e nach im.
LAURm K n, 193, Mh. 195. 66
ewer raise und ewer vart.
da ist ewer ere mit pewwrt^
195 Walbaran sprach: Maz schol geschehen,
er schol meinen poten sehen,
der wol potschaft werben kan.
er sprach: ^ir sendet Schiltunc dar^
200 dem sein die lande kunt gar.
der wirbet ez wol sicherleich:
er ist ain forste lobeleich.^
Er sprach: Maz schol sein getan/
nach Schiltunc hiez er palde gan.
205 da er Schiltunc an sach,
gar züchticleichen er da sprach:
^Schiltunc, lieber freunt mein,
du scholt mein pote gen Peme sein
und widersage dem fiirsten her
210 umb die missetat, die er
an Laurein hat pegangen,
daz er in hat gevangen:
[und] daz er pesende seine recken,
die kuenen und die kecken:
215 die wil ich pestan vor Ferne.
weUen si sich weren gerne,
des geschieht in allen not,
oder si muezen ligen tot.
und türren si kumen auf daz velt,
220 ich wil in ab gewinnen [solch] gelt
des si meim ohaim haben getan:
fiirwar ich daz sagen kan,
si welle denn der teufel nern,
si muezen sich vor Peme wern.^
225 Damit Schiltunc zuhaut
nam urlaup von dem weigant.
an die porten er da trat,
von dannen er sich fueren pat
194 da — pewart Müll.] Daz — gerat. 98 fehlt. 99 dar Mull.] dran.
200 lant. 8 gen Ferne Müll.] gegen dem perner. 9 herr. 13 besent.
14 kecken Müll] frechen. 16 Wollen. 17 geschieh. 19 turnen.
21 des] Alz. 28 wol.
HoIb, Lanzin. 5
66 LÄ.ÜRIN K 11,229, Mh. 231.
mit seim gesinde schiere.
230 daz was geklait ziere
in also reiche klait.
zu der potschaft was er perait.
von dannen für er über mer:
hinder im liez er daz her.
235 Daz volc man [von] dannen schichte,
da furen's al gerichte,
künic Walbaran und sein schar,
unz in die dritten wochen gar
füren s auf der flüt.
240 der wint was also gut,
an ainem mantac morgens frü
da füren s zu Venedige zu.
da der marnsere Venedige sach,
dem herren rufte er und sprach:
245 ^herre, waz weit ir, daz man tu:
schol man [zu] Venedige varen zu,
oder weit ir an daz laut dapei
(saget mir, waz ewer wille sei),
oder schul wir harren an der habe,
250 daz wir mügen kumen abe?'
^Ja,' sprach der künic zu dem morn,
^daz wizze an allen zom:
wir muezen alle dahin kern
zu dem laut gen Pern.'
255 da für man her an daz laut,
man slüc an die hol zuhant
paide hütten und auch gezelt,
damit pedecket wart auch daz velt.
Nun laze wir ez ligen hie
260 und sage wir, wie ez Schiltunge ergie:
der kam vor siben tagen
gen Peme, als ich euch kan sagen,
da er in die stat rait,
er pat die leute, daz man im sait.
229 schiere MiUL] er do eielt. 30 ziere MüU.] zierleich. 31 reichem.
35 schickte. 89f. fluthte: gutte. 45 wolt. 47 wolt, 57 Pey hutten.
58 bedeck. 60 herr schiltung ergien.
LAURIN K n, 265, Mh. 267. 67
265 wa waere der tewerste wirt,
der geste durch ir gut pehielt.
im wart daz geoffenbart
hin z ainem gastgeben dort,
da er herberge vienc.
270 der wirt im engegen gienc,
er pat in wiUekumen sein
des dankete er im züchticleiche,
Schiltunc der fürste reiche.
275 er sprach: ^edler wirt, mir sage,
wes ich dich in züchten frage:
wa vinde ich des landes herrn,
den edeln fürsten von Pem?
dem wolte ich gerne potschaft sagen,
280 der ich im nicht kan verdagen^
Er sprach: Men vint ir in der stat.
waz ir hin z'im zu werben hat,
daz mac vil wol geschehen. .
weit ir in gerne sehen,
285 so schult ir zu hove gan:
da vint ir den werden man/
Schiltunc sich da perait
in seine roten klait,
er und alle seine man:
290 daz was erleichen getan.
selbe zwelfte er was dar komen,
als ich han vernomen,
die waren solche recken starc,
an manhait sich ir kain verspart.
295 daz ander waren twerge reich,
die trügen klaider zierleich.
Da si gen hove wolten gan,
si wurden vil gesehen an
von den leuten liberal.
300 her Dietreich stünt in dem sal.
270 engegen Mull] gegen. 72 feUt. 73 danck. 80 verdagen Müli:\
vertragen. 82 habt. 84 Wölt. 88 seinen. 91 zwelff.
91f. kumen: vemumen. 94 sich ir kain] er sich keiner nie.
5*
es LAÜRIN K II, 301, Mh. 303.
da er die geste her sach gan.
er fragete alle seine man,
ob nieman si erkande,
von wannen si wsern der lande.
305 si waren in unerkant gar.
her Hilprant nam ir rechte war,
er sprach: ^daz sein starke leute.
waz ez halt pedeute,
die twerge, die mit in gan,
310 die gehoeren Laurein an."
Her Dietreich nach Laurein sant.
da kam er al sa zuhant.
er sprach: *vil lieber Laurein,
wer mügen die werden geste sein?"
315 Da er die geste rechte an sach,
zu hern Dietreich er da sprach:
^daz ist ain ftirste lobeleich
auz Kananea dem künicreich.
waz der helt [potschaft] künde her,
320 oder wes er hie peger,
des wundert mich vil sere.
ich sage euch dennoch mere:
er ist ain wunderkuener man,
fürwar ich euch daz sagen kan.
325 er dienet auch meim ohaim da
künic Walbaran von Kananea/
Die weil si redeten davon,
da kam Schiltunc dar gegan.
den enpfienc da der von Ferne
330 willicleiche und gerne.
da dankete im züchticleiche
der edel fürste reiche,
darnach enpfienc in Laurein:
er pat in willekumen sein.
335 er dankete im fleizicleiche,
der edel fürste reiche.
301 gangen. 2 Er sprach zv allen sein manen. 3 Ob sy niemant
derkenten. 4 Von wan sy wem oder von welchen lanten. 9 mit im^ 12 also
ZV hant. 18 kanenea. 19 künde her Müll.] her kunt. 20 hie oo f. hegert.
21 mir. 25 auch] euch, da] sa. 28 dar oo K. 31 und 35 danck. 35 im] in.
LAURIN K n, 337, Mh. (339). 69
'die potschaft, die ir mir schult sagen,
340 der schult ir mir nicht verdagen^
• « •
^der gewaltic künic von Armenia
346 iren grüz und ir huld
umb die grozen ungedult,
die ir an Laurein habet getan,
darumbe enpeut euch manic man,
si wellen für die stat mit [solchem] her,
350 und daz ir euch setzt zu wer,
daz saehen si vil gerne,
edler fürst von Peme,
er hat euch mere heizen sagen,
des wil ich euch nicht verdagen^
355 ob ir in seWe türrt pestan:
ir habet manegen werden man,
darauz weit die pesten
als manegen ir weit welen
360 die haizt mir alle zelen:
mit als manegen seinen man
wil er euch vor der stat pestan.
weit ir in aber pesten mit offem streit,
des gewert er euch an der zeit.
365 pedenket euch mit witzen
und lat ewer Übeln pitzen
sich versuchen vor den tom.
er jach, und ttirren si sich wegen,
370 ez müz gelten ir aller leben.'
Da antwurte im her Dietreich
mit senften worten züchticleich:
387f. fehlen. 40 verdagen Müll,'\ vertragen. 41 und 43f. fehlen.
42 armonia. 48 Darumb veint enpeut. 49 wollen. 54 verdagen Müll.]
vertragen. 55 selbe] auff dem veld. 58 Die will er all bestan. 59 wolt
wellen. 61 seim. 63 Wolt. 65 witzen Müll.] wissen. 66 übel pissen.
67 vor Müll] von. 68 feJdt. 69 jeich. 71 antwort.
70 LAÜRIN K ü, 373, Mh. 371.
*waz han ich ewerm heim getan,
daz er mich mit streite wil pestan
375 oder fueret in mein lant sein her?
mein knechte sein gar ane wer
gegen unsichtigen leuten.
liez er e doch pedeuten,
wie die rede waere,
380 und erfuere die rechten msere,
daz er mir ane schulde
nicht widersage sein hulde.
doch schult ir ewerm herren sagen,
ich welle darumbe nicht verzagen,
385 ob er habe ain grozez her:
er vinde mich in Bolcher wer
und die lieben freunde mein,
er lieze wol solch droen sein.^
Da sprach Ilsunc der degen:
390 ^ewer herre liez wol under wegen
seine dro, die er hat getan
zu aim solchen degen lobesam,
ja wir wellen z auf dem velde wagen,
daz sich die geier muezen laben
395 paiderhalp von unserm plut.
die dro sein zu nichte gut.'
^Entrewen,' sprach da Wolfhart,
Hch frew mich diser hoflfart:
ja hört ich nie sagen msere,
400 der ich froer wsere.
und suchet er uns vor der stat,
er wirt Streites also sat,
daz er
zu Armenia in sein lant.'
405 Da sprach der fürste Schiltunc:
^seit ir ain kuener degen junc,
375 fürt hinter lant. 84 wol. 85 grosz. 86 solcher] der.
91 bat getan] mag tun. 92 lobesam] jungen. 93 wollens. 95 paider-
halb] beidentbalp Müll., Pey dem kalb K. 96 zu] für. 97 Endroen.
da oo K. 98 frö. 99 nie Müll] je. 401 der] die. 3 ]
der mawer nicht derkant. 4 armonia. 6 ain kuener] nu ein Müll..
nun K,
LAURIN K 11,407, Mh. 405. 71
so tut ez kunt an der zeit,
so euch die not an leit.
lat mich beeren ewers herren wort,
410 dem auch mein herre enpoten hat/
Her Dietreich mit züchten sprach:
'Wolfhart, habe dein gemach.
wizze, daz ez stet nicht wol:
[dem werden] poten man paz antworten sehoU
415 Da sprach er zu dem poten reich:
*sagt ewerra herren sicherleich,
kumt er her in mein lant,
des wirt im genomen swaere pfant,
als verre ich habe daz leben,
420 und wil mir got daz glücke geben/
Da sprach daz twerc Laurein:
* [fürst] Schiltunc, ir schult mein pote sein
zu dem lieben ohaim mein.
425 saget im den grüz mein,
er schul mir willekumen sein,
also daz er mit gutem müt
hie peschawe den forsten gut;
so sieht in vil gerne
430 der edel fürst von Ferne.
sag im, daz wir gute freunde sein,
daz zwischen ime unde mein
kain widersagung mac werden,
die weil wir leben auf erden.
435 pite in von mir tugentleichen,
daz er dem fürsten reichen
icht in dem lande pfende,
unz in got her gesende,
daz man in sehe vor der stat:
440 so wil ich denne geben den rat,
daz ir gute freunde seit
an allen kriec und ane streit.
407 ez kunt MiUl] pekunt. 9 herczen. 10 dem auch Müll.]
Die euch. 14 man paz oo K, antworten, schol Müll.] also. 18 des]
Daz. genomen] ein. hant. 24 fehlt. 37 Ichs. 89 sech.
72 LAÜRIN K 11,443, Mh. 439.
waz dem von Peme schol geschehen,
man müz mich tot pei im sehen/
445 Damite Schiltunc urlanp nam
und schiet von Peme palde [von] dan.
daz her lac noch zu Venedige da
und hiete sein gewartet da
unz an den achten morgen.
450 sein kamen si in sorgen.
Da Schiltunc zu dem her rait,
dem künige man daz schiere sait,
daz Schiltunc wsere komen.
die maere hiete er gerne vemomen.
456 froeleichen er im engegen gienc,
vil willicleichen er in enpfienc:
*pis willekumen, mein Schiltunc,
ain flirste starc unde jwicX
ich wil dir immer holt sein.
460 sag mir, wie gehabet sich Laurein?^
'Herre, seit ich z euch sagen schol,
er gehabet sich rechte wol.
er enpeut euch gruz ane haz,
und auch daz ir tuot deate paz,
465 als er euch guetleichen pat
(daz sage ich euch an seiner stat),
daz ir vart, dU er pegert^
und ir in daran gewert,
durch des von Peme reiche,
470 daz nieman tuo veintleiche^
und daz ir nicht den leuten schat,
unz daz ir kumt für die stat.
ir vindet leicht die füge,
daran euch wol genüge.
475 so enpeut euch der von Peme,
er welle ewer warten gerne
446 von Peme oo K. 47 da] ja. 48 sein] schiltung vor da. 50 si Mull]
die venediger. 52 schiere Müll., oj K. 54 vernumen. 55 frölichen.
58 junc Müll.] fr um. 63 ane haz] vnd dienst. 64f. tut deste paz als]
im past Tuet alz. guetleichen oo K {steht v. 467). 66 sage Müll., oo K. 67 ir
gutleich fart. als er pegert oo K. 68 ir oo K. 70 Daz niemant tet
geleich. 71 nicht vor schat. 73 leich. 76 welle] will.
LAÜRIN K II, 477, Mh. 473. 73
und [welle] seine leute und sein laut
rechen mit sein selbes hant.
er hat auch manege recken gut:
480 si sein also wol gemut,
daz si sehen von herzen gerne,
daz ir ziehet hin für Peme/
'Trewen, daz müz geschehen,
daz man mich muz vor Peme sehen.
485 ich wil auch Laurein
den vil lieben ohaim mein
seiner pete wol gewem:
ich wil verpieten WM vil gern
allem dem gesinde mein,
490 daz es schol ane schaden sein
dem lande al gemaine,
wan die stat alaine,
waz schaden si darane tun
495 Er hiez da rufen liberal,
daz ez in dem her erhal,
daz man nieman nicht nseme,
unz man für die stat kseme.
in wart gepoten ganzer fride
500 pei dem halse und pei der wide.
Die weil hiet der von Pem pesant
paide stete und auch daz laut,
er hiez die leute fliehen,
sich zu der vesten ziehen.
505 mage unde dienestman,
die im waren undertan,
die kamen alle geriten dar
mit maniger herleicher schar,
si wolten wem irs herren not,
510 oder si wolten ligen tot.
477 wol. 78 Rechten. 79 manege MülL, oo K. 82 hin no.
84 mfiz vor sehen. 85 euch. 88 nu oo. 90 ez Müll.] er.
schol vor sein. 91 al ro K. 92 Wenn. 93 Schadens daran tue.
94 Darub begonden sy nemen rawm. 95 hiesz deruffen. 96 im her.
97 nyemant nichs. 500 der wil. 2 Pey stet. 4 sich Miäl^ Sye.
5 mage] Wagen. 8 herlicher.
74 L AURIN K ü, 511, Mh. 507.
An dem neunden morgen fru
da zoch der herre mit kraft zu.
er begonde sich legen neben die stat,
da er wol die weite hat.
515 da slugen si auf daz velt
vil manic herleichez gezelt,
die man alle wol sach,
yil nahen zu ainem pach.
si begonden alle spehen:
520 die leute künde nieman gesehen
wan her Dietreieh und her Hilprant,
Dietlaip und Witig der weigant
und darzu Wolfhart der degen.
daz geschach von des wegen,
525 daz si bieten die vingerlein,
die in waren worden von Laurein,
die leute in der stat jähen,
da si die hütten ane sahen
und horten grozen schal
530 vor der stat liberal:
'uns mueze got hie nem!
wir mtigen uns selbe nicht gewem.'
Da liez her Dietreieh an der zeit
rufen in der stat weit,
535 daz nieman kaeme für daz tor
oder er verltir daz leben davor,
er nam zu im seinen rat,
er sprach: Vie pehuete wir die stat
vor den unsichtigen scharen?'
540 Mie schul wir wol pe waren/
also sprach maister Hilprant,
'die schul wir pesehen zuhant
und gegen den veinden ligen,
daz si uns nicht an sigen
545 mit im grozen listen.
wir schtiln daz volc wol fristen:
514 weite] weil. 18 nahent. 20 nyemant. 21 Wen. 22 Dietlawb witig
vnd wegant. 25 si oo. 28 sahen] slahen. 33f. liez vor r&fen. 35 nyemant
kom. 36 der vor. 37 im in sein. 43 und Müll.] Die. 46 schullen.
LAURIN K II, 547, Mh. 543. 75
unser fanf si mügen wol gesehen:
die schüln gar wol die veinde spehen
und pflegen vnserer purctor
550 und hueten der den veinden vor,
daz dem volke geschehe kain lait.
wir schüln sein zuhant perait/
Si wurden zuhant geschicket dar:
iegleicher nam seins tores war.
556 Her Dietreich gienc zuhant,
da er Laureinen vant
er sprach: lieber freunt [und geselle] mein,
[und] erzeuge mir die trewe dein
und taile mit mir deinen rat.
560 du siehst wol, wie mein dinc stat/
Er sprach: *edler fürst von Ferne,
vil willicleichen und gerne
pehalte ich meine trewe an dir,
daz scholt du gelauben mir.
565 ich rat dir [daz] peste, als ich schol,
und wil auch daz peweisen wol,
wan meinen leip und mein leben
wil ich durch deinen willen geben,
e ich daz an ssehe,
570 daz dir kain lait geschaehe.
ich rate euch kaines rat«es nicht:
ez ist waerleichen enwicht
ewer gewslt ist gar an wer
gegen daz Walberanes her.
575 er hat so manigen weigant
her pracht in diz laut,
und biete er niemannes mer
denn die von Kananea,' sprach er,
Ir kündet im nicht gesigen an.
580 furwar ich daz sagen kan.
547 wol vor mügen. 48 schuUen. die veinde] sehen vnd. 49 Vnsei
jetleicher pfleg eins purgtors. 50 Vnd buet dez vor den feinten da. 51 leit
da. 52 schullen s. zehant. 55 zehant. 60 siest. 65 als] daz.
67 Wen. 69 daz ensech (:geschech). 72 werlichen entwicht. 73 gewalt]
weit. 74 dez. 76 prach in disz. 77 niemancz. 78 kanene.
76 LAURIN K II, 581, Mh. 577.
daz er selbe ist so starc
im nieman mac an gesigen.
585 mit im gestrait nie kain man,
er habe im gewunnen an.
ir schult mich lan hinauz zu im,
ob ich sein rede also vernim,
daz ich ez setze in aine sun:
590 daz wil ich mit trewen tun/
*Vil gerne,' sprach her Dietreich,
^tust du dem wol geleich,
daz du mir getrewe pist:
und setze darnach deinen list,
595 daz dir daz peste müge gesein.
daz getrawe ich den trewen dein/
Er hiez in reichleichen klaiden,
da er von der stat wolte schaiden.
er sante mit im zwelf man,
600 die trügen gute Haider an.
da riten si gar ^ezogentleich,
da Walbaran lac der künic reich.
wol erkante Laurein daz gezelt,
daz was gespannen auf daz velt.
605 Walbarane kamen die msBre,
daz Laurein vor der hütten waßre.
des was er von herzen fro:
auf spranc er vil schiere da,
gegen im er da gienc,
610 vil liepleichen er in [da] enpfienc:
*pis willekumen, [mein] Laurein,
getrewer und lieber ohaim mein!
daz ich dich han funden
615 des pin ich von herzen fro.'
[vil] liepleichen trauten si sich da:
Statt 582f. steht Daz die in allen andern landen ligen. 584 nyemant.
87 lassen zvim hinausz. 88 vernim darausz. 89 sün] frid sunen.
601 garzogentleicb. 3 Daz gezelt lawrein wol derkant. 4 Daz gespant
waz auff. 8 vil schiere] schiere MiUL, o^ K. 13 gefunden. 14 fehlt,
16 lieblicher trewen.
LAURIN K n,617, Mh. 613. 77
er enpfienc in also [liepleich und] pider.
8i sa^en auf daz gras nider.
da si gesazen auf daz gras,
620 gar froeleich ir herze [da] was.
er enpfienc auch daz gesinde sein.
man truc in dar mete und wein,
waz ir dar kumen was,
die hiez man sitzen in daz gras.
625 Laurein dankete fieizicleichen
seim ohaim dem künic reichen
der trewe und der freuntschaft sein,
die er im tsete manicveltleichen schein,
daz er ain so groz^^: her
630 durch in hiet pracht über mer.
er sprach: Vil lieber ohaim mein,
ich wil dir immer holt sein
umb die trewe, die du toete mir.
got gebe, daz ich gedanke dir
635 deiner eren und ganzer freuntschaft:
dein trewe hat gen mir ganze kraft.
doch schol dein gnade an sehn
und schol mich ainer pete gewern,
der ich wü pegern an dich:
640 der gewer auch, lieber ohaim, mich,
so hat ain ende mein trueber sin,
damit ich überladen pin.^
Er sprach: Mein truebesal
wil ich wenden liberal,
645 als ich von rechte tun schol
(darumbe gehabe dich gar wol):
darumbe pin ich auz kumen.
ez kume zu schaden oder zu frumen,
ich wende dir al deine not
650 oder ich lige darumbe tot.
617 alz. 23 dar] da. 25 danck. 27 ynd freuntschafft.
28 manicveltleichen] in feltlichen. 29 ain so grozez] im so gröz ein Mull.,
im 80 grossen K, 30 in] sein willen. 33 taete Müll., 00 K) dafür
steht nach 33 eine überflüssige zeUe Hast getan gegen mir. 34 ich dir
gedank schir, gebessert von MüU. 36 gen] getan. 38 mir. 39 wil
pegern] beger. 42 überladen] betrübt. 43 dein trewer sali, 46 gar 00,
78 LAÜRIN K 11,651, Mh. 647.
des scholt du auch gewert sein,
wes du pegerst, lieber ohaim mein/
Er sprach: 'seit du mich wilt gewern,
so pite ich umb den von Peru,
655 daz du seist der freunt sein
als geleiche, als ich der dein,
wan er mir guetleich hat getan,
für war ich dir daz sagen kan:
und waere ich sein als gwaltic gwesen,
660 als er mein, ich biete in nicht lan gnesen.
darzu hat er getan an mir,
daz ich nicht kan gesagen dir:
trewe und ganze freuntschaft
hab wir geswom mit aides krafi
665 davon, lieber ohaim mein,
tu an mir deiner gnade schein
und nim in in dein freuntschaft:
sein trewe hat vil groze kraft,
er ist der treusten manne ain,
670 den ie sunne überschain.'
Da erschrac Walbaran der pete,
und daz er im gelobet bete,
wan er sich des nicht versan,
daz er in psete für den man,
675 und sach ain weile nider
und kam doch zu im wider,
er sprach: Vaz ich darinne tu,
des wil ich mich pedenken unz fru.
auch scholt du im haizen sagen,
680 daz si den fride stsBte haben
pei dem halse und pei der wide,
die weil die stat schol haben fride.
du müst peleiben heut pei mir:
morgen fru so sage ich dir,
657 Wenn. 60 lassen. 68 vil oo. 69 trewst. 71 gepet.
72 biet. 73 Wenn, des oo. 77f. Er sprach ich wil mich bedenken
Waz ich darin tue vncz frue, gebessert nach MÜU, 81 Daz peut ich
beginnt, gestrichen van Müll. 82 schol nach weil, umgestellt von MiiU.
LAURIN K II, 685, Mh. 681. 79
685 wes ich mich />«dacht han.
daz haiz im denne sagen an/
Zuhant rufte Laurein dar,
Wielandes nam er eben war,
er sprach; ^reit zu deinem herm,
690 sage dem edeln voget von Fern,
daz ich fride gemachet han,
unz ich selbe zu im komen kan:
so sage ich im denne wol,
darnach er sich richten schol/
695 Wielant da in die stat rait,
seim herren er die m^re sait.
er fragete: Va ist Laurein?'
^er ist pei dem ohaim sein,
er wolte in nicht von im lan,
700 als ich euch gesagen kan.
er wil euch selbe die msere sagen.
die weile schult ir [ganzen] fride haben.
Da hiez er mit aim grozen hal
den fride rufen überal.
705 An dem dritten morgen frü
Laurein rait zu Ferne zu.
da her Dietreich in ersach,
yil züchticleichen er da sprach:
'pis willekumen, Laurein,
710 vil getrewer f rennt mein!
du scholt mir die maere sagen
und scholt mir sein nicht verdageru
*Herre, ich sage euch sicherleich,
waz euch enpeut der künic reich,
71ö und ob ez euch gevalle wol,
daz selbe mit fride wesen schol:
ir habet so manege degen,
die Streites wol türren pflegen,
und der herz nach streite gert:
720 die schüln sein wol gewert.
685 mich pedacht] denn gedacb. 86 denne no. an etwan. 87 £ zv
hant. 90 voget fehlt. 92 komen kan] kam. 97 frag, 701 selbz.
12 verdagen MiUl.] vertragen. 17 mangen helt degen.
80 LAÜBIN K II, 721, Mh. 717.
an dem suntacmorgen
so kumt er unverporgen
hie für daz purctor:
da halt er auf dem graben [hie] vor.
725 [er gichtj ir seit des mütes so gar ain man,
daz ir n selbe türret wol pestan.
auch so sein ewer recken
die frechen und die kecken
des mutes so gar ertobet,
730 ob er ez biete r^rlobet,
so gedsechtet ir vor zagehait:
darumbe wil er sein perait
^ und ir manhait pesehn.
welche sich denne wellen wern,
735 daz si [denne] gerne streiten,
die kumen zu den zeiten:
die werden da gewert
aUes des ir herze pegert/
Da sprach der von Peme:
740 ^die mjere hoBr wir gerne.
wil unser got gerüchen,
wir schüln si vor dem tor versuchen/
Zuhant die seine er pesant
und tete in daz pekant,
745 daz si peraiten sich darzu
an dem suntacmorgen fru,
daz si denne liezen sehen,
waz in glückes moechte geschehen.
*Ja trewen,^ sprach her Wolfhart,
750 *ich wil der erst sein an die vart.
ich wil den ersten streit an heben,
und schölte ez gelten da mein leben/
Dsunc sprach mit Übermut:
^ez schol in nicht werden gut,
755 daz si uns in dem lande haben gesucht.
waerleich ich auch des gerucht.
726 ir'n] er in. 28 kecken MiUl.] stercken. 29 entöbt. 30 ver-
lobet Müll.] gelobt. 31 ged. ir er torst vor z. 34 wollen. 37 Die wem da.
38 des] der. 41 unser MiUL] vns. 42 schallen. 43 er vor die.
45 sich nach si, 47 si fehlt 48 mocha. 52 da fehlt. 56 geruch.
LAURm K n, 757, Mh. 753. 81
der mich törste da pestan:
ez mueste im an daz leben gan/
Da sprach Hilprant der weise:
760 lat ewer hohe weise.
ez zimt nicht pidem recken wol,
daz man von in hoeren schol,
man sehe denn wol, waz denne geschieht,
so man die Teinde hoert und sieht:
765 welche denne den preis pejagen,
daz hoert man denne gerne sagen.'
Da peraiten si sich zu dem streit,
die recken alle zu paider seit.
an dem suntacmorgen M
770 [der künic] Walbaran peraite sich darzu.
er hiez palde springen,
im sein wapen pringen.
des wil ich euch nicht verdagen^
ich wil euch wunder von dem wapen sagen:
775 ez was weder von stahel noch von eisen.
daz wapen schol man preisen.
Ain tier salomander genant
daz wont in Armeneien lant
pei aim wazzer haizet Trimonyn
780
da kan nieman kumen hin,
er mueze "haben grozen sin
und mit grozen listen
muez er sein leben fristen.
785 wsBrleiche ich des geruche,
daz ich ez nicht versuche.
de9 haut ist also getan,
daz ez nieman gewinnen kan
mit kainer hande wafen [so] gut
790 wan mit des selben tieres plut.
wenne man streichet daz daran,
da lat ez sich gewinnen von.
757 der] Daz er. da feUt 63 sehe] sich. 66 gerne] wol. 68 alle fehlt.
7^ im vor pringen. 73 verdagen MiJdl.'\ vertragen. 78 want in ar-
moneien. 80 fMt 81 nyemant. 87 des Mülli] Daz. haupt. 88 nyemant.
89 keim hant. 90 Wenn. 91 daz nach man. streich. 92 laet.
Holi, Lanxin. 6
82 LAÜKIN K U, 793, Mh. 787
daz plut hat den site,
wenne man wafen hert damite,
795 daz wirt so herte und so starc,
daz ez nieman gewinnen mac.
die haut ist gruene als ain gras,
davon sein wafen allez was.
wenn er daz wafen an sich lait,
800 so vorchte er weder stürm noch streit.
daz wafen daz gap liechten schein,
alsam ez wsere smaraldein.
damite pedacte er al sein glit.
daz wafen geworchte nie kain smit.
805 Ain netz man im über daz wafen lait,
daz kain man weder e noch seit
daz zereizen nie ^^ach.
daz was geworcht wsehe
810 auz arabischem golde spaehe,
[daz netz was] gehertet in des tieres plut;
davon was ez herte und gut.
Ain plate sein wafenroc was,
die was geworcht zu Kaukasas,
815 darauf geworcht von golde,
als man ez wüii^chen . scholde,
sunne, mane und steme
durch die sterne stecken giengen,
820 daran guideine schellen hiengen,
die bieten suezen klanc
als aller vogel gesanc,
die hohe auf zugen
und sungen unde fingen.
825 Man trüc im ainen heim dar,
der was lauter guidein gar,
von edelm gestaine und golde
geworcht, als er wolde.
796 niemant. 97 die haut] Daz haupt. 801 das zweite daz fMt.
2 Alz aam. 3 bedeck. 4 D. w. bedorfft nie keins smid. 6 weder feJdt.
^ Daz reissen nye sacb. 8 Für war ich daz sag. 9 geworieb wecb (: specb).
10 auz fehlt, 18 waffen rech. 14 die] Daz. 16 Sunn man alz man ez w. seh.
17 Vnd stem warn neben. 18 fMt, 19 stechen.
LAÜRIN K n, 829, Mh. 828. 83
[er was] gehertet in salomandri plut.
830 kain wafen wart nie so gut,
daz im geschaden mochte [umb] ain har,
daz sage ich euch fürwar.
ain kröne auf dem helme was:
noch liechter denne ain Spiegelglas
835 lauchte si von dem edeln gestaine,
paide groz und auch klaine.
ain rinc die kröne umbe vienc,
der zu allen zeiten umbe gienc:
da was die sunne vorne an,
840 der engegen stunt der man.
mit listen was gemachet daz,
daz ir ganc also was
als an dem firmament [ist] g^ichtet:
also was ez getichtet
845 recht als der zirkel affricus.
daz biet ain maister gericht alsus.
dennoch waren neben daran
recht als die mersterne.
850 man mochte si sehen gerne.
die sunne, die an dem zirkel was,
die was polieret als ain glas:
ez was ain edler karfunkelstain,
der so gar lauter schain
855 als die morgenroet,
so die sunne auf get.
der mane was ein rubin gut,
der pran als ain prinnende glut
gegen dem karfunkel.
860
die kröne also schone lauchte,
daz ez alle die dauchte,
die von der kröne gesahen —
mit warhait si daz jähen,
835 Leucht. 36 Pey grosz. 40 der] Dar. 46 daz feMt
48 fMt 49 merstem stan. 58 prennende. 60 fehlt. 61 f. leucht:
deucht.
6*
84 LAdRlN K II, 865, Mh. 859.
866 daz si gesahen also wol, ^
als man pei dem tage [tön] schol.
auch schult ir wizzen daz fürwar,
daz die steme waren klar:
wenne die aunne rechte erschain
870 an die yil edeln stain,
daz der pusche was so liecht,
daz nieman wol mochte nicht
Walbaranes an gesehen
vor der edeln staine prehen.
875 Man truc im dar ain reichen schilt,
der mit jost nie wart verzilt.
da was sunne unde man
genagelt vesticleichen an.
daz die riemen schölten sein,
880 daz waren porten seidein.
Ain swert man im pot dar,
daz waz geworcht in India
von dem stahel also gut,
[auch was ez] gehertet in saltnandri pl&t.
885 kain wafen ez vermait,
also vesticleichen ez snait:
waz er damit an rurte,
wie gar ez daz zerfuortel
Ain ros man im dar zoch,
890 daz durch kain yorchte nie (^r^floch.
ez was starc an seiner kraffc. ,
ez wart im von Ispania pracht.
ain decke auf dem rosse erschain,
die was lauter unde rain
895 recht als der wafenroc sein,
darauf mane und sterne guidein.
daran hiengen guldein scheUen,
die man horte laute erhellen,
wenn daz ros springen wart,
900 so erhullen die schellen an der vart
865 alz. 67 daz fehlt 69 sunne rechte MuU,.] recht schön. 71 pusschen.
72 njemant. 74 prechen. 76 jost nie Müll.'\ josine. 77 da] Daran.
78 festikleich daran. 82 geworich. 88 daz zerfürte MÜU.] dar von
einander für. 90 durch fehlt, floh. 93 ain] Die. erchein. 95 alz
er Waffen recht. 96 darauf fehlt.
LAÜRIN K II, 901, Mh. 895. 86
in allen den gepaeren,
sam ez vogellein waeren.
Daz der satel schölte sein,
daz warn zwen lewen guldein,
905 die [hieten] sich pegriflFen mit den klan.
zwischen in saz er schon
als in aime satel gut.
daz ros drabete in hohem mut,
aho daz die schellen
910 man horte laute erhellen.
Ain darmgurt man im dar truc,
der was so sauber und so kluc
gemacht auz lauterm golde,
als man ez wünschen scholde.
915 mit klugen gliden ez was gemacht,
daz man ez zusamen pracM.
neben pei dem stegeraif
dem lewen ez in die kla graif.
pei dem andern stegeraif da
920 dem lewen ez graif in dise kla.
wenn ez die lewen rechte pegraif,
von einander ez nimmer geslaif.
wenn er sich in den satel swanc,
daz wafen laute an im erklanc.
925 Nun wart auch perait sa
sein geverte allez da:
die waren alle schone perait
in also reiche wafenklait,
daz [nie] pei unsern Zeiten
930 in stürmen noch in streiten
reicher [wafen]klait wart nie gesehen,
daz muz man für die warhait jehen.
auch waren si rechte helde
und zu streite auzerwelde.
935 Walbaran selpz weifte überal
zoch [er] reichleichen auf daz wal.
905 den MülL, fehlt K, 9f. in K nur eine zeile: Daz die schellen
laut erhalen, gebessert von MiUL 11 darmgurt] lauterman. 14 schol.
15 gemacht waz. 16 pracht Müll.] sacz. 19 pei] Daz ander init.
23 in dem s. 24 an im MÜIL, fehlt K. 25 wart a. p. sa MuLL] warn
a. p. da. 33f. helt: aussderwelt. 35 selb zwelff.
96 LAURIN K n, 937, Mli. 931.
wol zwelf pusaune« erhullen
und vil laute erschnllen^
daz man'z in der stat erhört.
940 her Dietreich den seinen gepot,
daz si sich peraiten an.
daz was vil witzicleichen getan.
Da zoch Walbaran mit seiner schar
für die stat vil offenbar
945 mit seime reichen panier,
daz was schoene unde zier
von vil klarem golde,
sam man ez wünschen scholde.
daz panier was veielvar,
950 darein gemachet sterne klar.
Da si für die stat kamen.
und ez die leute vemamen,
si pegonden alle gahen:
von der mawer si alle sahen
955 die hern Walberanes schar:
si gesegenten sich alle gar.
si jähen, daz von himel klar
engel waeren kumen dar.
wenne die sunne rechte erschain,
960 so gar leuchtic was daz gestain,
daz man von der staine prehen
die leute nicht wol mochte gesehen.
si sprachen, daz si von himel waeren,
daz moechte ir schoene wol pewaeren.
965 die purgaer kamen alle geleich
wol für hern Dietreich:
. si sageten im die groesten wunder
von der schonhait pesunder,
si sprachen: *herre, sicherleich,
970 er ist kumen von himelreich:
also schone leucht die schar,
daz uns sein alle wundert gar.^
937 pusawner erhalen. 38 erhuUeD. 46 schoBne unde zier MÜU.]
reich vnd schön. 49 feielvarb. 53 gahen Müll] yhehen. 54 von]
Auff. 55 herrn. 59 rechte fehlt. 60 leuchtic MüU.] sichtigt.
61 prechen. 62 mochten. 65f. wol vor geleich. 71 leucb.
LAURIN K 11,973, Mh. 967. 87
Her Dietreicfa sprach ungevaere:
^ich sage euch wol die msere:
975 ez pruefet
Walbaran mit seiner schar,
wir schüln im kamen für daz tor,
da er unser peitet vor/
Nun kam auch her Dietreich
980 mit seim geverte gar zierleich,
die fürten alle wafen gut
(si waren aUo hochgemut),
si fürten liechte sarwat,
als ez edlen leuten wol an stat.
985 gegen dem purctor er da zoch,
und daz panier flaue ob im hoch,
daz gap von roete liechten schein:
daran was ain lewe guidein.
wenne ez gegen dem winde swebete,
990 der lewe strebete, alsam er lebete.
Da man daz tor auf sloz,
da wart ain laufen also groz
von den leuten gemaine:
paide groze und auch klaine
995 die wünschten im hails und glückes ml
paide arme und auch reiche,
und daz taten si fleizicleiche.
Da si kamen für daz tor,
1000 da sahen si halten davor
Walberan und seine schar,
ir wafen was so liechtgevar,
daz sein wundert den von Ferne,
recht als die rechten liechten sterne
1005 glitzen wider ainander dar:
des nam si wunder alle gar.
^entrewen,' sprach her Dietreich,
*si sein kumen von himelreich.'
975f. in K nur iine zeüe, 77 schuUen. 79 kam] waz. 82 also] all.
83 liechten sarabat. 86 flog. 90 alz sam. 94 Pey grossen.
95 vil fehlt. 96 fehlt. 97 Pey armen. 98 teten. fleizicleiche] mit fleisz.
1000 der vor. 2 so fehlt. 6 nam si Müll.] namen sy sich.
88 LAURIN K 11,1009, Mh. 1001.
Da schict man Wolf hart hin für.
1010 mit vil ritterleicher kür
woh er den streit heben an.
gegen im hielt auch ain man,
der des leü>e8 was ain helt.
er was ain degen auzerwelt,
1015 Schiltunc was er genant,
er was ain fürste wol erkant
die rosse si da sprancten,
vU ritterleich si [da] sancten
die sper über ir schilte« rant
1020 Schiltunc traf Wolfharten zuhant,
alda er sein pegerte:
er stach in zu der erde
von dem rosse nider,
daz er sich nicht mochte geheben wider:
1025 er lac unversunnen gar.
des nam Schiltunc wol war,
von dem ros spranc er zuhant
er lief über den weigant,
er sprach: Vol auf, helt hochgeporn!
1030 du hast gestrauchet über den sporn."
da sich Wolfhart versan,
auf spranc der degen lobesam.
er schämte sich des vallens ser,
des gewan er sterke mer:
1035 mit zorne zucte er sein swert,
an Schiltunc er sich kert
mit ungefuegen siegen.
auch liez nicht under wegen
Schiltunc seine manhait:
1040 er biete ain swert, daz fraisleich snait.
si triben ainander entwer,
iezü hin, iezu her.
Wolf hart was ertobet zuhant:
er slüc Schiltunge von der haut
1010 vil um, oo K. 11 wolt Müll] Will. 13 leibes was MiUl]
lebens ist. 17f. sprengten: sengten. 19 D. sp. sy vber ir schilt sangkt.
20 zehant. 24 nicht] nye. gehaben. 27 zehant. 31 versan Mull.] wesan.
33 schempt. 34 des] Doch. 35 zucte Miill.] ruck. 38 liesz er nicht.
40 freisslich. 41 tr. an einander. 42 beide iezü] jeczunt. 43 entöbt zehant.
LAÜRIN K n, 1045, Mh. 1037. 89
1045 den schüt zu klainen stücken gar.
da des Schiltimc wart gewar,
ain schirmslac er da gevienc,
Wolfharte er under daz swert gienc,
sein swert warf er auz der hant,
mit kraft er in umbesloz
{in half wenic sein manhait groz),
er truc in gewalticleichen
für den künic reichen.
1055 da muste sich der werde degen
künic Walberane gevangen geben.
Da ez die leute sahen an,
her Dietreich und sein werden man,
si wurden alle erzürnet gar,
1060 si wolten mit ainander dar.
'nain,' sprach da Laurein,
'lat also ewem zom sein
und seit nicht also gach,
oder ir enpfahet rewe und smach.^
1065 Her Dietreich mit züchten sprach:
Mr schult alle haben gemach.
ich wil den künic selbe pestan,
so muz der kriec ain ende han.'
Da sprach Laurein der degen:
1070 *ir schult den sin lan under wegen,
her Dietreich, ez zimt mich nicht gut:
Walberan ist so hochgemut
und ain also kuener man,
ir enpßenget schaden daran.
1075 und weit ir sein nicht gerüchen,
so lat mich noch versuchen.
1046 des] der. 48 WolfFharten. 49. auz] auff. 50 fMt
52 in] Wolffharten. 53 geweltigleichen. 57 sahen vor ez. 58 ward.
59 si und alle fehlen, 61 da fehlt, 64 enpfach trewn ynsmach.
67 selber. statt 78f. stehen in K 3 zeüen:
Vnd verstundt ir wie er wer ein kun man
Ir waget nicht alz manigen man
Wenn ir möcht schaden daran enpfahen.
75 wölt.
90 L AURIN K II, 1077, Mh. 1071.
daz ir freunde müget werden,
er stichet euch zu der erden/
Her Dietieich ako sprach:
1080 'waz mir darumbe ungemach
von Walberan schol widervam,
ich muz leute und laut pewam
vor Walberane und sehne her.
schol man mich vinden ane wer,
1085 daz xoa^e mir ain groze schände,
wa man ez [von mir] sagete in dem lande:
ich überwünde ez nimmer mer.
nun raiche mir her mein sper:
ich wil mdn glücke versuchen,
1090 ob mein got welle geruchen.'
Da rait er für die schar,
des nam Walberan wol war,
er sprach: ^raich mir her mein sper!
da kumt mein widersaze her,
1095 her Dietreich von Pem:
ich wil in heute gewern.
daz er an Laurein hat getan,
des muz er mir zu puze stan.*
Si kerten an die weite,
1100 die fürsten an der zeite,
si namen deste weiter ain plan,
daz die rosse ain lauf moechten han.
under die schilte si sich pugen:
[und] wie si zu ainander zugen
1105 als zwene wilde valken gut!
si waren grimmicleichen gemut.
künic Walberan [hern] Dietreichen traf,
mit samt dem rosse er in nider stach,
iedoch verstach der degen her
1110 auf hXnic Walberan sein sper.
Der von Ferne palde auf spranc.
Walberan sich von dem rosse swanc
1078 stich. 85 weere MieZ^, cnj K, nach 88 hat K eine zeüe mehr:
Do kumpt mein widersasz her, aus vers 94 hierher geraten, von Müll,
gestrichen. 89 mein Müll] ein. 90 wöU. 91 rait] hielt. 94 widersacz.
1101 dester. 9 Jo doch. 10 künic fehlt.
LAÜRIN K 11,1113, Mh. 1107. 91
her nider zu der erden.
er lief an den vü werden
1115 mit seime starken swerte gut.
auch stnnt lier Dietreich in dem müt,
daz er in wolte enpfahen.
mit grimme pegonde er [zu] slahen
auf Walberan den künic reich.
1120 des satzte er sich zu wer geleich.
si waren helde an [der] ritterschaft
und hieten paide groze kraft.
mit grimme si auf die helme slügen:
man sach vewerfunken ungefüge
1125 Yon den siegen fliegen
und in die lüfte stieben,
Walberan traip hern Dietreichen,
daz er pegonde weichen
Taste hin gegen seiner schar..
1130 des namen's paidenthalben war.
er biete in gewundet sere:
da konde der degen here
mit allen seinen sinnen
Walberanes nicht gewinnen.
1135 mit schirmen muste er sich fristen
vor Walberanes klugen listen.
Da daz ersach her Hilprant,
zu Laurein sprach er zubaut:
'nun rat, degen kuene,
1140 ain rat, der die fürsten suene.'
'Entrewen,* sprach da Laurein,
'ez müz der liebe ohaim mein
hern Dietreiche fride [und süne] geben,
oder er müz mir nemen mein leben.
1145
so nemt ir hern Dietreiche« war:
lllSf. sind in K vertauscht und verderbt:
£r loff durch dez von pem
Her nider an der erden,
gebessert von Müll. 18 grinnen begand. 20 secz. er Müll,] walberan
nach sieb. 23 grinnen. 24 vngefugen. 26 lüfte stieben MüU.] feust
springen. 27 her. 28 wegand. 30 names peydt halben. 32 kant.
41 da fehlt. 43 dietreichen. 45 fehlt. 46 dietreichen.
92 LAURIN K II, 1147, Mh, 1141.
so wil ich palde gaben,
mein ohaim umbevahen.
wir schüln si nicht lazen streiten mer/
1150 da hüben sich die herren her,
si wolten den streit schaiden.
si liefen zu in paiden,
iegleicher ainen umbevienc:
kain streit mer da ergienc.
1155 Laurein zu seim ohaim sprach:
'durch meinen willen habe gemach
und laiste daz gelübede dein,
vil ^«trewer ohaim mein/
Er sprach: 'waz ich dir gelobet han,
1160 des wil ich dir nicht abe gan:
ich laiste gerne den willen dein/
des dankete im da Laurein.
er sprach seim ohaim zu zuhant,
um er den heim abe pant.
1165 er rufte zuhant aime dar
auz seiner diensere schar,
dem gap er den heim . .
er erwarp groze hulde zware
1170 zwischen ir paider scharen.
Hilprant fürt sein herren dar:
si swuren paide freuntschaft,
die seit biete groze kraft.
1175 man prachte in paiden ir rosse gut.
darauf sazen die beide hochgemut.
ir gesinde da zusamen rait.
si waren froeleich und gemait.
Her Dietreich Walberan da pat,
1180 daz er rite mit im in die stat.
1147 yahen. 49 schullen. 52 luffen. 54 ergienc Mull.] gieng.
57 leisstu daz gelob. 58 trewer. 62 danck. tuich 1162 steht in K
ein V, meihr Der grossen trew sein, getilgt von MuU, 63f. lauten in K
Lawrein sprach zv bant
Zv seim oheim daz er den heim abpant.
67 heim dar. 68 fehlt. 69 entwarb. 70 schar. 71 fehlt
74 seit Mim., t>o K 76 helden.
LAURIN K 11,1181, Mh. 1173. 93
des gewerte in da der degen her.
er nam der seinen nicht mer
mit im denn die ailf man,
die da mit im kamen auf den plan.
1185 da wart die kurzeweile groz,
daz Walbaranen nicht verdroz,
mit roten, geigen, singen.
man horte vil erklingen
maniger laie saiten spil:
1190 da was kurzeweile vil.
des nachtes er in pleiben pat
und sein geverte in der stat.
des moste er in gewem.
da sprach der Ton Pem
1195 zu seime maister Hilprant,
daz er schuefe sa zuhant,
daz die leut waern froeleich in der stat.
daz geschach mit solchem rat,
si freuten sich der geste
1200 und taten alle daz peste.
si hüben an ain grozen schal
in der stat überal:
er erpot ez den gesten wol,
als man lieben freunden [tun] schol.
1205 er schuf in allen gut gemach.
Walberan vil wol daz sach,
daz im willic waere
der vil edel Perneere.
da zu Ferne den weiten sal
1210 den überprait man überal
mit edlen teppichen gut,
da die herren hochgemut
inne schölten ezzen.
auch wart nicht vergezzen,
1215 mit guidein tuechern liechtvar
umbhienc man die wende gar.
1182 beginnt Mit im nam er. 88 mit im fehlt {aus 82 hierher gesetzt).
84 kamen Müll.] warn kvmen. 88 Hört man vil kurczweil erklingen,
gebessert von Müll 96 so zehant. 1200 teten. 3 erpot Müll.] enpot.
5 gaeten. 7 Daz sy im w. warn. 11 tebichen. 13 Innen. 15 lichtfarb.
94 LAURIN K n, 1217, Mb. 1209.
die tische man da richte wol,
als man reichen forsten [tun] schol.
man pat die geste zu tische gan.
1220 c2a wart des nicht Verlan,
daz man in pecken von golde rot
wazzer in zu den henden pot.
da satzte man die geste reich,
also daz was pilleich,
1225 und der klaine Laurein
müste ir morgenstern sein.
darnach hiez der von Pem
iegleichen sitzen nach sein em.
die speis man auf den tisch trüc:
1280 juncherren, die waren also klüc,
si ti*ugen also reiche klait.
die schenken waren alle perait,
si schancten in den pesten wein,
der in allen landen mochte gesein
1235 (des hiete man da gute stat):
man gap sein in allen sat.
kurzweii Ton pusaunaeren,
pfeifssren und paukseren
wart da getriben also vil.
1240 man horte auch manic saitenspil
von videln, harpfen und roten klanc.
man horte auch manic gut gesanc
von guten singseren.
daz si frosleich weeren,
1245 des pat si der wirt reich
[und] mit züchten alle geleich.
mit freuden vertriben si die nacht
der kiinic Walberan da lac.
1250 da ez des morgens wart tac,
1217 da vor wol. 18 reichen] rechten. 20 da MiUl] Doch.
21 daz man feMt; man hierher aus v, 1222 gesetzt, wo es vor in steht.
23 seczt. 24 Alz. 25 und] Auch. 33 schenkten. 34 moch. 36 sein nach in.
87 Vil kurczweil. 38f. in K nur Sine zeüe Pfeiffer vnd fidler paucker
vil. 41 f. stehen erst nacti 1244, umgestellt von Müll. 42 Vnd man.
44 frölichen. 47 nach. 48 fehlt. 49 und 50 in K vertauscht.
LAÜRIN K II, 1251, Mh. 1241. 95
der wirt künic Walberanen pat,
daz er den tac plib in der stat:
'auch pite ich euch, edler künic reich,
daz ir die färsten alle geleich,
1255 die ir under dem her hat,
mit euch lat reiten in die stat/
Si taten willicleiche daz
und schüfen ez deste paz,
wan si sahen wol daran,
1260 daz in willic was der man.
da hup mit freuden sich der scluil
in der stat auch überal.
man pegan aller freuden vil
mit so maniger hande spil,
1265 des man erdenken konde
mit maister
1255 habt. 57 Die purger willichleich raten daz. 58 dester.
59 wan MiUL] Vnd. wol vor sahen. 60 im. 61 hall. 64 manigem.
65 kant. 66 nach maister ergänzte Nyerup Hilprant.
LAURIN D.
Ir herren hie besunder,
yemement michelin wunder,
diu hievor geschehen sint,
also man*z noch geschriben vint,
5 vil wite in den landen:
von guoten wlganden
sint herter strlte vil geschehen,
also wir die alten hoeren jehen.
swer nu mit guotem willen
10 den andern mac gestillen,
der sol ez tuon an allen haz.
nu merkent dise rede baz,
nu länt*s iuch niht verdriezen,
und möhte ich sin geniezen,
15 ich Seite iu hübeschiu msere
von manegem degen h^re.
Ez lebete in Stirmarke
ein stolzer degen starke,
des name wite was erkant:
20 Dietleip was er genant,
er h^te ein swester schoene,
die ich hie lobe und kroene:
si was ein wünneclichiu maget,
ir llp, ir 6re was betaget.
1 hie d, oo 8. 2 michel 8, grosse d. 3 hievor 8, vor zeiten d.
5 Vil d, Gar 8, dem land s. 7 hörte d, vil 9, co d. besehe 8. 8 also
wir 8, Als es d. hceren 8,ood. 13 länt'z] lottz 8, lassen d, 17 sturer
marg a, steürmarcke d. 19 wite was] wiltt wz 8^ was weit d. 20 Dielap 8,
Dietlieb d. 22 so d; Die lob ich vnd kr. 8. 24 8o 8\ Von der man
gar vil gutes saget d.
LAÜRm D 25, vKeUer 693,29. 97
25 si gienc eins tages durch schouwen
gein einer blüenden ouwen
mit manegem ritter küene
ze einer linden grüene.
mit ir gienc manec edel wip
30 und manec stolzer maget Ifp
und vil der edeln knehte,
die dienten da mit rehte.
Dietleip der was selbe darbt
und darzuo edeler graven drt
35 mit manegen recken üzerkom.
bi den wart diu maget verlorn.
er künde sich wol gevristen
(daz kam von zouberlisten),
der die maget vuorte von dan,
40 der h^te ein nebelkappen an.
er Yuorte si holz imd beide
vil manege tageweide,
da er sine herberge yant.
im dienten alUu wildiu laut:
45 er was ein künec rieh,
ez lebete niergen stn geltch.
im diente manec tal und berc
und ouch yil manec kleine getwerc.
Der künec des dö niht enliez,
50 der maget er stne triuwe verhiez:
si solte tragen kröne
in sinem lande schöne
über risen und über getwerge
und über die holn berge
55 solte si gewaltec sin.
dö sprach daz schoene megetin:
'bist du ein künec also h^re,
so sage mir durch dine ere,
25 durch 8, 00 d. 26 bliegenden s, grienenTd, 30 so s; Die
betten geczieret ire leib d. 32 die d\ Sa 9. da d] all 8. 33 der d, 00 s.
34 edele d. 37 er d] Ez s. 41 holz 8] durch wald d, 44 8Ö d;
un diente al witte 1. 9. 48 ouch yil 8] darczü d. deiner zwerg d,
49 des] der d. 51 tragen die kr. d, 53 Über die rysen d. das zweite
über 00 d. 55 solte si] Soltu gancz d, hl also 00 d, 58 durch
all d. d,
HoIb, Lanrin, 7
98 L AURIN D 59, vK. 694,23.
gap mich dir der bruoder min?
60 so wil ich gerne bt dir sin.
und ist ez niht also getan,
so wil ich aUe vröude län,
biz daz ich heim ze lande
kume an alle schände/
65 Dö sprach der künec rieh:
'vil schoene maget minneclich,
du solt allez trüren läii:
ich wil dir machen undertan
Yünfzehen künege h^re.
70 ich hän gewaltes mere,
denne ie künec wart bekant:
mir dienent alliu wildiu lant/
Dö sprach diu maget reine:
Vie bist du denne so kleine?
75 sage mir den namen din:
wie mäht du geheizen sin?'
^Man sprichet mir, maget, schöne
künec Laurin mit der kröne,
die ervohten hat min haut.
80 min name wite ist erkant/
Dö sprach diu minnecliche:
*sit du bist guotes so riebe,
so süln wir allez trüren län/
der künec lachen dö began.
85 Nu läzen wirs in vröudeh hie
und sagen, wie ez dort ergie:
bi der linden grüene
von manegem ritter küene
wart michel vrägen dö ge'tän
90 nach der maget lobesam.
under der grüenen linden
künde si nieman vinden.
65 dö] So 8. 66 vil oo d, maget oo s. nach 69 wiederholt 8 die
verse 66 — 68. 71 Danne mir ie s, Dann nye d, erkant d. 72 wildiu] weite d.
76 magstu dann geh. d. 79 so s; Die er ei'facht mit der h. d. 80 wite
ist] der ist weit d. 82 so ro s. 85 lassen wirs dy sallent wir 8.
89 80 8; W. gar grosse frag get. d. 92 Niema kund s. v. 8. Da kund d.
L AURIN D 93, vK. 695,25. 99
Dö sprach der Stlrsere:
Miz sint seltsseniu msere.
96 sol ich si niemer me gesehen,
so kan mir leider niht geschehen.
wir süln rümen disen plan:
ez mohte uns lihte wirs gän/
Dietleibe was unmäzen zorn,
100 daz er sine s wester hete verlorn.
die megede und ouch die vrouwen
die giengen üz der ouwen:
heim ze hüse stuont ir sin.
Dietleip reit gein Garten hin.
105 er truoc an sinem herzen leit,
de^ h^te er niht ieman geseit
wan Hiltebrande dem alten:
der künde wisheit walten.
dö er in alr^rst komen sach,
110 nu hoerent, wie der alte sprach:
'ich versihe mich niuwer maere:
uns kumet der Stiraere.
mich dünket an sinem rtten wol,
sin herze si zornes vol.
115 nu wol üf, alle mtne man!
und hat im ieman iht getan,
.daz wellen wir helfen rechen.*
die edeln und die vrechen
die sümten sich niht mere.
120 dö kam der edel Stiraere
ze Garten in geriten.
er wart nach vürstenlichen siten
gegrüezet und enpfangen wol,
also man noch vürsten billich sol.
125 vrou TJote und ir megetin
die bäten in willekomen sin.
94 Das d, 96 leiders d, 98 lihte] villeicht d^ <>^ $, würser d,
nbeler 8. 99 vsser massen 8, ön massen d. 105 an 8\ in d, 6 Daz acf.
niht] nött 8, yngern d, 7 wan] Danne sd. 8 künde] begund 8. 9 al-
rest 8, ferr her d. 10 alt hiltbrand sp'ch. 8. 11 nüwe d. 14 si] ist 8.
16 iht] leit d. 20 dö kam 00 (2. 21 Kam zä d. 22 firsteclichen s,
fürstlichen d, 24 billich] thfin d. 25 üote] yt d. 26 in da w. d,
7*
100 LAÜRm D 127, vK. 696,20.
d6 dankete in UDmäzen s^re
Dietleip der stolze degen höre.
Hiltebrant der degen guot
130 und manec recke höchgemuot
enpfiengen wol den küenen man,
daz si sin öre muosten hän.
Der alte meister Hiltebrant
nam den recken bt der hant
135 und vuorte in vil gedräte
in eine kemenäte.
da entwäfente sich der helt guot,
also noch yil maneger tuot
(des bat in meister Hiltebrant),
140 den heim er im abe baut,
den schilt leite er von im dan.
man bat den herren sitzen gän
üf ein gestüele unmäzen fin.
dö brähte man dem herren win
145 und guoter spise also vil,
daz ich ez iemer loben wil.
vil lützel in dö iht gebrast:
er was ze hove ein werder gast.
Also si da gesäzen,
150 getrunken unde gäzen,
die taveln hiez man heben dan.
Hiltebrant reden dö began:
'nu sage mir, degen höre,
vil edeler Stlraere,
155 warumbe du bist her komen:
vriunt, daz böte ich gerne vernomen.'
[er sprach:] ^Daz wirt iu vil schiere geseit.
mlne schoenen swester vil gemeit
127 danket er in s. vsser massen 8, on massen d. 28 stolze ro d.
29 und 30 in 8 vertauscht Vnd hilttbrand s. 82 miesten 8, 37 da]
Dar ynne sd. helt oo d. 38 manger werder ritter dütt «. 40 jm da
abe d, 41 jm hindan d, 42 den berren] in 8. 43 gesidel d. vss'
massen 8, on m. d, 44 dem herren] in den kielen d, 45 gütt spisen 8.
47 80 8-, Aller ding ir nüt gebr. d. 48 er] Ez 8, 49 da] da nun da 8.
Vnd da sie also sassen d. 50 Vnd getr. d. 51 dofel 8. man oj s.
55 bistu d. 57 vil schiere oo d. 58 vil oo d.
V
LAURIN D 159, vK. 697,11. 101
die hän ich wunderliche verlorn:
160 daz ist mir an dem herzen zoni.
nu bist du ein getriuwer man:
nieman baz geraten kan
ze 86 getanen Sachen.'
Hiltebrant begunde lachen:
165 'nu wol üf, alle mine man!
des beides trüren muoz zer^kü^
Hiltebrant bereite sich
und ouch sine beide herlich
in stahelringe Teste.
170 si taten ie daz beste.
dö bereite sich ouch der starke,
der helt von Stirmarke.
si wären ze strite wol bereit.
si kämen üf eine beide breit:
175 da vunden si einen wilden man,
der was in die ähte getan
von Laurin dem getwerge,
einem künege von dem berge.
her Hiltebrant der reit in an
180 und wolte in gevangen hän.
'helt, läzent mich genesen hie!
ich tete iu leit noch laster nie.
ich bin ein armer waltman
und hat mich ouch in ähte getan
185 ein künec, der heizeir Laurin.
der wil vil gar ein herre sin:
er pfliget grözer sterke,
daz ich ez an im merke:
er bestüende al eine wol hundert man,
190 ez mohte im niemer missegän.
159 ich] wir s. 60 am h. 8. 63 so getanen] solichen sd.
66 zergän] ergan d, undeutlich 8. 67 Der hiltbrant d. 68 helde]
recken d, 70 ie] an 8. 71 ouch oo d, 72 von] aufs d, 73 und
74 in d vertauscht streiten d. 76 die oo 8. 78 Ein künig 8d,
79 her oo d, der ro 8, 81 lass 8, 82 leit noch laster] doch leides d.
84 ouch ro d. 85 der oo d. 86 vil oo 8. 89 wol oo d. 90 mecht d,
kunt 8.
102 LAÜRIN D 191, vK. 698,2.
daz ich iu sage, daz ist war:
er hat wol zwei und drizec jär,
herre, und dannoch langer
gezieret einen anger,
19Ö däbl ein schoenez gertelin,
darumbe ein vadem sidin
behalten sol die rösen rot:
daz bringet manegen man in not.
vier porten an dem garten sint:
200 swenne man die beslozzen vint,
so gesach ich nie so küenen man,
er müeste die rösen läzen stän.
die porten sint von golde:
swer si zerstoeren wolde
205 und den vadem brseche,
der künec ez an im raeche:
er müeste sich läzen pfenden
an vüezen und an henden.
also besitzet er sin laut/
210 dö sprach meister Hiltebrant:
Vä wonet er in dem lande,
der also michel schände
begät an manegem biderman?'
^herre, Tirol heizt der tan,
215 da wonet er mit hüse.
er hat vil manege klüse,
die sint im ze noeten guot.
er ist vor schaden wol behuot/
Hiltebrant von dannen reit.
220 swaz ime der wilde hete geseit,
daz wolte er nieman wizzen län.
durch grözen list was daz getan.
Dö riten si gein Beme.
da sach man si vü gerne.
225 da wären si vil manegen tac.
der wirt ir harte schöne pflac.
196 ein siden vadin 8» 97 fehlt d, dafür setzt dies nach 98 zu
Das er fergoüst sein pläte rot. 204 sold s. 5 breche s. 11 er]
der d. 13 Bejaget an s. an so m. d. 14 thierol s, tyrolt d. 15 mit
in h. «. 17 f. fehlen d. 20 wilde] weise d. 24 und 25 vil] gar d.
26 harte] gar d.
A 1-22. LAÜRIN D 227, vK. 698,36, Schade 225. 103
die herren ruoweten, daz ist war,
vollecliche ein halp jär,
daz si niht reisen wolten
230 noch hervart riten solten.
Laurin der künec guot
treip vil grözen übermuot
ze Tirol in dem gewilde
mit spem und mit Schilde.
235 er was ze juste wol bereit.
nu wurden disiu msere geseit
verre in den landen wlten.
bt den selben ziten
was ze Berne gesezzen
240 ein degen so yermezzen,
der was geheizen Dietrich.
niergen vant. man sin gelich
bi den selben ziten
in stürmen und in striten.
245 in torste nieman bestän.
er was ein degen lobesam,
er lebete an alle schände.
die herren in dem lande
die wären im alle undertan.
250 er was ein vürste lobesam.
die sines landes pflägen,
wie selten si verlägen
ere unde vriimekeit!
schände und laster was in leit,
255 und swä si gesäzen,
wie selten si vergäzen,
si pristen in vür alle man,
den edeln Bemser lobesam.
Dö sprach Witege Wielandes sun:
260 Vir sin an dem helde daz gewon.
228 Gar fölligklich d, Wol vff 8. halbes d. 80 so «; Als sie dann
th&n selten d, 32 treip] Begieng d. 33 wilde 8. 35 just d,
jungest 8. 37 dem land s. witte 8d. 38 Da bey der s. zeite d.
43 fehlt 8, 45 durfte 8. 46 fehlt 8. 53 In liebet er v. fr. d.
55 und ro 8. si} daz sie s, die diener d. sassen d. 56 wie] Gar d.
104 LAÜRIN D 261, vK. 699,29, Seh. 259. A as-M.
daz nieman in dem lande
lebet an alle schände
also der herre Dietrich.
man yint ouch niergen 8ln geüch,
265 der also gröziu dinc hat getan.
man sol in prisen ytir alle man.'
Dö sprach meister Hiltebrant:
'reht äventiur sint im unbekant
in den holn bergen,
270 der da pflegent diu getwerge.
des muoz ich von schulden jehen:
swer iht äventiur wil sehen,
der kumet in angest und m not:
si slahent manegen degen tot.
275 da hat er selten mite gestriten
und keinen kumber da erUten.
und h^te er den gesiget an,
ich prlste in vür alle man.'
Die wile was her Dietrich komen
280 und hete ir beider rede vernomen.
er sprach: 'meister Hiltebrant,
Yon Garten ein wiser wigant,
und weere diu rede ein wärheit,
du hütest mir e davon geseit.'
285 Hiltebrande was diu rede zom,
er sprach zem vürsten höchgeborn:
Vellent ir sin ein wiser man,
so läzent rede vür ören gän
und volgent miner löre:
290 so hänt ir pris und ^re.
ich weiz einen kleinen man,
dem sint vil wunder undertän,
der ist küme drier spannen lanc,
der vü manegem ane sinen danc
295 hant und vuoz hat abe geslagen,
daz kan ich iu vtirwär gesagen.
268 der herre d, her s. 68 sint] ist d. 69 dem h. berge 9.
70 dft oo (2. 71 des] Daz ad. muoz] wil d. schulde d. 72 iht] üt 8, söliche d.
73 da8 zweite in oo d. 76 gelitten 8. 77 gesigen d, 78 So pr.
ich in d. 85 fehlt 8, 93 trej d, 94 stnen ro d.
A M-95. LAÜRIN D 297, vK. 700,27, Seh. 295. 105
der groezer was denn sin dri,
den machte er aller vröuden vri.
er ist Laurin genant.
300 im dienent alliu wildiu lant.
er ist ein degen lobesam
(alliu twerge sint im undertän)
und ist der küenste aller manne.
ze Tirol in dem tanne
305 da hat er erzogen zarten
einen rösengarten.
daz diu müre solte sin,
daz ist ein vadem sidin:
swer ime den zerbrsßche,
310 der künec ez an im rasche:
er müeste da län swaeriu pfant,
den linken vuoz, die rehten hant.'
Dö sprach von Berne her Dietrich,
der was ein vürste lobelich:
315 'ich muoz sehen die rösen röt,
und solte ich komen in gröze not/
Dö sprach Witege der degen:
'der reise wil ich gerne pflegen
mit iu, vil lieber herre min.
320 ich wil iuwer geselle sin.
wird ich den garten sihtec an,
die rösen trite ich in den plan/
Üz riten die prissere
durch höchvertigiu msere:
325 daz ein was her Dietrich,
von Berne ein vürste lobelich,
daz ander was der snelle
Witege sin geselle.
297 denn] wanne s. Der vil gr. was dann ir d, 98 Dem nam er
seiner freiden gir d. 99 er] Der s. 304 dem wilden t. d, 5 er]
es d, zartt sd, 6 Einen schönen r. d, ncich 306 setzt d 2 v. zu:
Er hat in geczogen mit fleifs
Trucz das jm yeman den zerreifs.
10 Laurein an jm das r. d. 12 so 8 ; d ordnet an dieser stelle den vers
iffie Ä, 16 gröze o^s. 18 reisen s. 20 will gern üwer d. 21 Würd d.
22 tret ich v£ d, s. 28 preifsnere d, prinzenere s- 25 daz] Der d,
2ß so d = Ä; V. b. der first elentrich s, 27 daz] Der d.
106 LAURIN D 929, tK. 701^, Seh. 329.
cl6 riten si vil balde
330 ze Tirol gein dem walde.
do die zwene küenen man
kamen in den grfienen tan,
dö riien si in kleiner wile
des Waldes siben mlle.
335 d6 kämen die beide küene
tif einen anger grüene
yQr einen rdsengarten,
die guldinen porten
von golde und von gesteine,
340 dämite h^te der kleine
die rösenstocke mnbhangen.
swen mobte d6 verlangen,
der in solte seben an,
der müeste al sin trdren län.
345 yil wünne an dem garten lac:
die rösen gäben süezen smac
und darzuo liebten scbln.
des kämen si in gröze pin.
Dö spracb der berre Dietrlcb
350 daz wort gar gezogenllcb:
'Witege, trütgeselle min,
daz mac wol der garte sin,
davon uns Hiltebrant bat geseit.
icb vürbte, wir komen in arbeit.
355 als icb micb denne kan verstau,
des garten pfliget ein vrumer man.
die r6sen gebeut süezen smac:
beidiu nabt unde tac
verdriuzet micb sin kleine.
360 ir glänz der ist reine.'
Dö spracb Witege der degen:
'sin welle denne der tiuvel pflegen
333 Sü ritten in s. D. r. sie ein deine w. d. 38 Ynd für die d. 39 yö
edelem gest. s. 40 Da mit so h. d. 41 Den rosengarten Tmbfangen d.
44 al] alz sd. 45 wane s. 46 süezen] lihtte s. gesmak d. 48 des]
Do 8, 49 der oo s, 52 mag gar w. d, 53 und M in 8 vertauscht.
57 gesmag 8, 58 vnd auch t. d. 59 sin] gar 8.
LAURIN D 363, tK. 702,19, Scb. 365. 107
mit seltsamen sachem
ich muoK der höehvart minner maclien,
365 dia hie an dem garten lit.
eibeizent, herre, es ist zf i'
Do erbeizte der helt küene
nider tf die grüene.
Wit^e der wigant
370 zerstörte die rösen alle samt
nnd den schcenen garten,
und die goldinen porten
wurden getreten in den plan.
dö mnosien si ir schinen lan.
375 also wir han gehceret,
diu wünne wart zerstceret,
siraz yröaden an dem garten lac.
die rösen Terluren iren smac
nnd den wünneclichen schln:
380 des kamen si in gröze pin.
si sazen nider üf daz gras.
iedeweder sfnes leideM yergaz.
Sehent, do kam dort her geriten
ein getwerc mit s6 geswinden siten,
385 daz was Laoiin genant.
j ein sper ynorte ez in der hant
bewnnden wol mit golde,
; als ez ein Yürste Yüeren solde.
; Yome an dem sper sin
I 390 da swebete ein banier sidin,
darane zwene winde,
rehte also si liefen swinde
in einem wilden walde
nach snellen tieren balde.
395 si stuonden, also si lebeten
nnd an dem banier swebeten.
365 dem] disem d. 68 üf die ji] yff dz $, zft der d, 71 schoBnen]
mynnigkliclien d. 73f. fehlen 8. 78 ferloren iren d, geben edeln
siessen s. geschmag sd. 79 den] dar zu s. 81 üf] in d. 82 leides A]
nindez s, mnnda d. 83 kam der herr ger. d. 84 Ein dein getw. s.
Ein zwerg nach ritterlichen s. d. 85 daz] Er d. 86 ez] er d,
87 gold rot 8, 88 ez ro s. 89 Yomä s, Da vornen d, 90 banier]
fan d. 92 geschwinde d. 95 also] als ob d.
108 LAURIN D 897, vK. 703,12, Seh. 399. A 165-96.
sin ros was ze den siten vech,
rehte also ein wildez rech,
darüf ein decke guldln,
400 diu gap in dem walde liebten schin
von gesteine also der tac.
der zoum, der an dem rosse lac,
der was röt guldin,
als in der kleine Laurin
405 hete in ellenthafter hant,
dö er die zwene vürsten vant.
der satel üf dem rosse sin
der gap gar wünnebseren scbin,
darane lac manec rubin guot:
410 daz gap dem kleinen höhen muot.
sine stegereife wären von golde rieh,
darinne stuont ez also ritterlich.
sin beingewant was röt als bluot.
kein swert wart nie so guot,
415 daz in gewinnen möhte vor herte.
er kam mit swinder verte.
sin bamesch der was aller guot,
er was gehertet in trachenbluot.
sin brünne was starc und veste,
420 davon si gar schöne ergleste,
von golde gap si liebten schin,
kein wäfen mohte so guot niht sin,
daz si möhte gewinnen.
si wart geworht mit sinnen.
425 darumbe lac ein gtirtellin,
daz mohte wol von zouber sin:
davon h^t ez zwelf manne kraft.
ez pflac manheit und ritterschaft.
davon gesigete ez ze allen ziten
480 in stürmen und in strlten.
397 ze den] an einer d, 98 rehte] Swanger 8, wildez oo s.
99 ein guldin dehin 8, 400 diu] Das sd, liehten c>o s. 2 dem rosse] ym s.
3 der ro s. röt] dar d. 8 der und gar o^ s. wunniklichen d, 10 höhen oj s-
12 also] so d. 15 vor] vö s. 16 er] Ez 8d. geschwinder d. 17 deroos.
18 er] £z 5. in] mit d. 19 sin] Ein d, starg vnd gut vnd v. 8.
20 gar hübsch vnd schon ergl. 8. glest d. 21 fehlt 8. 22 niht oo 8.
24 gewirket sd, 25 Dar ob 8. 26 v5 rehttem z. 8,
A 197-210. LAURIN D 431, vK. 704,5, Seh. 433. 109
Ez was küene unde starc
und darzuo witzec unde karc.
ez was listec und höchgebom.
swenn in begreif sin grimmer zorn,
435 so müeste er harte küene wesen,
swer vor im solte genesen.
Laurln der was kleine.
sin kraft kam von gesteine.
ez machte sich under wilen groz.
440 ez was eins ieglichen vürsten genöz.
über alliu tiutschiu laut
was ez wlte und verre erkant.
daz kam von siner degenheit.
ez reit an alle zageheit.
445 Ez vuorte ein swert in siner haut,
daz was bezzer denne ein lant:
dämite bewerte ez manegen strit
verre in den landen wlt.
ez was einer spannen breit,
450 stahel isen stein ez sneit.
sin gehilze was röt guldin,
der knöpf hübesch unde fin,
darüz lühte ein jächant,
ein rubln und ein adamant.
455 ez gevaht vil manegen herten strit:
man gesach weder ie noch sit
nie kleinen man so ellenthaft:
er h6te zwelf manne kraft.
sin wäpenroc was sidln,
460 von gesteine gap er liebten schin,
von maneger bände Sachen,
von zwein und sibenzec vachen.
den vuorte ez ze allen ziten
in stürmen und in striten.
434 grimmer oo s. 35 müste d. harte] gar d, 86 swer] Der d.
solde] mechte <f. 37 der oo s, 40 ieglichen oo d. 42 Es was w. d. und verre oj s.
43 degenheit] hetrogenheit d, 45 in] zu s. 46 daz was ä] ist ez nach
Besser 8. 48 dem land s, 50 eisen vnd st. d. 52 Der knöpf von
karfunckel stein d. 53 erlücht d. 55 vahtt 8, vil oo d. 56 sach s,
hl kleinen] kein d. 59 waffenrog 8. 60 er] ez sd, 62 zwei sd.
110 LAÜRIN D 465, vK. 704,39, Seh. 467. A 2ii-36.
465 stn heim was veste unde guot,
er gap dem kleinen höhen muot,
wan er was itel galdln,
darane lac manec rubin,
däbi der liehte karfunkel:
470 diu naht wart nie so tnnkel,
er lühte schöne also der tac
von dem ^^teine, daz üf dem helme lac.
darüf ein kröne guldin,
diu gap gar wünnebaeren schtn
475 von gesteine und ouch von golde,
als er si wünschen solde.
kröne und heim gap liebten sch!n.
darüf sanc vü manec vogellin
schöne, also si lebeten
480 und in den lüften swebeten.
mit listen so was ez gedäht
und mit zouber zuo bräht.
ez vuorte ein goltvarwen schilt,
der was mit spern gar verzih^
485 darane von golde ein lebart,
reht als er wolte an die vart:
der stuont reht als er lebete
und nach anderm wilde strebete.
Laurin was vür den garten geriten.
490 die vürsten böten sin erbiten.
dö er in kam sd nähen,
daz si in beide sähen,
dö sprach Witege der degen:
^got müeze unser iemer pflegen!
466 dem kleinen] ym 9. 67 itel] gancz d. 68 Daran so 1. ma-
niger r. d. 72 dem oj d. stein sd, daz üf] der in d. nach 73 setzt s zu Yo
gestein also reht fin. 74 gar oo s. wunniklichen d, 75 ouch oo s.
76 als er si] Als es mans d. 77 gäbe s. 78 manig schönez y. s.
Dar auff sungen die fegelein d. nach 78 setzt d 2 v. zu:
Nachtgal lerchen vnd zise
Schon in also stiller weise.
79 schöne also] Lieplich als ob d. 80 in dem walde sw. d. 81 söooj?.
82 zuo bräht] vollebracht d, 84 fehlt s, spem gar yerzilt vgl, A] Sperbern
gar vmilt d. 85 vö gold hinter lebart s, 86 fehlt s. 88 andern «,
ander d. wilden sd, 89 Da was 1. für d. 90 sin] in s.
A 287-62. LAÜRIN D 495, vK. 705,32, Seh. 499. 111
495 her Dietrich, lieber herre min,
daz mac wol ein engel sin,
sant Michael der wise,
und vert üz dem paradise.'
Dö sprach Dietrich von Berne:
500 'den engel sihe ich niht gerne.
den heim solt du binden baz.
ich vürhte, er trage uns haz,
und ist sin eigen diser plan,
s6 hat er niht unreht daran.'
505 Dö er in kam so nähen,
gruoz und schöne enpfähen
gäben ime die vürsten höchgeborn.
dö sprach daz getwerc üz grözem zom:
'ir sudel und ir äffen,
510 waz wellent ir hie schaffen?
sagent, wie sint ir genant,
oder wer hat iuch her gesant?
waz ist, daz ir hie suochent,
Sit ir so lützel ruochent,
515 daz iuwer snoeden gurren
mir hie hänt verworren
die wünneclichen rösen min?
ir mügent wol zwene tören sin.
tuont diu ros üz mtnem anger!
520 und läzent ir si langer,
swaz schaden mir von iu geschiht,
ich läze in ungerochen niht:
ich bringe ez iu ze süre,
ir rehten waltbüre!
525 wer hat iuch esel her gebeten,
daz ir mir hänt zertreten
hie die mine rösen röt?
ir müezent beide ligen tot
496 ein] d' 8, 97 michel sd. 98 und no d. Fort da hör aufs d.
502 er d] ez Ä, d' engel 8. 4 Zwar so h. er recht d. d. 8 der zwerg d.
üz] mit 8. grozem c^ d. 9 südel 8, sündel d. 13 ist es das d,
15 schnede d. 16 verwurre 8d. 19 tuont oo d. üz] in d. 20 sü hie
inne üt langer s. 21 beschihtt 8. 22 in] es d. 24 rehte 8. walt
gebaure d. . 26 ertretten d.
112 LAÜKIN D 529, vK. 706,26, Seh. 533. A 96S-82.
oder geben sweeriu pfant,
530 eines mannes vuoz und ouch ein hant.
daz muozich tuon^ daz ist mtn reht.
ir sint ritter oder kneht,
des enahte ich niht ein här.
ich sage iu beiden daz yürwär,
535 ir müezent mir ze buoze stan.
die rosen ich erzogen hän
hie in disem tanne:
vor manegem küenen manne
hän ich si gevriet wol.
540 iuwer herze ist üppekeite vol,
daz läzent ir hie kiesen.
des müezent ir Verliesen
beide vüeze und hende.
daz iuch der tiuvel sehende!
545 gebeut her ie der man ein pfant,
den linken vuoz, die rehten hant,
daz wil ich hän snellecllch.'
d6 sprach von Beme her Dietrich:
'nein, du vil kleiner man,
550 du solt diu zürnen län!
du solt niht vürsten pfenden
bt Yüezen und bt henden,
die wol gsßben sweeren solt,
beidiu silber unde golt.
555 nu gein des meien ztt,
so got die sumerwünne git,
s6 koment aber rösen vil,
vürwär ich daz sprechen wil.
ich hän goldes also vil,
560 daz ich kein pfant läzen wil/
Daz getwerc was Sprüche vrl:
'ich hän me golt denn dtn drt,'
529 Oder aber ge 8, 80 ouch ein] rechte d. 81 das zweite daz]
es d, 88 Darauff acht d, nit vmb ein 8, 36 ich hie geczogen d.
87 disem wilden t. d, 42 des] Da 8. 45 Gent 8, Qeb d. yegklicher
ein d, 46 die] vnd s. rehtte 8. 47 daz] Dir(!) d. 48 her oo d.
54 vnd auch g. d. 58 fMt s. 59f. lauten in d:
Ich han vil golds on massen
Das ich kein pfant will lassen.
61 Der zwerg d. was sprüche A] waz redenz s, ward sprechen d. 62 deiner d.
A 283-800. L AURIN D 563, vK. 707,19, Seh. (551). 113
also sprach dö Laurin,
Vaz vtirsten mügent ir sin?
565 und sint ir zwene edel man,
so hänt ir wunderliche getan.
sagent, waz hänt ir gerochen,
daz ir mir hänt zerbrochen
den minen rösengarten?
570 und die guldinen porten
hänt ir getreten in den plan,
und ich iuch nie erzürnet hän.
und hete ich iu ie leit getan,
s6 soltent ir mir widersaget hän
575 und hetent mich denne bestanden
mit ellenthaften banden,
daz waere adelliche getan.
Sit ich iuch nie erzürnet hän,
waz hänt ir gerochen,
580 daz ir mir hänt zerbrochen
mine vürstenlichen äventiure? *
ich hän's erzogen an iuwer stiure
in minem künecriche.
Sit ir s6 vrevelliche
585 zerstceret hänt die rösen rot,
des müezent ir beide ligen tot
in disem wilden walde.
nu gebent üf vil balde
ros, swert und gewant.
590 den linken vuoz, die rehten hant
wil ich von iu ze pfände hän,
umb daz ir hänt so missetän.^
Dö sprach Witege der degen maere
ze dem edeln Bernsere:
595 'daz hoerent ir wol, her Dietrich,
man redet uns beiden lesterlich.
563 dö] der d. 65 und c^ d. 68 gebroche 8. 73 iu oo s.
leit getan] missetan s. 74 soldent] hatten s. 75 denne oo d. 82 han ez 8.
Die ich erczoch on d. 84 so fröliche 8. 85 Mir zerstört hand dj Zer-
störent hie 8. 86 D. m. i. b. leiden not d, D. ligen ir bed dot 8. 88 vil oo s.
89 swert] harnasch d. 92 so (>o 8. mifs getan d. 96 redet] rattet s.
Ho las, Laurin. 8
114 LAÜRIN D 597, vK. 708,12, Seh. 557. A 301-22.
der kleine man ist tumber site:
er redet uns slnen willen mite
durch sinen starken übermuot.
600 sin strafen dünket mich niht guot.
diuht ez iuch, herre, guot getan,
ich wolte uns schiere gerochen hän:
ros und man ist kleine:
ich naeme ez bl einem beine
605 und würfe ez an ein steinwant
(daz tsete ich wol mit einer hant),
davon mtieste ez ligen tot
hie in den liebten rösen röt.*
Dö sprach der Bernsere:
610 ^got ist ein wunderaere.
ob got sin wunder hat getan
selber an dem kleinen man?
wist ez an ime niht manheit,
ez h^te uns niht so vil geseit
615 der höchvertigen meere.
ich wolte, daz ich ze Berne waere.
der kleine man ist ellenthaft:
er muoz von zouber hän die kraft,
daz er in sinem riebe
620 lebet s6 wiinnecliche.
vürwär ich daz sprechen sol:
in eret alliu werlt wol,
an deme vil eren lit,
den 6ret man billich ze aller zit.
625 des hän wir niht getan.
sol ez uns drumbe übel gän,
daz riuwet mich vil sere.
Witege, volge miner lere:
in disem walde grüene
630 wis küene und niht ze küene.
597 Sitten s. man in tumben sitten d. 98 Tränet vns mit grossem
stritten d. 99 sinen ro s. starken 00 d. 602 uns f>o 5. 4 bey
den bein d. 5 würfe] wise s. ein steinen want dy dez veldez want s.
7 geligen d. 10 Got der ist d, 11 het d. 13 nit ncich es d.
die manh. 8. 14 hat 8. 18 die grosse krafftt 8. 24 D. lobet m billich
alle czit d. 25 Daz 8d. 27 vilj gar d. 29 in] Zu s. 80 Bifs sd.
ze no 8,
A 323-48. LAÜRIN D 631, vK. 709,5, Seh. 591. 115
Wirt ez an ein vehten gän,
so zeige denne ein ieglich man,
waz er kan unde mac.
ich vürhte, daz uns der leide tac
635 beschlne vor dem berge,
und wir von dem getwerge
komen beide in grdze not
hie in disen rdsen röt.'
Witegen was diu rede zom,
640 er sprach zem vürsten höchgebom:
'ir jehent iuch einen biderman:
zewäre ir liegent sere daran.
daz ^djwerc ist doch ein beiden.
ir müezeut sin gescheiden
645 von allen guoten recken:
ir türrent niht ein müs erschrecken,
vürhtent ir den kleinen
mit slnen kurzen beinen.
er heltet doch dort al eine
650 vor dem holn steine:
vor dem trftwent ir niht genesen.
ob ir ein tüsent möhte wesen,
die ersltiegent ir wol äne wer.
ich oder ir waern ime ein her,
655 solhe kraft ich an iu weiz.
er ritet ein ros klein als ein geiz.
ob ich sin zwelve solte bestän,
ich möhte lihte gelücke hän,
daz ich si alle vienge
660 und si an die boume hienge.'
Dö sprach künec Laurln:
'her Witege, ir wellent gar übel sin.
. mac aber nieman vor iu genesen,
ich wil iu sunder vint wesen.
632 BÖ] Do s. ieglicher 8. 33 unde mac] oder fermag d, vnd waz er
weifs vnd waz er mag s. 39 Wittich sd. wz d* r. «, thet die r. d. 41 so d
(bjderb man); Werent üch sint ir ein bider mä 8. 43 daz] Der d. twerg 8d.
46 Ir durffent doch nit 8. 47 deine d. 48 fehlt d. 49 Ez halt s,
nach 50 setzt d zu Ir migent wol ein zage sein. 51 nit zu gen 8. 51 fehlt 8.
53 die] Den 8. wol] doch d. ane alle gewer s. 54 Ir oder ich d. ime] in d.
ein] sin 8, 57 seiner d, 58 glickez 8. 60 die oo 8. 63 iu oo d,
8*
116 LA.ÜRIN D 665, vK. 709,39, Seh. 625. A 340-78.
665 sint ir nu ein biderman,
daz sQlnt ir hie sehen lau:
ich wil iu sunder tragen haz/
Witege gurte dem rosse baz,
er stracte daz vürbtiege
670 (sin zom was ungevtiege),
nianliche er in den satel spranc.
des Seite im Laurin grözen danc.
an den selben stunden
die helme si verbunden,
675 diu sper si beide sancten,
den marken si verhancten
(si wären beide küene
üf dem anger grüene),
üf einander si dö zugen
680 also zwen valken, die da vlugen:
si pflagen swinder verte.
ir beider zom was herte.
her Witege was ein zornec man:
er wolte den kleinen troffen hän.
685 vor zouber mohte ez niht gesin.
dö traf in her Laurin,
da man die helme stricket,
daz er zehant nicket
üz dem satel hinder sich,
690 und in der ungevüege stich
mit kraft und mit gewalte
hin ze der erden valte.
sus kam her Witege in den kle.
im tete kein laster nie so we.
695 Dö erbeizte Laurin der küene
nider in die grüene:
dö wolte ez nemen siniu pfant,
den linken vuoz, die rehten haut.
665 byderb man d. 66 sehen] schawen d. 68 Herr wittich girten d.
sin rofs s. 69 fürgebiege d. 70 fehlt s. 71 Menlich s. 72 ym
der dein dang s. 78 an] In s. 79 do] sich is\ 80 Also zwen adeler
zu same sü flugent s. 81 geschwinder d, wilder .v. 82 beider oo d.
zom der w. d. herte] grofs s. 83 zorniger s. 87 gestricket d. 88 nicket]
gericket d. 89 Vif s, Fast aufs d, 93 sus kam] Also fiel d. 96 in
die] zu der d. 97 ez] er s.
A 379-410. LAURIN D 699, vK. 710,32, Seh. 659. 117
waere im dö niht helfe komen,
700 so hete ez ime den Ilp genomen.
Des gewaltes hern Dietrich verdröz:
sin swert er über in schöz.
er sprach: 'diz waere ein schände,
swä man ez in dem lande
705 von zwein werden recken seit,
daz waere ein laster und ein leit/
Dö sprach der kleine Laurln:
Vaz ahte ich üf die schände din?
mich dünket an dem maere,
710 du sist der Bernaere:
du bist ze vruo her kamen.
ez sol iuch beide lützel vrumen.
ir müezent geben swaeriu pfant,
den linken vuoz, die rehten hant,
715 diu wil ich hän von ie dem man.
des werdent ir beide niht erlän.
ir zerbrächent mir minen garten,
den ich hän erzogen zarten,
ir hant den rösen we getan:
720 des wil ich iuch enkelten län.
balde setze dich ze wer!
ich waer din zwelven wol ein her.^
Her Dietrich der rede erschrac,
dö Witege vor dem kleinen lac
725 gevangen und gebunden.
Laurln an den stunden
wider üf sin ros gesaz.
er sprach: Mch wil dir tragen haz.
bist du der voget von Berne,
730 so gevaht ich nie so gerne,
also mit dir an diser zit.
sihst du, wie der gebunden lit?
699 nit zu helff s. hilflPe d. 701 der gewalt nach dietrich d.
2 geschos d. 3 diz] das d. 6 D. w. ein lesterlich arweit d. 7 der
kleine oo s. 8 enahtte s. 9 Du mich 8. an der m. s, andere m. d.
10 bist 8. 12 lützel] nit fil s. 15 diu] Das d. ieder man sd. 17 er-
brachen d. 18 Den hat ich 8. zarte 8d. 22 deinr zwölfF d. 24 dö]
Vnd das d. 27 saz s. 31 an] zu d. 82 der] witich 8.
118 LAÜRIN D 733, vK. 711,25, Scb. 693. A 4ii-3o.
also muoz ouch dir geschehen,
so müezent ir beide jehen,
735 iu si ein michel schände
geschehen in dem lande
von einem helde Laurin:
des gevangen müezent ir sin/
Her Dietrich von dannen gienc:
740 sin ros er bi dem zoume vienc,
zomecliche er daröf saz.
er sprach: 'getwerc, nu wizze daz,
din übermuot der wirt dir leit,
dir si von mir widerseit/
745 her Laurin sprach: *ich bin bereit.
her Dietrich der wigant
der kam schiere gein im gerant
durch not beg\inde er in hazzen.
750 sin sper begunde er yazzen
gar ritterliche in sine hant.
do kam der alte Hiltebrant,
der sich in strite nie gespart,
und der küene Wolfhart
755 und Dietleip der helt gemeit.
die brähte ez alle in arbeit.
Hiltebrant der alte man
rief hern Dietrichen an:
Vil edeler Bernaere,
760 nu hoBre du disiu msere!
din giuden ist gein ime ein wiht,
du kennest des getwerge« niht:
735 iu si] Ez sü üch s. 35 — 37 lauten in d:
Üch sey geschehen grosse schant
In künig laurein lant
Von dem deinen zwergelein.
40 bi dem zoume] mit zorn s. 42 twerg 8, nu oo 8. 43 der f>o s.
44 Darumb sey dir hie w. d. 45 her] Der d. bereit] sicherlich gern be-
reit 8, gerist d. 46 fehlt s, lautet in d Ich bestant dich zu diser frist.
48 schiere oo d. 49 begunde rw] gund d, mieste 8. 51 Gar gruwe-
lich in 8. 53 streiten d. 58 Rieffet d. her sd. dietrich 8, 60 fehlt 8.
61 gegQ dem ein wint 8. 62 dez getwerge s, der geczwerge d.
A 431-66. LAÜRIN D 763, vK. 712,18, Scb. 723. 119
solt al diu werft an dir stän,
ez stichet dich nider üf den plan,
765 so verfiusest du dln ere
und getarst ouch nieraer mere,
vil edeler degen lobesam,
an keines vürsten stat gestän.
ich rate dir, degen küene,
770 er beize nider ze der grüene,
ze vuoze solt du ez bestän,
niht baz ich dir geraten kan.
mit aUen dinen sinnen
inaht du sin niht gewinnen
776 durch sin herte gesmide
mit keiner hande snide.
helt, erzeige dlnen haz
und versuoche dine sterke baz
und trif ez bi den ören,
780 so wirt ez ze einem tören.
du sülst denn niht gelückes hän,
du gesigest Laurin an/
Her Dietrich do niht enliez,
er tete, daz in sin meister hiez:
785 er beizte nider üf den plan.
dö sprach von Berne der küene man:
'her künec, nü rechent iuwer leit
hie üf diser witen heid.
ze vuoze wil ich iuch bestän.'
790 dö erbeizte ouch der kleine man.
dö sprach der kleine Laurin:
'daz sol dir unversaget sin.'
den schilt er vazzen dö began,
er lief den edeln Bernser an,
795 er sluoc im üf des schiltes rant,
daz er im schiere üz der haut
763 al oo d. 66 ouch oo s. nyemere d. 67 degen] fürste d.
77 erczeig du deinen d. 78 und ro s. 81 glicke d. 82 sigest s.
Laurin] wol dem deinen d. 83 Do beginnt den vers s. 84 sin meister]
hiltbrand s. 86 von Berne] dietrich d. 87 nu oo s. 88 witen oo s,
91 spr. künig 1. d. 94 edeln oo s. 96 üz] vö s.
120 LAÜRIN D 797, vK. 713,11, Seh. 757. A 467-76.
muoste Valien in den kle.
dem Bernaer tete daz laster we.
er mohte mit sinen sinnen
800 den kleinen niht gewinnen.
her Dietrich von Berne
het ez betwungen gerne,
als er von Hiltebrande hete gehoeret;
er wolte ez gerne hän betoeret,
805 er tete im manegen s winden stoz,
daz ez der wile gar verdröz.
Laurin der künec here
wart zerblüwen sere:
swie er doch was ein küener degen,
810 er muoste sich siges gar verwegen.
mit zorne sprach der kleine:
Vsern ich und du al eine,
du müestest ratn gevangen sin,
daz wizze üf die triuwe min,
815 wart Hiltebrant der alte man,
der vil wiser liste kan,
der übel tiuvel truoc in har.^
der rede nam her Dietrich war,
er sprach: *nu läz din strafen sin
820 Hiltebrant den lieben meister min.^
er sluoc den kleinen Laurin,
daz im vor den ougen sin
vergienc diu sunne und ouch der tac.
er gap im manegen stoz und slac
825 mit dem knöpfe umb diu ören,
er machte ez ze einem tören,
daz ez also lüte erklanc
me denn einer mile lanc
797 Mist 8. 99 mohte] kund d. §00 Der deinen laurin nit s.
niht] nye d. 2 geczwungen d. 5 swinden] grossen d. 6 ez] in d.
gar ser fertrofs d. 8 erpluwet d. 9 er was doch s, wol es was d.
10 miesse sich sins gesigez s. So mÄst er sich doch sigs verwegen d.
12 du vnd ich d. 13 gefangener s. 15 wan] Danne sd. 16 liste]
rete d. 17 übel oo s. 18 her oo s. Herr dieterich n. der rede w. d.
19 nu oo d. 20 lieben oo s. 23 ouch oo d. 24 um stosse vnd
mange schlag s. 25 diu] sein d. 28 me denn] Wol d. milen sd.
A 477-608. LAÜRIN D 829, vK. 714,2, Seh. 789. 121
von des helmes döne
830 und von der guldinen kröne.
Laurin der kuonheit vergaz:
er wiste niht rehte, wä er was.
die wile meister Hiltebrant
löste Witegen siniu bant.
835 an der selben stunde
künec Laurin begunde
grifen ze der malhen sin
und nam darüz ein keppelin:
darin bare er sich zehant
840 und sinen guoten schiltes rant.
dö mohte man sin gesehen niht.
von zouber dicke daz geschiht,
daz sus niht möhte ergän.
dö Kef ez an den küenen man.
846 daz sin her Dietrich niht ensach,
des kam er in gröz ungemach:
er sluoc im an den stunden
zwo verchtiefe wunden.
dö sprach der helt von Berne:
850 ^nu slüege ich dich vil gerne,
so weiz ich niht, war du bist komen.
der tiuvel hat dich mir genomen.
du bist in kurzen stunden
vor mir hie verswunden.^
855 her Dietrich der wigant
sluoc nach im in ein steinwant
einer eilen tief und wit.
er truoc dem kleinen grözen nit.
her Dietrich stuont in der not:
860 sinen schilt er ze schirme bot.
831 der] seiner d. 32 rehte] wol d. 33 meister oo s. 35 an]
Z& d. den s. stunden s. 36 künec no s. 37 der] dem sd. 38 ein nebel k. s.
Dar aufs nam er ein k. d. 39 bare] ferbant d. 41 sehen s. 45 ersach s,
sach d. 46 80 d = A'f Doch vö leid er vö laurin vng. s. 47 an]
zu d. stunden] schulden s. 48 Zwölff grosse wunden d. 50 fehlt s.
vil Ä] also d. 51 wa d. 52 mir oo d. 54 Hie beginnt d. Von s.
55 her] Da schlag d. 56 sl&c no d. 60 Den scb. er fiir sich b. s.
122 L AURIN D 861, vK. 714,34, Seh. 821. A 609-38.
Hiltebrant der wtse man
rief sinen herren aber an:
'edeler voget von Berne,
ich strafte dich aber gerne.
865 wirst du von dem getwerge erslagen,
ich kan dich niemer me verklagen.
und wolte ez mit dir ringen,
so möhte dir baz gelingen.
versuoche daz an dem kleinen man,
870 ob er dich mit ringen wil bestan,
und ist, daz ez also geschiht,
helt, so läz in von dir niht.^
Dö sprach von Berne der edel man:
'kaeme ich dich mit ringen an,
875 lihte gelünge mir deste baz.
zewäre ich trage dir grözen haz.*
Laurin sich dö schiere versan,
daz der wunderküene man
ringen an ez gerte:
880 vil schiere ez in gewerte.
Laurin der was kleine.
er viel im an diu beine
und warf in nider in den kl6.
hem Dietrich tete daz laster we.
885 Dö sprach meister Hiltebrant,
von Garten ein wlser wlgant:
^her Dietrich, lieber herre min,
zerbrsechest du ime sin gürtellln,
davon hat ez zwelf manne kraft,
890 so mäht du werden sigehaft.'
ir ringen wart also gröz,
daz es den vürsten säre verdröz.
861 Her hilt. 8. 62 Der ruft da seinen herren an d. 65 Wur-
desta 8, würstu d. twerg 8d, 66 m§ A^ oj sd. volclagen d. 69 daz oo d.
70 mit ringen] ringenz 8. wöl d. 74 Vnd kern d. 75 Villeicht so d.
erlinge s. deste no d. 76 Fürwar d. grözen oo 8. 77 dö ro s.
78 der werde kiene d. 79 Kingenz s. ez] in 8. begerte d. 80 vil]
Gar d. 81 der oo 8. 82 er] Es d. 84 Her 8d. 85 meister oo s.
88 Erbrechestu d. sin] dz 8. 90 So würdestu sighaft d- 91 wartt so s.
A 539-66. LAURIN D 893, vK. 715,25, Seh. 853. 123
her Dietrich was ein zornec man:
man sach im von dem munde gän,
895 als von der essen tuot daz viur.
allez guot was im tiur.
er greif im in sin gürtellin,
üf huop er den Laurin
(der edel Bernsere
900 was erzürnet sere),
er warf in mit unwerde
nider üf die erde,
daz ime sin gürtellin zerhrojch,
des kam ez in ungemach.
905 daz gürtellin viel üf daz lant:
üf zucte ez meister Hiltebrant.
zwelf manne kraft het ez verlorn.
der edel vürste höchgeborn
sluoc ez nider üf den plan.
910 mit kreften wart daz getan,
daz ez also lüte erhal
über berc und über tal
hörte man ir beider strit
me denn einer mile wit.
915 Laurin der kleine man
rief hern Dietrichen an:
^helt, läz mich langer leben,
ich wil mich dir vär eigen geben,
und würde du ie ein biderman,
920 des solt du mich geniezen län:
allez daz ich guotes hän,
daz sol dir wesen undertän.'
Laurines bete was ein wiht.
her Dietrich sprach: ^ich tuon es niht.
894 ym zu dem m. vfs g. s. im oo d. dem] seinem d. 96 Alle
giete d. 97 in sin] nach sim 8. 98 den oo s. 900 Der was d,
1 Er warff laurein gar ferde d. 3 gürtel d. zerbrach Ä] erbrach d,
brach s. 4 ez sin in s. 6 üf zucte] Da nam d. meister f>o s.
7 mans s. ez].er do vö s. 9 nider] da, d. 10 wart daz] was es d.
12 das zweite über A] tieffe d, ro s. 13 ir] da d. 14 ein s. mile]
raste d. 15 man oo s. 16 Ruft d. herr d, oo s. 18 dir gancz
ergeben d, vür Ä, oo s. 19 Vnd bistu ein byderber m. d. 20 du oo s.
21f. fehlen s, daher 23 und 24 in s vertauscht. 24 her oo d.
124 LAURIN D 925, vK. 716,16, Seh. 883. A .W7-82.
925 dln höchvart ist so gröz gewesen,
daz ich bin küme von dir genesen.
du brähtest mich in gröze not,
darumbe muost du ligen tot.*
Laurin wart dö sigelös.
930 hem Dietriches zom was gröz,
daz er gein dem kleinen man
keine genäde wolte hän.
dö gedähte der kleine Laurtn:
'Dietleip ist der swäger min:
936 wist er diu m^re, als ich si weiz,
er Sprünge ze mir in disen kreiz
und hülfe mir von hinnen wol.
sin herze ist beides raanheit vol.'
Laurin der kleine man
940 der rief Dietleiben an:
*nu hilf mir, Dietleip gemeit,
von Stire ein degen unverzeit!
du solt mich geniezen län,
daz ich dine lieben swester hän.
945 nu hilf mir, degen here,
durch aller vrouwen ere.*
Dietleip sprach: 'daz si getan,
Sit daz ich erhoeret hän,
daz du hast die swester min.
950 ich wil vür dich ein kempfe sin
und wil dir helfen hie genesen,
oder ez muoz min ende wesen.'
Dietleip des dö niht enlie,
ze hern Dietriche er dö gie.
955 er sprach: 'edeler herre Dietrich,
von Berne ein vürste lobellch,
gip mir den kleinen Laurin,
als liep dir alle ritter sin.^
926 Ich mag dich nit lassen gen. d. 28 1. for mir dot 8. geligen d.
29 wart] was d. 30 zom der w. d, 34 min] din s. 36 mir] dir sd.
disen] den d. 40 der no s. ruft d. 44 daz] Doch s. 48 gehöret d.
50 ein] noch hütte din 8. 51 hie oo s. 53 des] das d. 55 Denne er s.
herre f^ .v. 56 lobelich] rieh 8, 58 Also liep also ich dir bin 8.
A 589-616. LAÜRIN D 959, vK. 717,9, Seh. 917. 125
Dö sprach von Berne her Dietrich
960 daz wort gar zornecllch:
*dlii bete ist gein mir ein wiht.
Laurlnes gibe ich dir niht.
ez hat mir lasters vil getan,
des wil ich ez enkelten län.'
965 Dietleip sprach: *^sam mir min leben!
ir sülnt mir den zorn ergeben,
edeler vtirste von Berne,
so wil ich iu dienen gerne
und wil iu wesen undertän,
970 die wile ich daz leben hän.^
Dietleibes bete was verlorn.
her Dietrich sprach üz zorn:
^Laurin wil ich nieman geben,
er muoz mir hie län daz leben/
975 Her Dietleip des dö niht enlie,
ze sinem rosse er dö gie
und was gar ein zornec man.
gröziu not gienc in des an,
wan er hete gerne vemomen,
980 wie ez darzuo waere komen,
daz der kleine Laurin
hete die lieben swester sin.
er sprach: Vil der von Berne,
daz ich im diene gerne,
985 so muoz er mich eren hie.^
hiemite er aber ze ime gie
und sprach gar zomecllche
ze hern Dietriche:
Mer riche künec Laurin
990 muoz hie ungevangen sin,
Sit ich daz vernomen hän,
daz er mine swester wolgetan
960 gar ro s. zorneclich] geczogenlich d. 61 gein mir] gar s.
62 Laurein d, Laurin dez 6*. 64 Das d. wil oo .v ezj üch s. 65 D. schwur
bey seinem leben d. 68 Ich wil ich d. s. 70 daz] min s. 74 Es d.
hie oo 8. län daz] lassen sein d. 76 Er bald z& s. r. gie d. 79 hete
es gern d, 86 Da mit er hin z& jm g. c2, 91 Seit das ich hie f^rn, h. d,
126 LAÜRIN D 998, vK. 718,2, Scb. 951. A 617-28.
ze hüse hat gevüeret:
und swer in tal beriieret
995 in Zornes wis, daz ist mir leit.
ich bin ze buoze hie bereit
Yür allez, daz er hat getan.
dävür wil ich ze pfände stän
und wil vür in ein kempfe sin:
1000 Sit er ist der swäger min,
s6 muoz man in geniezen län,
solt ez mir an daz leben gän/
Her Dietrich dö niht ensprach.
Dietleip an im wol sach,
1005 daz sin herze in zome bran.
her Dietleip sich dö wol versan,
daz ez niht anders mohte ergän,
er müeste den Bemaere bestän.
Dietleip der wigant
1010 nam den kleinen bi der hant.
sin brünne diu gap liebten schln.
Dietleip vuorte den swäger sin
über die beide breit.
daz was hern Dietriche leit.
1015 Laurin der kleine man
wart verborgen in den tan,
daz sin her Dietrich niht ^sach.
ze Hiltebrande er dö sprach:
'heiz mir min ros her bringend
1020 mit zomecllchen dingen
sinen heim er üf baut,
den schilt nam er vür die hant,
sin swert daz gurte er umbe sich.
dö gienc er gar zomeclich
1025 ze sinem rosse und gurte im baz.
geswinde er darüf gesaz.
994 Wer in me anerieret d. 97 er oo «. 1001 geniezen J ge-
nesen d. 2 daz] mein d. 3 nüt sprach d. 4 an im ro 8. 5 sinj
ditrichz s. 6 dö no 8. 7 mohtte gä 8. 8 müst sd. 14 diettrich gar 1. s.
17 sach sd. 21 er da aaf d. 22 Sein seh. den n. er in d. h. d.
23 daz oo s. 24 do oo s. Er ging $. 25 sas 8,
A 629-48. LAURIN D 1027, vK. 718,39, Seh. 985. 127
er sprach ze meister Hiltebrant:
*gip mir min sper in die hant!
ich muoz etelichen rüeren,
1030 der mir hie wil enpfiieren
Laurin den kleinen man:
der muoz mir hie ze solde stän,
oder ich riebe mlniu leit.^
her Dietleip was ouch bereit:
1035 sinen heim, sin sper, sinen schilt
bete Dietleip der vürste milt
gar ritterliche an sich genomen
und was ouch ze rosse komen.
Dietleip der küene man
1040 rief bem Dietrichen an:
'noch gebent mir den Laurin,
als liep iu alle ritter sin/
Dietleibes bete was verlorn.
her Dietrich sprach üz zorn:
1045 'Laurin gibe ich dir niht,
swaz mir darumbe geschiht.
er hat mir lasters vil getan,
des ich niht vergezzen kan/
Die rede tete er in zorn.
1050 sine güete böte er verlorn.
her Dietrich und ouch Hiltebrant
die kämen gein Dietleibe gerant.
Witege unde Wolfhart
die huoben sich ouch üf die vart.
1055 Dietleip der küene man
hielt vor den vieren üf dem plan.
Laurin den kleinen man
het er verborgen in den tan.
als er den Bernaer ane sach,
1060 daz wort er zornecliche sprach:
1027 ze oo s. meister ro sd. 28 Gent s. 33 min sd. 35 Helm
sper vnd auch schilt d. 36 vürste po s. 37 ritterlichej ritichen 8,
schon d. 38 ouch oo s. 40 Ruft d. 41 den] herr den d, c>^ s. 42 Also
lieb üch üch sy s. 46 dar beschiht s. 47 Ea d. 48 Das ich es nit d.
51 ouch oo d. 52 die oo s. 54 beide die oo s. ouch oo d. 55 D. was
ein kiener m. d. 56 Er hielt vor in auff d. pl. d. 58 dem than d,
59 ane rvj s. 60 daz wort oo s. er vor sprach 8.
128 LAURIN D 1061, vK. 719,35, Seh. 1019. A 649-78.
*ir süliit mir Laurin geben.
ich diene iu, die wile ich lebe/
Dietleibes bete was verlorn.
hem Dietrich begreif sin zom,
1065 daz er begunde wüeten:
Much welle denne behüeten
der tiuvel üz der hellen,
ich riebe mich und minen gesellen,
der mir wart gestochen üf den plan
1070 von Laurin dem vil ktienen man.^
daz sper begunde er senken.
Dietleip wolt ime niht wenken,
er reit gein ime hin wider.
iedeweder stiez den andern nider.
1075 also kämen die zwene küenen man
von den rossen üf den plan.
Dietleip und her Dietrich,
die zwene vürsten ritterlich,
hinder die schilte si sich bugen,
1080 zwei scharfiu swert si zugen,
daz geschuof ir beider nit.
dö geschach ein grözer strit.
von in beiden daz beschach:
der ein sluoc, der ander stach,
1085 daz schuof ir beider grimmer zorn.
si wuoten in melwe unz über die sporn.
den liebten rösen und dem kle
geschach dö üzer mäzen we.
Dietleip was ein küener man:
1090 er lief hern Dietrichen an
und sluoc im üf den Hiltegrin,
daz er gap liebten viures schin.
1061 geben laurein d. 62 So will ich üwer dien er sein d, 63 Her
dietliebs d. 64 sin] der d. 66 danne all beh. s. 70 dem deinen man d,
72 ime oo s. 73 hin oo s. 74 den] daz dir s. Ih küenen oj s.
76 dem ross 8. 78 ritterlich] lobelich d. 79 die] zwen d. 80 scharfiu oos.
81 schuf d. 83 daz Ä\ do ,9. Den helden beiden we geschach d.
85 grimmer 00 d, 86 in dem melwe s, in plüt d. unz 00 d. über dA]
an s. 88 dö 00 s. aufs der m. d. 91 im] in d. den heim sein d.
92 er] es s. liebten cx^ s. 91 im] in d. den heim sein d. 92 er]
es 9, liebten 00 s.
A 675-86. LAÜRIN D 1093, vK. 720,27, Seh. 1051. 129
also her Dietrich daz vernam,
do wart er Dietleibe gram,
1095 daz er gedähte wider sich:
^mac ich nu gewinnen dich,
so muost du und Laurin
beide hie des tödes sin/
der schilt, den her Dietrich solte tragen,
1100 der wart im von der haut geslagen:
von Dietleibes zorne daz geschach.
*• si Uten beide gröz ungemach.
man hörte ir beider swerte klanc
me denn einer mile lanc.
1105 her Dietrich der degen her
hete dö niht schiltes mer.
in beide hende nam er sin swert
und trat gein sinem kempfen wert:
er brähte ein alten schirmslac,
1110 daz her Dietleip üf dem anger lac.
er sprach: ^wie nü, her junger man?
wellent ir mir nu Laurin län,
den ir mir hänt verborgen?
daz kumet iu hie ze sorgen/
1115 Dietleip wider üf spranc,
daz ime der hamesch lüte erklanc.
dö lief er zomeclichen
an hem Dietrichen»
her Dietrich der wigant
1120 sluoc ime den schilt von der haut.
Dietleip muoste entwichen
vor dem vürsten riehen.
daz muoste er tuon durch die not,
daz er da niht gelaege tot.
1125 Dö sprach meister Hiltebrant:
^nu dar, ir degene beide samt!
1094 er erst ditlip 8. 98 hie oo s. 99 Den seh. s. soltt haben
getrage s, 1100 der c^d. 4 milen sd. 6 dö oo s. 8 und] Er d. slnem] dem d.
10 her oo d. D. for ymme vff s. auff der erden \. d. 12 nu] noch s.
13 mir oo 5. 15 wider oo s. aufF da spr. d. 16 der] sein d, lüte oos.
clang s. 19 her oos. 20 den] auch den s, sein d. 21 miest s. 22 vor A]
Vö 8. Da von herr dietereichen d. 23 die oos. 24 däros. lege s.
Hols, Laurin. 9
130 LAURIN D 1127, vK. 721,20, Seh. 1086. A 687-736.
ir loufent Dietleiben an.
wir Silin si niht me striten län.
si sint mit zorne überladen,
1130 si tuont einander grözen schaden.*
Witege unde Wolfhart
die huoben sich dö üf die vart,
si wären zw^ne starke man:
si liefen Dietleiben an,
1135 die zwöne ritter jungen,
Dietleibes swert si underdrungen.
Hiltebrant der wlse man
machte einen yride daran,
und der kleine Laurin
1140 solte ouch in dem vride sin.
dö kam ez üz den sorgen,
dö ez Dietleip hete verborgen.
swie gröz Laurlnes sorge was,
wie selten er doch ie vergaz
1145 der vil lieben vrouwen sin,
Slmilte der edeln künegin!
Laurin der künec here
sprach ze dem Stlrsere:
'Dietleip, lieber swäger min,
1150 ich sage dir von der swester din.
alliu ^diwerge sint ir undertän,
daz wizze, degen lobesam,
du solt der rede gelouben mir.
wie si mir wart, daz sage ich dir.
1156 Stire ein burc ist genant,
da ich die reinen kiuschen vant,
nu merke, degen küene,
under einer linden grtiene
was si kurzewilen gegkn
1160 mit maneger maget wolgetän.
1127 ir loufent] Sü lieffent s. 28 Büln si] went ich 8. 29 zorne
fast überl. s. 30 einander vilihtte gr. 8. 32 die und dö ro s.
36 si oo d. 38 Der machet d, 40 ouch oo d, frid begriffen s. d.
41 üz den dÄ] vsser s. 43 gröz oo s. 45 vil oo s. 46 Der edelen
vnd milten künigein d. 51 twerg^e!. 52 degen] firsts. 53 der] die d. 55 ist
vor ein 8. 56 kiuschen dA] magt 8. 59 was] Wolt d. gegän A] gan sd.
A 737-68. LAURIN D 1161, vK. 722,17, Seh. 1119. 131
dannoch huoten ir zweinzec man.
mit listen ich^s in ane gewan.
dö kam ich hinzuo geriten
gar nach ritterlichen siten,
1165 daz mich nieman ^nsach.
von minen listen daz geschach.
under die linden ich dö reit:
da vant ich die schoenen meit.
dö lühte's üz den andern schöne,
1170 als vür die sterne tuot der mäne.
Similt ist si genant.
ich nam si bl der wlzen hant,
üf satzte ich ir ein keppeltn,
vür mich swanc ich daz megetin
1175 (daz sach weder wip noch man),
ich vuorte si mit gewalte hin dan
mit mir in den 2?^^enberc:
da dienet ir vil manec getwerc.
vürwär ich daz sprechen wil,
1180 si hat kurze wile vil,
m^ denn alle künege hant,
die ie gewunnen eigen lant.
swaz ich guotes mac gehän,
daz ist ir allez undertan,*
1186 also sprach der kleine,
Wt golde und mit gesteine
vergülte ich wol alliu lant,
dannoch wolte ich haben pfant,
daz wizzent sicherliche,
1190 vür ein ganz künecrlche
und waer dannoch niht ein armer man.
daz ist ir allez undertan/
1161 Darnach d. 61 sie ^, oo «. in allen an «, in ab d. 63f. fehlen d,
64 gar il, oo $. 65 ensach A, sach s. Ir reit das man mich nit
sach d. 69 für die ander d. andern also rehtte seh. s. 70 den
stemne s. 71 Similte so ist d. 73 satztej hing s. ein nebelkeppelin b.
76 mit gewalte oo s. 77 Degenbere f] Dugend berg 8, holen berg d,
78 dienent ,9. manig clüges getwerg «, maniger zwerg d. 80 hat aller
k. (f. 81 denn] wanne s. kingin 8. 83 gütt 8. 86 mit edel gestein «.
89 und 90 in d vertauscht, wissen t alle s. d. 90 ganz] weites d.
91 Noch wer ich nit d. 92 Daz gütt ist ir als sament vnder dan s.
9*
132 LAÜRIN D 1193, vK. 723,6, Sek 1149. A 7<»-800.
Dö sprach Dietleip der küene man:
^mir liebet, daz ich min swester hän
1195 ge wäget durch den willen din.
läz mich sehen die swester min,
und ist diu rede ein wärheit,
also du mir hast geseit
(miner swester ich guotes gan),
1200 si sol dich hän vür alle man.
ist ez ir liep, so bin ich vrö/
vil lüte erlachte der kleine dö,
er sprach: ^lieber swäger min,
Similt diu liebe swester din
1205 diu ist noch ein reiniu meit,
daz wizze yür eine wärheit/
des yröute sich tugentliche
Dietleip der vürste riche.
Hiltebrant der wlse man
1210 gienc yür sinen herren stän.
er sprach: Volgent dem rate min,
ir sülnt beide gesellen sin.
Dietleip ist ein starker man:
wil er iu mit triuwen bi gestan,
1215 er hilf et iu sicherliche
betwingen alliu witiu riche/
Des antwurte ime her Dietrich,
von Beme der vürste lobelich,
er sprach: ^vil lieber meister min,
1220 swaz du mir rastest, daz sol sin.'
Hiltebrant gienc dö zehant,
da er Dietleiben vant.
er sprach: ^degen here,
nu vemim mine lere.
1225 daz merke gar an argen list,
swenne er din geselle ist,
1194 mir liebet] Ich bin fro 8. min lieb sw. s. 1204 die schönne
lieb 8. 5 diu oj 8. 6 wissest d. 10 Was bey seinem herren stan d,
14 mit triuwen] trülich d. stan 8. 15 hilfet Ad] hülff 8. 16 so d;
in 8 steht der ver8 in der form Vnd hülff ich twingö al rieh er8t hinter 1217.
17 Des] Da d. ime oo d. 18 fehlt 8. 19 Her diettrich sprach hilttbrand
lieber m. m. 8. 20 Waz ir mir gebietts daz so[l] vnd mussz sin s.
21 dö ro 9. 24 femym hie mein d. 25 an allen a. 1. 8.
A 801-34. LAURIN D 1227, vK. 723,40, Seh. 1183. 133
dem alle recken sint undertän,
des muost du iemer 6re hän/
Dö sprach Dietleip der degen:
1230 Mes sol ich mich gerne erwegen,
als ich diu msere hän vernomen.
lät er ze hulden komen
minen swäger Laurin,
s6 wil ich gerne sin geselle sin/
1235 Dö sprach meister Hiltebrant,
von Garten ein wiser wigant:
Mes habent iu die triuwe min,
wir wellen alle gesellen sin.^
Dietleip und her Dietrich
1240 mit ganzen triuwen sicherlich
swuoren dö geselleschaft
(si h^ten beide gröze kraft),
und der kleine Laurin
muoste ouch in dem vride sin,
1245 er stüende kurz oder lanc.
Laurin dö hervür spranc,
er sprach ze dem swäger sin:
^sit wir nu gesellen sin,
so wil ich uns machen undertän
1250 allez, daz ich guotes hän.
koment mit mir in den berc,
da dienet iu vil manec getwerc,
diu sint gar hübesch unde fin.
ich sage iu, trütgesellen min,
1255 ir vindent da kurzewile vil,
vogelgesanc und seitenspil.
vürwär ich daz sprechen mac,
iu ist ein ganz jär als ein tac.
1228 iemer 6re A] lop vnd er s, yemer lobe d. 30 ferwegen d.
32 Vnd last er auch zu d. 34 so oo a. ich no d. gerne vor wil s. 38 alle
sament ges. s. 41 dö dA] bü s. 44 Miesst s. ouch oo d. frid begriffen s. d.
45 er] Es d. 48 alt] Solle s. 49 so oo s. Ich wil s. 50 Als daz
gütten dz ich han s, 51 koment A] Yolgent $, Gand d. den holen b. d.
52 da] So 8. iu] vns s. manig schönes getw. 8. zwerg d. 53 gar oo s.
56 Fougel sang s. 58 ganz oo d. als] kume 8.
134 LAÜRIN D, 1259, vK. 724,31, Seh. 1215. A 835-56.
darane sülnt ir niht verzagen.
1260 ich möhte iuz halber niht gesagen,
daz merkent äne argen list,
waz wünne in dem berge ist
daz mache ich iu undertan,
wellent ir iuch an mich län.'
1265 Her Dietrich und sine, man
Tuorten Hiltebrant hin dan.
si vrägeten in gar tngentlich,
ob si törsten läzen sich
an den kleinen Laurin
1270 mid an die schoenen rede sin.
'wir wisten gerne diu maere,
ob ez war waere.'
Des antwurte in der wlse man:
'darzuo ich wol geraten kan,
1275 wan ich hän wol gehoeret sagen,
daz Laurin bi sinen tagen
über alliu kleiniu ^diwergelin
wol gewaltec müge sin.
des süln wir mit im in den berc,
1280 da sehen wir diu wunderwerc,
diu mugen wir schouwen gerne.
edeler vürste von Beme,
solten wir'z durch vorhte län,
zewäre daz stüende uns übel an,
1285 daz waere uns iemer schände,
swä man ez in dem lande
von vtinf werden recken seit:
daz waere ein gröziu zageheit.^
1260 iu'z halbez vgl. A] üchs halben ä, dz halb 8. sagen d. nach
1260 in d ein vers mehr (vgl. 1262):
Wie vil der kurczweil ist.
61 daz vor äne d. 62 fehlt d; wune ym b. 8. 63 machen d. 64 wellent]
Trüwent d. mich zu lan d. 68 törsten dÄ] mohtte 8. gelassen d.
71 diu POS. 72 war] die warheit d. 73 des] Do 8. 74 wol rotte k. «.
76 daz] Wie d. L. si hj 8. 77 twerglin 8d. 78 mechte d. 80 da] So d. die
grosse w. w. «. 81 mügen] sollen d. 83 vorhte] sorge d, 84 zewäre oo s.
nach 1284 8etzt d 2 v. zu:
Das wir die deinen zwerge
Scbüchten in dem berge.
A 857-84. LAÜRIN D 1289, vK. 725,22, Seh. 1247. I35
Des antwurte ime her Dietrich,
1290 von Berne der edel vürste rieh:
^der uns sinne hat gegeben,
der behüete uns unser leben:
an den süln wir uns län,
so kan uns niht missegän.
1295 ich wil die äventiure sehen,
und solte mir aber leit geschehen.^
Dö sprach Witege der degen:'
*^nu mtieze sin der tiuvel pflegen,
der uns hie wil betriegen
1300 mit sinem grözen liegen.^
D6 sprach der küene Wolfhart:
Vir süln billich an die vart.
wir müezen sehen die Schönheit,
davon ez uns hat vil geseit.'
1305 Dö sprach der alte Hiltebränt:
^hoere, du kleiner wigant,
wir wellen uns an din triuwe län,
da solt du gedenken an.^
Dö sprach der kleine Laurin:
1310 ^die wile ich hän daz leben min,
so wil ich iu bi gestän.
ir sülnt iuch genzliche an mich län/
Si volgeten dem kleinen ^«twerge
gein dem holn berge.
1315 Witegen was diu reise leit,
er sprach: Vir komen in arbeit
(daz weiz ich wol) üf diser vart/
Dietleip unde Wolfhart,
Laurin und her Dietrich
1320 die spotten sin alle gelich.
Witegen was unmäzen zorn:
er nam sin ros in beide sporn,
1290 edel 00 s. 91 sinne] sinn vnd wicz d. 92 unser] leib vnd d,
94 kan es vns d. .95 besehen d. 96 und 00 s. aber A] ich 8. Vnd
was mir darumb sol geschehen d. 1300 Mit sine' giege 8. 2 an] auff d.
4 ez] er 8. Da es vns von h. d, vil] so vil 8y ck^ d. 8 soltu d, soltt vns s,
11 So w. ich by üch stö 8. 12 gancz d. 13 tv^erg 8d. \^ so d = A', Vü
ginge in den berg s. 16 er sprach 00 s. kome sin in s. 20 die 00 s.
21 on massen d, vss masse s, 22 rofs vnder die sp. d.
136 LAURIN D 1323, vK. 726,15, Seh. 1281.
er twanc ez als ein zornec man.
dö reit er gein dem berge hin dan
1325 mit snelleclicher ile
wol eine ganzen mile.
von zome er nie kein wort gesprach,
biz er des berges hoehe sach.
Witege erbeizte dö zehant.
1330 dö kam der alte Hiltebrant,
Dietleip unde Laurln,
Wolfhart und der herre sin:
si begunden vaste gäben,
dö si den berc ersähen.
1335 Wolf hart sprach: ^nu bin ich vrö.
mich dünket, wir sin schiere da.'
^nein wir,' sprach dö Laurln,
^ich sage iu, trütgesellen min,
wir hän noch drl mlle dar.
1340 davon nement min eben war:
die stlge sint mir wol erkant,
die da ze dem berge gänt.'
diu naht begunde in slgen an.
'ir stilnt mich vor hin rlten län,
1345 biz daz wir komen durch den walt.
da weiz ich einen brunnen kalt
vor einem holn berge stän:
da süln wir nahtselde hän.'
Des volgeten si dem kleinen man,
1350 biz daz si kämen in den tan:
dö wart diu vinster also gröz,
daz es die herren sere verdröz.
doch kämen si vil schiere
ze des brunnen riviere.
1355 Laurln des niht enliez,
die herren er erheizen hiez.
1324 Vnd reit da gegen den berg h. d. d, 26 wol] Me dann d.
27 kein oj d, 28 er die höhe dez berges an s. 8. 29 dd oo s. 83 gäben]
iagen d. 34 sahen s. 37 dö no s. 39 milö sd. 40 davon] Darumb d,
41 Die weg s. m. w. bekant d. 42 da ro s. 43 in oo s. 44 hin oo 8.
46 br. der ist vssz masse kaltt 8. 4:1 holn] hohe s. 50 daz oo s,
51 fensterin d. 52 sere cnj s.
LAURIN D 1357, vK. 727,8, Seh. 1315. 137
«
Laurin gein dem berge gienc,
darane ein guldln schelle hienc.
die schellen gelüte nie kein man,
1360 der berc der wurde im üf getan.
daz wiste wol der künec rieh.
er lüte^s harte krefteclich,
daz ez in dem berge erdöz.
den berc man schiere tif sl6z.
1365 also der berc wart üf getan,
ein schln begunde herviir gän,
der lühte schöne also der tac
von gesteine, daz in dem berge lac.
daz lieht schein verre durch den walt.
1370 der herren vröude wart manecvalt.
dö sprach von Berne her Dietrich:
^diz ist ein wunder wunderlich.
mich triegen denne die sinne min,
der karfunkel git den schln.^
1375 Dö sprach der kleine Laurin;
^ein karfunkel git disen schin,
der maneger in dem berge stät.
nu volgent mir, daz ist min rät,
und hoerent, waz ich iu sage mö:
1380 diu ros länt loufen in den kle,
in wirt niht leides hie getan.
ir sülnt mit mir ze hüse gän.
der wirt ist gar ein biderman,
ich weiz, daz er mir guotes gan.
1385 höhe bürge und witiu lant
diu hat er ze lehen von miner haut.
wir süln noch hinte bi im sin.
er git uns bröt und guoten win,
allez daz man haben sol:
1390 der berc ist richer kosten vol.^
1359 gelüte] leitet d. 60 das zweite der o^ s. 61 wüst vil wol s,
62 harte] gar d. 63 ez oo s. 64 schiere] in bald s. 66 begund do
har 8j ward her d. 68 Von stein s, Vom gestein d. 69 verre oo d.
72 Das seind sachen wunderlich d. 74 den] disen d. 75f. fehlen s.
80 Lassent beginnt d. 85 und 86 in d umgestellt 'y diu hat er] Er het d.
87 noch t%j d. heinnacht d. 88 guoten oo s. 90 berg der ist so r. s.
188 LAÜRm D 1391, vK. 728,1, Seh. 1347.
Die herren giengen in den berc.
si sähen manec wunderwerc
und hörten maneger hande schal
in dem berge überal:
1395 vil manec seiienspil erklanc,
däbi vil manec vogelgesanc.
vil manec busüne lüte erschal
in des riehen küneges sal.
Der wirt wolte ze tische gän.
1400 diu maere wurden im kunt getan,
daz Laurin der künec h^re
ze hüse komen waßre:
*vünf recken sint mit ime komen/
Miu msere hän ich gerne vemomen/
1405 der wirt ze sinem gesinde sprach,
^man sol in schaflPen guot gemach.'
der wirt was so tugentrich,
er enpfienc die geste tugentllch,
er enpfienc den künec Laurin
1410 und ouch die vünf gesellen sin.
vürwär sülnt ir wizzen daz,
der wirt mit in ze tische saz.
den gesten wol gedienet wart:
splse rieh von höher art
1415 truoc man in dar und gaoten win.
der wirt bat si vroelich sin.
also si da gesazen,
getrunken unde gäzen,
die täveln hiez man heben dan.
1420 der wirt bat sich wizzen län,
wie lange si wolten bi im sin.
dö sprach der kleine Laurin:
Vir beliben niht wart dise naht,
ze riten haben wir gedäht
1392 manigen wander zwerg d. 93 manigerley seh. d, 94 berge
all über all 8. 95 m. sait sies erkl. d. 96 so nach d (vil oo d); Dar
vnder vil man wunechlih' fogelsang s. 97 büsun vil lut s, 1400 wart s.
1 daz] Wie d. 2 Da zft h. d. 6 in] üch s. 8 tugentlich] wirdikleich d.
10 ouch und vünfno«. 11 Fir war so süUent d, 13 wol] schon d.
14 von] nach d. 15 in ro 8. 17 Da sie nu also sassen d, 19 haben s.
20 sich] in d. 23 nit dann d, nüt me danne 8, 24 rittende hant s.
LAÜRIN D 1425, vK. 728,35, Seh. 1381. I39
1425 heim hin ze der vesten min,
also wir vernemen tages schin.^
Laurin urloub«« gerte dö.
des wären sine gesellen vrö.
der wirt gienc mit in vür den berc,
1430 und mit im manec kleinez getwerc.
der mäne durch die wölken brach.
Laurin ze dem wirte sprach:
'ir hänt daz beste uns getan.
nu länt uns urloup von iu hän.
1435 der mäne git so hellen schin:
ez mac dem tage gar nähe sin.'
ie der man sin ros gevienc,
da ez üf der beide gienc.
si säzen üf und wären gemeit.
1440 her Dietrich gein dem wirte reit,
er sprach: Vir wellen hinnen varn.
got müeze iu iuwer ere bewarn!*
üf saz der kleine Laurin
und Dietleip der swäger sin,
1445 Wolf hart unde Hiltebrant
und Witege der küene wlgant.
si riten gein dem wirte rieh
und nämen urloup tugentlich.
er sprach: ^got läze iuch wol gevarn!
1450 er müeze iu lip und ere bewarn!'
Die herren langer niht enbiten,
mit vröuden si von dannen riten.
hervür gienc des tages schin.
dö sprach der kleine Laurin:
1455 Miu naht ein ende hat genomen.
wir Silin schiere ze hüse komen.'
die herren wären wol gemeit.
Laurin alles vor in reit.
1425 hin 00 s. 26 Wan w. fern, den tagachein d, 27 L. vrlop
de gertte do s, Yrlob begerte 1. do d. 30 im] in d. deiner zwerg d.
31 mäne] tag d. 34 nu und von iu 00 8. 36 ez] Er d. gar 00 g.
40 gein] zä d. 41 wend von hinen d, 42 iuwer ere 00 s. 44 Vnd
auch D. s. 46 küene 00 s. 49 farn d. 50 er 00 d. m. ich uwer lip vnd
uwe' ere s. 51 D. h. da nit lenger bitten d. 52 von 00 s. 55 hat
vor ein d. 56 süln] seind d. 57 wol] vil d. 58 in] hin d.
140 LAURIN D 1459, vK. 729,28, Seh. 1417. A 887-912.
den Herren was zer verte gäch:
1460 si Uten im alles binden nach
in snelleclicher tle
dri lange mtle.
diu sunne tlz den wölken brach,
daz man im liehten schin ersach.
1465 an dem selben morgen yruo
dö kämen si dem berge zuo.
"vor dem berge stuont ein plan,
der was so wtinnecllcbe getan.
vürwär ich daz sprechen wil,
1470 üf dem pl&n stuont obezes vil,
m6 denn man erdenken kan.
daz obez was wünnecllche get&n.
daz obez gap stiezen gesmac
beidiu naht und ouch tac.
1475 swaz vogelgesanc man haben sol,
des was der plan alles vol.
daz was ein michel wunder:
ieglicher sanc besunder.
man hörte si suoze singen,
1480 ir ker schöne erklingen,
daz ez under einander hal
üf dem plane überal.
man sach da wilder tiere vil.
«
diu triben mit einander spil.
1485 si wären gezemet üf den plan:
man sach si bl den viirsten stän.
diu tier wären gewenet darzuo,
daz si alle morgen vruo
liefen ze der linden breit.
1490 des was Laurin gemeit.
1459 zer verte] zu dem berge d. 60 alle d. 61 In einer schnellen
eile d. 62 lang vnd grosse m. d. 64 sach d. 68 fehlt 8. 69 wil]
kä 8. 70 80 d = f (obes df); Do stunt obessez also vil s. 71 so d,
vgl. p', Me wanne ich sage wil s. 73 daz obez] Ez s. 74 Beid die n. v.
auch den langen dag s. Bey nacht vnd auch bey tagk d. 75 fogelsang s.
76 alles ro s, 80 Vnd in dem tan erclingen s. kelen d. 81 f. fehlen 8.
83 sach d' wilde s. 84 Sü tr. all' band sp. 8. 85 dem d. 86 firsten
stille 8an(!) s, herren gan d. 90 was herr laurein d.
A 913-52. LAURIN D 1491, vK. 730,21, Seh. 1447. 141
der plan gar wol gezieret was.
vürwär sol man wizzen daz:
swer da einen möhte gehän,
der müeste al sin trtlren län.
1495 Dö sprach her Dietrich:
'min herze daz ist vröuden rieh.
mich dünket in miner wise,
wir sin in dem paradise.'
Dö sprach Wolfhart zehant:
1500 'got der hat uns her gesant.
wir mügen wol heime jehen,
uns si äventiure geschehen.^
Dö sprach Hiltebrant der degen:
'ir sülnt iuwer sinne pflegen,
1505 daz zimet jungen helden wol.
guoten tac man ze äbent loben soL'
Dö sprach Witege der degen:
'wellent ir mines rätes pflegen,
so Yolgent, helde, mir daran,
1510 geloubent niht dem kleinen man.
er kan so wunderlichiu werc:
und gän wir mit im in den berc,
ich vürhte, wir komen in arbeit.
daz si iu von mir geseit.^
1515 Dö sprach der kleine Laurin:
'ir sülnt äne sorge sin
üf disem wünneclichen plan.
ir sülnt ganze vröude hän.
daz wizzent, trütgesellen min,
1520 diser plan sol iuwer sin.^
'Got danke dir,^ sprach her Dietrich,
'du redest harte vrümeclich.
sint diu werc also diu wort,
man sol dich loben hie und dort.
1491 gar oo s. wol] schon d. 92 Für war so wissent das d, 98f. fehlen s.
94 alles d. 95 Dö] So s. 96 daz oos. 1500 deroo«. 1 heime ood.
sehe s. 2 sy sü a. s, sey gros a. d. 4 iuwer oo s. 5 helden] recken d.
12 und oo s. gangen d. 14 von mir] helden vor d, 19 wisse s.
20 Der pl. s. üwer eigen sein d. 21 her oo d. 22 du redest]
Dein red ist d. 23 beide diu] din s- 24 So ist es gar ein grosser hört d.
142 LAURIN D 1525, vK. 731,15, Seh. 1481.
1525 beheltest du die triuwe dfn
an mir und an den gesellen min,
des muost du iemer ere hän/
dö sprach Witege der küene man:
Ml edeler Bernaere,
1530 und geloubent ir sinem maere,
iuwer kurzewile wirt ein wiht:
■ gröz leit iu von ime geschult.'
Wolfhart ze hem Witegen sprach:
^vürhtent ir gröz ungern ach,
1535 bellbent hüze, länt uns hinin!'
her Witege sprach: 'daz mac nibt sin/
sin ros daz sluoc er in den kle
(im tete ir aller strafen we),
Witege was der erste man,
1640 den man sach gein dem berge gän.
Wolfhart und her Hiltebrant
die ilten darnach al zehant.
si kämen an des berges tor.
ein hörn von golde hienc davor,
1545 daz blies her Witege krefteclich.
des lachte von Berne her Dietrich.
Dö sprach der kleine Laurin:
'her Dietrich, trütgeselle min,
wir süln ouch gein dem berge gän.
1550 diu ros län wir üf dem plan.'
Dietleip und der künec rieh
und ouch von Berne her Dietrich,
mit banden si sich viengen,
gein dem berge si dö giengen.
1555 Wolfhart sprach: Ver lät uns in?
wie lange süln wir hüze sin?'
Laurin gein dem berge gienc:
daz hörn, daz davor hienc.
1580 einer sd, 32 von ime oo s. 33 her witich dj er diettrich s.
34 groz] das d. 35 heraufs d. 36 her oo d. gesin 8. 37 daz oo s,
38 Er fragte dar nach nit me d. 40 sach vor gän s. den d. 42 alle s, oo d.
43 an] für d. daz birge dor s. . 45 her r<^ d. 46 her cv: d.
48 her oo s. 49 ouch oo d. dem oj s. 50 wir blibeu vff s. 52 ouch oo d,
von Berne oo s. 53 Sie aneinander Mengen d. 54 dö oo s. 56 wir oo s,
hie hussen 8, heraussen d. 58 davor] vsse drä s.
A 957-64. L AURIN D 1559, vK. 732,8, Seh. 1515. 143
daz Witege hete geblasen ö,
1560 daz wart erschellet darnach me,
daz ez in dem berge erhal
und in des riehen küneges sal.
dö lief ein kamersere zehant,
da er den rehten slüzzel vant.
1565 diu porte wart schier üf getan,
die helde wurden in gelän.
Dö vuorte's Laurtn daz getwerc
mit im in den Degenherc
durch eine porte guldin.
1570 da stuonden kurziu ^«twergelin,
diu wären hübesch und wolgestalt.
si enpfiengen die recken halt
nach hovelicher wirdekeit.
darnach bestuont si arbeit.
1575 dö si kämen baz hinin
durch eine porte stehelin,
beslozzen wart vU schiere der berc.
daz schuof Laurin daz kleine getwerc.
einer in dem berge saz,
1580 der zouberle ein meister was.
Laurin hiez in vür sich gän.
er sprach: ^sihst du die vremeden man?
die hänt ze strite gröze kraft.
kanst du von zouber meisterschaft,
1585 den wirf an si so krefteclich,
trütgeselle, des bite ich dich,
daz si einander niht me sehen.
ich wil dir es lop jehen.^
Der zouberaer des dö niht enliez,
1590 dö ez in der ktinec selber hiez:
1560 geschellet d. darnach oo s. 61 gebirg d. 62 riehen oo s.
künig d. 65 port die ward d. schier oo d. 67 dz twerg s, der gezwerg d.
68 Degen] tugent dy <^^ s. 70 twergelin sd. 72 recken fil b. s, 77 vil schiere]
da d. 78 der zwerg d (kleine oo d). 79 einer] Ein meister 8. saz] waz s.
80 zauberey d, zofers s. 83 streiten d. 85 so oo d. 86 daz sd. 87 me oo s.
88 Barumb will ich dir lobe iehen d, statt 89f. steht in s nur Hne zeile
Der zoberett det dz mä in hiessz.
144 LAÜRIN D 1591, vK. 732,40, Seh. 1547. A 967-78.
er schuof den herren ungeroach.
von starkem zouber daz geschach,
ir keiner mohte den andern sehen.
dö begunde her Witege jehen:
1595 'zewäre noch liuge ich niht daran,
uns hat betrogen der kleine man.'
Si giengen aber vürbaz hin.
betrüebet was ir sin.
her Dietrich sprach: Vie ist mir geschehen?
1600 ich mac nieman gesehen.'
die andern sprächen alle alsam.
^ist man uns hie zehove gram,
daz solte man uns wizzen län,
daz wsere vürstliche getan.
1605 wil der kleine Laurln
an uns brechen die triuwe sin,
daz sol in darnach lützel vrumen,
s6 wir üz disen noeten kumen.'
'Sit ich nieman gesehen kan,'
1610 sprach Witege der küene man,
^s6 riuwet mich vil ser min vart.
wie dünket iuch, her Wolfhart?
noch triegent mich niht mlne sinn«:
w«re ich duze, als ich bin hinne,
1615 ich kseme niht in disen berc'
daz hörte Laurin daz ^«twerc.
dö sprach aber Laurin:
^ir sttlnt äne sorge sin.
kein leit iu von mir niht geschiht.
1620 ich briche miner triuwe [an iu] niht.'
Dö sach man gein den yürsten gan
manec g^etwerc wünnesam.
1592 fehlt 8, daher lautet 93 hier Dz keine den ande'n sach. nach 94
setzt 8 zu Do ir keine' moht sehen. 95 noch] nu d. 96 betrawe s.
kleine ro s. ^9 her oo d. wie] was d. mir oo d, 1600 Nu mag ich
nit me gesehen d. 1 alle] auch d. 2 hie oo 9. 3 solle d. 4 waerej
ist nit d. 5 kleine] künig d. 6 an uns 00 8. 7 har nach a. 8 so]
Also 8j Wan d. 9 und 10 umgestellt d. 10 Da spr. d. 11 vil 00 s.
min] die d. 13 drugett 8. min sin sd. 14 düssen d. als ich bin hinn d,
ich kem nit erin s. 16 dz twerg s, der zwerg d. 18 sorgen d. 19 kein]
Ein 8. 20 min sd, 21 den] dem 8. 22 Manigen d, twerg sd.
A 979-1030. LAURIN D 1623, vK. 733,33, Seh. 1579. 145
diu truogen ane daz beste gewant,
so man ez in der werlte vant:
1625 von golde gap ez liebten schin.
her Dietrich und die gesellen sin
kämen in den berc gegangen:
si sähen ob in hangen
allez daz man haben sol,
1630 des was der berc inne vol.
Laurin und sin ritterschaft
diu heten von gesteine die kraft.
si tanzten unde riten vil
(si triben maneger hande spil),
1685 darnach würfen si den stein.
also gienc daz spil gemein.
man sach erschüten manegen schaft.
swie kleine si wären, si böten [gröze] kraft
ze turnieren und ze stechen:
1640 sper üf einander brechen
des wart dö vil von in getan.
si heten manegen spilman,
die triben maneger hande spil
und machten kurzewile vil
1645 in des riehen küneges sal
und vor den gesten liberal.
Dö sach man vor dem tische gän
vier wol singende man,
zwene kurz und zwöne lanc.
1650 si sungen hovelich gesanc,
daz ez in dem gebirge erdoz.
der kurzewile nieraan verdröz.
Der künec wolte ze tische gän.
er bat sine werden dienestman,
1655 daz si der geste naemen war,
die mit im wären komen dar:
1624 so] Als d. der werlte] dem lande d. 29 Da alles d. 30 ynne s\
alles d. 33 riten] hatte kurtzwil s. 34 triben] hetten d. hand freiden
spil s. 37 Man sach sie brechen vil schaft d. 38 Wie dein sü were
sü s] Die deinen d. 41 dö 00 s. 43 die] Sü s. 44 machten da k. d.
46 und 00 d. 49 und no s. 50 hofelichen s. 51 ez 00 d. 52 der]
Dise 8, 53 Der künec] Laurein d. 54 werde d.
Holz, Laorin. 10
146 LAÜRIN D 1657, vK. 734,26, Seh. 1613.
Maz sint gar üzerwelte degen.
man sol ir wol nach 6ren pflegen.'
die rede tete der künec guot
1660 und hete doch einen valschen nauot.
daz muoste im darnach werden leit:
er schuof im selber arbeit.
Vrou Similt diu het ouch vernomen,
daz vrume geste wären komen.
1665 si vrägete, wer si möhten sin.
dö sprach daz kleine getwergelin:
Mer künec hat nach iu gesant.
die geste sint iu wol erkant:
si sint von tiutschen landen geborn
1670 und sint ritter üzerkorn.
der künec iu daz bi mir enpöt,
daz ir durch keiner slahte not
besezzen noch durch swaere
sehent die geste maere/
1675 Dö sprach diu künegin:
*wol üf, ir kurzen diernelin,
daz wir also ze hove gän,
daz ez mit eren si getan!'
si wurden alle schiere bereit.
1680 si wären vroelich und gemeit,
daz si ze hove solten gän.
dö kam vil manec spilman,
die vröuden machten maneger leie,
busünen und schalmeie.
1685 man hörte manege stimme hei:
gesanc üz maneger wizen kel
1658 nach 6ren oo s. Der sol man mir nach d. 60 einen oo s.
61 darnach] sid har s. 63 vrou oo d. diu c^^ s. 64 vrume oo s. 66 Zwerg-
lein d. 68 bekant d. 70 und] Es s. 71 daz oo s. bey mir embot d]
bir erbott 8. 72 — 74 so 8 (74 Ir sehe); die verse lauten in d
Ir sölten durch keinerhande not
Beswerd an üwrem herczen tragen
Ich sol üch von den gesten sagen.
76 kurzen] deinen d. 11 also] al 8. 78 mit] nach d. 79 schiere]
schon d. 80 und oo 8. meit s. 82 vil oo 8. maniger d, 83 vröuden]
frömd 8, freide d. 86 Sang 8. wisser s.
A 1031-53. LAURIN D 1687, vK. 735,15, Seh. 1643. 147
hörte man suoze singen.
dö begunde ze hove dringen
manec ritter ellenlanc.
1690 der ein lief, der ander spranc:
durch vröude so wart daz getan.
man sach vor der künegin gän
zwene kurze singsere,
die sungen hovelichiu maere.
1695 si triben maneger bände spil
vor der küneginne vil.
si sungen meisterlich gesanc,
daz ez in dem berge erklanc.
swer die stimme hörte also,
1700 der wart innecliche vrö:
al sin trüren muoste er län.
dö sach man üf den palas gän
ze dienste der küneginne here
vil manegen kurzen videlaere,
1705 ie zwene und zwene besunder.
man sach da manec wunder.
da wart dienstes vil getan.
dö sach man üf den palas gän
Similte die edeln künegin
1710 mit manegem kurzen diernelin.
si wären schoene und wolgetän,
si truogen riebe kleider an
von pf eller und von side,
darane daz beste gesmtde,
1715 also man'z billich haben sol.
daz stuont in üzermäzen wol.
eine riehen kröne guldin
truoc üf diu edel künegin.
edels gesteine« lac vil daran:
1720 driu lant möhtens niht vergolten hän.
1687 suoze] sies d, süsalle (?) s. 91 s6] do s, 00 d. 92 sach 00 d.
93 sengere ad. 95 si] Die d. 96 künigin freiden vil d. 97 si] Die d.
98 gebirg d. 1700 mynnigklichen d. 1 Alfs sd. 10 kurzen 00 s.
12 kleider] wat 8. 16 vfs der massen d] gar s. 17 rieh sd. 18 üf 00 s.
edel dA] sehen s. 19 Edel s. gestein sd, 20 vergolten] bezalt s.
10*
148 LACBIN D 1721, vK. 736,8, Seh. 1677.
in der kröne lac ein stein:
sweme der ander diu ougen schein,
der wart vrceltch und gemeit.
swaz an die geste was geleit
1725 mit zouber, daz wart abe getan:
die herren sahen einander an.
her Dietrich und sin ritterschaft
mit yröuden wurden dö behaft,
daz si einander mohten sehen.
1730 in künde liebers niht geschehen,
diu vröude werte al den tac.
swaz ieman kurzewile pflac,
daz sahen die geste übend
in des riehen küneges saL
1735 Similt vür den kunec trat.
Laurin si mit zühten bat,
daz si gein den gesten gienge
und si wirdecliche enpfienge.
Similt was der maBre yr6,
1740 wan ir gemüete stuont also,
daz si die geste gerne sach,
von den ir liebes vil geschach.
Similt und ir megede guot
gaben den recken höhen muot.
1745 dem Stirasr so liep nie geschach,
wan dö er sine lieben swester sach
in 80 getaner wirdekeit.
verswunden was al sin leit.
Similt und ir megede zewär
1750 die kamen zühteclichen dar
mit roeselehten wangen.
dö wart vü wol enpfangen
1721 Yornä in 8. krön da lag d. 22 diu ro s. ouge 8. 24 was]
ward d. 2b so d; in 8 zwei Zeilen Mit zofer vnd mit listikeit Daz waz
als ab getä. 28 dö] sie d, 30 nit libe'z sd. sein geschehen d, 31 allen 8d.
den oo 8. 32 ieman] man da d. 33 al über al 8, allesam d. 34 In
dem sale lobesam d. 36 sie zichtiglichen b. d. 39 der msere] da d.
40 gemiefc das st. d. 42 ir] in 8. beschach ». 43 — 45 fehlen s (ge-
schach: geschach). 46 wan dö] Den das d, swester an s. d. 47 so
getaner] soliche' 8d. 48 al] alles d, oo s. 50 die ro s. zihttliche 8.
51 ro^enfarben d, 52 vil wol] gar schon d.
A 1056-90. LAÜRIN D 1753, vK. 737,2, Seh. 1709. 149
her Dietrich und der meister sin.
mit zühten sprach daz megetin:
1755 Vis willekomen, edeler Dietrich,
von Berne ein vürste lobelich!
mir ist liep, daz ich dich hän gesehen:
ich hoere dir grözer manheit jehen.
swä man dich siht in dem lande,
1760 da hiietest du dich vor schände,
kein laster hast du nie getan:
des muost du lop und ere hän."*
Des dankete ir her Dietrich.
si enpfienc sin gesellen alle gelich,
1765 so si beste mohte
und im eren wol tohte.
irn bruoder si gar schöne enpfienc:
mit armen si in umbevienc,
si sprach: lieber bruoder min,
1770 du solt mir willekomen sin!*
si dructe in an ir brüste,
si halste in und kuste,
in rehter liebe daz geschach.
Dietleip zühtecliche sprach:
1775 'nu sage mir, liebiu swester min,
wilt du iht langer hinne sin
in disem holn berge
bi Laurin dem getwerge?
wilt du dir hinnen helfen län?
1780 dir wirt noch wol ein biderman/
Si sprach: Vil lieber bruoder min,
swaz du mir rsetest, daz sol sin.
ich habe keines gebreste« niht,
dienst über dienest mir geschiht:
1756 lobelich] rieh s. 58 grözer] grosse d, 00 s. 59 dich] üch s.
60 da 00 d. Du hietest d. dich wol vor s. 62 du rv3 s. 63 des] Da d.
her doppelt s. 66 wol 00 s. 67 gar 00 d. 70 mir gotwilkuin d.
71 an ir] zu der d. 72 Sie in da halfst vnd In. d. 73 Ir rehtt lieb s.
74 zihttlich s. 76 ihtt lange s, auch lenger d. 77 d. hohe b. s.
79 hinnen] noch d. 82 mir 00 s, 83 kein breste s, keinen gebrechen d.
150 LAURIN D 1785, vK. 737,34, Seh. 1741. A io9i-iiio.
1785 sices min herze eines gert,
des bin ich tüsentvalt gewert
mir wirt gedienet m6 denn wol.
swenne ich aber gedenken sol
an die, die unser mäge sint,
1790 so ist mir min gemfiete blint:
wan diz ist ein ungetoufttu diet,
si geloubent an Crist von himel niet.
ir geloube ist mir gar unwert.
min herze heim ze lande gert,'
1795 also sprach diu schoene meit,
'ich waer gerne bi der kristenheii'
Er sprach: *vil liebiu swester min,
nu läz al din trüren sin:
ich enpfuere dich dem kleinen man,
1800 solt ez mir an daz leben gän/
Laurin der vtl kleine man
hiez die geste ze tische gän.
er sprach: Hrütgesellen min,
ir sülnt alle vrcelich sin
1805 und legen abe iuwer stritgewant,
helme und schilte von der haut,
diu swert und die brünne guot.
ir sint vor schaden wol behuot.*
die üzerwelten degene here
1810 geloupten dem künege der masre.
si zugen abe ir stritgewant.
zwene kameraere ze hant
brähten also rieh gewant,
daz nie bezzer wart erkant
1815 in keines vürsten lande.
recken mit gewande
1785 Was sd. eines oo d. begert d. 86 bin] würd d. tusentfalt d,
dusett 8. 87 — 89 fehlen 8. 90 so] Aber 8. ist mir vor blint «. Da von
so wirt mein freide blint d. 91 80 d (vngeteifter); Min megede sint
vngedeifftte kint 8. nach 92 setzt 8 zu Dz ist mim herze gar swer.
94 herze] gemiet d. 97 vil ro s. 98 nu oo s. al] alles d, no s.
1800 daz] mein d. 1 fehlt 8; vil kleine man f] frische (: tische) d.
2 hiez] Beruft d. gän o<^ d. 4 alle oo 8d. vroelich] hoch gemüte d.
5 iuwer] üch das d. 8 vor schaden oo s. 9 here ro ». 10 der] die d.
11 stnt ro J. 14 Daz sü nüe 8. bessers d. erkant] genant 8.
A 1122-24. LAÜRIN D 1817, vK. 738,25, Seh. 1773. 151
wurden nie gezieret baz.
vürwär s6 sol man wizzen daz.
Die tische wären helfenbein,
1820 ze orte lac manec edel stein,
die listen wären wol erhaben,
manec herlich bilde dr<)f ^^graben
schöne, also si lebeten
und in den lüften swebeten.
1825 der des werkes ein meister was,
der hete vil schöne gevüeget daz
daher bi sinen jären.
die tische ze samene wären
mit listen schöne gegozzen,
1830 guldin ze den slozzen.
des habe der meister iemer danc!
däbi stuont manec sidelbanc,
geziert wol von gesmide röt.
man brähte den win und daz bröt
1835 und allez daz man haben sol.
den gesten wart gedienet wol.
si säzen ze den gesten nider.
die schenken kämen aber wider,
si schancten maneger hande win.
1840 man sach da manec ^ßtwergelin
ze dienste vor dem künege stän
und vor der maget wolgetän
und vor den gesten in dem sal.
da was vröudenricher schal:
1845 man hörte manege stimme hei
erlüten üz maneger kurzen kel,
einiu kleine, diu ander gröz.
der kurze wile nieman verdröz.
1818 80 sol] wifa s. wizzen no s. 20 ze orte lac] Dar in vil d,
edel oo 8. 21 wol erhaben] schon ergraben d. 22 herlich oo s. drüf oo d.
grabe s] erhaben d. 23 also] als ob d. 26 der oo s. vil] gar d. 30 Sie
waren beginnt d, ze den] wäre die 8. 32 feJdt s. 33 von gesmide] mit
seiden d. 34 den] da d. daz oo d. 36 D' gast 8. 38 aber oo s.
39 si schancten] Vnd brachten d. hande] ley d. 40 da oo s. twe'lin sd.
45 hört aufs maniger d. 46 erlüten] Her lutte s, ercliogen d. kurzen oo d,
48 der] Die sd.
152 LAURIN D 1849, vK. 739,16, Seh. 1805. A 1125.^.
darunder klungen selten vil.
1850 si triben maneger hande spil.
die geste in vrouden säzen,
biz si getrunken unde g^en
nach hovellcher ^virdekeit.
darnach bestuont si arbeit.
1855 die tische hiez man dannen tragen.
beidiu singen imde sagen
huop sich vor den vürsten vil,
darnach manec seitenspil,
daz ez ander einander hal
1860 in dem berge tiberal.
Der künec gebot der maget stn,
daz si mit irn diernelln
gienge wider an ir gemach.
also schiere daz geschach,
1865 daz diu kröne und der stein
in dem palas niht me schein,
den gesten tete der zouber we:
ir keiner sach den andern me.
ir ungemüete was vil gröz,
1870 der wile si gar s^re verdröz.
ir vröude wart gar ein wiht.
ir keiner sach den andern niht.
Laurin gienc dö zehant,
da er die küneginne vant.
1875 er sprach: Vil edelez megetin,
daz du saelec müezest sin!
nu gip mir dinen triuwen rät:
min dinc gar kumberliche stät.
waz mir die recken hänt getan,
1880 daz wil ich dich wizzen län:
1849 klungen hinter vil s. 52 drunke s. 54 darnach] Do s.
56 vnd auch sagen d. 57 vor den vürsten Ä] vor dem disch s, nach
tische d. 58 darnach] Vnd s. 59 under] in s, erhal d. ^0 so d = Ä;
Über berg vnd tal s. 64 beschach s. 65 Das ire kr. vnd auch d. st. d.
67 fehlt 8, dafür setzt s nach 68 zu Das det in we. 69 vil 00 sd. Der
herren vn gemach w. gr. d. 70 der] Die d. gar s§re f>o s. 71 gar 00 s. 72 ir]
Das d. 73 L. king ging s. dö cxj s. 75 vil] liebez s. 77 triuwen 00 s.
78 dinc] sach d. gar 00 s. 80 daz 00 s. dich] üch hie d.
A 1148-50. LAURIN D 1881, vK. 740,7, Seh. 1837. 153
si zerbrächen mir minen garten,
mine rösen und mine porten
die träten si mir in den plan,
und hete in nie kein leit getan.
1885 daz hete ich wol gerochen,
waer mir niht s6 balde getrochen
min gürtel, den ich solte tragen,
ich hete si wol alle erslagen.
ich hete von dem gürtel kraft
1890 und waere worden sigehaft:
wan Hiltebrant der alte man,
der vil spseher liste kan,
der riet sinem herren do,
wolte er iemer werden vrö
1895 und wolte sich an mir rechen,
so solte er mir brechen
den gürtel von dem libe min:
so möhte er min gewaltec sin.
den rät gap meister Hiltebrant.
1900 dö schuof von Beme der wigant,
daz mir daz gürtellin zerhTs,c]i,
dö muoste ich liden ungemach
von hern Dietriches zorn.
ich hete nach den lip verlorn,
1905 daz wizze, edel künegin.
dö kam Dietleip der bruoder din
und half mir, daz ich genas,
swie zornec der von Berne was.
dinem bruoder bin ich holt,
1910 vürwär du mir daz glouben solt.
1881 erbrachen d. 82 das zweite mine oo s. 85 fehlt s. 86 niht
nach balde d. brechen d. 87 M. gürtelein das ich sei tr. d. 88 wol
nach alle d. 89 gürtelein d. die kraft s. 90 und] Das ich d. 91 wan]
Dann d. 92 spseher] all' s. 96f. lauten in d
So sölt er mein gürtelein brechen
Von dem leibe mein,
dafür in s nur eine zeile Vnd mir dz girtel brechen, daher in s nach 98
zugesetzt Vnd in dem stritt min meister sin. 99 meister] jm d. 1901 daz]
mein d. girttel s. erbrach dy brach s. 2 Do leit ich vng. s. 4 Het
ich auch den 1. d. 10 mir daz] ez s.
164 LAÜRIN D 1911, vK. 740,37, Seh. 1867. A u5i-68.
den vieren ich niht guotes gan:
wolt sich Dietleip ir niht nemen an,
ez waere umb si ergangen:
si müesten morgen hangen/
1915 Dö sprach diu küneginne her:
Maz überwindest du niemer mer
und gienge dir an din ere.
nu volge miner lere
und lege in sus ein strafen an,
1920 daz si dich vürbaz solhes erlän.
des solt du mir din triuwe geben,
daz du in niht nemest daz leben'
Daz gelobete ir dö Laurin.
diu maget hete ein vingerlin,
1925 swer daz truoc an siner hant,
dem wart zwelf manne sterke bekant.
daz stiez s'im an den vinger sin:
Maz habe dir vür den gürtel din.
swaz du nu wilt, daz wirt getan.
1930 du solt die beide leben län.
hilf in mit ^ren viir den berc'
daz gelobete ir Laurin daz getwerc,
iedoch brach ez die triuwe sin,
die ez gap der künegin,
1935 an den üzerwelten degen.
dö begunde ez valsches pflegen.
zwelf manne kraft wart ime bekant,
daz schuof daz golt an siner hant,
daz im h^te ^^geben daz megetin.
1940 dö sande er nach dem s Wäger sin
zwene stolze ritter here:
dö kam der edel Stiraere
1912 so d; sich an stelle von ir, welches fehlt, s. 16 da oo s. 17 an
die ere dein d. 18 Nu folge du der lere mein d. 19 straffe d. 20 si]
du s. sölichs d, c^ s. 21 Daz du solttu s. 24 dö am Schlüsse s] der d.
26 Sterke] kraft d. 28 vür no s. das gürtelein (din oJ) d. 29 swaz]
Daz s, 80 lebend s. 32 der zwerg d. 83 und 84 ez] er s. 85 an]
Vnd s. 86 Da ward di muse falsch pflegen d. 37 kraft] sterg s.
wäre 8, in erkant d. 89 geben cf, gen s.
A. 1169-88. LAÜRIN D 1943, vK. 741,28, Seh. 1899. 155
ze ime also drdte
in die schoenen kemenäte,
1945 da der künec inne saz.
Dietleip rede niht vergaz,
er sprach: ^häst du nach mir gesant?^
^jä ich/ sprach der künec zehant,
'ich sage dir/ sprach dö Laurin,
1950 du solt dich der gesellen dln
hie mit nihte nemen an:
ez muoz in an daz leben gan.
so geniuzest du der s wester dln,
daz ich dir gensedec bin.
1955 du hast mir arges niht getan,
des wil ich dich geniezen lan:
ich wil dir iemer wesen holt,
ich teile mit dir silber und golt
und allez daz ich guotes hän:
1960 wilt du an dem rate stan?'
'Nein ich,^ sprach der degen starke,
der edel helt von Stirmarke,
'ich wolte Verliesen e min leben:
ich hän in doch min triuwe gegeben.
1965 swaz in geschiht, daz geschehe ouch mir.
der hulden din ich wol enpir.^
Dö sprach der kleine Laurin:
'du muost die wlle hinne sin,
biz du gewinnst ein andern muot
1970 und mine hilfe nimest vür guot.^
Laurines liste wären gröz:
sinen swäger er beslöz
in der kemenäte.
dö ilte er vil gedräte,
1975 da er die vier gesellen vant.
Laurin der wigant
1943 .90 A, fehlt s; Vil wunnigklich getreten (: kemneten) d. 46 D.
seiner red d. 49 dö am Schlüsse s. 50 der] diner s. din] so s. 61 mit
nichten d] nit s. 52 daz] ir d. 54 dir wil gen. sein d, 56 gen. hie
Ion s. 58 mit dir] dir mein d. vnd das g. s. 60 bestan d. 62 helt
von] herr aufs d. 63 6 vor Verliesen sd. 64 Seit ich d. in doch oo d.
65 swaz] Das d. ouch oo d, 69 muot] sin s. 70 fehlt s.
156 LAURIN D 1977, vK. 742,21, Seh. 1933. A 118Ö-9«.
hiez ein trinken vür sich tragen
(nu hoerent von äventiure sagen):
man truoc dar möraz unde win.
1980 gallen und twalmtranc darin
[daz] hiez tuon der künec durch stnen haz.
wie schiere er ze den gesten saz!
er sprach: ^roan sol uns trinken gehen:
wir süln in hohem muote lehen/
1986 Den herren man dö trinken bot,
des kämen si in gröze not.
Laurin der künec rieh
der künde wol gehüeten sich,
daz er des trankes niht ennam.
1990 daz meinte, er was den gesten gram.
die herren trunken alle samt,
davon entsliefen si zehant,
der släf ieglichen des ftetwanc,
daz er viel nider üf die banc.
1995 des was her Laurin gemeit:
er brähte si in arbeit.
ieglichen er gar sere baut,
daz si weder vuoz noch haut
mohten geregen als umb ein här.
2000 Laurin brähte ein risen dar,
der h^te an sinem libe die kraft,
daz er die edeln ritterschaft
alle viere an eine stangen hienc.
Laurin mit dem risen gienc
2005 durch daz gewelbe in den berc.
dö sprach Laurin daz ^etwerc:
^Risenkint, du solt mir sagen,
mäht du die helde wol getragen
1977 sich] in d. 78 äventiure] vntrüwen d. 68 dar möraz]
den morant s, da mort d. vnd den w. 8. 80 Gallen drang vnd 8. twalm-
tranc] dolen trank d, morant drang s. 81 tuon vgl. A, oj 8d, sin grossen
has 8. 82 wie] Vil d. 84 süln] wend d. 88 der 00 d. Kund da w. d,
hiette 8, 89 des trankes] das drinken 8. einnam d. 90 daz meinte]
Wann d. den] sinen 8. 91 alle samt] aber dar 8d. 92 zehant] vil
gar 8d. 93 des -^j d. twang sd. 94 nider 00 d. 95 her ro 8. 96 si]
die herren d. 97 gar 00 s. 98 lettwed' fufs vnd hand «. 99 Mohtt 8.
2002 edeln r<> 8. 3 an einer st. drug vnd hing 8. 4 dem] den d. risen
bald g. 8, 6 daz] der d. twe'g sd. 8 die helde] sü s.
A 1197-1200. LAURIN D 2009, vK. 743,15, Seh. 1966. 157
biz dort hin in daz vinster hol?'
2010 er sprach: Seh trüege ir zwelve wol/
sin Stange was michel unde lanc.
mit den helden er si swanc
gar swinde über die absein sin.
des lachte künec Laurln.
2015 So kämen die degene here
in den tiefen karkaere.
si müesten ir leben hän verlorn,
wan der vürste höchgebom
Dietleip und diu swester sin:
2020 diu täten in gröze helfe schin.
Slmilt diu schoene meit
diu truoc an irem herzen leit
umb die edeln ritter fin:
si verdacte dö den schln,
2025 der ze dem karkser solte gän.
alles sliefen die armen man
biz an den andern morgen vruo.
die herren heten swache ruo.
dö der ander tac erschein
2030 an manegen enden in den stein,
der herren släf ergangen was.
si wären an ganzen vröuden laz.
si sprächen: -'wie ist daz gevam?
wie süln wir den lip bewarn,
2035 Sit wir also gebunden sin?
uns hat der kleine Laurin
erzeiget ungevüegen haz.
möhten wir im gelten daz,
daz wser min wille unde rät.
2040 nu enweiz ich leider, wie ez gät.'
die rede tete her Dietrich.
er sprach: Vir müezen alle gelich
2009 in] an d, 10 ir oo s. 11 michel] rühel s, rauch d. 13 gar c^ d.
Geschwind d. sin] hin d. 14 des] Db, d. 15 so kämen] Da warf er d. 16 den]
einen d. 18 wan] Wer nit gewest d. vürste no <i. 22 so d\ Drüg
grossz herttz leitt s. 24 ferdeckte d[, endeckette 8. dö oo s. 26 alles]
Noch d. armen] eilenden d. 29 ander oo s. 30 end s. 32 ganzen oo s.
33 daz fvj 8. 38 fergelten d. 40 Nun weis s, Nu weis d. leider] leide s,
nit d, es vns gat d. 42 müezen] wissen d.
158 LAÜRIN D 2043, vK. 744,8, Seh. 1999. A 1203-14.
hie unser leben hän verlorn/
den helt begreif ein grimmer zorn,
2045 umb daz man's in wwtriuwen vienc:
ein dunst von sinem munde gienc,
der verbrande im siniu baut.
erloeset wart im ein hant,
die ander machte er ledec dö.
2050 des wären sine gesellen vrö.
ein keten, diu was iserln,
diu lac im an den viiezen sin.
die ringe wären armes gröz.
hem Dietrich des sere verdröz.
2055 mit der vüst sluoc er daran:
si muosten von einander gän,
reht als ez waere ein weichez ei.
die ringe brach er alle enzwei.
her Dietrich wart der ringe vri:
2060 er lidegete ouch die ander drl.
diu baut, diu in wären ane geleit,
her Dietrich der helt gemeit
mohte es langer niht vertragen:
die keten wurden alle zerslagen
2065 von hern Dietriches hant.
swaz er gebendes an in vant,
daz zerbrach der helt so gar.
er sprach: ^ir herren, nement war,
wie wir gevristen unser leben.
2070 wir sin hie in den tot gegeben.
heten wir unsern harnesch guot!
der ist vil w^ol vor uns behuot
und beslozzen in dem berge
von dem ungetriuwen getwerge.
2075 des gevangen müezen wir sin.
wie rätent ir, trütgesellen min,
2043 unser] das d. 44 ein] sein d. 45 so s (in druwen); Da er
also in banden hieng d. 46 Ein grosser dunst s. Ein dampf jtn von
dem munde g. d. 50 geseln al fro s. 51 diu 00 s. eisenyn d. 52 diu oj» s.
54 des] daz sd. 56 miesten s. 57 ez waere f>o s. 59 fehlt s. 60 er-
lediget d. andern sd. 61 in] jm d. 64 alle] auch s. erslagen d.
66 in] jm d. 67 erbrach d. 72 vil] gar d. 74 Von laurein d. d.
ungetriuwen 00 d. qwerg s. 76 trüt 00 s,
A 1216-36. LAURIN D 2077, vK. 745,1, Seh. 2033. 159
daz wir ledec werden hie?*
ir keiner künde geraten nie,
wie si dannen möhten komen.
2080 den helden was al ir vröude genomen,
ir aller raten was verlorn:
der kiinec hete irn tot gesworn.
also lägen si in sorgen
biz an den vierden morgen.
2085 die herren heten keinen tröst,
daz si dannen würden erlöst:
doch half in glücke sit von dan.
Dietleip was ein getriuwer man,
er sorgete umb den Berncere,
2090 iedoch was er beslozzen sere
in einer kemenäte guot.
der helt der was gar ungemuot.
er künde mit allen sinen sinnen
ein sloz nie üf gewinnen.
2095 also muost er gevangen sin,
unz in erlöste diu künegin.
Similt diu gienc dö zehant,
da si des sals slüzzel vant.
si slöz üf rigel unde tür:
2100 dö spranc Dietleip hervür,
harte zomec was sin muot.
dö sprach diu küneginne guot:
'herzelieber bruoder min,
daz du saelec müezest sin,
2105 so solt du volgen miner lere,
oder du verliusest lip und 6re.^
Er sprach: Vil liebiu swester min,
swaz du mir rcetest^ daz sol sin.
2078 künde] mocht d. ratten 8. 79 sie von dannen sölten k. d.
80 In was ir freide gar benuraen d. 84 vierden] andern d. 86 sie von
danen d. 87 D. h. in das glick von d. d. 89 den Bernaere] er diettrich
her s, dieterichen her d. 92 helt] reck d. der und gar oo 8. 93 allen c^ s.
94 ein] Die d. 95 miest 8. 96 unz] Bis d. 97 diu und dö oo s.
2100 dö oo i. sprang warÄ Dietlieb d. 3 Herczen 1. d, 5 volgen]
mit 8. 6 oder oo 8. 7 vil c^ 8. S Aj fehlt 8d,
160 LAÜRIN D 2109, vK. 745,32, Seh. 1264. A 1287-88.
nu sage mir üf die triuwe din,
2110 wä sint die trütgesellen min?
sint si lebendec oder tot
oder sus in keiner hande not?
daz riebe ich, so ich beste mac.
ez ist hiute der vtinfte tac,
2115 daz ich ir keinen me gesach/
diu maget trürecllche sprach:
^die beide sint gevangen.
si mac gar wol belangen:
si lident gröze swaere
2120 tiefe in einem karkaere.'
Der Stirser sprach: *daz ist mir leit.
nu sl dem ktinege widerseit
und allen slnen wihtelln,
diu in dem berge mügen sin!
2125 h^te ich minen hamesch guot,
s6 wsere ich harte wolgemuot,
s6 erlöste ich die gesellen min,
oder ez müest min ende sin/
Ein vingerlin von golde rot
2130 si dem beide dö bot,
si sprach: Maz stöz an dine haut,
ez ist dir bezzer denne ein laut,
s6 sihst du, swen du sehen wilt.
ich zeige dir harnesch unde schilt,
2135 dinen heim und ouch din guotez swert,
Sit der künec valsches gert
und also grözer missetät
und sine triuwe gebrochen hat.
so hüet dich,' sprach diu künegln,
2140 Vor dem kleinen Laurin,
2109 nu oo d. mir f>o s. 10 W. s. nu mein gesellen d (reim « = A);
danach setzt d zu Das sie nit kummen wellen. 12 sus] seind sie d.
hande dA^ oo s. 14 hiute oo s. 15 m6] nye d. 16 maget] künigin d.
18 mecht d. gar ro s. ferlangen d. 21 Dietlieb spr. d. daz] ez s.
23 wihtelin] czwerglein d. 26 harte oo sd. So wölt ich sein hoch gemüt d.
30 si dem helde] Sein Schwester jm d. dö oo s. 33 so] Von dem d.
sehen oo d. 35 ouch oo d. gut d. 36 Seit nu der k. falsch begert d,
37 grosse d. 38 und] Das er d.
A 1289-1810. LAÜRIN D 2141, vK. 746,24, Seh. 2097. 161
und gesiget er dir an,
ez muoz dir an din leben gän.'
Dö sprach Dietleip der degen:
'sin welle denne der tiuvel pflegen,
2145 ich loese die gesellen min
von dem kleinen Laurin.^
Von der küneginne lobesam
wart guoter segene vil getan:
daz half den degen unverzeit,
2150 daz in kein wäfen sit versneit.
Dietleip und diu swester sin
giengen durch daz gewelbe hinin.
dö zeigete si ime den karkaer tief.
Dietleip wider umbe lief,
2155 da er ir aller harnesch yant
ligen vor des sales want.
dö wäfente sich der degen guot:
er bant üf sinen stahelhuot,
sin swert daz gurte er umbe sich.
2160 er sprach: 'swer nu wil vähen mich,
den wil ich daz gesehen län,
er mohte mich lieber lazen gän.'
heim und harnesch, hoer wir sagen,
daz die viere solten tragen,
2165 diu swert und ouch die schilte breit,
daz nam der degen unverzeit
und brähte ez den gesellen sin.
daz sach der kleine Laurin.
Dietleip sinen gesellen rief:
2170 dö was der karkser also tief,
daz man sine stimme niht vernam.
Dietleip tete, als ime gezam,
er warf den harnesch hin ze tal:
daz gesmide lüte erhal,
2142 muoz] wirt d. 44 wil 8. 45 löse dich vnd die d. 46 vonj
For 8. 48 Ward jm g. d, gütt s. 50 sit oo sd. 57 wafte d,
59 daz oo 8. 60 wil] sol s. 61 sehen s. 62 möht] sölt d. 68 höre s.
65 ouch oo d, die oo s, 66 daz] Die d. 67 brähte] drüg 8. 71 Das in
keiner fernam d. 74 gesmide] es alles d.
Holi, Laurin. 11
162 LAÜRIN D 2175, vK. 747,17, Seh. 2131. A i8ii-34.
2175 dö ez in daz gewelbe viel.
zehant huop sieb ein hertez spil.
Dö sprach meister Hiltebrant:
'ir berren, unser stritgewant
ist uns herin gegeben.
2180 man wil, daz wir noch langer leben.'
Man sach Dietleip den jungen man
under sinem helme stän.
sin swert h^te er in der hant
und einen guoten schiltes rant,
2185 den er ze strite solte tragen.
daz begunde missehagen
Laurin dem kleinen man.
er rief sine beide an
(im was üf Dietleiben zom),
2190 vil lüte erschalte er ein hörn,
daz verre in dem berge erhal.
daz hörten diu ^«twerge liberal.
darnach gienc ez an ein klingen
von den stehelinen ringen.
2195 dö wart grözer haz und nit.
sich huop ein ungevüeger strit
in dem holn berge.
Laurin und siniu getwerge
diu wären ze strite wol bereit:
2200 eine schar, was unmäzen breit,
die sach man bi dem künege her:
ir was tüsent oder m^r.
ieglichez wolte ein recke sin.
vorne gienc dö Laurin.
2205 si drungen vaste in den berc.
dö sprach Laurin daz ^^twerc:
^sehent ir disen grözen man
mit sinem glänzen helme stän?
2175 d6]'.Daz s. 76 hertez] grofs s. 80 noch oo 5. lenge' sd.
83 sin swert] Walsung d. 86 daz] Da d. 87 der deine d. 88 rieflfet d.
89 fehlt 8, 90 vil] Gar d. schalt s. ein] sein d. 91 gebirg hal 8.
92 twerg sd, al über all s. 94 V. d. liechten stahel ringen d. 95 wart
grözer] wz 8. 96 ungevüeger] grosser 8. 2200 Ein grosse schar on m. br. d.
2 was] warent d. 8 Yegklicher d. 4 Fornä 8, Zä forderst d, dö] der d,o^s
6 daz] der d, twerg 8d. 7 disen] den d.
LAÜRIN D 2209, vK. 748,10, Seh. 2165. 163
der hat uns allen widerseit.
2210 daz länt iu, helde, wesen leit.
der selbe man hat gröze kraft,
ouch hat er eine geselleschafb,
die ich vil sere gebunden hän:
und werdent ir die sihtec an,
2215 ir sülnt ir keinen län genesen,
oder ez muoz iuwer ende wesen.^
!fi er daz wort vol gesprach,
vil manec swert man zücken sach:
driu hundert wol bereiter man
2220 liefen Dietleiben an.
Dietleip si gein im komen sach.
nu hoerent, wie der helt sprach:
Vaz suochent ir hie, ir kleinen man?
wellent ir ze strlte an mich gan?
2225 wser iuwer dannoch dristunt me,
iu müeste allen geschehen w6.'
Ein ritter dort hervür spranc,
der was wol einer eUen lanc
(er truoc üf dem houpte sin
2230 einen liebten heim guldtn),
der vnderseite dem küenen man.
her Dietleip stuont und sach in an,
er sprach: Vaz recken mäht du wesen?
ich trüwe wol vor dir genesen.'
2235 Dem kleinen tete diu rede zorn,
er sprach zem vtirsten höchgeborn:
*uns scheidet nieman wan der tot.
nu wer dich, helt, es tuot dir not.'
*Daz tuon ich,' sprach der wigant:
2240 einen swaeren stein nam er zehant,
dämite warf er den küenen man,
daa er viel nider tf den plan.
2210 üch lieben heild s. 13 vil s§re] gar vaat d. 15 ir oo d.
17 Ä] Ob 5. vol aufs sprach d. 20 Die lieffen her d. a. d. 22 helt]
recke d, . 25 dannoch dristunt] noch tausent d, 28 der oo 8. wol ro d.
einer] ij 8. 80 guldin] vgn golde fein d, 34 dir zu gen. 8. 35 tete]
lag 8. 37 wan] dan d. 41 küenen] deinen d. 42 nider oo 8.
11*
164 LAÜRIN D 2243, vK. 749,3, Seh. 2199. A 1325-46.
also diu getwerge ersähen daz,
si träten alle her näher haz.
2245 dö sprach der künec Laurtn:
*nu dar, ir kleinen getwergelln!
loufent in mit einander an,
vellent in nider üf den plan!
und wartent gein dem karksere:
2250 ich Yürhte, daz der Bernsere
mit listen welle herüz gän.
swie vaste ich in gebunden hän,
ich vürhte Hiltebrandes rät:
ir swert und ouch ir sarwät
2255 daz ist in allez samt bräht
(Dietleip hat si wol bedäht).
werdent si ze strite bereit,
so komen wir in arbeit.
werdent ir si sihtec an,
2260 ir sülnt ir keinen leben län:
ir geloube ist gein uns ein wiht,
si kennent unser gote niht.'
Her Laurln vür daz her spranc.
nach ime der getwerge vil dranc
2265 Taste gein dem gewelbe hin dan:
da sach man Dietleiben stän.
sin herze daz was manheit vol.
er sach diu getwerse alliu wol.
er h6te eines recken sin,
2270 er spranc ze den ^ötwergen hin.
man sach den degen jungen
sin guot swert Weisungen
tragen höhe in siner hant.
des wart vil maneger dö sin pfant:
2275 er sluoc in an den stunden
vil schedelicher wunden,
2243 zwerg sahent d. 44 her oo d. 46 cz werglein d. 51 M. 1. werd
heraufs gan d, M. 1. wurtt verlorn 8. 55 samt bräht] dar gebracht d.
56 D. h. es erdacht d. 60 ir s.] So s. d, leben] lebendig s, genesen d.
62 gottes d. 64 der getwerge vil] ein gas winder ritter d. 67 daz oo s.
69 twerg sd, 70 twerchen sd. 72 sin] D' s. Weisungen] erklungen s,
walsung ( : iung) d. 73 Vnd drage 8. 74 X)es wurden die zwerg gepfant d.
76 Vil der tieffen w. d.
A 1347-72. LAÜRIN D 2277, vK. 749,39, Seh. 2235. 165
daz bluot in durch die ringe ran.
akö werte sich der junge man.
Dietleibes swert daz was s6 guot,
2280 als ez der degen höchgemuot
in stürmen h^te vil getragen
und ez durch manegen heim geslagen:
daz swert guot was ein wiht,
ez ^nsneit Laurines niht.
2285 vürwär ich daz sprechen wil:
der berc hete getwerge vil,
der helt wart sere gevohten an.
swenn er die stunde mohte gehän,
er tete hinder sich einen slac,
2290 davon der getwerge vil gelac.
daz mohte in allez gehelfen niht:
sin striten was gein in ein wiht.
d6 drungen si den jungen man
vaste an daz gewelbe hin dan.
2295 Die wlle was meister Hiltebrant
und von Beme der wigant,
Witege unde Wolfhart,
mit guoten ringen wol bewart
(die beide stuonden wol gesunt) —
2300 si wären in vil kurzer stunt
mit listen üz dem karkser komen
und beten ouch mit in genomen
ir helme und ir schilte breit.
si wären ze strlte wol bereit.
2305 die herren mohten niht gesehen:
von zouberlisten was daz geschehen.
in waere vil wol der llp genomen,
wsere in niht ze helfe komen
2278 Also fast wertte s. 79 daz oo s. 80 ez] er d. 81 Zu st. d.
stürm s. vil vor hSte s. 82 ez oo d, manig d. 83 Des swerts schneiden
was e. w. d. 84 schneit laurin sd. 85 Vil war s. 86 twerge 8. 88 han d.
90 d' twerg vil s] maniger czwerg d. 96 der iung wigant d, 98 mit
guoten r.] In stachel r. d. 2300 vil c>o s. 1 karkaer komen] geweilbe
gekammen s. 2 heten no s. auch die swertt mit 8. 3 da8 zweite ir] auch
ir s, oo c?. 4 fehlt 8. streiten d. 6 zouffe' liste s, zaber d, daz] ez s.
7 vil wol oo d. leib allen gen. d. 8 wsere] We' er s, Vnd wer d.
166 LAÜRIN D 2309, vK. 750,31, Seh. 2269. A i87»-92.
DieÜeip der edel SttrsBre.
2310 zweinzec tAsent oder m^re
sach man d6 ze strite gän
alle gein dem helde hin dan.
dö wolten si den jungen
von dem gewelbe hän gedrangen.
2315 d6 werte sich der junge man:
er sluoc si von dem gewelbe hin dan,
daz ir vil manegez t6t gelac.
diu ^^werge h^ten leiden tac
gewunnen an der selben zlt.
2320 ez was ein ungevüeger strlt.
ir aller vehten was ein wint: .
man sach dö Biterolfes Idnt
brechen maneges helmes want.
er sluoc mit ellenthafter hant,
2326 daz ez in dem gewelbe erhal
und in dem berge überal.
Die siege hörte her Dietrich
und sine gesellen alle gelich.
dö sprach der voget von Berne:
2330 'nu strite ich harte gerne
(mich dtinket, der berc sl strltes vol):
ich weiz niht, wen ich slahen sol
oder wen ich sol best&n:
nieman ich gesehen kan.
2335 wie ist mir geschehen?
ich hoere und mac niht sehen.*
Dö sprach meister Hiltebrant:
'ez ist bezzer denne ein lant,
daa ich dir, herre, geben wil.
2340 davon gewinnest du vröuden vil,
vürwär ich daz sprechen sol.
ich gan dir aUer Ören wol,
baz denne dem libe min.
nu nim hin daz gürtellin:
2811 dö oo 5. 12 Alle mit dem deinen man d. IS so d= A; Su
wolttent den junge man 8. 14 hän nach gedrungen 8. 15 fehlt 8.
18 twerg sä. 19 gewunnen] Genome s. 20 ez] Da d, ungevüeger]
grimer 8. 21 wint] wihtt 8. 30 harte] vil d. 32 slahen] sehen 8,
41 Vir wol 8, 44 nu ro 8. nym du h. d.
A 1898-uu. LAÜRIN D 2345, vK. 751,26, Seh. 2305. 167
2345 daz solt du gürten umbe dich,
s6 sihst du, herre, sicherlich
diu getwerge liberal
in dem berge und in dem sal/
Er gap im daz gürtellin in die haut.
2350 umb sich gurt ez der wigant.
sin herze daz was yröuden yoI:
er sach diu getwerge alliu wol,
und Dietleiben den jungen man
sach er in grözen noeten stan.
2355 von Berne der edel vürste rieh
sin swert daz gurte er umbe sich,
einen heim er schiere üf gebaut.
den schilt bot im Hiltebrant.
dämite wolt er ze strite gän
2360 ze helfe Dietleibe dem jimgen man.
Der Stlraer rief mit grimme
und mit lüter stimme,
er sprach: ^trütgesellen min,
ir sülnt bi dem gewelbe sin:
2365 ir mügent der vinde niht gesehen,
davon möhte iu schade geschehen.
laut mich volenden hie daz spil.
der getwerge der ist hie so vil,
daz ich nie groezer her gesach.'
2370 nu hoerent, wie her Dietrich sprach:
^ich sihe hie unbetrogenllch
diu getwerge sint gar wunderlich:
si bringent Dietleiben in not.
sin harnesch ist von bluote röt.
2375 ich muoz im helfen, es ist zit.^
her Dietrich wolte in den strit.
2348 Vff dem b. vnd über all s, 49 die] sin s. 50 so d = A', Daz
girttelin er bald vmb sich band s. 51 daz oo s. 52 twe g 8. 53 diettlip sd,
55 edel oo s. 57 Ein liechten h. d. schiere oo d. 58 den schilt bot] Sein
Schwert gab d. ym meister h. s. 60 Dietleibe ro s. 61 mit oo s.
62 Vnd mit heier st. d, Mit eine' lutter st. 8. 63 sprach ir tr. d.
65 der] die s. 66 so d, x^gl. A\ Och mohtte ein schad der vö geschehen s.
68 das zweite der oo (i, s6] also s. 1\ so d\ Ich gesehe wol sprach er
dittrich s. 72 gar oo d.
168 LAURIN D 2377, vK. 762,17, Seh. 2337. A ui5-80.
D6 sprach meister Hiltebrant:
^Laurtn treit an stner hant
ein vingerlln, und waer daz min,
2380 ich saehe ouch diu ^«twergelin.
ein stein in dem golde lit,
der gtt kraft ze aller ztt:
swer in treit an slner hant,
dem sint zwelf manne sterke bekant.
2885 davon hat ez vil gröze kraft,
des wirt ez dicke sigehaft.
ich bite dich, lieber vürste h^re,
daz du gedenkest an diu msere:
ergrlfest du künec Laurln,
2390 s6 ahte mir daz vingerlln.^
Her Dietrich in den strit spranc.
künec Laurin schiere gein im dranc
mit einer schar, diu was breit.
her Dietrich was unverzeit:
2395 er ersluoc zwei tüsent oder mere.
daz muote hern Laurin vil sere.
Laurin der künec rieh
sluoc an hern Dietrich,
daz ime sin vezzelrieme zerbrach.
2400 her Dietrich zornecliche sprach:
Mich hilfet niht din starkiu wer
noch din ungevüegez her.
du bist ein triuwelöser man,
davon muoz ez dir missegan.
2405 dich helfent niht die liste din,
din zouber noch din vingerlin,
dämite du beide bringest in not.
din Silber noch din golt so röt
daz mac dich allez niht gevrumen:
2410 dir wirt hiute der pris genomen.^
2377 meister] der alte d. 79 und oo s. 80 twerchelin sd,
84 dem sint] wirt im vor bekant d. sterke] kraft 8. 85 het d. 86 so d;
Vnd würt sigehafftt 8. 87 lieber] edeler d. 88 diu] dise 8. 89 künec]
den d, 90 achte du mir d. 91 Her oj d. strit] Stegreif i. 92 schiere oo d.
95 schlug d, 96 muote] fertros d. 99 rieme oj s. erbrach d.
2401 starkez 8. 2 so i; Vft din breit her s. 4 davon] Dar vmb d.
5 dich] Diz 8. 7 du die held d, 8 so oo e2. 10 hiute ro s.
A 1431-66. LAURIN D 2411, vK. 753,10, Seh. 2373. 169
Laurln der was zomes vol,
er sprach: 'ich gestrite dir noch wol.'
Lp.urin vazzete sinen schilt
und lief ane den vürsten milt.
2416 wol werte sich her Dietrich,
von Beme der edel vürste rieh:
er gap Laurln einen slac,
daz er vor ime gestrecket lac.
er sprach: *wie nü, her Laurln?
2420 nu muost du min gevangen sin/
daz sähen Laurlnes ritter h^re:
si wolten den edeln Bernaere
mit strlte überdrungen hän.
dö werte sich der küene man,
2425 daz er gar wol vor in genas.
her Dietrich der was niht laz:
er nam ime daz vingerlln
und gap ez dem meister sin.
daz vingerlln nam Hiltebrant
2430 und stiez ez an sine haut:
sin herze daz was manheit vol:
er sach diu ^etwerge alliu wol.
Die wlle was ein kleinez gr^twerc
herüz geloufen vür den berc.
2435 slns herren schade was im zom,
darumb blies ez vil lüte ein hörn.
vünf risen in dem walde
die hörten ez vil balde.
si sümten sich niht langer.
2440 üf einem grüenen anger
2411 Her laurein d. der oo s. 12 bestreit dich s. noch c>^d. 13 Her
laurein d. sinen] den s. 14 Da lieff es an rf. 15 wol] Vast d, 15f. her
Dietrich und der (edel c\y s) vürste rieh in s vertauscht. 17 er po d. Gab
her 1. d. 18 er] es d. 19 her oo s. 20 Do nü mustu s, Ir miessent d,
21 8. herr laurein d. here oo d. 22 den] dem s. edeln oo s. 23 über=
drungen] überwunden d. 25 gar oo s, in] j'm d. 26 der ro s. 27 im]
dem künig d. 29f. so d] in s lauten die verse
Her Hilttbrand dz vingerlin
Stissz an sin dein £nger sin.
31 daz /; oo sd. 32 gesach s. twe'g sd. alliu oo 8. 33 weil so was d.
deiner d. twerg sd. 35 was] tet d. 36 ez vil] er gar d. 38 die oo s,
39 si] Die d. lange s.
170 LAURIN D 2441, vK. 754,2, Seh. 2408. A 1467.68.
h^ten si sich yür geslagen.
iegllcher brähte üf ime getragen
eine swseren stangen steheltn.
ir helme gäben liebten scbin.
2445 die risen wären unverzeit
und ouch ze strlte wol bereit.
Risenkint der meister was.
er sprach: 'ir herren, losent baz.
ich hän ein homduz vemomen,
2450 wir süln gein dem berge komen/
daz ^etwerc daz blies aber m6.
im tete slns küneges schade w§.
darnach ein sturmglocke erklanc,
die hörte man einer müe lanc.
2455 die risen hörten disen schal:
si liefen über berc und tal,
biz daz si kämen vür den berc.
dö ersach si daz getwerc.
zem dritten mal blies ez ein hom.
2460 die wlle hete der künec verlorn
zwelf tüsent kleiner ^etwergelin
und ouch sin guldin vingerlln,
daz böte im her Dietrich genomen.
Hiltebrant was ouch ze strlte komen:
2465 allen schaden er dö räch,
manegen schilt er dö ^f^rbrach.
her Dietleip und her Dietrich
die striten beide ritterlich.
ze in spranc meister Hiltebrant.
2470 manec brünne wart von in zertrant.
die drl gesellen striten wol.
diu ^etwerge vluhen in diu hol,
2442 legelich s. ime] in d. 43 swsBren] swert vnd d, 46 streiten d.
wol oo 8. 48 herren] höre sd. 49 homduz] horns schal d, 51 Der
zwerg plies d, dwerg daz bl. 8. 52 küneges] heren d. 54 die] Daz 8. 56 Da
lieffen sie d. über oo sd. hl biz daz] Da d. 58 so s (twerg) ; Da sahen
die den geczwerg d. 59 ez] er d. 60 der künec] laurin s. 61 deine d.
twergelin sd. 64 zu dem stritt 8. 65 allen] Ir aller d. 66 er dd oo s.
erbrach sd. 68 die tind beide oo s. 70 bringe die wartt s. Da ward
gar manig pring ertrant d. 72 twe'g sd. in dz hol s.
A 1469-78. LAUBIN D 2473, vK. 754,36, Seh. 2435. 171
swä si sich verbergen mohten.
si h^ten genuoc gevoliteii:
2475 wan sehs tüsent kleiner man
liefen die dri helde an.
dö geschach vil manec geswinder slac:
der getwerge vil manegez tot gelac.
die glocke zöch man aber an.
2480 die vünf risen vreissam
die vrägeten daz getwergelln,
waz in dem berge möhte sin.
ez sprach: % recken höre,
ich sage iu leidiu maere:
2485 in disem berge ist gröziu not:
da. llt vil manec ritter tot.
daz muoz ich von schulden klagen:
mir sint ouch dri brüeder erslagen.
die geste sint uns vil ze swsere.
2490 versuochent selber disiu maere.
ich kan z iu halbez niht gesagen.
minem herren ist vil Volkes erslagen,
im selber hat man gesiget an.
helfent dem vürsten lobesam.
2495 min herre lidet grözen schaden:
er ist mit schaden überladen,
den er unz an den jüngsten tac
niemer m6 überwinden mac.^
Die risen drungen in den berc.
2500 des vröute sich vil manec getwerc:
die ze der vlühte böten kür,
die Sprüngen alle wider hervür.
dö her BSltebrant daz ersach,
ze hern Dietriche er sprach
2475 80~ d (wan] Dan); Do lieffent ab* me danne sefs dasent ma 8,
76 liefen] Aber s, helde] gesellen d. 11 mange' sd. geswinder ro d,
78 zwerg d. manegez oo d. 81 fragt d. zwergelein d. 82 gesein d.
83 ez] Er cZ. 86 vil no s. maniger d. 88 Meiner brieder seind try
erslagen d. 89 vil oo d. 90 versuochent] Brieffent d. disiu] die 8.
91—94 fehlen s. 91 halber d. 93 gesigen d. 95 lldet grözen] had
schaliche s. 96 er] Vrl sd. schaden] den feinden d. 97 den er unz]
Den schaden bis d. an oo s. 98 Er niemer d. überwinden] volclagen d.
2500 vil oo d. maniger zwerg d. 1 Die die flühtt betten die kir 8.
2 alle er wider fir s. 3 her c><^ d. 4 er beginnt d.
172 L AURIN D 2505, vK. 755,28, Sek 2467. A 14«3.84.
2505 und ze dem Stirsere:
Sr stoken beide maere,
ir sülnt bt einander stän,
ich muoz ein wile von iu gän:
vünf risen hän ich ersehen,
2610 von den uns schade möhte geschehen/
er gienc an die steines want,
d6 er Wolfhart und Witegen vant.
Hiltebrant sprach: 'ir degene höre,
nu volgent beide miner l6re,
2515 (ich mac niht langer bt iu stn):
ich rate iu, trütgesellen min,
daz ir under dem gewelbe slt.
hie muoz geschehen ein grözer strit,
davon möhte iu schade geschehen,
2520 wan ir mtigent der vinde niht gesehen/
Her Hiltebrant der ritter guot
der böte einen getriuwen muot.
er huop sich wider in den strIt.
ez wart weder ie noch sit
2525 von beiden nie gestriten baz.
dö die risen sähen daz,
daz die dri gesellen guot
da manegen valten in daz bluot,
si wolten's langer niht vertragen,
2530 (si wolten pris und öre bejagen),
ieglicher vazzete slnen schilt:
si liefen ane die viirsten milt.
der recken warn niht mö denn dri.
Risenkint der trat hin bl.
2535 üz vriem muote er dö sprach,
dö er so manegen töten sach
ligen beiden sltm da:
*mtn herze wirt mir niemer vrö.
2506 beide msere] harren here d. 9 gesehen d. 10 den uns] dem ein 8.
11 an] zu tal d. steinen d. 18 Hillt sprach er ir d. h. 8. 14 nu oo d.
17 slt] blibt d. 18 Wanne hie 8. geschehen] werden d. grözer dA]
hertt' 8. 20 wan oj d, der] die s. 21 Her oj d, 22 der oo s. truwe 8,
26 dö] Da nu d, Also 8. 28 da] So d, 35 dö oo s. 37 beid sitte de »,
beide hie vnd do d. 88 mir niemer d] nime' me s.
LAÜRm D 2539, vK. 756,21, Sek 2501. 178
oder ich riche disen schaden.
2540 ir müezent ouch in bluote baden.
ez ist umb iuch ergangen."*
d6 greif er nach der stengen.
do sine gesellen sahen daz,
si traten alle näher baz:
2545 Maz du tuost, daz tnon ouch wir.
wir hän ze strite solhe gir,
sweme du wilt vint wesen,
den län wir niht genesen.'
Her Dietrich sprach: Vie rehte sür
2Ö50 dünket sich der waltgebür
und siniu bercrinder!
wir sin niht wagenkinder.
möhten iuwer zwelve wesen,
wir wolten wol vor iu genesen.'
2555 Dietleip und her Hiltebrant
und her Dietrich der wigant
die wären zageheite vrl:
die werden helde alle dri
liefen ane die risen starc.
2560 der risen kraft sich niht verbarc:
si Sprüngen ze in in den strit.
dö was haz unde nit.
ieglicher rise ein stangen truoc,
dämite er krefteclichen sluoc.
2565 si wurden strites wol gewert.
die helde böten guotiu swert,
diu sluogen si üf helmes dach,
daz man daz viur stieben sach.
si gäben einander swseren l6n.
2570 man hörte von swerten manegen don
2540 Od' ir 8. in] jm d. 43 dÖ] AI 8, Als d. 44 näher] hin
nahe d. 46 streiten d. solhe oo s. begir 8. 48 Der sol von vns n. gen. d.
49 wie rehte sür] wa für d. 50 D. sich der kegel vnd der w. 8. der] diser d.
52 nit iunge kinder d, 53 gewesen s. 54 wol vor iu] dannoch d.
68 werden oo s. helde] recken d. 60 barg 8. 61 ein in oj 8. 62 vnd
grosser neit d. 63 ein starg stelin stange 8. 66 helde] recken d,
68 fdr her fir stieben 8. stieben oo d, 70 von den swerten den don d.
174 LAÜRIN D 2571, 7K. 757,12, Seh. 2527. A U95-1622.
und von den «toA^&tangen.
die zwöne muoste verlangen,
die dort stuonden bi dem hol.
si wären beide zomes vol,
2575 dö si vernämen disen schal
und si doch nieman liberal
vor in gesehen mohten.
daz si dar niht getohten,
daz was in leit und ungemach.
2580 her Witege ze hem Wolfhart sprach:
^Wolfhart, trütgeselle min,
süln wir zw^ne die boösten sin
und süln niht ze strlte gän?
daz stät uns lesterltchen an.'
2586 D6 sprach der küene Wolfhart:
^wir süln billlch an die vart.
swä wir den strlt rüeren an,
daz wir beide niht enlän,
wir loufen mit siegen under in,
2590 daz ist min rät und ouch min sin.'
die helde an den stunden
ir helme üf bunden,
ir swert gurten si umbe sich
(ir beider muot was ellentrlch),
2595 iegllcher vazzete slnen schilt.
dö kam diu künegin Slmilt,
si sprach: *ir sint zwdne küene man,
iuwer rede ich wol gehoeret hän,
ich muoz iu grözer manheit jehen:
2600 ir mügent die vinde niht gesehen
und ir wellent si doch bestän.
des wil ich iuch geniezen län.'
Similt diu edel künegin
h^te zwei guldlniu vingerlln.
2571 stebeliiL stangen ds. 72 iniest s. 77 Vor in mohtte gesehen s.
78 dar] do hin s, zu streit d. getohten] soltte 8. 80 her ro d. 82 zw^ne 00 d.
besten sd. 83 und süln] Sollen wir d. 84 lesterlichen] übel 8. 86 W.
s. bilich auch an die strittz v. 8. 89 mit den sl. s. 90 ouch ro d. 92 heim
sie auf d. 96 kam gegange die s. künegtn] schöne d. sigemilt d. 98 ge-
hoeret dA] vernome s. 99 grofs sd, 2601 by ston 8. 4 Die het d.
A 1527-42. L AURIN D 2605, vK. 758,5, Seh. 2561. I75
2605 diu heten von gesteine die kraft,
davon diu edel ritterschaft
wurden vroellch und gemeit.
Similt dö langer niht enbeit,
si bot ieglichem einez dar.
2610 die steine in dem golde klär
die gäben adellichen schin.
ieglicher nam sin vingerlin
mit vröuden dö in sine hant.
dö wart in äventiure bekant:
2615 die beide mokten beide sehen.
man hörte si ir lobes jehen:
si danketen der künegln.
her Witege und der geselle sin
die Sprüngen vroellch in den berc.
2620 des enkalt vil manec getwerc
und ouch die risen höchgemuot,
dö die zwene gesellen guot
ze dem strlte gesprungen.
ir halsperge lüte erklungen.
2625 also si kämen in den strlt,
si sluogen manege wunden wlt,
daz die helme stuben
und an die wende vlugen.
man sach driu tüsent kleiner man
2630 die zwöne degene loufen an.
Witege unde Wolfhart
wären ze strlte wol bewart:
si stuonden ritterliche ze wer,
si liefen in daz wlte her,
2608 in 8 doppelt; text = zweite fassung; erste fass\ing Frawe similt
lenger do nit enbeitt. dö 00 (i. 9 einez] ein fingerlin s. 12 ieglicher] led* s.
14 dö] Schier d. 15 mohten] wurden sd. geeehe s. 16 so s (ir fehlt)\
Similten ward gros lob feriehen d. 19 die] Sie d. 20 so s (maniges);
Das galt manigen deinen zwerg d. 22 gesellen] recken d, nach 2626
hat d zwei \jerse mehr:
Von in ward manig truk getan
Sie schlügen auf die heim plan.
27 so S't Das sie sich von einander cluben d. 28 vlugen] stuben d.
29 driu] zwey d. deine d, 30 degene oj s. 32 streiten d. 33 ritterliche]
wol d. 34 si ro 8. in] an d, wite 00 d.
276 LAURIN D 2635, vK. 758,37, Seh. 2598. A iwi-m.
2635 si sluogen unde stächen,
biz daz si ez durchbrächen
dristunt oder m^re.
si täten manege k^re
die wlte und ouch die lenge.
2640 swer in da tete ze enge,
der muoste schiere geligen t6t.
diu getwerge kämen in gröze not.
• die helde striten vrümecllch.
daz sach von Beme her Dietrtch
2646 und ouch der edel Stlrsere
und Hiltebrant der degen h^re.
die werden helde alle dri
die wären zageheite vrl.
die zwene ouch ze in kämen.
2650 dö die dri daz vernämen,
dö sprach von Berne her Dietrich:
*nu wer ein ieglich rise sich.*
die helde wären alle vrö,
daz si einander sähen dö.
2655 erste hörte man helme erschellen
die werden vünf gesellen.
dö si bi einander kämen,
und die risen daz vemämen,
si wseren gerne gewesen von dan.
2660 die helde wolten si niht län
üz dem strite komen:
ir leben wart in genomen.
die risen heten gröze not:
si muosten schiere ligen tot.
2665 die vünf üzer weiten man
liefen die grözen risen an:
2685 fehlt 8. 86 daz oo d. ez] das hör d. 87 Trey tausent o. m. d.
88 mange sd. 39 Gar w. vnd auch gar lang d, 40 swer] Weller s»
da oo 8. ze enge] trang d, 41 miest 8. 42 zwerg d, kament all in 8, 44 von
Berne oj s. 47 helde] recken d. 48 die oo s. 50 dö] Vnd d. 51 fehlt 8.
von Berne oo d, 52 yegklicher d. 53 helde] recken d. 55 fehlt 8. 56 vünf
nach die d. 57 dö] Also 8. bi einander] zu samen d. 59 gewesen]
gewunst 8. 60 helde] recken d. nit dannä lan 8. 61 Ob sü yfs 8.
62 benome 8. In wurd dan das leben genumen d. 68 Den risen theten
sie gr. n. d. 64 mieste s. geligen d, 66 grözen oj d.
A 1555-72. LAÜRIN D 2667, vK. 759,30, Seh. 2625. i??
ieglicher einen vür sich nam.
si wären den risen also gram,
daz si in an den stunden
2670 sluogen tiefe wunden.
die risen mit iren sinnen
mohten in niht entrinnen.
also wurden si erslagen.
nu mügent ir wunder hoeren sagen:
2675 getwerge und risen wären tot.
ez swebete ein se von bluote rot
spannen tief und daniioch^me.
Laurin lüte rief und schre:
Ve mir, daz ich ie wart geborn!
2680 wie hän ich guot und ere verlorn!
min volc ist mir gelegen töt.^
die helde in dem bluote röt
wuoten tief biz an diu knie.
si heten vor gesehen nie
2685 von bluote also tiefen bach.
des leit vil maneger ungemach.
Witege unde Wolfhart
die wären gerne an der vart,
daz die risen und getwerge
2690 niht beliben in dem berge:
ez muoste in gdn an daz leben.
also wart in der strit gegeben,
Laurin wart gevangen.
also was der strit zergangen.
2695 Die herren giengen in den sal.
si vunden nieman liberal
2667 fehlt s. 68 also rx^ d, 72 in oo s. 74 nu] Dez s. 75 Zwerg d.
wären] lagen d. 76 ez] Da d. 78 L. schrey laut awe d. 79 wß mir oo d.
82 so d (beide] recken); Min heild lige in blüt rod s. 83 fehlt s.
84 vor] vö s. 85 also] als ein d, 86 manger grossz vng. s. 88 die oo s.
89 vnd die czwerg d. 90 niht beliben] Keins bleip s. 91f. fehlen s,
lauten in d:
Also ward in der streit geben
Da mit endet maniger sein leben,
geändert nach f, 93 und 94 in s vertauscht. 94 also oo di was nach
strit rf., ergange sd.
Hols, Laurin. 12
178 L AURIN D 2697, vK. 760,20, Seh. 2655. A 1573-80.
wan Similte die künegin
und ein teil ir megetin.
si gäben der künegin riehen tröst,
2700 si sprächen: Vir sin alle erlöst
von Laurin dem künege her:
er gevaeht uns niemer raer.
wir süln heim ze lande
vil gar an alle schände.'
2705 Die herren nämen michel guot:
vil manegen wagen man dö luot.
si vuorten grözen schätz von dan.
man sach si alle in vröuden stän
äne künec Laurin:
2710 der muoste ze Berne ein gouklaer sin.
Dietleip der degen unverzeit
mit slner swester heim reit.
da gap man ir ein biderben man,
bi deme si eren vil gewan.
2715 Laurin der kleine man
muoste ouch mit in riten dan.
her Hiltebrant und her Dietrich
die riten heim vroelich.
die herren kämen, also man seit,
2720 vil schiere ze der linden breit,
da der kleine Laurin
stal von erste daz megetin.
dö si ze lande wären komen,
dö was in trüren gar benomen.
2725 her Hiltebrant und her Dietrich
die nämen urloup sicherlich
von Dietleibe und der swester sin^
in dankete sere daz megetin.
2697 wan] Dann d. Simehiltt s. 98 megedelin fin s. Von der sie
hatten hilffe schein d, 99 künegin] maget d. riehen 00 d. 2700 si] Vnd d.
2 gefohet 8, bestreit d. 4 vil gar] Faren d. 6 dö 00 9. 7 grosse sd.
schecz d, 9 äne] Den s. 10 der 00 s. Miest 8. ze Berne] bemne* s.
ein tK:> 8. 13 gap man ir] nam sü «. 15 fehlt 8. 16 Miste 9. in ro g.
dan] hin dan 8, von dan d, 18 heim] hin gar d. 19—21 fehlen 8.
23 ze CO 8, 24 in] ir d. 26 die 00 s. 27 von oj s. der] die 8.
LAÜRIN D 2729, vK. 761,14, Seh. 2687. 179
Biterolf an einer louben stuont,
2730 also noch vil manege vürsten tuont.
dö wurden ime diu maere geseit.
er huop sich gein der linden breit:
mit manegem üzerwelten man
sach man in vür die porte gän.
2735 sin herze daz was vröuden vol,
siniu kint enpfienc er beidiu wol,
er enpfienc ouch wol die geste,
daz man im jach daz beste.
die werden beide er dö bat,
2740 daz si mit im kerten ze der stat
iemer durch den dienest sin.
des bat si ouch daz megettn.
die herren langer niht enbiten,
gein der veste si dö riten.
2745 man vuorte's üf den palas rieh,
da bot manz in gar wünneclich:
ir spise was gar schöne bereit.
dö wart vil äventiure geseit,
wie ez geschach und wie ez ergienc,
2750 und wie si Laurin gevienc,
und wie si sich gerächen
und ime sin hüs erbrächen,
und wie der kleine Laurin
Dietriches gevangen muoste sin.
2755 'daz hoere ich gerne,' sprach der wirt,
'swer im selber schaden birt
und zem rehte unreht tuot,
des ende wirt selten guot:
2780 manege] edel d. 81 wartt 8. diu oo s. 85 daz oj s.
86 — 88 lauten in d:
Er empfieng auch die gest wol
Nach würdigklichen eren
Was man in früntschaft meren.
39 beide] reeken d. 48 nit da bitten d. 45 M. bat sü vff d. p. gan 8.
46 gar oo s. wünneclich ynd schon (: gan) 8, würdikleih d, 47 ir] Die d,
was] ward d. gar oo d. 49 Wie es in da ergieng d. 51 und oo d,
52 fehlt 8. 54 mist 8d. 56 gebirtt 8. 57 zem] seim d.
12*
180 LAUKIN D 2759, vK. 762,3, Seh. 2719, A 1579-84
also mac ouch Laurin sin geschehen/
2760 der kleine sprach: 'daz muoz ich jehen/
hiemite was diu rede getan.
man sach si alle vröude hän
an Laurin den küuec her:
der pflac dö keiner vröude mer.
2765 der wirt pflac siner geste wol,
also man noch lieben gesten sol:
er schuof in guot gemach,
mit ganzem vlize daz geschach.
dö was vröude und wiinne vil
2770 und maneger hande vürsten spil:
diu zit mit vröuden wart vertriben.
dri tage die herren da beliben,
darnach schieden si von dan,
her Dietrich und sine man.
2775 Her Dietrich dö niht enlie,
vür die herren er dö gie.
er sprach: 'ir werden ritter guot,
Sit ir vor leide sint behuot,
so sülnt ir heim ze lande vam.
2780 got miieze iu lip und ere bewarn !'
Die herren dö niht langer biten,
heim ze lande si dö riten,
und der kleine Laurin
der muoste üf der verte sin.
2785 Hiltebrant und her Dietrich
kämen heim gar vroelich.
Witege unde Wolfhart
die wären mit in an der vart
harte vroelich heim komen.
2790 allez ir trüren was in benomen.
2759 ouch no d. 60 der kleine] Laurein d. 62 grossz freid han .%
in freiden stan d. 64 freiden d. 66 gesten warte sol 8. Als noch ein
würt thün sol d. 68 beschach 8. 71 Mit freid vor die zeit d, getriben 8.
72 da oo 8. 75 und 76 in d vertauscht. 76 die] den d. 79 sülnt
ir heim] lassent vns d. 82 dö no s. 84 miesste 8. 85 diettliep 8. 86 Die
kome 8. 87 vnd herr w. d, 88 in f] ym s. Warent auch auff! der
fart d. 89 harte] Gar d. fr. sie heim d. 90 allez f] Ir (!) was /?, oo d,
was in df] gar s.
A 1585-94. LAURIN D 2791, vK. 762,35, Seh. 2749. 181
si wurden schöne enpfangen
von röten münden und lichten wangen:
vil manege maget wolgetän
sach man in ze dienste stän.
2795 hovelich grüezen dö geschachi
vil hübescher vrouwen man dö sach,
die gein den helden giengen .
und si wirdecliche enpfiengen.
von vriunden und von mägen
2800 huop sich michel vrägen,
wie in beschehen waere.
si Seiten in wildiu maere
von maneger hande Sachen.
si begunden lüte lachen.
2805 si sprächen alle geliche
ze hern Dietriche:
'ir hänt pris und ere bejaget,
der saelden tac hat iuch betaget/
so sprach vil manec helt guot.
2810 her Dietrich wart höchgemuot:
zergangen was sin swaere.
hie endent disiu maere
von Similte der künegin
und von dem kleinen Laurin
2815 und von hern Dietriche und sinen man.
man sach si alle in vröuden stän.
Nu hat diz buoch ein ende.
got uns sine helfe sende,
daz wir ze allen stunden
2820 in gnaden werden vunden,
2792 von oo s. 93 vil manege] An manger s. 94 in] ir s. ze
dienste stän] engegen gan d. 95 hovelich] Vil vö in manig s. 96 hü-
bescher vrouwen] mang schon wip s. 97 helden] recken d. 2800 sich
ein m. d. 1 und 2 in s vertauscht. 1 Wie es ergangen were d. 2 Sie
sagten vil der mere d. 3 Vnd vö s. 4 lüte] frölichen d. 7 ir hänt]
hant ir nach ere d, 8 der sselden tac] Glick vnd heil d. 9 so] Do s.
Yii cKj d. maniger d, helt] recke d, 10 ward wol gem. d. 11 Ergangen d.
12 endent sich d. d. 15 V. v. h. diettrichz man s. 20 gnaden] freiden d.
182 LAÜRIN D 2821, vK. 763,24.
so mac uns wol gelingen.
Heinrich von Ofterdingen
dis äventiure gesungen hat,
daz si so meisterliche stat.
2825 des wären ime die värsten holt:
si gäben im silber unde golt,
Pfenninge unde riche wät.
hie diz buoch ein ende hat
von den üzerwelten degen.
2830 got gebe uns allen sinen segen!
2821 erlinge 8. 22 offtter tüngen 8, osterdingen d, 28 Hie mit
dis d, 80 allen ro s.
Anmerkungen
zum Lauriii A.
1. Die von mir in den text gesetzte fassung des einganges dürfte
älter sein als die in Kvr überÜeferte Ez was ze Berne gesezzen
(welche MüUenhoff aufgenommen hat), da die handschriftenclasse B
hierin durch w und das Prefsburger fragment bestätigt wird.
44. MüUenhoff bestreitet in seiner anmerkung zu dieser stelle
die möglichkeit des von mir aufgenommenen ausdruckes, da niemand
von natur und abkunft weise sei, und will durchweg statt arte lesen
Garte, allein erst der bearbeiter C hat Garda als heimat Hiltebrands
eingeführt; von den zu den classen A und B gehörigen handschriften
bietet allein K gelegentlich Garten statt arte, allein diese ist vom
verdachte der beeinflussung durch den jüngeren text nicht frei (vgL
anm. zu 340.347). nun ist es zwar richtig, dafs kein normaler mensch
von natur weise ist; allein der alte Hiltebrand darf nicht mit diesem
normalmafse gemessen werden, denn er ist eine typische figur, deren
hervorstechendste eigenschaft eben die erfahrenheit ist. wenn nun, wie
in unserem gedichte, die ganze erzählung humoristisch durchweht ist,
so, meine ich, kann Hiltebrand sehr wohl als von natur weise be-
zeichnet werden; in der tat versteht es sich für den dichter durch-
weg von selbst, dafs Hiltebrand über eine für alle, auch die sonder-
barsten vorfalle ausreichende erfahrung verfügt.
85.86 sind nur in K und r überliefert und, da sie in w und
B gleichmäfsig fehlen, als jüngerer zusatz anzusehen.
197ff. die aufgenommene lesart ist die von pz^ welche unzweifel-
haft auch in der vorläge von CD stand, denn das reimpar 197f. ist
in / und D 445 — 48 auf vier verse ausgedehnt, offenbar um den
ungenauen reim Itp : strtt zu beseitigen, anders liegt die sache in
den handschriften wKvr; hier mufs vers 197 ursprünglich gelautet
haben ez vuorte ein awert an siner siten (liegt so in K und w vor);
vers 198 ist verschieden behandelt: in w fehlt er ganz; in K lautet
er ddmite ez wol künde strtten] v gewinnt ihn durch zerdehnung
von 197:
ez vuorte an siner sUen
ein swert ze allen ztten,
und r zieht 197 — 199 in einen vers ez vuorte ein swert ^ was einer
184 ANMERKUNGEN
spanne breit zusammen, was den hss. wKvr gemeinsam ist, stellt eine
lesart dar, die der von j)z zunächst gleichwertig gegenüber steht;
welche ist die ältere? doch wohl die von pz\ die hier vorliegende
assonanz hat, wie für C, so auch für die vorläge von wKvr den an-
stofs zur änderung gegeben, wahrscheinlich ist hier zunächst umb
sinen lip durch an stner stt (: atrit) ersetzt worden; die apokopierte
form 8it war aber dem dialecte jener vorläge nicht gemäfs, der sUen
verlangte — eine form, die um so leichter eingang fand, als der reim
ziten : atrtten unmittelbar vorausgeht, der infolge dessen gestörte reim
des verspares 197f. ward nun von allen vier hss. selbständig corrigiert:
ÜT änderte vers 198 zweckentsprechend um (was dasteht, macht es wahr-
scheinlich, dafs die vorläge den vers noch in alter form darbot); w stiefs
ihn einfach aus und scheint sich mit dem nunmehr in 195 — 197 ent-
standenen dreireim begnügt zu haben; über v und r s. o. — Wichtig
ist, dafs die mitteldeutsche (schlesische) hs. w sich hier auf seite der
der bairischen Kvr stellt.
251 — 68: alle acht verse stehen nur in K und r {v ist gänz-
lich zerrüttet):
K r
Wer hat euch toren gehei/sen Pf^er hat euch ain torn geluaissen
Her nyder auff dem plan par/ssen Eür gurren in mein ang^ paysaen
Vnd ewer gurren sprengen In mein grünen anger
Auff meinem grünen anger DasjreurgurmsoÜ darauf spanne
Den ich han behalten Den ich Jian gehaien
Vor manigem twergt starken Vor manchn törschn layen
Vnd besirmet vor inanigem man Vnd peschirmt jn vor manchm man
Dez muest ir mir swere pfant lan Jr müst mir schbare pfandt lan
dem gegenüber geben p (s. die Varianten) und w nur vier verse,
während z die ganze partie streicht, würden p und w, wie in der
anzahl der verse, so auch in ihrem Wortlaute übereinstimmen, so wäre
die sich daraus ergebende fassung als die echte anzusehen; die sache
liegt indessen anders: je vier versen von Kr entsprechen je zwei
von pw. an stelle von 251 — 54 steht in w
Wer hot euch toren gegebe de roth
Das ir ewer gorre h' gespäne hot:
das verspar scheint zwar nur ein versuch, die assonanz von p zu
beseitigen; es stimmt aber gegen p mit Kr (und /) in der anrede
toren überein, woraus folgt, dafs diese in p gestrichen ist. da nun
die p am nächsten verwandte hs. z die partie überhaupt streicht, so
wird die Vermutung nahe gelegt, dafs die vorläge von pz starke Ver-
derbnis aufwies, die in p gebessert, in z durch Streichung beseitigt
wurde, die fassung von / ( Wer hiez vch thoren spannen) ergiebt für
die vorläge von pfz den Wortlaut wer hat iuch toren geheizen | spannen
imoer gurren | «(/ mtnen anger ^ d. h. gegenüber Kr augenscheinlich
ZUM L AURIN A. 185
reste von drei versen (251. 253. 254) ^ wodurch die annähme nahe
gelegt wird, dafs der sich aus Kr ergebende text -der ältere ist.
Ist innerhalb 251 — 54 der längere text der ältere, so könnte
er es auch innerhalb 255 — 58 sein, und ich habe daher auch hier
den längeren bevorzugt, allein die (allerdings schwer zu gewinnende)
richtige einordnung von w in den Stammbaum der hss. lehrt, dafs
dem nicht so ist; vielmehr ergiebt die Übereinstimmung von p und w
folgende fassung als alt:
255 — 7 den ich hdn geheget vor manegem man?
258 ir müezet mir swceriu pfant län!
(255 De7i habe ich gehegit w. 58 Das must ir w. swceriu] eyn w).
die im texte stehenden verse 255 — 57 beruhen also auf zerdehnung
eines alten verses durch die vorläge von Kr.
277.78 stehen nur in den nahe verwandten hss. K und v und
sind ein später zusatz, entnommen aus 269 f. zwar sind die meisten
hss. hier lückenhaft: in r fehlen 272—78, in p 277—80, in z 272
— 80, in / 276 — 79 (springt von vil auf vil). in w fehlen 272 bis
78 hier ebenfalls; dafür hat diese hs. die ganze partie 269 — 80 hinter
386 versetzt, bez. wiederholt (vgl. anmerkung zu dieser stelle), und
hier fehlen 277 f., sodafs 279 unmittelbar auf 276 folgt, auch die
jüngste bearbeitung D giebt die verse 275. 76. 79. 80 unmittelbar hinter
einander (als D 557 — 60). diese Übereinstimmung von w und Z)
genügt, um die unechtheit von 277f. zu erweisen, der grund der
Interpolation ist leicht zu ersehen: man wollte die gleich reimenden
verspare 275 f. 279 f. von einander trennen.
293 — 96: dafs hier ein alter fehler vorliegt, zeigen die ab-
weichenden besserungen aller hss. vers 293 wird in der im texte
vorliegenden fassung bestätigt durch pz einer- und r andrerseits; den
fehlenden vers 294 haben sie aber ganz verschieden zu ersetzen ge-
sucht: z und r durch ausfüUung der lücke {So were mir der schade
niciu alzo leyt z; Vnd het mir nit streit hasz erzaigt r), p durch
Umarbeitung und zerdehnung des verses 295 (vgl. Varianten), wobei
man allerdings im unklaren bleibt über den beabsichtigten reim
(wider seit: strtt oder geleit, letzteres wahrscheinlicher bei dem mittel-
deutschen Schreiber), w hilft durch Streichung des allein stehenden
verses 293. alle andern stellen um widersaget hau,, so Kv einer-
und fD andrerseits, v schiebt dann in die lücke So hiet ich mich
des genome an^ während K die nunmehr fünf gleichreimigen verse
hinter einander ruhig stehen läfst; ebenso leichtsinnig verfuhr die
vorläge von /D, wie die vergleichung dieser beiden texte ergiebt, denn
sie bessern verschieden: / streicht 295 (verbindet also 293 und 296),
D aber schiebt vor 292 einen neuen vers ein (D 572) und verbindet
292 und 293 (= D 573 f.). — Vers 295 ist durch die Übereinstimmung
von i£7, z^ K und r (sämmtlich repräsentanten verschiedener zweige
der Überlieferung) vollkommen gesichert; in p und / ist er (in ver-
186 ANMERKUNGEN
scbiedener weise) der beseitigung der lücke zum opfer gefallen; v und
D nahmen an dem participium bestän anstofs, daher dehnte v die
zwei verse 295 f. auf vier aus
Vnd Met das wellen mit streitt antten •
Vnd Met mich dar ümh selbe pestanden
Das war fürstlich getan
Vnd stüend ewren eni wol an^
in ähnlicher weise D 675 — 78, doch so, dafs man sieht, v und D
änderten unabhängig von einander.
300 f.: das allein in v überlieferte (nach 300 zugesetzte) verspar
hat MüUenhoff als unentbehrlich (DHB I, XXXVII) in den text auf-
genommen, indefs ist Witigs rede ohne dies verspar vollkommen ver-
ständlich, wenn man nur den inhalt des verses 300 auf 299 zurück-
bezieht: *^ihr hört es wohl, tut aber durchaus nicht dergleichen,^ d. h.
*^ir tut, als ob ihr's nicht hört.^ durch aufnähme des verspares aus v
wird der sinn etwas verschoben: ^obgleich ihr's hört, benehmt ihr euch
durchaus nicht wie ein berühmter könig.^ das scheint mir weniger
glücklich, die schlecht bezeugten verse gehören nicht in den alten text.
323 — 30 fehlen in p, stehen aber gleichmäfsig in wzr; auch Kv
haben diese verse, ordnen aber 327.28.23— 26.29ff. (in K sind 329 bis
32 zwar ausgefallen, doch die Umstellung deshalb nicht minder deutlich),
das igt offenbar ein fehler der gemeinsamen vorläge. — Der auffallende
reim hoere : ere ist in wzv überliefert, also ganz sicher; K und r
ändern selbständig:
Vticz er merck wie man ez keer
So hat er sein frum vnd eer K.
Vnd thü als er sein nicht hob gehört
So wirt sein gmüt zerstört r.
Statt 340 hat von den hss. des älteren textes allein K drei verse:
Der vnser einer hat verwesen
Drew tawsent oder mer
Ich oder ewer einer wer im ein herr,
erst in fD findet sich wieder entsprechendes:
D" ir ein tusent mohtet vwesen
Ich oder ir aber ir
Weren r/m ein gantzes her f.
dazu vgl. D 652—54. da gegen K alle übrigen hss., auch die mit
K nahe verwandte u, übereinstimmen, ist man zu der annähme genötigt,
dafs K hier durch den jüngeren text beeinflufst ist.
347 — 52: was ich in den text gesetzt habe, ist durch Überein-
stimmung der meisten hss. voll gesichert, die jüngeren texte bringen
einen neuen gedanken herein: 34 7 f. lauten in f
Ich truwe wol vor uch genesen
Ich wil vch sund* gram wesen^
fast ebenso D 663 f., und statt 351 liest D 667 ich wil iu sunder
ZUM LAÜRIN A. 187
tragen haz (/ fehlt). aufföUiger weise stimmt K hierin mit fD überein:
351 lautet hier Ich wil euch tragen sujidem hasz (347 ist ausgefallen);
da die ihm am nächsten verwandte hs. v hierin zu allen übrigen des
alten textes stimmt, mufs hier wohl eine ganz späte beeinflussung von
K durch D angenommen werden.
353 f. und 361 f., inhaltlich wesentlich gleich, sind sehr schlecht
bezeugt: keine hs. weist beide auf; in Kp steht das erste, in wfD
das zweite verspar, während vrz keines von beiden bieten, bei einigen
liegt mechanischer ansfall vor: K ist von vürbüege 354 auf dasselbe
wort 362 gesprungen, bezeugt also damit das Vorhandensein beider
verspare in seiner vorläge, sonach ist wohl nicht zu bezweifeln, dafs
beide authentisch sind. — In / fehlen 351 — 360, und 361 ist ge-
ändert Daz dulde wiieg vngefuge\ vergleichung mit D 665 ff. zeigt,
dafs die vorläge von fD nur 352 — 69 ausliefs, was / zur Streichung
und änderung bewog. aus diesem Sachverhalte ergiebt sich als wahr-
scheinlich, dafs der Schreiber der vorläge von fl) von daz 351 auf
dasselbe wort 359 übersprang, dafs also 351 hier noch nicht den
Wortlaut von D 667 hatte; der neue gedanke ist also in der vorläge
von fD zunächst in 347 ff. angebracht und erst in D auch auf unsere
stelle übertragen worden, dadurch wird es aber evident, dafs die
hier vorliegende Übereinstimmung von DK auf einer ganz jungen
kreuzung beruht.
383 — 86: nur v giebt die stelle scheinbar vollständig, indem
an stelle der beiden fehlenden verse steht
Dw pist fiit recht daran
Dw vil klainer lawrein,
r giebt die stelle lückenhaft, wie ich sie in den text gesetzt habe;
K verbessert, aber nur scheinbar, denn 386 lautet hier
Lasz den helden mein geniessen lan^
d. h. es ist offenbar, dafs es bei der absieht zu bessern geblieben
ist. die hss. pz bessern, indem sie 383 man ersetzen durch Laurin
(: mtn); w dagegen, indem es statt 386 schreibt du aolt dinen zorn
Idn (: man\ entnommen aus vers 268 (die ganze unmittelbar folgende
partie 269 — 80, jedoch ohne 277.78, ist mit herüber genommen), in
fD fehlt der ganze passus 383 — 390. aus dieser Sachlage ergiebt sich,
dafs die Vollständigkeit von v nur scheinbar ist; der fehler ist der
giiippe Kvr gemeinsam, aus der Stellung der hs. w ergiebt sich
weiter, dafs deren sonst unbestätigte lesart nur den wert einer conjectur
hat. dagegen könnten pz das echte bieten; allein da die auf eine
ihnen nahe verwandte hs. zurückgehenden texte fD jene lesart nicht
bestätigen, sondern die ganze stelle streichen, so liegt es am nächsten
anzunehmen, dafs deren vorläge noch die von mir angenommene Störung
aufwies und dadurch die Streichung verursachte; dann hat aber die
lesart von pz ebenfalls nur den wert einer conjectur.
409f. die in den text aufgenommene fassung wird durch die
188 ANMERKUNGEN
Übereinstimmung von pz mit K als alt erwiesen, die übrigen hss.
weichen ab: fJD geben ein ganz neues verspar (D 721f.); w macht
aus 410 zwei verse
Wern ewer eyn iliawsint adir drey
Ewer wolde ich alle gewaldig seyn^
giebt also an stelle eines reimpares einen dreireim am : drt : sin^ ganz
selbständig verfährt v
Auch tünkch ich dir gar klain sein
Vnd hab doch in dem sine mein
Vnd pin sein an allen wan
Ich wolt deiner drei/ wol pestan,
nicht minder r
Ich dunck euch nyndevt so klain
Vnd war ewr taüsent gemain
Der wolt ich gewalltig sein
Ir habt mir zeprochen den garttn mein.
dafs die fassungen von v und r conjecturen sind, liegt auf der band;
wichtig ist, dafs sie das alter der lesart von Kpz bestätigen, denn
vers 409 steht als erster in v, 410 als (zweiter und) dritter in r.
ist es Zufall, dafs die zahl dri sowohl in w als in v auftritt? es
scheint fast so, denn wenn es auch möglich ist, dafs w allein die rela-
tiv älteste lesart bietet, so sind wir doch mit ihrer annähme um nichts
gebessert: wir müfsten dann an das fehlen eines verses, der nicht ver-
mifst wird, und an den ungenauen reim dri : «m, der keine analoga
im gedichte hat, glauben, ist dagegen die von mir aufgenommene
fassung von Kpz echt, so liefert sie zugleich den ausgangspunkt fiir
die vielen änderungen: der rührende reim soll beseitigt werden, an
dem überladenen verse 410 darf man, bei dem herschenden saloppen
Versbau, metrisch keinen anstofs nehmen; er läfst sich lesen, wie folgt:
wcHrn iur hundert^ der wöld ich gwdUec sin.
413f. habe ich, als nur ganz spärlich belegt, eingeklammert, denn
sie könnten hier aus 363 f. entlehnt sein; indefs möchte ich sie jetzt
doch lieber für echt halten, einmal, weil pz mit lo übereinstimmen,
und dann, weil sonst nirgend gesagt wird, dafs Dietrich sein rofs be-
steigt, was doch 463 bestimmt vorausgesetzt wird.
582 — 87 fehlen sowohl in pz als in r, ofiFenbar infolge zufällig
gemeinsamen abirrens von 581 Laurin auf dasselbe wört 587. in £}
liegt die sache ähnlich, aber nicht gleich (/ beweist infolge kürzung
nichts): wie D 958 ritter zeigt (gegenüber vrouwen pv), sind viel-
mehr 583 — 88 gestrichen oder durch überspringen vod stn auf sin
verloren, dafs w und r in der behandlung von 583f. nahe zusammen
kommen (aber nicht übereinstimmen, vgl. Varianten), ist zufall: das
ihnen gemeinsame verspar ist aus 601 f. entlehnt
Nach 714 begegnet uns das erste der von r (und m, soweit dies
vorliegt) zugesetzten verspare; MüUenhoff hat sie sämmtlich aufge-
ZUM LAURIN A. 189
nommen, mit unreclit, denn wenn sowohl Kv wie w mit den hss. der
gruppe B übereinstimmen, geben sie den richtigen text.
735f. die beträchtlichen abweichungen der hss. von einander er-
klären sich als versuche, das particip gegdn zu beseitigen, r läfst
die stelle weg. die vorläge von Kv schrieb gegangen^ liefs 736 hbe-
sam weg und hatte somit keinen reim; Ül begnügt sich damit, v fügt
736 hinzu und mannen (: gegangen), auf dieselbe vorläge könnte w
zurückgehen; es ersetzt den vers 735 durch einen neuen Ging sy
irmb schawen (: frawen). p liest
Mit mächer schonen iuncfrouwen
Dy man icol mochte schouwen^
also ähnlich wie w, aber doch wohl selbständig, der text der vor-
läge von p ist mit hilfe von z zu gewinnen:
Do waz sy hyn gegangin
Mit blumen sich behangin
Myt manchir iunczfraiven lobesam,
also drei verse; die dadurch entstandene Unebenheit beseitigt z durch
Streichung von 738, reimt also lobesam : man 737. es ist klar, dafs
die vorläge von pz den vers 735 noch bot, aber mit dem particip
gegangen-, p strich ihn und fügte nach 736 einen neuen vers hinzu, z
besserte durch einfügung eines auf gegangen reimenden verses. da nun
jo den vers 736 ebenso wie Kw mit juncvrouwen schliefst, so könnte
hier eine sehr alte Verderbnis vorliegen, und das lobesam von z nur
conjectur sein, indefs z trifft in dieser angeblichen conjectur so nahe
mit / zusammen (das particip gegdn bleibt hier unbeanstandet und
reimt auf wolgetdn, vgl. Varianten), dafs sie wohl aus der gemeinsamen
vorläge von / und z stammen dürfte, da diese vorläge aber sicher auch
die von p war, so ergiebt sich daraus, dafs dessen zusammentreffen mit
Kw nur zuföllig sein kann, dann ist aber das gesammtergebnis, dafs
735f. in der von mir aufgenommenen fassung echt sind; nur ob man
736 lobesam oder wolgetdn zu schreiben hat, bleibt unentschieden.
746: es ist wol besser der indne zu lesen als diu sunne\ dies
bieten rKt\ jenes aber p und w, deren Übereinstimmung in der regel
das echte anzeigt, der weitere Wortlaut üz dem trone ist durch zu-
sammentreffen von j9, w und r vollkommen gesichert; was ÜTv bieten
(vgl. Varianten), ist gemeinsame Verderbnis, die nackt in K, verkleistert
in V vorliegt, in / und z fehlt die stelle, vermag ich auch einen
weiteren beleg für die anschauung, dafs der mond (oder die sonne)
von einem throne herab leuchte, nicht zu bringen, so steht doch durch
die art der Überlieferung die aufgenommene lesart nichts desto weniger
fest, was D dafür setzt (und Müllenhoff in seinen text aufgenommen
hat), ist unzweifelhaft jüngere änderung, von jemand herrührend, dem
jene Vorstellung ebenso wenig geläufig war wie uns.
747: die namensform Künhilt beruht auf einer conjectur Müllen-
hoffs. die hss. icvmr schreiben im allgemeinen Krimhilt {Kreimhilt\
190 ANMERKUNGEN
K an unserer stelle Kimhilt^ später Kunkhilty p durchweg Kimhilt^
z einmal Krimhik, einmal Kinhilt^ später Bronkilt^ f immer Zymhüt.
letzteres versteht sich als Cimhilt für Kimhik; Bronkilt aber ist
offenbare conjectur. unter den übrigen formen könnte Krimhilt
die richtige sein, aus welcher KirnhiU und Knnhilt leicht verderbt
werden konnten, indefs ein so bekannter name wäre schwerlich so
vollkommen einem Schreibfehler gewichen, wie hier in den jüngeren
texten; vieleher konnte er umgekehrt für einen verderbten ähnlichen ein-
treten, aus Kimhilt und Kunkhilt aber hat Müllenhoff um so gewisser
Künhilt als das ursprüngliche erschlossen, als auch m vers 1592 an
stelle des in / stehenden Zymhilt schreibt könen helden. offenbar war
im archetypus aller unserer hss. geschrieben KunhiU {Cunhilt), und
zwar so, dafs es auch Kimhilt {CimJiilt) gelesen werden konnte.
Nach 768 hat Müllenhoff vier verse mehr auf grund von rv gegen
die Übereinstimmung aller übrigen hss. sie sind dem passus 777 — 82
entnommen, dieser steht vollständig in pz und D 1203 — 8, auf vier
verse gekürzt in w und /; die kürzung ist in beiden durch Streichung
von 780 und zusammenziehnng von 781f. auf ^inen vers des vröute
sich der degen unverzeit zu stände gekommen, obgleich also w und
/ einander hier vollständig decken, sind sie doch zufällig dazu ge-
kommen; das geht mit unbedingter Sicherheit daraus hervor, dafs D
zu p stimmt, also die vorläge von Df = pD gewesen sein mufs; ja,
es steht sogar der beseitigte vers 780 noch in der hs./, ist aber rot
ausgestrichen; also hat erst der Schreiber von / die kürzung zu stände
gebracht, dafs aber w nicht von / abhängig sein kann, versteht sich
von selbst, es mufs also zuföUige Übereinstimmung vorliegen, die
wesentlich dadurch zu stände kommt, dafs das bei wort rtche wegen
des nötigen reimes auf meit durch unverzeit ersetzt wurde; die ge-
läufigkeit des letzteren ist bekannt. — Was die übrigen hss. anbelangt,
so geht K bis mit 777 mit wpzfD^ springt dann aber unvermittelt
aul 822 über (von einem reimworte Laurin zum andern); infolge
dessen steht vers 822 bei Müllenhoff aufser an der richtigen stelle
auch an stelle von 778 — 82. es liegt auf der band, dafs die hs. K
in keiner weise gegen die richtigkeit der Überlieferung von wpzfD
spricht. — Anders liegt die sache in v und r, in welchen die partie
769 — 82 in folgender Ordnung vorliegt:
V r
— Uli,
11^ 11^ \
780 781—2 als 6in vers]
769—72 769—72
778 773
774 —
— 775.6
781f. —
ZUM LA^ÜRIN A. , 191
auf den ersten blick könnte es scheinen, als hätten v und r eine ge-
meinsame vorläge, in welcher (etwa infolge abirrens von undertän 768
zu getan 776) 777 — 80 vor 769 gestellt worden seien; allein dies
bestätigt sich nicht, denn in v steht das verspar 781f. an der ihm
nach ausweis der übrigen hss. gehörigen stelle, in r aber ist es mit
umgestellt, denn der vers, welcher hier mit 779 zu einem pare ver-
bunden ist, lautet
Da freit sich der degn gmait,
giebt also offenbar 781.82 wieder; mit andern werten: in r sind sechs
verse 777 — 82, in v aber nur vier verse 777 — 80 vor 769 geschoben;
779 — 82 sind dann in r ähnlich auf zwei verse reduciert, wie in ic
und /. daraus ergiebt sich, dafs die Umstellungen in r und v selb-
ständig zu stände gekommen sind und weder eine gemeinsame vorläge
von rt? erweisen noch, da £^ zu allen übrigen stimmend 769 unmittel-
bar auf 768 folgen läfst, eine alte richtige versfolge bewahrt haben,
veranlafst mögen beide Umstellungen durch das angedeutete abspringen
von undertän auf getan sein.
Nach 820 hat r zwei verse mehr, die nicht einmal durch das
nunmehr vorliegende m bezeugt werden; sie sind sicher interpoliert.
833f. in V lautet dies verspar, gegen K und alle übrigen hss.,
aber in Übereinstimmung mit D 1257f. (in / fehlt es):
Für war ich das sprechen mag
Ein iar ist kawm als ein tag.
Nach 898 hat p allein vier unbezeugte verse; die ersten beiden
sind offenbar zu stände gekommen dadurch, dafs statt rtiac geschrieben
wurde kan^ und dann ein reim dazu geschaffen; die andern beiden
sind nichts als eine Wiederholung von 89 7f., um wieder in die richtige
Überlieferung einzulenken, es stehen also eigentlich 897 — 900 zweimal
da. — Übrigens beruht diese Verdoppelung augenscheinlich auf einem
fehler (eben kan für mac) der gemeinsamen vorläge von pzfD, denn
der so geänderte, vers findet sich in D 1471; hinter dem dadurch
reimlos gewordenen verse A 900 findet sich in / und z wie in D der-
selbe neue vers
beidiu naht und [ouch <^ fz] tac.
der verderbte vers 899 fehlt zwar in fz, doch ist dies bei der kürzen-
den tendenz beider hss. ohne belang.
919f. MüUenhoffs herstellung des verspares ist wohl richtig; der
ausgang der Verderbnis war der verlust des wertes hinne; um einen
reim auf paradtse zu haben, hängte man 919 an und min wtse; so
liegt das verspar in p und v, zwei von einander unabhängigen hss.,
vor. die übrigen besserten: Kwfz durch Streichung von mine sinne
und 919; rm stellten einen ganz neuen reim her
und min truren ist mir benomen:
wir stn in daz paradts komen.
(wwdoor. mir vor min rm).
192 ANMERKUNGEN
Nach 924 hat r allein, nach 932 und nach 972 haben rm je
2 verse mehr, die von MüUenhoff aufgenommen, aber sicher inter-
poliert; sind.
931 f. die aufgenommene lesart ist sowohl von j?2 wie von Kv be-
zeugt, also wohl die echte ;^ auffälliger weise aber weichen irmD da-
von ab, indem sie unter sich übereinstimmen (/ und r fehlen): mit
D 1596f. ist zu vergleichen die lesaii; von w\
Vnd icolt mir volgen daran
Vns betröge nickt der cleyne man.
ähnlich in m:
Vns betreugt noch der klain man
Dar an sült ir kain^ zweifei hon.
trotz dieser anklänge wird man die lesarten von wmD nicht auf eine
gemeinsame vorläge zurückfuhren müssen, vielmehr ist es recht gutr
möglich, dafs verschiedene Schreiber den ausdruck der kleine selbständig
zu der kleine man ergänzten; den reim wiederherzustellen, ergab sich
daran (statt aleine), wie tvD schreiben, leicht; m hat gründlicher ge-
ändert, wir sind also wohl berechtigt, das zusammen ti*effen dieser
drei hss. für zufällig anzusehen.
Statt 985 — 88 stehen in pKwrmfD nur zwei verse, in den
übrigen fehlen sie. ich folge MüUienhoff in der annähme, dafs vier
verse echt sind, denn die Sachlage ist die folgende: 985 f. stehen in
if, 98 7 f. stehen in wrnt (und in fD mit gebessertem reime); soweit
könnten 987 f. allein echt und in K durch 985 f. vertreten sein; allein
das in p vorliegende verspar besteht aus 985 und 988, der reim ist
durch anhängung von und vaden an 985 hergestellt, p geht also auf
einen text zurück, der alle vier verse enthielt; dafs aber in diesem
die verse 985f. aus K interpoliert wären, zu dieser annähme berechtigt
nichts, so bleibt nur übrig, alle vier als echt anzusehen und anzu-
nehmen, dafs in p 986f., in K 987 f., in den übrigen 985 f. ausge-
fallen sind.
Innerhalb 1017 — 40 ist p stark gekürzt: von 24 auf 12 verse.
anlafs war wohl das überspringen von gdn 1016 auf dasselbe wort
1031; die übersprungene partie wurde nur teilweise nachgetragen,
die schon vorher begonnene 1031 ff. ganz weggelassen.
1053 steht in der von mir aufgenommenen fassung in wv; in v
ist der reim durch hinzufügung eines verses Das lob mocht nyemant
scheuen gewonnen; prm haben den vers so geändert, dafs er auf 1056
reimt (vgl. Varianten), K hat ihn gestrichen; fD haben 1050 — 53
als zwei, reimpare D 1717 — 20 constituiert, danach einen vers {Sie
trug roselechte wangen f, vgl. D 1751) zugesetzt und 1056 — 58
entsprechend geändert (D 1752 — 54). es ist klar, dafs man den text
nur auf grund von lov, prm und eventuell K constituieren darf; aus
diesen aber ergiebt sich, dafs ein alter fehler vorliegt, an welchem sie
in verschiedener weise gebessert haben; es ist daher geraten, sich an
>
ZUM LAÜRIN A. I93
die (durch v bestätigte) hs. w za halten, welche den fehler un ver-
kleistert darbietet, und von einer besserung, die über den archetypus
I aller hss. zurückgreifen müTste, abzusehen. — Sicher falsch ist Müllen-
If hoffs herstellung: er schreibt 1051 künegtn, läfst den vollgültig be-
I bestätigten vers 1052 einfach weg, nimmt 1058 in der form von pnn
auf (also in einer form, welche sicher durch den wünsch, einen reim
zwischen 1053 und 1056 herzustellen, beeinfiufst ist), zerdehnt ihn
dann in zwei
si enmöhte vergolten sin (: künegtn)
i nikt mit einem lande,
und folgt dann der jüngeren bearbeitung /, indem er aus ihr den
vers dö wurden schone enphangen aufnimmt, dabei entsteht eine
gänzlich unbezeugte assonanz lande : enp^iangen.
Nach 1102 haben r7n wieder zwei unbestätigte verse mehr, die
MüUenhoff aufgenommen hat.
Ebenso stehen nach 1202 in rm zwei plusverse; ich habe sie
behandelt wie die andern unbestätigten und in die Varianten verwiesen,
doch ist zuzugeben, dafs man sie nach der vorausgehenden frage nicht
gern entbehren möchte, vielleicht aber sind sie, wofür der stand der
Überlieferung spricht, eben aus dieser empfindung heraus inteipoliert
worden.
1203 f. sind in der aufgenommenen form von pzf einer- und
Kr andrerseits zur genüge bezeugt; die vier verse, die rm bieten,
und die sechs, die 10 hat, sind als änderungen dieser hss. anzusehen,
metrisch nehme ich an den langen versen keinen anstofs; sie sind
^u lesen
Do^s daz gtwerc mit üntriuwen gvienc
ein dunst von Dietrichs münde gienc.
MüUenhöff hat die stelle sonderbar behandelt: er legt die vier verse
von rm zu gründe und schiebt zwischen die beiden verspare das erste
der nur in w überlieferten ein; das ist methodisch wohl unhaltbar.
1295 — 98: was ich in den text gesetzt habe, ist durch Überein-
stimmung von Kv mit p(z) vollkommen gesichert; in r ist das verspar
129 7 f. stark geändert:
Sy sprach got müs dein eben (1. pflegen)
Das du pehalttes dein leben,
es ist also in direkte rede umgesetzt. MüUenhoff bat diese fassung
neben der allgemein bezeugten aufgenommen, er giebt daher sechs
verse 1315 — 20, die den überlieferten folgendermafsen entsprechen:
Mh. 1315 = 1295; Mh. 1316.17 entstehen durch zerdehnung des
verses 1296 (er liest wart dö über in getan vil der guoten segene)\
Mh. 1318 = 1297; an stelle von 1298 ist das in r durch änderung
entstandene verspar (Mh. 1319.20) getreten. Müllenhoffs text beruht
also auf Vermischung zweier einander ausschliefsender lesarten. — Auch
das unmittelbar folgende verspar 1299 f. ist bei MüUenhoff stark ver-
Holz, Lanrin. 13
194 ANMERKUNGEN
lindert, weil der lange vers 1300 anstöfsig schien; derselbe ist aber,
wenn aach salopp gebaut, doch recht wohl lesbar, da er nur vier
sprachliche accente hat.
1337f. das verspar ist nur in pz^ w und rm überliefert, mit
starken abweichungen :
Der selben dege iungen
Dy getwerg vf in drungen p.
Groasis itrytie hye begonde
Der setbye fielt iunge z.
Aw8 czoch lier ml swinde
Der selbige degin milde w.
Auf zoch er das swert swind
Das dar von giengen gros wind r.
Er schlug an den selbn stundn
Vil tieff gro/s wnden m.
aus der Verwandtschaft der vorliegenden texte ergiebt sich zunächst,
dafs m ohne wert ist. wr haben wenigstens den ersten vers gemein,
j>z einen, der in p erster, in z zweiter ist, und der stark an den
zweiten vers von w anklingt; daraus ergiebt sich als grundlage der
überlieferten Varianten
üz zoch er daz swert vil swinde
der selbe degen junge (? milte ?)
von dieser fassung aus läfst sich alles, was vorliegt, erklären: in w
liegt sie unverändert vor, wenigstens nahezu, denn milte ist doch wohl
erst hier an stelle von junge geiareten, um wenigstens an swinde zu
assonieren; p corrigiert durch Streichung des ersten verses und einen
auf junge reimenden zusatz; z ändert den ersten vers so weit, dafs
sich begunde als assonanz auf junge ergiebt; r dichtet den zweiten
vers um; m ersetzt das ganze verspür durch eine öfber (487 f. 1345 f.)
vorkommende formel. — Als resultat gewinnen wir ein reimloses
verspar; entweder ist einer der beiden verse verderbt, oder es liegen
reste von zwei versparen vor; erstere möglichkeit habe ich im texte
ausgedrückt; die andere dünkt mich jetzt wahrscheinlicher; dann
würden nach 1337 zwei fehlende verse zu markieren und vor 1339
aufzunehmen sein der selbe degen junge, — Müllenhoff hat an unserer
stelle vier verse (1359 — 62); er hat nach einander die fassungen von
j> und r aufgenommen, uns hat sich ergeben, dafs sie beide correcturen
derselben alten Verderbnis, also identisch sind.
1367 — 70: gegen die Überlieferung hat Müllenhoff aus vier versen
sechs gemacht, durch metrische gründe bestimmt: er zerdehnt 1368
in zwei verse und hdte mit ime genomen | sine gesellen schiere^ gewinnt
als reimwort dazu viere durch Streichung von degen 1369 und setzt
hinter 1369 zu wan Dietleip der junge degen (daher Dietleip 1372
durch er ersetzt), indefs die metrik einer jüngeren epoche darf nicht
mit dem mafsstabe der classischen zeit gemessen werden; ich lese
ZUM LAURIN A. 195
1368 und hit sin gaSllen mit im gnonien^
1372 wcer DUetleip vur daz gwiÜ) niht körnen.
Statt 1444 hat allein m drei verse, die MüUenhoff in seinen
text aufgenommen bat; oa p und w gegen m stimmen, sind sie sicher
unecht; da r hier eine gröfsere lücke hat, dürften sie den Zusätzen
der vorläge von rm zuzurechnen sein, sie lauten
Vnd lieff den landein emstlickn an
Zu der selbn stunde
Her dietrich uö seine munde
1445 Ein dunst gieng der was haifs,
147 7 f. sind nur in pumiK und dem jüngeren texte überliefert;
pumi stimmten in der hauptsache überein:
£h/ vor hatten gefleyn vf hör
Dy Sprüngen alle do er vor p.
Dy do hatten geflogen vor
Dy Sprüngen alle K wedir vor w.
Vnd die zwerg die uo* fluchtig wo^dn
Die sprangen her i grossem zorn m.
offenbar gehen diese drei, verschiedene classen repräsentierenden hss.
auf dasselbe reimlose verspar zurück, das jede selbständig zu bessern
sucht; ebenso verfahrt D 2 501 f. ganz abweichend giebt K sechs verse
Die da for mit sorgen
Bieten sich verporgen
Die Sprüngen all herwider für
Vnd liefen zu den risen schir
Die vor geflohen hieten vor not
Die slugeti wider auff den degen gut,
das zusammentreffen von pwmD einer- und der Charakter dieser elenden
reimerei andrerseits zeigen, dafs sie keinerlei wert hat. MüUenhoff
hat sie seinem texte 1505 — 10 zu gründe gelegt und in folgender
weise gebessert: 1507 /ör gestrichen; schir ersetzt durch sider{\ wider) \
9 vor not gestrichen; 10 auff den degen gut ersetzt durch genote
(: hdten), — Ich habe in den text gesetzt, was sich aus pwm als alt
ergiebt, aber eine über den archetypus dieser hss. hinausgreifende con-
jectur nicht gewagt, vielleicht lautete die stelle ursprünglich
diu gevlohen heten vor,
diu Sprüngen alle icider dar
mit einem reime, der bairisch als rein gelten kann (vgl. die Öfter vor-
kommende bindung borten : gaHen).
1495 — 98 stehen in K und m ganz verderbt, fehlen sonst gänzlich:
Mit stehlein Stangen
Die zwen musten derligen
Waz der streit tocht geschehen
Jetleicher wol mocht gesehen K.
13*
196 ANMERKUNGEN
Mit Steckling Stangen
Die eine gewoppoten icoll mochsten erlangen
Do hört nian auff die fürsten stan (!)
Eine stuy*m fraifssarn m.
zwar stimmen p und lo im fehlen dieser verse überein, aber ihre Über-
einstimmung beweist diesmal nichts, denn der unmittelbar vorausgehende
vers 1494 lautet in w {gegen pKm) Men horte sy uff dy helde slon,
scheint also ein rest des nur in Km überlieferten Stückes zu sein; auch
haben X und 7n sonst keine zusätze gemeinsam, ich habe daher 1495
aufgenommen und die drei weiteren so verderbten verse markiert.
Müllenhoff hat ein stück von sechs versen (1527 — 32 seiner Zählung)
construiert in folgender fassung
mit stehelmen Stangen,
die zicene m.uoste belangen:
man horte si üf die helde sldn
einen stürm freissam,
icaz der strit tohie^
ir deweder gesehen mohte.
damit dürfte er im allgemeinen recht haben, nur müssen die beiden
letzten verspare umgestellt werden, denn erst das dritte drückt den
Inhalt des Verlangens aus, das nach dem wahrscheinlichen Wortlaute
des ersten die beiden noch zurückgebliebenen beiden bewegt (auch
steht es in K unmittelbar dahintei*). ich würde also die partie in
folgender weise herstellen
mit steheltnen stangen,
die zwene muoste erlangen,
icaz dem strite geschehen tohte:
ir emveder gesehen mohte.
dö hörte man üf die helde sinn
einen stürm vreissam,
1543 — 52 sind zwar im allgemeinen sicher, bereiten jedoch im
einzelnen der beurteilung grofse Schwierigkeiten. 1546 liest MüUen-
hoff diu geticerc si niht sparten; nun könnte man zwar auf grund
von wr lesen die risen si niht sparten^ aber diu geticerc ist nirgends
belegt; sonderbarer weise bilden hier pKm einer-, wr andrerseits eine
gruppe, gegen das sonst herschende Verhältnis. 1549.50 ergänzt Müllen-
hoff durch conjectur, mufs aber deshalb 1548 gegen die Überlieferung
ändern :
rehte sam ein ßutcer
sach man ez von ir swerten gän:
si wunten ir vil manegen man.
da in dem viure überliefert ist, wird die ergänzung sehr zweifelhaft,
vermutlich stand in der lücke etwas ähnliches wie vers 1546, sodafs
sich die dort vorliegende eigentümliche kreuzung daraus erklären würde,
dafs bald der dorthin, bald der hierher gehörige vers erhalten ist;
ZUM L AURIN A. 197
auch Müllenhoff bat so empfunden, wie seine ergänzung zeigt. — An
stelle von 1551 nimmt Müllenhoff den nur in p bezeugten vers aunder
ungevelle auf; da 1551 in pf und in K überliefert ist, so ist dieser
vollkommen sicher; sunder ungevelle mag ein rest des ausgefallenen
verspares sein.
Nach 1574 hat die sonst kürzende hrs. z vier verse mehr (vgl.
Varianten); da fast alle bss. den schlufs des gedichtes stark gekürzt
haben, so liegt die möglichkeit vor, dafs jene verse echt und zuföUig
nur in z erhalten sind, um so mehr, als sowohl die Fortsetzung K in
I,1638ff. als auch D 2705ff. noch an sie anzuklingen scheinen, freilich
folgt vers 1575 sowohl in pf wie in m unmittelbar auf 1574; ich
habe es deshalb vorgezogen, jene verse in die Varianten zu verweisen.
1579 — 96 sind nur in m und / überliefert, diese beiden hss.
sind aber durch eine so grofse anzahl Zwischenglieder getrennt^ dafs
sie zum beweise der echtheit unserer partie genügen, auch die verse
1593-^96 werden durch sie bezeugt, umso sicherer, als m dies an-
hängsei teilweise in den eigentlichen schlufs hineingearbeitet hat; trotz-
dem halte ich es nicht für einen alten teil des gedichtes, dessen schlufs
1590 — 2 deutlich markiert ist, sondern nur für einen alt«n schreiber-
schlufs; denn der reim nanien : amen hat keine analoga.
198 ANMERKUNGEN
Zur Fortsetzung in K.
I, 1682: der vers wäre in der form Imrie wol gezogenlekh leicht
ergänzt, doch habe ich es vorgezogen, ganz fehlende oder vollständig
verderbte verse auszulassen.
1693 f. sinn: du wirst ihn überzeugt haben, dafs es keinen zweck
hat, dich zu betrügen.
1741 — 43: in der lücke mufs der mit Laurins beaufsichtigung
beauftragte bestimmt bezeichnet worden sein, da 1749 dem iceisen man
sonst ohne beziehung stünde; wie aus 1779 hervorgeht, ist Ilsung
gemeint.
1763 — 56: wie diese vier verse überliefert sind, können sie
nicht richtig sein, es ist wohl deutlich, dafs der zweite und vierte
der überlieferten verse wesentlich identisch sind; ich habe einen von
ihnen (den überlieferten zweiten) gestrichen und das vorliegende vers-
par 1753f. aus dem ersten und dritten vermutungsweise hergestellt,
der nunmehr, fehlende vers 1756 Hesse sich etwa ergänzen daz er
irart harte unfro,
1783 — 85: dafs die lücke durch abitTen des Schreibers von einem
reimpare auf ein ähnliches entstanden ist, ist deutlich, es sind min-
destens drei verse verloren, vielleicht aber noch mehr.
II, 5 — 8 sind sehr verderbt überliefert; offenbar ist Kz wesst
nicht ob er wer lebendig oder todt ein unsinniger zusatz, da Sintrams,
bez. Alberichs böte später 11, 71 genau weifs, dafs Laurin noch lebt;
streichen wir den vers, so treten neben einander die zeilen
ez klagete seines herren not,
ez klagete den twergen überal,
deren gleicher anfang wohl eine folge des Zusatzes ist: das verbum
finitum mufste wieder aufgenommen werden, die weitere besserung
ist aus vers 8 zu gewinnen: dieser ist im wesentlichen richtig über-
liefert; dafs für wäre am Schlüsse ein zusatz ist, um einen scheinreim
auf liberal herzustellen, liegt auf der band; streicht man es, so er-
geben sich die versscblüsse not : überal : not, aus denen sich ein ur-
sprünglicher reim -ot heraushören läfst; das zweite not ist durch tot
zu ersetzen (woran sich vers 9 glatt anschliefst), und dann das ganze
zu ordnen, wie es im texte geschehen ist. freilich fehlt dann ein vers.
— Müllenhoff hat die stelle dadurch geglättet, dafs er den zweiten
und dritten überlieferten vers auf je zwei ausdehnt:
ez enioeste ob er tot
oder lebende wa^re,
ez klagte sine swcere
den getwergen überal,
ZUM L AURIN K. 199
dann ist vers 8 not für wäre ersetzt durch vaL was dagegen einzu«
wenden ist, ergiebt sich aus meiner ausfuhrung.
23 — 26 sind schwerlich richtig überliefert; es soll gesagt werden,
dafs Alberich tut, was in seinen krftften steht, indem er, selbst zur
zeit aufser stände zu helfen, den boten an Walbaran verweist, das
könnte etwa ausgedrückt gewesen sein
Albreich des doch nicht enliez^
dem poten er seine hilfe verhiez:
er weiste in dannen al zuhant
in der wilden iwerge lant usw.
34: dem überlieferten Synon liegt Sion näher als MüUenhoffs
Sinai-, ich verdanke diese conjectur einer bemerkung meines freun-
des Mogk.
105: Haupts conjectur gelegenheit für klein fhett habe ich fallen
lassen; einmal würde im dialecte unseres gedichtes und unserer hs.
gelegenlieit nicht zu geleinheit werden, und dann erfordert der sinn
auch ein anderes object in dem potentialen bedingungssatze als 'die
anliegenden länder.' gemeint ist offenbar: Walbarans her war so grofs,
es hätte die ganze weit überrannt, ohne dafs sie sich hätte wehren
können, daher habe ich es vorgezogen, zu Schmellers bei K. Roth
s. 150 mitgeteilter auffassung zm*ückzukehren, bei welcher auch das /
von kleinfheit als aus / verlesen sich erklärt.
137. 148. 164: an stelle des überall verderbten namens conjiciert
MüUenhoff Nibelunc^ ohne berechtigung, wie mir scheint, denn der an-
laut lÄ — steht in der Überlieferung sicher; am nächsten liegt den
vorhandenen buchstabengruppen die bessemng Lin{C)gunt\ da dies aber
ein frauenname ist, so habe ich vorgezogen, Lindunc zu schreiben,
einen namen, der denselben sinn hat, wie der von seinem genossen
Schiitunc geführte.
157 — 162 sind wieder stark verderbt: von dem verspare 157 f.
ist nur 6in vers vorhanden, doch steht das ganze an unpassender stelle
nach 164 noch einmal und ist von mir danach ergänzt; in 159f. war
nur der reim herzustellen; 161 f. fallen in eine lücke, in welcher noch
einmal die 151 in's wasser geworfenen erwähnt wurden. — Müllenhoff
läfst den vers 158 unergänzt und bindet 157 mit 159, indem er hier
hiete auz erhaben ersetzt durch tet üz heben und so einen ganz unbe-
stätigten reim sehen : lieben herstellt. 160 ersetzt er ßussen durch
fiiezen und ergänzt die folgende lücke durch die si üz den schiffen
stiezen, somit hat er statt 157 — 62 nur vier verse; dafür stehen die
von mir hinter 164 gestrichenen verse im texte.
169 liefse sich etwa ergänzen uinb ainen mitten tac.
182 spottet aller herstellungsversuche (MüUenhoffs get da ir stt
aller baz kann nicht als solcher gelten); man könnte lesen
da^ wir varen deste paz^
schul wir daz her tailen wol usw.,
200 ANMERKUNGEN
doch entfernt man sich dabei weiter als ratsam von der Überlieferung,
vielleicht ist der nur hier überlieferte name Polias verderbt, and der
reim ein ganz anderer gewesen.
198: Müllenhoff ergänzt nu rat wen wir senden dan, wohl richtig.
256: das überlieferte hol läfst sich vielleicht halten. Walbarans
her besteht ans zwergen, die ihrer natar nach zunächst nnterknnft in
höhlen suchen; sie sind aber so zahlreich, dafs auch (v. 258) das feld
von ihnen bedeckt wird.
265 f. sind schwerlich richtig, doch habe ich die überlieferte lesart,
als notdürftig begreiflich, stehen lassen; ich möchte vorschlagen
ica wcere ain wirt so gemuot,
der geste pehielte durch ir guot,
272: vielleicht und auch daz gesinde sein; der sich ergebende
rührende reim ist von der erlaubten art.
337 f. hier eine lücke anzunehmen, wird dadurch geraten, dafs
reden im allgemeinen ausdrücklich eingeleitet werden; hier wäre etwa
zu lesen
da sprach von Peme lier Dietreich
harte wol gezogenleich.
341 — 44: auch hier bereitet die ergänzung des fehlenden keine
Schwierigkeiten (vgl. Müllenhoffs anm. zu dieser stelle):
des antwurte SchiUunc da:
^der gewaüic künic von Armenia
und seine recken alle samt
mdersagen euch zuhant
iren gruoz und ir huld usw.
355ff. Schiltung stellt offenbar die wähl, den kämpf entweder durch
eine ausgewählte anzahl von Zweikämpfen! oder durch eine Schlacht
der ganzen here zu entscheiden, dann hat aber auff dem veld 355
keinen sinn, denn es ist kein gegensatz zu mit offem streit; ich habe
es durch selbe ersetzt, denn wenn Zweikämpfe abgemacht werden, mufs
natürlich Dietrich selbst gegen Walbaran kämpfen, auch was 358
überliefert ist, kann nicht in der Ordnung sein; ich schlage vor, den
vers zu ersetzen durch gen den fremden gesten.
365 f. da Witzen sich als besserung des überlieferten wissen von
selbst ergiebt, so ist die stelle in Ordnung, sobald sich ein für pissen
eintretendes pitzen als hier verständlich nachweisen läfst. das österrei-
chische bitz im sinne von 'kecker bursch*^ (ursprünglich = penis) hat
Sanders (Ergänzungswörterbuch s. 78) nachgewiesen; es pafst hier vor-
trefflich in den höhnischen ton.
368 zu ergänzen, weifs ich kein mittel.
403 läfst sich nicht wiederherstellen; der sinn der stelle könnte
sein: er wird so geschlagen, dafs er etwas ihm ganz geläufiges nicht
wieder erkennt; dann wäre zu lesen
ZUM LAÜRIN K. 201
daz er der mawer nicM erkunde
zu Armenia in seinem lande,
aber warum soll es gerade die mauer sein, die er nicht erkennen wird?
auch würde man in einer so positiv hingestellten höhnenden behauptung
den conj. praet. nicht brauchen können, ohne den beabsichtigten eindruck
ganz aufzuheben, dem zusammenhange fügt sich auch, 403 zu einsetzen
durch
daz er fieuhet al zuJiant,
aber damit haben wir die Überlieferung ganz verlassen.
423f. Müllenhoff gewinnt abgerundete verspare durch Streichung
von 428; es ist mir wahrscheinlicher, dafs dieser vers rest eines
pares ist, dessen reim die gleichen reime 421 f. und 425 f. trennte;
erst in folge des ausfalles von 424 ist 423 den nachbarversen ange-
glichen worden.
447f. das hier (wie so oft) im reime überlieferte ja beseitigte
Müllenhoff durch einführung der lat. form Veneiia; doch ist diese
sehr bedenklich, da das allgemein deutsche Venedige sonst überall steht.
wenn ich ja durch da ersetze, so nehme ich an, dafs ein rührender
reim des temp. do auf das loc. da vorliegt.
463ff. in meiner herstellung dieser partie weiche ich durchweg
von Müllenhoff ab; dieser coustruiert 463f. den reim dienest : daz best,
467 f. hervert « hervertet) : gewert dafs der erstere durchaus un-
möglich ist, liegt auf der band; der letztere liefse sich halten, doch
ist die stelle gewifs einfacher durch den häufigen formelhaften reim
pegert : gewert gebessert.
494 weifs ich nicht herzustellen; der reim legt nahe, dafs statt
ratimi zu lesen ist mom; aber was ist aus den übrigen werten zu
machen?
528: sahen für überliefertes slahen wird durch vers 517 wahr-
scheinlich; es ist alles sichtbar, was den feinden gehört, nur diese
selbst nicht.
549: dafs der gen. sing, durch den gen. plur. zu ersetzen ist,
zeigen sowohl reim wie Zusammenhang (vgl. 554).
581 — 84: es ist mir jetzt das wahrscheinlichste, dafs hier ursprüng-
lich nur ^in verspar stand
daz er selbe ist so starc^
daz im nieman an gesigen mac,
vgl. dazu 795ff.
614: MüUenhoffs ergänzung ledegen und gesunden trifft gewifs
das richtige.
756ff. sinn: ich will mich wahrhaftig um meinen gegner so
kümmern, dafs er sein leben verliert.
780: hier fehlt doch wohl ein vers, denn das folgende ist in
Ordnung; Müllenhoff zieht 782 f. in einen vers zusammen und bindet
Trimonin : hin im reime.
202 ANMERKUNGEN
787. 797: dafs des Salamanders haut, nicht sein köpf gemeint
ist, zeigt der Zusammenhang.
80.4: ein endungsloser genitiv smü ist, obgleich überliefert, doch
unmöglich; deshalb ersetze ich. bedorfft durch geworchte, der sinn wird
dadurch nicht wesentlich geändert; gemeint ist, dafs Walbarans waffen
von wunderbarer herkunft sind.
808: was überliefert ist, ergiebt einen dem gedichte sonst nicht
eigenen reim, der durch Müllenhoffs conjectur sagen rnac (ftir sag)
nicht wahrscheinlicher wird, doch weifs ich weder hier zu bessern,
noch 818 und 848 zu ergänzen. MüUenhoff hat 817 in zwei verse
zerdehnt und damit 818 ausgefüllt:
wären sunne unde man
unde Sterne neben an,
849: an den merstemen nehme ich so wenig anstofs, wie an dem
Zirkel affricus 845 {merstem ist polarstem, der plural natürlich blöd-
sinn); wer wollte ergründen, wieweit hier unseres autors Weisheit reicht?
860 hat MüUenhoff mit recht aus Laurin 214 ergänzt.
911: ich habe gewagt, das unverständliche lauterman durch darm-
gurt zu ersetzen, weil ein solcher (oder etwas, was ihn vertreten kann)
unzweifelhaft gemeint ist: es handelt sich um eine goldene kette (vgl.
915), die den aus zwei löwen gebildeten sattel unter dem bauche des
pferdes zusammenschliefsi die Verderbnis lauterman ist wohl dadurch
entstanden, dafs das adjectiv lauter aus vers 913 in 911 herüber ge-
nommen wurde und nach ausfall des eigentlichen Substantivs mit dem
nun folgenden man verschmolz.
975 und 996 weifs ich nicht zu ergänzen; an letzterer stelle
hat MüUenhoff durch Streichung von 998 geglättet; er ersetzt 995
und glückes vil durch alle glich (: rieh 997).
1050 ist wohl aus Laurin 526 zu ergänzen.
1073f. die überlieferten drei verse sind auf zwei zu kürzen, denn
der mittlere von ihnen giebt unsinn; Dietrich will durch sein persön-
liches auftreten gegen Walbaran den krieg beenden, also durchaus nicht
noch so manchen mann wagen, wovor er doch hier gewarnt wird. —
MüUenhoff hat im gegenteil 1074 auf zwei verse ausgedehnt.
1145 dürfte zu ergänzen sein nu laufen alle paide dar (ähnlich
MüUenhoff).
1167 — 72: überliefert sind nur vier verse, der reim von 1165
ab in drei paren derselbe. MüUenhoff liest 1167 heim ziere, 1169
statt zeware : schiere; er beseitigt dadurch den anstofs der gleichen
reime, ohne das überlieferte zu erweitern, und seine änderung würde
genügen, wenn nicht 1170 schar (: dar) an stelle eines nötigen plurals
stünde, meine eigene änderung kann ich freilich nicht aufrecht er-
halten, denn der reim zeivare : scharen ist nicht möglich, da der dichter
schliessendes n nicht vernachlässigt, mir scheint, dafs 1169f. ein von
einem Schreiber herrührendes füUsel sind, getreten an stelle einiger aus-
ZUM LAURIN K. 203
gefallener verse, in welchen Dietrich von Hiltebrand ebenso entwaffnet
wurde, wie llGSff. Walbaran von Laarin.
1248: die lücke beseitigt Müllenhoff durch Streichung von 1249
(steht in der hs. erst hinter 1250) und dadurch, dafs er 1250 wart
tac ersetzt durch was betagt: damit wird wieder ein unerhörter reim
geschaffen, freilich weifs ich die lücke auch nicht zu ergänzen; es
ist vermutlich mehr als 6in vers ausgefallen, da die nächtliche unter^
bringung der gaste gewifs angegeben war.
204 ANMERKüNaEN
Znm Lanrin D.
Der bearbeiter hat eine Vorgeschichte 1 — 2£8 abgefafst, bestimmt,
die im alten gedichte UDvermittelt auftretenden tatsacben, dafs Hilte-
brand über die zwerge orientiert, und Dietleibs Schwester von Laurin
entführt ist, vorzubereiten, so zeigt sich bereits hier sein bestreben,
zu motivieren und das lose gefüge des alten gedichtes fester zusammen
zu schliefsen. wenn seine zusätze ebenfalls nicht immer klar sind, so
ist das die folge des umstandes, dafs er der vorläge treuer folgt, als
für seine zwecke gut ist. so ist es z. b. unverständlich, dafs die
herren v. 223ff. nach Bern reiten und sich dort ruhig aufhalten, ohne
an ihren eigentlichen plan, die befreiung Similts, zu denken; aber der
bearbeiter hätte, um dies zu vermeiden, den alten eingang 239ff. auf-
geben müssen, und das wollte er nicht.
239 — 430 geben A 1 — 196 ziemlich genau wieder.*) es fehlen
A 7 7f. (stehen in/, gestrichen wegen des ungenauen reimes), 8öf. (un-
echt), 147f. (stehen in /), andrerseits ist D 419f. zugesetzt (wohl
eine doublette des unmittelbar vorhergehenden A 185f.; damit erklärt
sich die auffallende Unterscheidung zwischen hämisch und brünne als
Zufall), dafs D 407 — 10 von A 175 — 78 abweicheo, ist folge eines
fehlers der vorläge: A 176 fehlte bereits in C; / bessert durch
Streichung von A 178, D macht aus diesem verse zwei neue. — Die
wenigen neuerungen im reime erklären sich meist als besserungen von
ungenauigkeiten, so D 259f. 261f. 359f. [f reimt hier verdriezen : lieze)
365f., während 415f. wohl wegen fehlers der vorläge geändert ist
(/ hat die stelle gestrichen).
282: Garten als Hiltebrands sitz hat C eingeführt.
312: mit der änderung ^linker fufs, rechte band* stellt D (und
unabhängig davon w) den richtigen ansatz her, wie MüUenhoff DHB I,
s. 278 erkannt hat. nur an dieser 6inen stelle hat der druck die
den älteren texten eigene angäbe, wohl zufällig, denn sonst stimmt
er zu 8.
431 — 44 sind eine interpolation , die sich (mit ausnähme von
441f.) auch in / findet, also im wesentlichen aus C stammt.
445 — 48 entsprechen A 197f., sind also aus zwei versen er-
weitert, um den ungenauen reim zu beseitigen; das ist schon in C ge-
schehen, denn / stimmt zu D.
449—54 = A 199—204; dahinter hat JD vier verse 455 — 58
zugesetzt.
*) Seite 105 ist im columnentitel der verweis auf die parallelen verse
von A zu lesen: A 59—94 (statt: A 94 — 95).
ZUM LAÜRIN D. 205
459 — 508 geben A 205 — 50 fast genau wieder, nur sind
A 211 und 217 auf je drei verse ausgedehnt; die erweiterung von
-4 211 stammt aus C, da /sie teilt, die reime von A 219 — 22 sind
geändert, also die assonanz 219f. beseitigt.
509 — 46: die scbeltrede Laurins A 251 — 64 ist ausgiebig er-
weitert; in BC um&fste sie nur zehn verse, die in C abweichend ge-
ordnet waren: die beiden den inhalt von 255 — 58 wiedergebenden
standen erst hinter 262, eine folge, die in / vorliegt und in D zu
erkennen ist: Z> 519f. entsprechen A 251 — 54, D 525 — 28 =
A 259—62, D 538f. entsprechen A 255—58, D 545f. = A 268f.
547—70 = A 265—90 (die unechten verse A 277f. fehlen).
571—78 vei-treten A 291—96; die lücke A 294 ist ausgefüllt
durch ausdehnung der drei verspare auf vier (nach -4 291 und 296 je ein
vers zugesetzt, 292 mit 293 durch reim gebunden, 295 zur beseitigung
des particips bestdn auf zwei verse ausgedehnt).
579—92 sind zusatz. — 593 — 600 = A 297—304; der reim
8un : vrum A 297 ist beseitigt. — 601 — 8 vertreten A 30öf. —
609—16 = A 307—14. — 617—20 sind zusatz. — 621—24 =
A 315 — 318; der bairische reim A 317f. ist beseitigt. — 625f. sind
zusatz, um die berichtigung des in A folgenden ungenauen reimes zu
ermöglichen. — 627—30 = A 319 — 22. — A 323—26 werden über-
gangen, könnten in C ausgefallen sein (f streicht A 313 — 30). —
631f. = A 327f. — 633—38 vertreten A 329f. — 639—42 =
A 331 — 34. — 643f. sind zusatz, bestimmt, den in A folgenden unge-
nauen reim zu beseitigen. — 645f. = -A 33öf.
647 — 50 sind aus A 337f. ausgedehnt, um den in C vorliegenden
ungenauen reim zu bessern; C las, wie die Übereinstimmung von D
und / zeigt, den kleinen (: steine). — 651f. = ^4 339f — 653f. sind
ein zusatz von C, denn wenigstens D 654 ist auch in / belegt. —
655f. = A 341f. — 657—60 vertreten A 343f.
661 — 68 = A 345 — 52; danach war in C eine Ittcke entstanden
durch abirren von A 352 — 4 auf die gleichen verse A 360 — 2. der
bearbeiter hat sie notdürftig geschlossen, indem er 668 von der rede
Laurins getrennt hat.
669—74 = A 361—66. — 675—78 sind zusatz. — 679f. =
A 367f. — 681 — 84 vertreten A 369f ; dies verspar war in C zer-
rüttet (wohl durch ausfall von 369), wie / deutlich zeigt. — 68 5f.
= A 37 If. — 687 — 92 sind ein aus dem ^Turnier von Nantes^
V. 215 — 20 entnommener zusatz.
693—702 = A 373—82. was in A unmittelbar folgt (383 bis
90), ist* gestrichen und fehlt auch in /; der ausfall geht also wohl
auf C zurück, der grund dieser kürzung ist nicht sicher zu erkennen;
es wäre möglich, dafs die Verderbnis 383ff. in der vorläge von C nicht
so gebessert war, wie es in den nächstverwandten hss. p und z der fall
ist. die Streichung wäre dann ein selbständiger besserungsversuch von C.
206 ANMERKUNGEN
708—22 = A 391—410; die änderungen der reime 705f. 717f.
721f. stammen aus C^ denn / stimmt zu D. an der ersten stelle ist
die neuerang wohl noch eine folge des eben besprochenen ausfalles,
während 717 der unreine, 721 der rührende reim zu beseitigen war.
728—38 sind zusatz, 739—748 aus A 411—14 erweitert.
749 — 804 geben A 415 — 72 in der hauptsache glatt wieder.
A 419f. sind umgestellt, 421f. die assonanz beseitigt, 427f. gestrichen;
diese drei neuerungen werden durch / bestätigt, stammen also aus C.
femer ist der reim von A 441f. gebessert, die verse A 461 — 64
ausgefallen (schon in C, infolge abirrens von 460 auf 464), dagegen
D 789f. und 797f. zugesetzt; das erstere verspar war dadurch nötig
geworden, dafs nach angäbe des Zusatzes 726f. Laurin wieder zu pferde
gedacht war; das andere könnte eine folge der A 466 in pz (vgl. Vari-
anten) vorliegenden Verderbnis sein; / teilt zwar den fehler nicht,
könnte aber selbständig gebessert haben, denn das richtige zu treffen
war hier nicht schwer.
806 — 20 sind zusatz.
82 If. = A 473f. — 823—26 sind ein aus C stammender zu-
satz; / giebt zwar nur das zweite der zugesetzten verspare, aber der
Zusammenhang erfordert auch hier das erste unbedingt.
827—32 = A 476—80. — 833—36 sind zusatz. — 837f. =
A 48 If. — 839 — 44 vertreten das in C verderbte verspar A 483f.
— 845—48 = A 485—88 {A 489f. sind ausgefallen, stehen in /).
— 849—58 = A 491—500 {A 501—6 sind ausgefallen, wohl schon
in (7, da sie auch in / fehlen).
859—924 geben A 507—66 wieder; JD hat 863f. 869f. und
913f. zugesetzt, aufserdem A ö45f. auf vier verse 899 — 902 ausge-
dehnt, weil der reim in der vorläge zerstört war, dagegen das unge-
nau reimende verspar A 525f. gestrichen, ferner ist zu bemerken,
dafs der ungenaue reim A 52 7f. gebessert ist, und dafs A 559f. und
561f. in B 917—20 ihre stellen getauscht haben; in/ fehlt -4 65 9f.;
daraus läfst sich vermuten, dafs dies verspar in C zuföllig weggelassen
und auf dem rande nachgetragen war; / überging es, D ordnete es
falsch ein.
925 — 38 sind an die stelle von A 667 f. getreten; der zweck
des Zusatzes ist offenbar, gründlicher zu motivieren.
939—46 = A 569—76.
947 — 62 sind ein zusatz, der denselben zweck verfolgt, wie 925tf.
953 — 1124: dies stück weicht von der entsprechenden partie
A 577 — 684 stark ab; den grund der zahlreichen änderungen zu er-
kennen, ist stellenweise ziemlich schwierig, umso mehr, als die Zwischen-
stufe / hier so gut wie nichts beibringt, da sie das ganze stück un-
gewöhnlich stark gekürzt hat: es bietet nur 40 verse gegenüber den
108 von Aj 172 von D. vielleicht darf man daraus schliefsen, dafs
C einen stark verwirrten text bot; die kürzung von f und die um-
ZUM LAÜRIN 1). 207
arbeitung von D hätten dann beide den zweck, der Verwirrung ab-
zuhelfen.
Bis einschliefslich 976 == ^ 608 folgt D im ganzen dem alten
texte; nur fehlen A 583 — 88 (auch in/) wohl infolge mechanischen
ausfalles; femer ist die assonanz A 59öf. beseitigt (steht noch in f\
und die vier verse A 603 — 6 durch zwei neue D 973f. ersetzt (schon
in C, denn sie finden sich auch in /).
977 — 1002 sind an stelle von A 609 — 16 getreten; die neue
partie ist ganz im geiste der bearbeitung gehalten; nur sieht man nicht
ein, weshalb D den Dietleib plötzlich von seiner, vorher wie in A an-
gedeuteten absieht, das rofs zu besteigen, abstehen und sie erst später
ausführen läfst, sodafs sie 1038 im plusquamperfekt erwähnt werden mufs.
1003 — 14 sind aus 617—24 erweitert.
lOlö — 66 sind an stelle von A 625 — 44 getreten; die darstellung
ist im ganzen dieselbe, nur durch eine weitere bitte Dietleibs ver-
mehrt, auffällig sind die zahlreichen Umstellungen von versen: 101 5f.
ist aus A 645 =jD 105 7f. entnommen (steht in D also zweimal);
A 629f., an ihrer alten stelle durch Überarbeitung entbehrlich ge-
worden, sind in der antwort Dietrichs auf die eingeschobene bitte Diet-
leibs als D 1047f. verwendet; A 635 — 38 sind zunächst übergangen
(an eine spätere stelle versetzt, s. u.).
1057—64 = A 645 — 52, nur weicht der reim von 1061f. ab,
umso auffälliger, als dadurch in D eine sonst vermiedene ungenauig-
keit entsteht (sie ist in 8 überliefert, die lesart von d wohl nur eine
correctur). vergleicht man /, so findet man zwischen den versen, welche
A 1058 und 1071 entsprechen, ein selbständiges verspar:
er hiez im Laurtn wider geben,
do Wohle her Dietleip widerstreben^
also mit einem an D 1061f. anklingenden reime, es ist also wahr-
scheinlich, dafs die in rede stehende reimänderung aus C stammt; in
dieser stufe aber war geben : ich leben ein reiner reim, da rhein-
fränkisch die 1. person praes. auf -n ausgeht (vergl. Rosengarten
s. LXXXIII). D mag den umstand, dafs dieser reim in seinem dia-
lecte nicht rein war, übersehen haben.
1065 — 68 = A 635 — 38; es sind die vorhin erwähnten umge-
stellten verse. zu beachten ist, dafs sie auch an der neuen stelle auf
einen reim zorn : verlorn folgen; es liegt also nahe, abirren eines
Schreibers als Ursache der Umstellung anzusehen, dies und der um-
stand, dafs A 64 5f. in 2? zweimal steht, zuerst um 20 verse (wohl
höhe einer seite, wie in H) zu früh, stützen die oben ausgesprochene
Vermutung, dafs C in dieser partie in Verwirrung geraten war.
1069.70 sind zusatz. — 1071.72 = A 953f. — 1073—78 ver-
treten A 955—60. — 1079—86 = A 661f. 665f. 669—72; was
dazwischen stand, ist gestrichen. — 1087.88 vertreten A 673 — 76.
— 1089.90 = A 677f.
208 ANMERKUNGEN ,
1091 — 1118 sind zusatz, bestimmt, den aosgang des Zweikampfes
für Dietrich günstiger zu gestalten; daher sind 1119 — 24 zwar ==
A 679 — 84, doch die beiden in rede stehenden personen in 2? vertauscht,
der gedanke, der hier ursprüDglich dargestellt wurde, ist im zusatze
1099flF. verwertet, auch die vorher übergangenen verse A 675f. sind
als llOSf. angebracht.
1125—28 = A 685 — 688. — 1129f. sind zusatz. — 1131 bis
36 = -4 689 — 94; danach sind A 695 — 700 übergangen (fehlen auch
in f),
1137—42 = A 701 — 6; danach sind A 707—722 übergangen;
auch diese partie fehlt schon in / und ging offenbar in C durch
mechanischen ausfall (abirren von verborgen 706 auf dasselbe wort
722) verloren, infolge dessen schwebte Laurins directe rede -4 723ff.
in der luft. der bearbeiter D half dadurch, dafs er A 723 — 26 als
erzfthlung fafste (i) 1143 — 46) und dahinter vier neue, Laurins rede
einleitende verse 1147 — 50 einschob. / hat das ganze stück -4. 723
bis 30 durch zwei neue verse ersetzt (vgl. einleitung).
Von D 1151 = A 727 ab bis mit D 1316 = A 884 folgt
die bearbeitung dem alten texte ziemlich treu, nur folgendes ist ge-
ändert: A 755f. ist gestrichen wegen der assonanz (fehlt auch /); A
759f. ist auf vier verse D 1181 — 84 ausgedehnt, weil der bearbeiter
den conjunctiv hän nicht dulden konnte und durch den indicativ lidnt
ersetzte (in / noch das alte); A 769f. ist die assonanz beseitigt (liegt
in / noch vor)*); A 71b--7S sind in V 1199—1204 auf sechs verse
ausgedehnt; anlafs gab wohl der wie in pz^ so auch in der vorläge
von fD vorliegende fehler 777 do sprach^ welcher den Zusammenhang
zwischen 776 und 778 zerreifst (auch / ändert, jedoch ohne zu er-
weitern); A 819f. ist in D 1245f. geändert, offenbar weil in der vor-
läge das wort la7}c fälschlich an die reimstelle geraten war (in / un-
belegt); A 827f. ist die assonanz beseitigt (auch in /, aber abweichend);
A 83 If. fehlen; sie fehlen bereits in pzf] dadurch treten vier gleiche
reime neben einander, ein kunstfehler, der vom bearbeiter durch änderung
des reimes A 833f. = D 1257f beseitigt wird, ähnlich liegt der fall
A 841 — 48, ersetzt durch D 1265 — 80: hier waren zunächst sechs
gleiche reime zu beseitigen, dann aber hat D auch ein kleines stück
interpoliert, das auf die zugesetzte einleitung zurückweist,
1171: der name von Dietleibs Schwester, in C verderbt Zym-
Jdlt, hat in D die form Similt erhalten; wie diese aufzufassen ist,
lehrt die Schreibung Sigemilt in d v. 2596; der bearbeiter hat sich den
ihm unverständlich überlieferten namen dadurch, dafs er ihn St-milt
abteilte, verständlich gemacht, der vocal der ersten silbe ist demnach
lang anzusetzen (wie in Stfrit).
An stelle von A 885f. steht in D 1317—1464 ein längeres
*) sicester D 1194 ist wohl Schreibfehler für leben.
ZUM LAURIN D. 209
interpoliertes stück, in welches jenes verspar als D 1333f. aufge-
nommen ist.
Mit 2? 1465 = -4. 887 folgt die bearbeitung wieder dem alten texte,
doch ist dieser zunächst etwas verkürzt: es fehlen 889f. und 893f.
(stehen beide in /), femer 895f. (fehlt auch /). statt A 897—900
stehen sechs verse D 1469 — 74; über die veranlassung zu dieser Um-
arbeitung habe ich in der anmerkung zu A 897 gesprochen; sie be-
ruht auf einer Verderbnis in B,
Statt A 911 — 14 stehen acht verse D 1485 — 92; zur än-
derung hat der reim gezemt : gewent veranlassung gegeben (/ hat
A 91 If. gestrichen, bewahrt aber 91 3f. in alter form).
Nach A 932 setzt D vier verse 1511 — 14 zu.
A 937 — 48 fehlen in D und / wohl infolge mechanischen aus-
falls: die reime A 935f. und 947f. sind einander sehr ähnlich.
1521 — 66 sind eine Interpolation, welche A 951 — 56 verdrängt
hat; doch sind einerseits A 951 — 54 im anfange derselben noch zu
erkennen, andrerseits A 955f. in / belegt, so dafs also C noch = A
gewesen sein mufs.
1567 — 76 geben im wesentlichen A 957 — 64 wieder, vermehrt
um zwei verse; diese vermehinang ist die folge der lesart wolgestalt
für wolgetdn, welche einen neuen reim und damit eine zerdehnung
von A 962 erzeugte (in / wurden A 959 — 62 gestrichen).
A 965—68 sind auf ein längeres stück D 1577—1608 ausge-
dehnt; der umstand, dafs die fremden im berge zunächst nicht sehen
können, wird in D als folge von Zauberei hingestellt (in / gilt noch
das alte Verhältnis).
A 969 — 76 sind in D 1609 — 20 um vier verse erweitert:
1611f. bringen Wolf hart an im sinne des gegensatzes, den der inter-
polator zwischen ihm und Witig construiert; 1615f. sind eine folge
der vorausgehenden reimänderung, die ihrerseits wohl durch Verderbnis
verursacht ist: auch / liest (statt aleine A 971) als hie in = als
ich bin hinne D, und hat demnach den reim zerstört; D stellt ihn
mit hilfe des Zusatzes wieder her.
1621 — 52 entsprechen A 977 — 1040, sind aber stark gekürzt:
1629f. stehen an stelle von vier versen A 985ff., die indefs nirgends
in diesem umfange erhalten sind (s. anm. zu dieser stelle); die asso-
nanz /laben : geladen wurde schon in C durch sol : vol ersetzt.
A 991 — 1002 und 1005f. fehlen und sind bereits in C ausgefallen;
1007f. und 1009f. sind vertauscht, ebenfalls schon in C. statt A 1015
bis 30 stehen nur vier verse D 1643 — 46; diese partie liegt schon
in p zerrüttet vor; / hat sie gestrichen, z durch zwei verse ersetzt
Sy trugen dy fidein in der hant
Sy machtyn manchyn schonen tancz,
es liegt also wohl eine Verderbnis von B zu gründe, innerhalb
A 1031 — 40, welches stück in p und/ ganz fehlt, sind 1033 — 36 aus-
Holi, Lftorin. 14
210 ANMERKUNGEN
gefallen; ganz dieselbe kürzung liegt in z vor, sie geht also ebenfalls
auf B zurück.
Es folgt eine längere interpolation 1653 — 1708.
1709 — 20 entsprechen A 1041 — 53, geändert infolge einer Ver-
derbnis: schone -4 1049 war frühzeitig (schon in p) durch wol er-
setzt; die dadurch hervorgerufene Störung wurde durch zusammen-
ziehung des verspares A 104 7 f. in ^inen vers D 1715 beseitigt, die
verse 1050 — 58 wurden schon in C zu zwei reimparen verbunden.
1721 — 50 sind zusatz des bearbeiters D.
1751 — 1800 folgen im wesentlichen A 1056—1106. die Um-
arbeitung und ergänzung von A 1056 — 58 in D 1751 — 54 liegt
schon in / vor. A 1063f. fehlen; sie sind schon in p weggeblieben.
A 1075—80 sind in D 1769 — 74 stark verändert; da sie in / ge-
strichen sind, darf man als veranlassung Verderbnis in C aDnehmen.
ähnlich liegt die sache wohl in D 1793f, verglichen mit A 1099f.;
auch sie fehlen in /.
1801 — 60 sind eine erweiterung von A 1107 — 34; zum teil
schimmert die grundlage deutlich durch; nur von A 1113 — 20. 1133f.
ündet sich keine spur; da diese verse auch in / unbelegt sind, möchte
man annehmen, dafs sie in C ausgefallen waren.
1861 — 72 sind später zusatz, bedingt durch die einmal aufgestellte
behauptung, dafs der den fremden angetane zauber nur durch Similts
edelstein aufgehoben wird.
1873 — 1922 sind aus A 1135 — 60 erweitert; die grundlage
ist schritt für schritt erkennbar; die erweiterung rührt erst von D her.
1923 — 70 entsprechen A 1161 — 82; auch hier erkennt man die
grundlage leicht, doch ist mit ihr eine Veränderung vorgegangen: den
wunderring, der den wundergürtel ersetzen soll, erhält Laurin erst
von Similt. das ist eine ganz unhaltbare idee, hervorgerufen durch
einen fehler in ^ 1163; in p ist diese stelle noch in Ordnung, aber
z liest
Stiefs 8u om an sine hanb,
die genesis des fehlers liegt also vor C. damit hängt es wohl zu-
sammen, dafs /die ganze in rede stehende partie streicht.
1971 — 2096 sind eine erweiterung von A 1183 — 1222. die
Zusätze betonen, dafs Laurin sich hütet, von dem Schlaftrünke zu ge-
niefsen, führen Riesenkind ein als denjenigen, der die herren in den
kerker schleppt, und schildern ausführlich, welche kraft Dietrich beim
brechen der ketten äufsert. die grundlage ist fast durchweg zu er-
kennen; es liegt eine Umstellung vor: A 1217ff. {D 2024) sind
zwischen A 1200 {D 2018) und 1203 {D 2045) geschoben; es
scheint, dafs der bearbeiter nicht verstand, in welcher absieht Similt
den schein im berge zudeckt (die sache ist in A allerdings nicht sonder-
lich klar ausgedrückt), im alten texte sollen die zwerge getäuscht, im
neuen soll wohl den gefangenen ruhe zum schlafen gewährt werden.
ZUM L AURIN D. 211
— In 199 If. habe ich mir erlaubt, den reim zu ändern, denn das über-
lieferte dar ist ganz unverständlich; ich wüfste nicht, dafs es irgend
wo oder wann im sinne von dö gebraucht werden dürfte.
2097 — 2128 entsprechen A 1223 — 48, nur sind einerseits
A 1225f. übergangen (fehlen in der ganzen gruppe J5), andrerseits
D 2113 — 16 und 2121 — 24 zugesetzt. — 2108 habe ich aus A auf-
genommen, weil s die drei verse 2107.9.10 noch mit den alten reim-
worten giebt; die lesart von d ist als eine correctur des in ^' vor-
liegenden fehlers anzusehen. — Der reim von 2127f. weicht von dem
der entsprechenden stelle A 1247f. ab; die hs. / giebt das mittel-
glied: hier liegt eine assonanz degen : leben yor, die von D, wie ge-
wöhnlich, beseitigt wurde.
2129—42 entsprechen A 1249—64 und 1287—90. die be-
arbeitung scheint auf folgende weise zu stände gekommen: A 1249 bis
54 wurden gestrichen, vielleicht wegen verderbnisses der vorläge (da-
rauf weist wenigstens die lesart von p hin; / liegt nicht vor; z hat
freilich das richtige), 1255 — 70 wegen der starken Wiederholungen
auf fünf verse gekürzt, dann die erzählung, wie Similt ihrem bruder
die Waffen verschafft {A 1271 — 86), auf später verspart (s. u.) und
hier nur durch zwei verse D 2134f. vorbereitet, endlich A 2187 — 90
aufgenommen und durch drei motivierende verse D 2136 — 38 mit
dem vorausgehenden verbunden.
2143—50 = A 1291—98; danach sind A 1299—1302, wohl
als Wiederholung von A 1241ff., übergangen.
2151 — 86 erzählen, wie Dietleib sich waffnet und dann seine
gesellen bedenkt, und leiten zum kämpfe über; sie beruhen auf dem
vorher übergangenen stücke A 1271 — 86 samt A 1303 — 10.
2187 — 2202 gebend. 1311 — 24 wesentlich unverändert wieder,
nur ist natürlich der bairische reim leit : strtt beseitigt, und sind da-
her die vier verse A 1319 — 22 auf sechs D 2195 — 2200 ausgedehnt.
Es folgt ein längerer selbständiger abschnitt 2203 — 2262, der
an die stelle des kurzen Stückes A 1325 — 28 getreten ist; mit dem
letzten verspare lenkt D wieder in die vorläge ein.
2263 — 94 geben A 1329 — 64 fast genau wieder, nur sind
A 1337 — 44 auf vier verse D 2271 — 74 reduciert; veranlassung dazu
war offenbar die Verderbnis der vorläge, welche nach ausweis von pz
statt A 1337f. nur bot der selbe helt junge (vgl. anm. zu dieser stelle).
2296 — 2316 sind aus A 136ö — 76 herausgearbeitet; die vor-
läge ist metrisch gebessert, und die assonanzen beseitigt; auch hatte D
den gedanken hier wieder anzuführen, dafs die beiden nicht sehen konnten.
2317 — 28 stehen an stelle von A 1377f., das entbehrlich war,
weil es eine vorher schon angeführte tatsache wiederholt.
2329—2354 wesentlich = A 1379—1402, nur ist JD 2335f.
Zusatz; die assonanz Itp : zU ist beseitigt und dadurch auch ihre Um-
gebung geändert.
14*
212 ANMERKUNGEN
2355 — 62 sind ein zusatz, der A 1403f. verdrängt hat; seine be-
stimmung ist, die in A nun folgende rede Dietrichs dem Dietleib in
den mund zu legen; es schien dem bearbeiter angemessen, dafs zu-
nächst der allein im besitze der nötigen kämpf mittel befindliche Diet-
leib seine geführten warnt.
2363 — 76 geben A 1405 — 14 wieder; da der schlufs von Diet-
richs rede in Dietleibs munde nicht passend war, so muTste das stück
in seiner letzten partie geändert werden.
2377 — 90 sind eine ausführung von A 1416—22; Hiltebrand
mufs seine kennerschaft der zwerge dadurch erhärten, dafs er die be-
deutnng des ringes im einzelnen auseinandersetzt, dagegen übergeht
der bearbeiter A 1423 — 28 als überflüssige Wiederholung.
2391 — 2432: Dietrichs kampfmitLaurinwird ziemlich abweichend
von A 1429 — 58 erzählt. Dietrich überwindet Laurin beträchtlich rascher
als in A] seines feueratems bedarf es nicht; dafür darf Laurin seinen
finger behalten, denn er wird schon jetzt gefangen, und ihm sein ring
einfach abgenommen, diese änderung ist auffallend, aber gut begründet:
wenn späterhin die fünf beiden durch ihre fünf riesischen gegner in
anspruch genommen sind, ohne dafs Laurin diesen günstigen umstand
zu erneutem eingreifen benutzt, so ist die neue annähme, dafs er zu jener
zeit bereits gefangen war, richtiger als die alte, die ihn (wenn auch
verwundet) untätig zusehen läfst. ferner ist für die anschauung des
bearbeiters charakteristisch, dafs er das rasche unterliegen Laurins in
einer rede Dietrichs als folge seiner treulosigkeit hinstellt.
2433 — 2579: das eingreifen der riesen und ihr kämpf zunächst
mit drei beiden ist aus A 1459 — 98 breit ausgeführt, mit grofser
lebendigkeit und geschicktem anbringen kleiner züge. beachtenswert
ist besonders, dafs der bearbeiter den alten Hiltebrand unmittelbar,
nachdem er den ring erhalten hat, in den kämpf eintreten läfst; im
momente des eingreifens der riesen wird er dann an das ge wölbe ge-
führt, um die beiden dort noch befindlichen geführten zu warnen, tritt
aber sofort wieder in das gefecht zurück, gegen das ende des ab-
schnittes lenkt der text natürlich wieder in den Wortlaut der vorläge
ein; D 2571ff. sind aus A 1495flF. herausgearbeitet (vgl. anm. zu
dieser stelle).
2580—2626 sind wesentlich = A 1499—1542. folgende ab-
weichungen sind zu bemerken: der anfang ist geändert, denn der reim
sun : vrum wird stets weggeschafft; 2593f. sind zusatz: der bearbeiter
vermifste neben der erwähnung des helmes und des Schildes die des
Schwertes; 2605 — 12 vertreten A 1523 — 26, die (weil unmittelbar
darauf wiederholt) überflüssig waren, und geben dafür genau an, dafs
nunmehr die angezauberte blindheit aufgehoben wird; A 1533f. sind
gestrichen, denn die beiden haben die Schilde schon vorher aufgenommen.
2627 — 86 geben ausführlich den inhalt von A 1543 — 64 wieder;
der schlecht überlieferte erste teil des Stückes {A 1543 — 50, der in /
ZUM L AURIN D. 213
ganz fehlt) ist in der bearbeitang nicht mehr zu erkennen; dagegen
blicken A 1551 — 54 in D 2655—58, A 1555f. in D 2669f.,
A 1559f. in D 2659f. und 2667f., A 1561—64 in D 2671—74 noch
durch; die daraus sich ergebende Umstellung der verse A 1559f.
zwischen A 1554 und 1555 ist neuerung der bearbeitung, denn sie
liegt' in / noch nicht vor.
2687—92 = A 1567—72. danach giebt D 2693f. an stelle
von A 1573f. die im alten texte früher stehenden verse A 1565f.
wieder, eigentlich im Widerspruche mit seiner fiüheren darstellung;
doch hat der bearbeiter diese verse wohl nur als schlufsformel be-
trachtet, die das facit des ganzen kampfes zieht.
2695—2704 sind zusatz. — 2705 — 10 könnten in der haupt-
sache auf die in z an entsprechender stelle überlieferten verse zurück-
gehen; ihnen ist die notiz über Laurins Schicksal aus A 1573f.
einverleibt
2711 — 14 = A 1575—78. — Das folgende verspar 2715f.
findet sich bereits in / an dieser stelle.
2717 — 86 sind eine selbständige partie, welche die glücklich
heimkehrenden beiden sich erst bei Biterolf aufhalten läfst (ähnlich
wie derselbe Verfasser am Schlüsse des grofsen Rosengartens einen auf-
enthalt bei Rüdeger einlegt), das stück ist durch widerholung des
verspares 2717f. = 2787f. (aus -4 1579f.)mit dem alten texte verbunden.
2787—2830 sind schritt für schritt aus A 1579—96 erweitert;
auch die dem ältesten texte schwerlich angehörende schlufsformel
A 1593ff. ist vom bearbeiter in seiner vorläge vorgefunden worden.